Sprache wählen

Deutsch

Eine Seite des Bundesministeriums f. Gesundheit

Bundesministerium für Gesundheit
Einfach erklärt
07:34 · 12. April 2021

COVID-19 – Behandlung, Arzneimittel, Langzeitfolgen

In den meisten Fällen einer COVID-19-Infektion kommt es nur zu einem leichten oder moderaten Verlauf. Für die Behandlung schwerer Verläufe gibt es noch keine spezifische Therapie – wohl aber unterstützende Maßnahmen und erste Wirkstoffe.

Unterstützende Maßnahmen gegen COVID-19

Behandlung von COVID-19 bei leichtem Krankheitsverlauf

Die Infektionskrankheit COVID-19 wird durch den Erreger SARS-CoV-2 verursacht. Am besten ist es natürlich, eine Infektion durch eine Impfung präventiv zu vermeiden - in diesem Beitrag erfahren Sie mehr zu den Impfstoffen. Rund 80 Prozent der Infektionen verlaufen mild bis mittelschwer. Erkrankte können sich – idealerweise in Absprache mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt – zu Hause in Isolierung auskurieren. Dabei sollten sie ihr Immunsystem nach Möglichkeit mit viel Ruhe und Schlaf sowie einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Hilfreich ist auch eine überdurchschnittliche Trinkmenge, da der Körper bei Infektionen eher mehr Flüssigkeit als im gesunden Zustand benötigt. 

Behandlung schwerer Verläufe von COVID-19

Rund sieben Prozent der Erkrankten werden aufgrund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus eingewiesen. Das SARS-CoV-2-Virus befällt vor allem die Atemwege und führt in kritischen Fällen zu einer Lungenentzündung (Pneumonie). Schwere Verläufe kündigen sich meist mit Atemnot und Sauerstoffmangel im Blut an. Darüber hinaus können auch andere Organe – zum Beispiel Herz oder Nieren sowie das Nervensystem – befallen werden. 

Die Lunge – das von COVID-19 meistbetroffene Organ

Die Lunge ist von einer COVID-19-Infektion besonders betroffen. Kommt es bei einem kritischen Verlauf zu einer Lungenentzündung, sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge. Die Lunge kann dadurch das Blut nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgen. In vielen Fällen wird eine Sauerstoffzugabe notwendig, etwa über eine Beatmungsmaske oder -haube. Verschlimmert sich der Zustand, muss der Patient auf der Intensivstation künstlich beatmet werden.

Unterstützende Maßnahmen im Krankenhaus

Eine spezifische, gegen das Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht noch nicht zur Verfügung. Das Virus muss durch die körpereigene Abwehr bekämpft werden. Die meisten Behandlungen umfassen unterstützende Maßnahmen wie zum Beispiel Sauerstoffgabe, kreislaufunterstützende Medikamente oder Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ- oder Begleitinfektionen. Ferner werden relevante Grunderkrankungen behandelt. Die Maßnahmen dienen dazu, den Körper der oder des Erkrankten beim Kampf gegen das Virus zu unterstützen und schwere Verläufe möglichst zu mildern. 

In der Entwicklung: Biomedizinische Arzneimittel gegen COVID-19

Verschiede Arzneimittel gegen COVID-19 befinden sich in der Entwicklung, zurzeit laufen über 4.500 Studien mit mehr als 400 Wirkstoffen. Einige Arzneimittel sind bereits zugelassen. Dazu zählen die antiviral wirksamen Monoklonalen Antikörper: Die künstlich hergestellten Antikörper können das Andocken der Viren an Zellen verhindern und unter bestimmten Bedingungen in einem frühen Stadium von COVID-19 eingesetzt werden. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Monoklonale Antikörper als Behandlungsoption. Weitere zugelassene Arzneimittel sind:

Antikörper von Genesenen (Rekonvaleszentenplasma)

  • Rekonvaleszentenplasma ist Blutplasma von Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion erfolgreich überstanden und eine Immunität entwickelt haben – es enthält Antikörper gegen diesen Erreger. Schwer erkrankten Personen werden das Rekonvaleszentenplasma oder daraus gereinigte Antikörper verabreicht. Die Antikörper binden und neutralisieren das Virus und unterstützen dadurch das Immunsystem bei der Infektionsbekämpfung. Den Wirksamkeitsnachweis dieses Ansatzes müssen kontrollierte klinische Studien allerdings erst noch erbringen.

