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Bundesministerium für Gesundheit
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12:49 · 9. April 2021

Ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen müssen sich besonders schützen

Eine Infektion mit dem Coronavirus sollte man immer ernst nehmen. Dennoch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf von COVID-19 gerade bei sogenannten Risikogruppen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Faktoren eine schwere Erkrankung begünstigen.

Für ältere Menschen ist COVID-19 gefährlich /

Jeder Mensch kann sich mit dem Coronavirus infizieren – unabhängig von Alter, Geschlecht und anderen demografischen Faktoren. Aber nicht bei jedem infizierten Menschen bricht die Erkrankung COVID-19 tatsächlich aus. Auch wie die Krankheit bei einem einzelnen Individuum verläuft, lässt sich nicht vorhersagen. Es gibt Jüngere, die daran sterben und Ältere, die sich von COVID-19 gut erholen. Dennoch lassen sich Gruppen definieren, die ein höheres Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf haben und andere mit niedrigerem Risiko. 

Bei den meisten Menschen verläuft COVID-19 mild bis moderat

Alle bisher erhobenen Zahlen zum Coronavirus und der damit verbundenen Erkrankung COVID-19 sind vorläufig, da die Pandemie zu aktuell ist, um Informationen vollständig zu analysieren. Das Robert Koch-Institut bezieht sich in seiner vorläufigen Analyse zum Krankheitsverlauf auf Daten aus China, wo das Virus zuerst auftrat. Rund 80 Prozent der Erkrankungen dort verliefen mild bis moderat. Als „mild“ werden Krankheitsverläufe ohne Anzeichen einer Lungenentzündung (Pneumonie) bezeichnet. „Moderat“ Erkrankte haben eine leichte Pneumonie ohne Atemnot. 

Etwa 14 Prozent der Erkrankten in China entwickelten eine schwere, aber nicht lebensbedrohliche Pneumonie. Bei sechs Prozent der Betroffenen war der klinische Verlauf kritisch bis lebensbedrohlich. Außerhalb von China gibt es teilweise Beobachtungen, dass der Anteil milder Verläufe höher als 80 Prozent sein könnte. 

Mit geschwächter Immunabwehr gehört man zur Risikogruppe

Grundsätzlich sind alle Menschen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken. Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Etwa 87 Prozent der Todesfälle in Deutschland sind Menschen ab 70 Jahren. Ein gesundes Immunsystem reagiert mit Symptomen wie Fieber auf eine Infektion. In höherem Alter können diese Symptome schwächer oder gar nicht auftreten, wodurch Erkrankte erst später zum Arzt gehen. 

Risikofaktoren für einen schwereren Verlauf von COVID-19

Aus den bisher verfügbaren Daten konnte man eine Reihe von weiteren Risikofaktoren identifizieren, die statistisch gesehen öfter mit einem schwereren Verlauf einhergehen. Dazu gehören: 

  • chronische Erkrankungen der Atemwege oder der Lunge (wie etwa COPD oder Asthma), 
  • Herzerkrankungen,
  • Bluthochdruck,
  • Krebserkrankungen,
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), 
  • die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen (wie Cortison). 

Männer und Frauen infizieren sich etwa gleich häufig mit dem Virus. Es gibt Hinweise darauf, dass COVID-19 bei Männern häufiger einen schweren Verlauf zu nehmen scheint als bei Frauen. Über 60 Prozent der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren Männer. 

Häufung von Risikofaktoren macht schweren Verlauf wahrscheinlicher 

Trifft einer dieser Faktoren auf eine Person zu, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Infektion schwer verlaufen muss. Aber es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit. Kommen mehrere Risikofaktoren zusammen – wie etwa hohes Alter, Bluthochdruck und eine Herzerkrankung – muss davon ausgegangen werden, dass die Wahrscheinlichkeit weiter ansteigt. 

