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Informationen für Gesundheits- und Pflegeberufe

Als Pflegekraft oder wenn Sie zum medizinischen Personal eines Krankenhauses oder einer Arztpraxis gehören, erhalten Sie hier Informationen.

Allgemeine Hinweise

Mit präventiven Reihentests in Krankenhäusern und Pflegeheimen und durch das Testen von Kontaktpersonen von Infizierten lassen sich Infektionsketten schnell erkennen und können besser unterbrochen werden. Durch eine neue Testverordnung können ab dem 14. Mai 2020 deshalb auch die Laborkosten für einen Test bei Personen übernommen werden, die keine Symptome haben. Tests bei asymptomatischen Personen können entweder im Rahmen einer Einweisung ins Krankenhaus vorgenommen werden oder sie müssen vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) – also dem zuständigen Gesundheitsamt – veranlasst werden. Möglich werden mit dieser neuen Regelung zum Beispiel auch umfassende Tests bei Kontakten zu Infizierten, bei Ausbrüchen in Kitas oder Schulen sowie Reihentests zum Beispiel in Rehabilitationseinrichtungen, Dialysezentren, Asylbewerberheimen oder Justizvollzugsanstalten, wenn dort ein Fall aufgetreten ist.
Eine ausführliche Darstellung zum Verhalten für medizinisches Personal hat das Robert Koch-Institut erarbeitet. Diese finden Sie hier.

Krankheitsverdächtig sind Personen mit Atemwegssymptomen und Kontakt mit einem Erkrankungsfall innerhalb der letzten 14 Tage oder Personen mit einer viralen Lungenentzündung hatten, die im Zusammenhang mit weiteren Fällen von Lungenentzündungen stehen. Darüber hinaus sollte eine Coronaviruserkrankung bei der differentialdiagnostischen Abklärung berücksichtigt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Robert Koch-Institutes.

Ein höheres Infektionsrisiko besteht bei direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten von an Covid-19 erkrankten Personen. Das kann beim Anhusten oder Anniesen bzw. bei medizinischen Maßnahmen der Fall sein. Das Risiko kann durch die Verwendung von entsprechender Schutzausrüstung vermindert werden. Das Robert Koch-Institut stellt auf seiner Website Informationen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 zur Verfügung.

Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit zur Händedesinfektion sind solche mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“. Das Robert Koch-Institut stellt eine Liste mit geprüften und anerkannten Desinfektionsmitteln und -verfahren online bereit.

Im medizinischen Bereich kommen verschiedene Masken zum Einsatz: Der Medizinische Mund-Nasen-Schutz (MNS; Operations-(OP-)Maske) dient dem Schutz anderer vor dem Kontakt mit infektiösen Tröpfchen eines Infizierten. Filtrierende Halbmasken (FFP2 bzw. FFP3) gehören zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) im Rahmen des Arbeitsschutzes und sollen den Träger der Maske vor Tröpfchen schützen.

Ein selbst hergestellter, nichtmedizinischer „Mund-Nasen-Schutz“, der aus Stoffen oder anderen Materialien z.B. mit Anleitungen aus dem Internet hergestellt wird, genügt nicht den Anforderungen für Schutzmasken im medizinischen Bereich. Daher wird eine solche selbst hergestellte „Maske“ nicht als „Schutzmaske“, sondern ausschließlich als „Mund-Nasen-Schutz“ oder „Alltagsmaske“ bezeichnet. Ein nichtmedizinischer Mund-Nasen-Schutz darf nicht als Medizinprodukt angeboten oder beworben werden. Ein nichtmedizinischer Mund-Nasen-Schutz kann jedoch dazu beitragen, dass Tröpfchen aus Speichel oder Rachensekreten beim Ausatmen, Sprechen, Niesen oder Husten andere Menschen weniger treffen. Auch wenn Sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollten Sie die AHA-Formel beachten: Halten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen ein, achten Sie auf eine gute Handhygiene und richtiges Husten und Niesen.

Weitere Informationen finden sie hier.