Remdesivir

  • Das als Ebola-Medikament bekannt gewordene Remdesivir ist ein Virostatikum, also ein Wirkstoff, der die Vermehrung von Viren hemmt. Es ist für die Behandlung von COVID-19 zugelassen und soll die Ausbreitung des SARS-Cov-2-Virus bei Erkrankten stoppen sowie die Zeit bis zur Genesung verkürzen. Allerdings konnte Remdesivir in ersten Studien nicht überzeugen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, Remdesivir nicht-bei beatmeten Patienten möglichst frühzeitig einzusetzen. 

Mesenchymale Stammzellen

  • Diese Zellen sind Vorstufen verschiedener Zelltypen und im menschlichen Körper für den Erhalt und die Regeneration unter anderem von Bindegewebe, Knochen und Muskeln zuständig. Sie sollen bei schwer an COVID-19-Erkrankten anti-entzündlich wirken und so Lungengewebe schützen sowie beschädigtes Lungengewebe regenerieren. Ihre Herstellung für die Anwendung am Menschen muss in Deutschland immer unter höchsten Qualitätsstandards (Gute Herstellungspraxis – GMP) erfolgen. 

Dexamethason

  • Das Kortisonpräparat Dexamethason ist entzündungshemmend. Es kommt bei schwer an COVID-19 erkrankten Menschen, die künstlich beatmet werden müssen, zum Einsatz und bremst die oft auftretende überschießende Immunreaktion des Körpers. In Studien konnte Dexamethason die Sterblichkeit bei schweren Verläufen um ein Drittel senken.

Genesung und Langzeitfolgen von COVID-19

Eine Coronavirus-Infektion dauert in leichten Fällen etwa 2-3 Wochen, bei schweren Verläufen kann die akute Krankheitsphase doppelt so lang anhalten. Nach Intensivbehandlungen lassen sich häufig organspezifische Langzeitfolgen beobachten. Manche Erkrankte entwickeln nach der akuten Erkrankung Symptome wie chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit – die sogenannte Fatigue – bis hin zu Luftnot, neurologischen Störungen, plötzlichem Erbrechen oder starkem Schwindel. Dieses Phänomen ist als „Long COVID“ oder auch „Post-COVID-19-Syndrom“ bekannt. Verlässliche, repräsentative Daten zum Anteil der Erkrankten mit Langzeitfolgen liegen noch nicht vor.

„Long Covid“ – nicht nur bei schweren Verläufen

Spätfolgen einer Corona-Infektion betreffen zunehmend mehr Menschen. Manche leiden noch Wochen und Monate unter verschiedenen Symptomen. Mittlerweile haben Forscher neue Erkenntnisse zu „Long Covid“ veröffentlicht. Weitere Informationen zum Thema "Long Covid" finden Sie in diesem Artikel.

Das könnte Sie auch interessieren

Monoklonale Antikörper als Behandlungsoption von COVID-19-Patienten und -Patientinnen

Monoklonale Antikörper (MAK) gelten in bestimmten Fällen als erfolgsversprechendes Arzneimittel gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Das Bundesministerium für Gesundheit hat diese zusätzliche Behandlungsoption frühzeitig zugänglich gemacht.

Mehr erfahren

COVID-19-Impfstoffe – eine logistische Herausforderung

Nicht nur die COVID-19-Impfstoffherstellung und –zulassung sind eine Herausforderung, auch die Logistik ist komplex. Welche Schritte der Impfstoff durchläuft, bis er im Impfzentrum zum Einsatz kommt, erklären wir Ihnen hier.

Mehr erfahren

So sicher sind die Impfstoffe gegen Corona

Innerhalb weniger Monate haben verschiedene Biotechnologieunternehmen weltweit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickelt. Wie sie wirken und wie die Zulassung funktioniert, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Mehr erfahren