FFP2-Masken sind für Risikogruppen sicherer als Alltagsmasken

FFP2-Masken sind deutlich sicherer als Alltagsmasken. Sie senken die Gefahr für eine Ansteckung erheblich. FFP2-Masken filtern 94 Prozent und FFP3-Masken filtern 99 Prozent der Partikel aus der Luft, die größer sind als 0,6 Mikrometer.

Für Menschen, auf die Risikofaktoren zutreffen, ist es daher besonders wichtig, einer Infektion vorzubeugen. Dazu gehört es, die Verhaltensregeln während der Coronavirus-Pandemie sehr genau zu beachten: Bleiben Sie zuhause. Vermeiden Sie Kontakte zu anderen Menschen, mit denen Sie nicht ohnehin zusammenleben. Lassen Sie sich Ihre Einkäufe möglichst an die Tür liefern. Halten Sie einen Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Menschen. Denken Sie an regelmäßiges Händewaschen.  

COVID-19 in der Schwangerschaft und bei Neugeborenen 

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Eine Übertragung der Krankheit im Mutterleib kann nicht ausgeschlossen werden. Allerdings zeigen neugeborene Kinder von erkrankten Müttern nach der Geburt in der Regel keine Krankheitszeichen. Bisher gibt es keine Nachweise des Coronavirus in der Muttermilch. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist allerdings über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. 

Dr. Lars Hellmeyer, Chefarzt der Geburtsmedizin im Berliner Vivantes Klinikum Friedrichshain, rät daher Müttern dazu, im Falle eines Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion besonders auf die geltenden Hygieneregeln zu achten, zum Beispiel auf das Händewaschen. Im Expertengespräch des Bundesministeriums für Gesundheit rät Hellmeyer auch dazu, dass Frauen in so einem Fall beim Stillen einen Mundschutz tragen sollten. „Glücklicherweise ist es so, dass das Neugeborene bei einer Infektion meist keine wesentlichen Symptome entwickelt. In einigen wenigen Fällen ist es aber schon vorgekommen.“ 

Begleitpersonen dürfen trotz Beschränkungen mit zur Geburt ins Krankenhaus

In der Regel sei es trotz der Beschränkung von Besuchen in Krankenhäusern noch möglich, eine Begleitperson zur Geburt mitzubringen. „Bei den meisten Kliniken im Bundesgebiet ist es so, dass der Ehemann oder eine andere Vertrauensperson mit in den Kreissaal darf, um zu unterstützen“, berichtet Hellmeyer. „Aber die Person muss gesund sein und es sollte nur eine sein.“ Besuche auf der Wochenbettstation seien wegen der Infektionsgefahr in seinem und vielen anderen Krankenhäusern allerdings derzeit untersagt, betonte Hellmeyer. Generell müsse man sich auf mögliche kurzfristige Änderungen der Besucherregeln einstellen. Mehr Informationen zu COVID-19 in der Schwangerschaft und bei Neugeborenen finden Sie hier: Schwangerschaft: Wie kann ich mein Baby und mich vor einer Coronavirus-Infektion schützen?

Orientierungshilfe: Worauf wir achten sollten

Das Robert Koch-Institut hat für die Öffentlichkeit eine Übersicht erstellt, die zusammenfasst, wie man auf mögliche Krankheitszeichen reagieren sollte. Welche Symptome sind für COVID-19 typisch? Wer gehört zu einer Risikogruppe? Wann sollte ich ärztlichen Rat konsultieren? Die Orientierungshilfe finden Sie hier.

Quellen:

Informationen zu den Verhaltensregeln in der Coronavirus-Pandemie:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/verhaltensregeln.html

Fragen zu Risikogruppen und anderen Themen zu COVID-19:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Schaubild des Robert Koch-Instituts zum Thema „Bin ich betroffen und was ist zu tun?“

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Orientierungshilfe_Buerger.html

Expertengespräch mit Dr. Hellmeyer:

https://www.facebook.com/bmg.bund/videos/2727671367331937/

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