Fehlende Schutzkleidung bedeutet für medizinisches Personal als auch für Patienten und Patientinnen ein höheres Infektionsrisiko. Das Bundesministerium für Gesundheit schafft zentral medizinische Schutzausrüstung an, die über die Länder und die Kassenärztlichen Vereinigungen verteilt wird. Neben den Direktbeschaffungen von Schutzausrüstungsgegenständen durch das Bundesgesundheitsministerium wurden auch liefer- und produktionsintensivierende Maßnahmen mit Preis- und Abnahmegarantien ergriffen. Pflegeheime, Krankenhäuser, Arztpraxen sowie Länder sind aufgefordert, für weitere Schutzausrüstung zu sorgen. Diese wird über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet. Weitere Informationen zur Beschaffung von Schutzausrüstung finden Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums. Um zukünftige Engpässe zu vermeiden, hat das Bundesministerium für Gesundheit vor, eine nationale Reserve an medizinischer Schutzausrüstung anzulegen.

Bei der Arbeit mit Personen, die sich über die Corona-Warn-App als positiver Fall verifiziert haben, rät das Robert Koch-Institut (RKI) medizinischem und pflegerischem Personal mit adäquater Schutzausrüstung im Hinblick auf die persönliche Verwendung der Corona-Warn-App bestimmte Vorkehrungen zu treffen. Um ihre Risikoeinschätzung nicht zu verfälschen, sollte je nach Fall die Bluetooth-Funktion kurzzeitig deaktiviert werden. Nur so kann die Warnmeldung als zuverlässige Risikomitteilung interpretiert werden.

Bei der Arbeit mit Personen, die sich bereits als positiver Fall verifiziert haben lassen, werden keine weiteren Codes durch die App ausgetauscht und somit auch keine neuen Warnmeldungen generiert. Ein erhöhtes Risiko wird ausschließlich für Begegnungen für die letzten 14 Tage vor der Verifikation ausgesprochen. Bei der Arbeit mit Personen, die sich allerdings erst nachträglich über die Corona-Warn-App als positiver Fall identifiziert haben, werden bis zum dem Zeitpunkt der Verifikationen 14-Tage rückwirkend Warnmeldungen für Kontaktpersonen generiert. Dem Personal wird bei der Arbeit mit diesen Fällen also eine Risiko-Begegnung und evtl. auch ein erhöhtes Risiko angezeigt werden. In diesem Fall ist anzuraten, die Bluetooth-Funktion bei der Behandlung zu deaktivieren, da andersfall eine Warnmeldung mit erhöhtem Risiko die Folge ist. Auch bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten Infektionsstatus, ist anzuraten die Bluetooth-Funktion zu deaktivieren. Lässt sich die behandelnde Person später als ein positiver Fall verifizieren, wird dem behandelnden Personal ansonsten ein erhöhtes Risiko angezeigt.

Bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten Infektionsstatus ohne adäquate Schutzausrüstung des Personals, kann die App ohne Funktionseinschränkung genutzt werden. Lässt sich die behandelnde Person später als ein positiver Fall verifizieren, wird dem behandelnden Personal ein erhöhtes Risiko angezeigt. Diese Warnmeldung ist dann als ein adäquates Risikomitteilung zu interpretieren. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des RKI.

Beförderungsmöglichkeiten sind insgesamt aktuell sichergestellt. Je nach Region kann es weiterhin zu Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr kommen. Bitte informieren Sie sich bei Ihnen vor Ort über die Verbindungen und prüfen Sie die Fahrpläne. Zum Schutz von umstehenden Personen haben die Bundesländer eine Vorschrift für das Tragen eines nichtmedizinischen Mund-Nasen-Schutzes („Alltagsmaske“), im öffentlichen Personennahverkehr erlassen. Regional kann es zu Anpassungen kommen, bitte prüfen Sie die jeweils geltenden Regelungen an Ihrem Ort. Beachten Sie die Kontaktregeln und halten Sie einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Reisenden. Waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn Sie angekommen sind.

Mülleimer zur Entsorgung von Einmalartikeln sollten im Innenbereich von Räumen vor der Tür aufgestellt werden. Bitte befragen Sie dazu Ihren Vorgesetzten oder Ihre Vorgesetzte in der Einrichtung, in der Sie arbeiten. Es gibt Regelungen zum Tragen und zur Entsorgung von Schutzkleidung.

