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Corona-Wissen
13:26 · 20. September 2021

COVID-19 –Therapiemöglichkeiten und Arzneimittelentwicklungen

Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Therapiemöglichkeiten – mit und ohne den Einsatz von Medikamenten – es bei einer COVID-19-Erkrankung mit einem schweren Verlauf gibt und welche Arzneimittel gegen COVID-19 aktuell entwickelt werden.

Unterstützende Maßnahmen gegen COVID-19

Die Infektionskrankheit COVID-19 wird durch den Erreger SARS-CoV-2 (die Abkürzung steht für: schweres akutes respiratorisches Syndrom Coronavirus-2) verursacht. Rund 80 Prozent der Infektionen mit SARS-CoV-2 verlaufen mild bis mittelschwer. Die Patientinnen und Patienten müssen sich in gesetzlich vorgeschriebene häusliche Quarantäne begeben. Dort sollten sie ihr Immunsystem nach Möglichkeit mit viel Ruhe und Schlaf sowie einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Hilfreich ist auch eine überdurchschnittliche Trinkmenge, da der Körper bei Infektionen eher mehr Flüssigkeit als im gesunden Zustand benötigt. 

Etwa zehn Prozent der in Deutschland erkannten Infizierten und Erkrankten werden aufgrund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus eingewiesen. Der Erreger SARS-CoV-2 befällt vor allem die Atemwege und kann zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge und es kommt zu einer Schädigung der kleinen Blutgefäße. Die Lunge kann dadurch das Blut nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgen. In vielen Fällen wird eine Sauerstoffzugabe notwendig, etwa über eine Beatmungsmaske oder -haube. Darüber hinaus können auch andere Organe – zum Beispiel Herz oder Nieren sowie das Nervensystem – befallen werden

Unterstützende Maßnahmen im Krankenhaus

Die meisten Therapien gegen COVID-19 umfassen unterstützende Maßnahmen wie zum Beispiel Sauerstoffgabe, kreislaufunterstützende Arzneimittel oder Antibiotikagabe zur Therapie von bakteriellen Alternativ- oder Begleitinfektionen. Ferner werden relevante Grunderkrankungen behandelt. Die Maßnahmen dienen dazu, den Körper der oder des Erkrankten beim Kampf gegen das Virus zu unterstützen und schwere Verläufe möglichst zu mildern. 

Zugelassene Arzneimittel

Remdesivir

Im Juli 2020 erhielt das Arzneimittel Veklury® (Wirkstoff Remdesivir) eine bedingte Genehmigung für das Inverkehrbringen in der Europäischen Union für die Therapie von COVID-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren) mit einer Pneumonie, die eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr erfordert. 

Dexamethason

Dexamethason ist in einer Vielzahl von zugelassenen Arzneimitteln als Wirkstoff enthalten, die unspezifisch entzündungshemmend, antiallergisch und immunsuppressiv wirken. Die am 23. Februar 2021 auf dem Portal für wissenschaftliche Medizin (AWMF) veröffentlichte medizinische Leitlinie „Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19“ empfiehlt den Einsatz von Dexamethason bei der Therapie von schwer an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten. 

In der Entwicklung: Arzneimittel zur Therapie von COVID-19

Verschiede Arzneimittel befinden sich in der klinischen Prüfung zur Therapie gegen COVID-19, zurzeit laufen über 4.500 Studien mit mehr als 400 Wirkstoffen

Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper sind gegen das Virus gerichtet. Die biotechnologisch hergestellten Antikörper können das Andocken der Viren an Zellen verhindern und so die Infektion eindämmen. In einem frühen Stadium von COVID-19 bei COVID-19 Patientinnen und Patienten mit leichter und moderater Symptomatik und bestimmten Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf können bestimmte Antikörper im Rahmen der Therapiefreiheit von Ärztinnen und Ärzten in Heilversuchen bereits eingesetzt werden. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Monoklonale Antikörper als Therapieoption.

Antikörper von Genesenen (Rekonvaleszentenplasma, RKP)

RKP ist Blutplasma von Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion erfolgreich überstanden und eine Immunität durch die Bildung von Antikörpern entwickelt haben – das RKP enthält somit Antikörper gegen diesen Erreger. Schwer erkrankten Personen werden das RKP oder daraus gereinigte Antikörper verabreicht. Die Antikörper binden und neutralisieren das Virus und unterstützen dadurch das Immunsystem bei der Infektionsbekämpfung. Den Wirksamkeitsnachweis dieses Ansatzes müssen kontrollierte klinische Studien allerdings erst noch erbringen.

Mesenchymale Stammzellen

Diese Zellen sind Vorstufen verschiedener Zelltypen und im menschlichen Körper für den Erhalt und die Regeneration unter anderem von Bindegewebe, Knochen und Muskeln zuständig. Sie sollen bei schwer an COVID-19-Erkrankten anti-entzündlich wirken und so Lungengewebe schützen sowie beschädigtes Lungengewebe regenerieren. Ihre Herstellung für die Anwendung am Menschen muss in Deutschland immer unter höchsten Qualitätsstandards (Gute Herstellungspraxis – GMP) erfolgen. Auch hier sind klinische Prüfungen noch ausstehend.

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