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Corona-Wissen
13:39 · 1. Juni 2021

Kontakte mit älteren Menschen in der Coronavirus-Pandemie gestalten

Aufgrund hoher Fallzahlen gibt es weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen. Gerade ältere Menschen sowie Risikopatientinnen und -patienten sollten nun besonders vorsichtig sein und sich schützen.

Schützen Sie Ihre Großeltern durch Abstand /

Für ältere Menschen sowie Risikopatientinnen und -patienten ist große Vorsicht geboten und Kontakte sollten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Viele Familien haben sich mit der Situation arrangiert. Sie halten mit regelmäßigen Telefonaten oder Videogesprächen Kontakt und schicken sich vielleicht auch mal wieder einen Brief oder eine Postkarte. 

Eine wichtiges Werkzeug  zur Bekämpfung der Pandemie ist die Corona-Schutzimpfung, die für ältere Menschen und Risikopatientinnen und -patienten priorisiert angeboten wird.

Warum ältere Menschen zur Risikogruppe gehören, wie man sie bestmöglich schützen kann und welche Chance die Corona-Schutzimpfung bietet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Während der Coronavirus-Pandemie Freunde, Kinder und Enkelkindertreffen?

Bei vielen älteren Menschen taucht jetzt die Frage auf: Darf ich Freundinnen und Freunde, meine Kinder oder meine Enkelkinder persönlich treffen? Wie stark muss ich meine persönlichen Kontakte in der jetzigen Situation begrenzen? Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten.  

Ältere Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe

Alle Menschen können sich mit dem Coronavirus infizieren. Einige Bevölkerungsgruppen haben aber ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Verlauf der Krankheit COVID-19. Schon seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Deutschland ist bekannt, dass grundsätzlich alle Menschen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Dazu zählen ältere Menschen, denn das Immunsystem ist im Alter nicht mehr so stark wie in jüngeren Jahren. Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Rund 89 Prozent der Menschen, die an COVID-19 gestorben sind, waren 70 Jahre oder älter, hat das Robert Koch-Institut errechnet. 

Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Infektionsrisiko

Hinzu kommt, dass ein gesundes Immunsystem mit Symptomen wie Fieber auf eine Infektion reagiert. In höherem Alter können diese Symptome schwächer oder gar nicht auftreten, wodurch Erkrankte in einigen Fällen erst spät zum Arzt gehen. Auch eine späte Diagnosestellung kann zu einem schweren Verlauf der Krankheit beitragen. Seit Beginn der Pandemie wird älteren Menschen daher geraten, ihre Kontakte möglichst auf ein Minimum zu reduzieren und sich nicht mit Kindern oder Enkeln zu treffen. Grundsätzlich gilt noch immer: Je weniger Menschen man begegnet, desto geringer ist das Infektionsrisiko. 

Schutz für ältere Menschen durch die Corona-Schutzimpfung

Die beste Möglichkeit, sich vor einem schweren, schwersten oder sogar tödlichen COVID-19-Verlauf zu schützen, ist die Corona-Schutzimpfung. Wer am stärksten gefährdet ist, wird in der nationalen Impfreihenfolge priorisiert. Dazu gehören auch ältere Menschen. Bereits seit dem Impfstart im Dezember 2020 werden mit höchster Priorität Personen über 80 und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft. Informieren Sie sich in unserem Artikel "Informationen zu Impfgruppen und Terminvergabe in den Bundesländern", zu welcher Prioritätengruppe Sie gehören. Im Artikel finden Sie auch Informationen, wie Sie selbst einen persönlichen Impftermin vereinbaren können.

Vorerkrankungen und andere Risikofaktoren

Das Risiko einer schweren Erkrankung ist nicht nur bei älteren Menschen erhöht, sondern auch in den folgenden Fällen

  • Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck),
  • Vorerkrankungen der Lunge (z. B. Asthma, COPD), 
  • Lebererkrankungen, Zuckerkrankheit oder Krebs, 
  • ein durch Medikamente (z. B. Cortison) geschwächtes Immunsystem, 
  • starkes Übergewicht, 
  • durch Rauchen belastete Lungen. 

Viele Aspekte der Erkrankung sind aufgrund der Neuartigkeit des Coronavirus noch nicht ausreichend erforscht. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass sich verschiedene Risikofaktoren gegenseitig verstärken. Das heißt, dass ältere Personen mit Vorerkrankungen und anderen Risikofaktoren ein besonders hohes Risiko auf einen schweren Verlauf haben. Diese Menschen sollten ganz besonders darauf achten, dass sie sich nicht mit dem Coronavirus infizieren. 