Wenn Ihr Kind normalerweise in die Kita oder Schule geht, haben Sie als Beschätigter oder Beschäftigte im Medizin- bzw. Pflegebereich evtl. Anspruch auf Notfallbetreuung. Die Notbetreuung kann in Anspruch genommen werden, wenn ein oder beide Elternteil(e) in sog. systemrelevanten Berufen arbeiten und wenn Sie keine andere Möglichkeit einer Kinderbetreuung organisieren können. Eine flexible und stufenweise Erweiterung der Notbetreuung in allen Bundesländern wurde infolge der Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus eingeführt. Bitte setzen Sie sich zur weiteren Organisation mit der Einrichtung, die Ihr Kind üblicherweise besucht, in Verbindung und beachten Sie Regelungen in Ihrem Bundesland bzw. an Ihrem Wohnort. Details zu den Regelungen finden Sie auf den Regierungsseiten der Länder. Seit dem 11. Mai 2020 wurde der Schulbetrieb schrittweise unter Beachtung der Hygieneauflagen wieder aufgenommen.

Zurzeit arbeitet die forschende Wissenschaft mit Hochdruck an neuen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus. Darunter gibt es bspw. verschiedene Studien über Antikörper oder Impfstoffe. Diese hohe Anzahl an Studien mit teils unterschiedlichen Ergebnissen kann auf den ersten Blick verwirrend wirken. Für das Fachpublikum bietet das Robert-Koch-Institut eine Datenbank über klinische Studien, die das Coronavirus weiter erforschen. Zusätzlich finden Sie hier weitere Antikörperstudien. In diesen Übersicht finden Sie auch externe Studien. Zusäzlich finden Sie auf den Seite des RKI auch Einschätzungen zu Studien.

Informationen zu Covid-19, u.a. zu den erforderlichen Hygienemaßnahmen, erhalten Sie auf der Website Infektionsschutz.de.

Informationen für Menschen in Pflegeberufen

Qualitätsprüfungen werden bis Ende September ausgesetzt: Das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz regelt, dass bis zum 30. September 2020 keine Qualitätsprüfungen (Regelprüfungen) vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder vom Prüfdienst der privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Prüfdienst) durchgeführt werden. Damit wird verhindert, dass durch die Qualitätsprüfungen eine zusätzliche Infektionsgefahr für die Pflegebedürftigen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Pflegeheime sowie die Prüfer und Prüferinnen entsteht.

Zudem binden die Prüfungen Pflegepersonal, das in der aktuellen, durch den neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) verursachten Belastungssituation für die unmittelbare pflegerische Versorgung benötigt wird. Anlassbezogene Prüfungen – beispielsweise bei stichhaltigen Hinweisen auf Qualitätsmängel oder sonstigen Unregelmäßigkeiten – sollen weiterhin stattfinden. Ob dies in Form einer Begehung der Pflegeheims bzw. der Räume des Pflegedienstes und der Häuslichkeit der Pflegebedürftigen möglich ist, sollen die Landesverbände der Pflegekassen und die Medizinischen Dienste in Absprache mit den lokalen Behörden, insbesondere den Gesundheitsämtern, im Einzelfall entscheiden.

Die Erhebung und Übermittlung der indikatorenbasierten Qualitätsdaten wird um ein halbes Jahr verschoben: Durch das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz wird auch die Einführungsphase eines neuen Qualitätssystems in der vollstationären Pflege um sechs Monate bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Zur Entlastung der vollstationären Pflegeeinrichtungen in der akuten Epidemie-Situation werden daher die mit der Erhebung und Übermittlung der indikatorenbasierten Qualitätsdaten verbunden Fristen um jeweils sechs Monate verschoben. Das heißt, die Indikatorenerhebung wird für sechs Monate unterbrochen, damit in der aktuellen Situation alle vorhandenen personellen Kapazitäten der Pflegeheime für die unmittelbare pflegerische Versorgung eingesetzt werden können.

