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Corona-Wissen
12:54 · 2. Juni 2021

So funktioniert die Videosprechstunde

Die Arztpraxen unternehmen alles, damit vor Ort Infektionen mit dem Coronavirus ausgeschlossen werden können. Videosprechstunden können besonders Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen, schützen.

Nutzen Sie Videosprechstunden online /

Die Coronavirus-Pandemie hat viele Bereiche unseres Alltags verändert. Viele Menschen haben sich längst auf Homeoffice und Online-Schule eingestellt, in ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen werden verstärkt Videosprechstunden eingesetzt. Digitale Kommunikation kann den gewohnten beruflichen und medizinischen Austausch ergänzen. 

Gerade in der Gesundheitsversorgung haben die vergangenen Monate zu einem Umdenken geführt; mehr Patientinnen und Patienten haben die Möglichkeiten der Videosprechstunde genutzt. Ein Vorteil der Videosprechstunde in der Coronavirus-Pandemie ist, dass Patientinnen und Patienten dafür nicht das Haus verlassen müssen und so potenzielle Ansteckungsrisiken vermeiden. Insbesondere für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, hat sich die Videosprechstunde bei alltäglichen Erkrankungen bewährt. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zu den Risikogruppen. Zudem sparen Patientinnen und Patienten Wartezeiten und Anfahrtswege – was vor allem für Personen mit eingeschränkter Mobilität vorteilhaft ist. 

Beschränkung für Videosprechstunden aufgehoben

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Begrenzung der maximalen Anzahl an Patientinnen und Patienten, die eine Ärztin oder ein Arzt per Videosprechstunde behandeln darf, aufgehoben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen haben die vorher geltenden Beschränkungen für den Einsatz von Videosprechstunden vorübergehend aufgehoben, d. h., das Angebot ist unabhängig von Fallzahl und Leistungsmenge möglich. Die digitale Sprechstunde ist auch dann möglich, wenn die Patientin oder der Patient zuvor noch nicht in der Praxis in Behandlung war. Lediglich im Falle einer psychotherapeutischen Behandlung ist – bis auf wenige Ausnahmen – ein persönlicher Erstkontakt nach wie vor notwendig. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Fragen Sie in Ihrer Praxis nach 

Natürlich ist eine Videosprechstunde nicht in allen Fällen ein vollwertiger Ersatz für eine klassische Sprechstunde. Deshalb sollten Sie im Vorfeld klären, ob sie in Ihrem konkreten Fall in Frage kommt. Rufen Sie zunächst in der Praxis an und fragen Sie nach, ob eine Videosprechstunde möglich ist und vereinbaren Sie gegebenenfalls einen Termin. Viele Praxen haben bestimmte Videosprechzeiten eingerichtet und informieren darüber auf ihrer Webseite. Eine Videosprechstunde können Sie übrigens auch bei Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zur allgemeinen ärztlichen Sprechstunde müssen Sie in diesem Fall zunächst Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten aufgesucht haben. Der Arzt-Patienten-Kontakt ist für die Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung notwendig. 

Voraussetzungen und Ablauf einer Videosprechstunde

Sie benötigen keine besondere Technik. Allerdings müssen Sie Zugang zu einem Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon haben. Zusätzlich benötigen Sie eine Internetverbindung. Die Videosprechstunde wird über einen zertifizierten Videoanbieter durchgeführt. Dafür gibt es verschiedene Anbieter, die technische Sicherheitsanforderungen und die datenschutzrechtlichen Vorgaben erfüllen müssen, um für eine Videosprechstunde zertifiziert zu werden. Damit wird sichergestellt, dass eine Videosprechstunde genauso vertraulich ist wie ein Gespräch in der Arztpraxis.

Wenn Sie mit Ihrer Praxis einen Termin für eine Videosprechstunde ausmachen, erhalten Sie im Anschluss die Internetadresse des Anbieters und den Einwahlcode für Ihre Sprechstunde. Es ist ratsam, dass Sie sich etwa zehn Minuten vor dem Termin auf der Internetseite einwählen. Üblicherweise müssen Sie hier für keinen eigenen Account anlegen. Für die Einwahl müssen Sie Ihren Namen eingeben, nur so kann Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zuordnen. Nach einer kurzen Wartezeit im Online-Wartezimmer wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie aufrufen.

Im Rahmen der Behandlung werden weitere Daten wie etwa die Krankenversicherungsnummer erfragt. Diese benötigt die Ärztin oder der Arzt für die Abrechnung der Leistungen gegenüber der Krankenkasse. Sobald Ihre Sprechstunde beendet ist, können Sie sich wieder von der Internetseite abmelden. 

Arztpraxen sind sicher 

So nützlich Videosprechstunden auch sein mögen, zögern Sie nicht, bei akuten Beschwerden zur Ärztin, zum Arzt oder ins Krankenhaus zu gehen. Kliniken und Arztpraxen haben sich gut auf die Pandemie eingestellt und behandeln COVID-19-Erkrankte getrennt von anderen Patientinnen und Patienten. „Deshalb gilt natürlich: Wenn Sie krank sind, gehen Sie zum Arzt oder ins Krankenhaus“, betont Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (mehr darüber erfahren Sie hier).

Weitere Informationen

Weitere Informationen über den Ablauf einer Videosprechstunde finden Sie bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung:  (https://www.kbv.de/media/sp/Patienteninformation_Videosprechstunde.pdf).

Beispiel einer Videosprechstunde vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM):  https://www.youtube.com/watch?v=hefBlU1W1Ts

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