AHA-Formel gilt auch für Ältere

Alle Menschen, aber insbesondere diejenigen, die zu einer Risikogruppe gehören, sollten die AHA‑Formel beachten, die sich aus Abstand, Hygiene und Alltag mit Maske zusammensetzt: 

  • Abstand halten: Unterwegs, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park achten wir auf 1,5 Meter Mindestabstand zu unseren Mitmenschen.
  • Hygiene beachten: Wir befolgen die Hygieneregeln in Bezug auf Niesen, Husten und Händewaschen.
  • Alltag mit Maske: Dringend empfohlen wird das Tragen von Masken an Orten, an denen es schwer werden kann, den Mindestabstand zu anderen immer einzuhalten. Zum Schutz von umstehenden Personen haben die Bundesländer Vorschriften für das Tragen sogenannter OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2 oder KN95/N95 im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf erlassen. Bitte beachten Sie die Regelungen an Ihrem Ort. Wer eine Maske trägt sollte dennoch darauf achten, Abstand zu anderen Menschen zu halten. 

Da sich Coronaviren auch über Aerosole (also Gemischen aus Gasen und feinsten flüssigen und festen Schwebstoffen, die beim Sprechen entstehen und beim Ausatmen in die Umwelt gelangen) verbreiten können, sollte auch auf eine gute Belüftung in Innenräumen geachtet werden. Der Luftaustausch verringert das Risiko einer Ansteckung. So ergibt sich die AHA+L-Formel, wobei das L für Lüften steht.  

Unnötige Wege vermeiden: COVID-19 ist überall präsent

Um das Risiko einer Infektion möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, möglichst wenig unter Menschen zu gehen. Nehmen Sie für den Einkauf von Lebensmitteln Bring- und Lieferangebote von Supermärkten, Familie und/oder Nachbarn in Anspruch. Auch den Gang zur Apotheke kann man sich häufig sparen, da Apotheken einen für Kundinnen und Kunden kostenlosen Lieferservice anbieten. Arztbesuche sollte man aber nicht unterlassen, wenn man Krankheitszeichen an sich bemerkt. Denn auch wenn COVID-19 derzeit überall präsent ist – es gibt auch andere Gefahren für die Gesundheit und die können sich verschlimmern, wenn man die Symptome zunächst ignoriert

Was man für seine Gesundheit generell tun kann

Gesundheitsexpertinnen und -experten empfehlen auch in der Zeit der Coronavirus-Pandemie grundsätzlich all das, von dem wir schon immer wussten, dass es gut für uns ist. Besonders jetzt ist die Zeit, sich wirklich daran zu halten: nicht Rauchen, Alkohol nur in Maßen trinken, Sport und Fitness im Rahmen der Möglichkeiten und auf eine gesunde Ernährung achten. Auch soziale Kontakte, im Rahmen der Möglichkeiten, tragen zum Wohlbefinden bei. 

Wie Besuche in Heimen geregelt sind

In Pflegeheimen mussten viele ältere Menschen über Wochen auf Besuch verzichten. Mittlerweile sind Besuche wieder möglich, jedoch nur, wenn besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Allerdings ist dies auf eine Kontaktperson beschränkt, die regelmäßig wiederkehren darf. Die Länder werden zudem eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen anordnen. In Regionen mit erhöhter Inzidenz soll der Nachweis eines aktuellen negativen Corona-Tests für die Besucherinnen und Besucher verbindlich werden. 

Ansteckungsrisiken minimieren

So wurden z. B. in vielen Heimen an den Tischen der Besuchszimmer Plexiglasscheiben installiert, um eine Tröpfcheninfektion zu unterbinden. Auch Spaziergänge sind in vielen Fällen erlaubt, da das Ansteckungsrisiko unter freiem Himmel geringer ist als in geschlossenen Räumen. Doch auch hier muss auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden. Zudem gilt in vielen Heimen bei Besuchen eine generelle Maskenpflicht für beide Seiten. Empfohlen werden auch hier sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards FFP2 oder KN95/N95. Das sind Vorsichtsmaßnahmen, an denen sich grundsätzlich auch orientieren kann, wer über private Treffen nachdenkt.  

Wie schützen wir Oma und Opa vor Corona?

Grundsätzlich können sich auch Familien mit den Großeltern verabreden, sofern entsprechende Schutzmaßnahmen beachtet werden. Doch je mehr Besucherinnen und Besucher empfangen werden, desto größer das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Auch wenn man an sich selbst keine Symptome bemerkt, kann man sich unwissentlich infiziert haben. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über mögliche Risiken, wenn Sie über ein Treffen nachdenken.

Corona-Schnelltest und beschränkte Personenzahl bei privaten Zusammenkünften

Schnelltests können zusätzliche Sicherheit geben und helfen, die Risiken einer Infektion zu senken. Lassen Sie sich unmittelbar vor einem anstehenden Treffen testen. Seit dem 8. März übernimmt der Bund die Kosten für ein regelmäßiges kostenloses Testangebot. Beachten Sie trotzdem, dass das Ergebnis keine vollständige Sicherheit bietet und nur eine Momentaufnahme darstellt.

Beachten Sie auch die geltenden Corona-Regelungen, in denen unter anderem festgelegt ist, wie viele Personen sich privat treffen dürfen. Eine Übersicht finden Sie hier.

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