Die für die Erteilung des Bescheides geltende 25-Arbeitstage-Frist für Anträge, die zwischen dem 1. Februar 2020 und dem 30. September 2020 gestellt werden, werden bis zum 30. September 2020 auf Fälle mit einem besonders dringlichen Entscheidungsbedarf beschränkt. Ein solcher ist gegeben, wenn ohne eine fristgerechte Entscheidung der Pflegekasse eine Versorgungslücke droht. Für die Leistungsgewährung sind wie bisher der Tag der Antragstellung und das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen maßgebend. Der Spitzenverband Bund der Pflegekassen (GKV-Spitzenverband) hat am 27. März 2020 Kriterien für Fälle mit besonders dringlichem Entscheidungsbedarf nach § 147 Absatz 3 SGB XI festgelegt. Ein besonders dringlicher Entscheidungsbedarf liegt danach vor bei einem Erstantrag auf Sachleistungen bei häuslicher Pflege nach § 36 SGB XI, Erstantrag auf Kombinationsleistungen nach § 38 SGB XI, sofern die Versorgung nur über den nach § 36 SGB XI zustehenden Sachleistungsanteil sichergestellt werden kann, Erstantrag auf vollstationäre Pflege nach § 43 SGB XI oder einem Höherstufungsantrag bei sich schnell verschlechterndem Krankheitsverlauf. Die Entscheidung, ob ein besonders dringlicher Entscheidungsbedarf vorliegt, trifft die Pflegekasse. Bei Vorliegen eines solchen informiert die Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hierüber mit der Auftragserteilung. Erteilt die Pflegekasse den schriftlichen Bescheid über den Antrag nicht innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Eingang des Antrags oder werden verkürzte Begutachtungsfristen nicht eingehalten, hat die Pflegekasse gemäß § 18 Absatz 3b SGB XI nach Fristablauf für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung unverzüglich 70 Euro an den Antragsteller zu zahlen.

Um durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte personelle Belastungen auf Seiten der Pflegekassen und der Medizinischen Diensten ein Stück weit aufzufangen, ist die Verpflichtung der Pflegekasse zur Gewährung einer pauschalen Zusatzzahlung für Anträge, die zwischen dem 1. Februar 2020 und dem 30. September 2020 gestellt werden, bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Die Medizinischen Dienste können die Pflege personell entlasten: Sie haben ihre Bereitschaft erklärt, vorübergehend freiwerdende Personalkapazitäten insbesondere bei Pflegefachkräften und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit medizinischer oder pflegerischer Qualifikation ohne Kosten- oder Aufwendungsersatz an Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser oder Gesundheitsämter abzustellen. In Zusammenarbeit mit den Landesministerien und den Akteuren auf Landesebene werden die MDK (Medizinischen Dienste der Krankenversicherung) vereinbaren, welche Einsatzmöglichkeiten sinnvoll und praktisch umsetzbar sind.

Nach geltendem Recht besteht ein Anspruch auf Kurzzeitpflege für Pflegebedürftige auch in Einrichtungen, die stationäre Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erbringen, wenn während einer Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation für eine Pflegeperson eine gleichzeitige Unterbringung und Pflege des Pflegebedürftigen in der Einrichtung erforderlich ist. Um besonderen Belastungen aufgrund der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Epidemie gerecht zu werden, sollen Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen Kurzzeitpflege auch ohne Erfüllung dieser Voraussetzung erbringen können. Bis einschließlich 30. September 2020 kann Kurzzeitpflege daher in derartigen Einrichtungen auch wahrgenommen werden, ohne dass gleichzeitig eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation für eine Pflegeperson erbracht wird.

Um die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen zu schützen und das vorhandene Pflegekräfteangebot zielgerichtet einzusetzen, kann das Pflegegeld vom 1. Januar 2020 bis zum 30. September 2020 bezogen werden, ohne dass ein Beratungseinsatz abgerufen werden muss. Die Möglichkeit, Beratung in Anspruch zu nehmen, bleibt bestehen. Pflegebedürftige, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, haben bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich einmal und bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich einmal eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit abzurufen und gegenüber der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen nachzuweisen. Die Beratung erfolgt in der Regel durch einen zugelassenen Pflegedienst. Die Beratung dient der Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege und der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung der häuslich Pflegenden. Rufen Pflegebedürftige die Beratung nicht ab, hat die Pflegekasse oder das private Versicherungsunternehmen das Pflegegeld angemessen zu kürzen und im Wiederholungsfall zu entziehen.

Die Begutachtung von Pflegebedürftigkeit erfolgt bisher grundsätzlich durch eine umfassende persönliche Befunderhebung im Wohnbereich der antragstellenden Person. Begutachtungen nach Aktenlage sollen die Ausnahme sein. Um pflegebedürftige Personen vor zusätzlichen Ansteckungsgefahren zu schützen, werden Gutachten bis einschließlich 30. September 2020 aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen erstellt. Zugleich werden die antragstellende Person und andere zur Auskunft fähige Personen, wie Angehörige, Benachbarte oder Ärzte und Ärztinnen von den Gutachterinnen und Gutachtern zur Person des Antragstellers in strukturierten Interviews telefonisch oder auf digitalem Weg befragt.

Anhand der eingeholten Informationen entscheiden die Gutachter und Gutachterinnen über das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit und empfehlen die Zuordnung zu einem Pflegegrad. Diese Regelungen gelten für Anträge, die zwischen dem 1. Februar 2020 und dem 30. September 2020 gestellt werden. Höherstufungsanträge bei verschlechtertem Gesundheitszustand bleiben jederzeit möglich. Um Infektionsrisiken für die Antragsteller und Antragstellerinnen sowie für die Gutachter und Gutachterinnen deutlich zu reduzieren und personellen Engpässen bei den Medizinischen Diensten entgegenzuwirken, werden Wiederholungsbegutachtungen bis zum 30. September 2020 ausgesetzt.

Die Pflicht zu verbindlichen Besuchen für Pflegedienste bei Beziehern und Bezieherinnen von Pflegegeld zur Prüfung der Gewährleistung der häuslichen Pflege wird ausgesetzt. Beratungsgespräche für Beziehern und Bezieherinnen von Pflegegeld sind, sofern gewünscht, weiterhin möglich. Idealerweise erfolgen diese aktuell telefonisch, digital oder per Video.

Die landesweite generelle Besuchseinschränkung für stationäre Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe ist als Schutzmaßnahme ausgerufen worden. Wiederkehrende Besuche in Behinderteneinrichtungen durch eine festgelegte Person sind künftig jedoch möglich, sofern es kein aktives Covid-19 Infektionsgeschehen in der Einrichtung gibt. Bitte informieren Sie sich über Bestimmungen der jeweiligen Einrichtung.

Häufig zählen Demenzpatienten und -patientinnen durch ihr höheres Alter zur Risikogruppe. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Hygienemaßnahmen sollten verstärkt beachtet werden. Die Betreuung sollte in enger Absprache mit den Angehörigen organisiert werden. Die landesweiten Besuchsauflagen für Pflegeheime sind als Schutzmaßnahmen ausgerufen worden.

Bis September gilt die Regelung, dass Pflegebedürftige nach Aktenlage und einem Gespräch per Telefon oder Video begutachtet und entsprechend eingestuft werden. Das vermeidet den direkten Kontakt zu den Patienten und Patientinnen.

Eine Ansteckungsgefahr besteht bei allen Beteiligten im direkten Kontakt. In der Pflege sollten persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie z.B. das Tragen von Atemschutzmaske, Handschuhe, Kittel. Außerdem kann ein Augenschutz sinnvoll sein. Bitte beachten Sie die allgemeinen Regeln: In die Armbeuge niesen oder husten, regelmäßiges Händewaschen und Händeschütteln vermeiden (hier die 10 wichtigsten Hygienetipps). Bitte beachten Sie Anordnungen zum Tragen von Schutzkleidung.

Personen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Für diese Personengruppe ist es besonders wichtig die Kontakt- und Hygieneregeln einzuhalten. Sie sollten zudem mit ihrem Arbeitgeber besprechen, welche weiteren Maßnahmen dazu erforderlich sein könnten.

Falls es in der Pflegeeinrichtung, in der Sie arbeiten, eine oder einen Erkrankten gibt, beachten Sie folgende Hinweise: Hat der oder die Erkrankte einen Atemwegsinfekt oder Fieber, muss der oder die Betroffene im eigenen Zimmer isoliert werden. Informieren Sie umgehend telefonisch Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin bzw. den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Rufen Sie bei lebensbedrohlicher Symptomatik den Rettungsdienst an und geben Sie einen Hinweis auf eine mögliche Covid-19-Erkrankung. Halten Sie sich an die Anweisungen der Gesundheitsbehörde. Sofern eine Krankenhausaufnahme nicht erforderlich ist, muss der oder die Betroffene in der Einrichtung isoliert werden, bis das Ergebnis der Diagnostik vorliegt (meist 1 Tag). In der Pflege von Erkrankten mit Fieber oder Atemwegssymptomen sollte den Empfehlungen entsprechende Schutzausrüstung verwendet werden. Befragen Sie Ihren Vorgesetzten oder Ihre Vorgesetzte und informieren Sie die Geschäftsführung, Heimaufsicht, Angehörige und Betreuer.

Sie dürfen die Zahl der Patienten und Patientinnen, die Sie täglich versorgen, nicht eigenmächtig reduzieren. Bitte wenden Sie sich mit Fragen dieser Art an Ihren Vorgesetzten bzw. Ihre Vorgesetzte.

Speziell Angehörige von Senioren und Seniorinnen mit Pflegebedarf und von Personen mit Behinderung müssen physische Distanz bewahren. Die landesweites Besuchsauflagen für Pflegeheime und stationäre Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe sind als Schutzmaßnahmen ausgerufen worden. Als medizinisches Personal oder Pflegekraft gilt es weiterhin, für Angehörige telefonisch erreichbar zu sein. Weitere Informationen über den Umgang mit Angehörigen finden Sie auch in unserem Artikel Geschützt, aber nicht einsam. Wie Pflegeheime Besuche sicher gestalten.

Wenn sich eine Pflegekraft im Pflegeheim angesteckt hat, ist dies sofort der Pflegekasse zu melden. Einrichtung und Pflegekasse stimmen sich darüber ab, mit Personal aus anderen Bereichen Engpässe zu überbrücken.

Desinfektionsmittel (Flüssigkeiten / Gele auf Alkoholbasis – mit mindestens 60% Alkoholgehalt), Handschuhe, Masken und Thermometer sollten in einem Haushalt mit Pflegebedürftigen vorhanden sein.

Am 1. Juli hat Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union (EU) übernommen. Die gemeinsame Bewältigung der Corona-Pandemie und die Stärkung der Reaktionsfähigkeit auf Gesundheitsthemen - das sind die Schwerpunkte der deutschen Ratspräsidentschaft im Bereich Gesundheit. Die Digitalisierung bietet hier große Chancen und gehört daher auch zu den zentralen Themen. Konkret muss Europa Wege finden, die Produktion von kritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten wieder nach Europa zu verlagern und eine europäische Reserve anlegen. Gesundheitsorganisationen wie das ECDC und die EMA sollen außerdem gestärkt werden, damit sie auf Augenhöhe mit den amerikanischen Organisationen arbeiten können. Auch der Aufbau eines europäischen Gesundheitsdatenraums wird vorangetrieben. Weitere Informationen zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft finden Sie hier und was Europa gemeinsam im Hinblick auf die Impfstoffentwicklung unternimmt, können Sie im Artikel Europa auf dem Weg zum Impfstoff gegen Covid-19 nachlesen.

Um Infektionsketten zu unterbrechen ist es wichtig, Kontaktpersonen von bestätigten Covid-19-Fällen zu ermitteln und nachzuverfolgen. Für diese personal- und zeitaufwändige Aufgabe ist das Gesundheitsamt vor Ort zuständig. Das Robert Koch-Institut hat im Frühjahr 2020 rund 500 sogenannte Containment Scouts ausgebildet, um das Gesundheitsamt bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Das sind i. d. R. Studierende der Medizin oder anderer Gesundheitswissenschaften, die zunächst durch RKI-Materialien geschult werden, dann vor Ort in den Gesundheitsämtern arbeiten und insbesondere dabei helfen sollen, Kontaktpersonen effektiver nachzuverfolgen. Ihr Einsatzgebiet wurde nach einem Schlüssel auf die Bundesländer verteilt.

Informationen für Ärzte und Ärztinnen

Der Ad-hoc Arbeitskreis "COVID-19" des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) hat zu dieser Frage im Auftrag des BMAS ein Informationspapier erarbeitet. Dieses ist hier abrufbar.

Weiterhin wird empfohlen, sich bei konkreten Fragen und Problemen an die bei Ihnen zuständige Arbeitsschutzbehörde oder sich an Ihren Unfallversicherungsträger zu wenden. Eine Liste mit Kontaktdaten der Arbeitsschutzbehörden finden Sie hier.

Informieren Sie sich ebenfalls bei dem Robert Koch-Institut. Die Kontaktdaten der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen sind hier abrufbar.

Das Gesetz zum Ausgleich finanzieller Belastungen in Gesundheitseinrichtungen infolge von Covid-19 sieht bei Honorareinbußen durch die Corona-Epidemie auch Ausgleichszahlungen für Praxen von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten vor.

Detaillierte Informationen und Hinweise zur Abrechnung können Sie hier finden.