Bundesministerium für Gesundheit

Schwangerschaft und Geburt

Schwangere und Neugeborene gehören in Bezug auf COVID-19 nicht zur besonders gefährdeten Risikogruppe. Vorsichtsmaßnahmen sind dennoch geboten.

Besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr während der Schwangerschaft?

Schwangere haben nach bisherigen Erkenntnissen kein erhöhtes Ansteckungsrisiko – im Vergleich zu Nicht-Schwangeren allerdings häufiger einen schweren Infektionsverlauf. 

Zu den Risikofaktoren für einen schwereren COVID-19-Verlauf zählen ein höheres Alter der Mutter, starkes Übergewicht, Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes. Schwangere sollten sich daher besonders stark an die Verhaltensregeln halten, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch sowie gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen. Zudem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel die Corona-Schutzimpfung beziehungsweise die Booster-Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer.

Weitere Informationen und Wissenswertes für Schwangere in der Corona-Pandemie finden Sie in diesem Artikel.

Stand: 03.01.2021 

Können sich Säuglinge oder Kinder im Mutterleib mit dem Coronavirus infizieren?

Eine Übertragung von der Mutter auf ihr Neugeborenes, auch bereits im Mutterleib, kann nicht ausgeschlossen werden. In den meisten Fällen zeigen die Kinder, deren Mütter positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Bislang sind nur einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beschrieben, die möglicherweise Folge einer Infektion im Mutterleib sind. Werdende Mütter sollten sich jedoch vor einer Infektion so gut wie möglich schützen und die Verhaltensregeln beachten, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand einhalten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten und Niesen, gründliches Händewaschen) und – da wo es eng wird – im Alltag eine Maske tragen.

Seit dem 17. September 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) darüber hinaus die Corona-Schutzimpfung generell auch für Schwangere und Stillende (mehr dazu hier). 

Ist eine Mutter infiziert, ist jedoch eine Übertragung auf das Neugeborene über engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. Einen Artikel mit weiteren Informationen zu Schwangerschaft und dem Coronavirus finden Sie hier.

Stand: 28.01.2022

Sollten sich Schwangere gegen COVID-19 impfen lassen?

Ja. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung generell für Schwangere und Stillende. Nach einer systemischen Aufarbeitung neu verfügbarer Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden, bewertete die STIKO die COVID-19-Impfung für Schwangere und Stillende als sicher und wirksam. Noch ungeimpften Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer im Abstand von drei bis sechs Wochen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden.

Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel

Stand: 22.12.2021

Muss ich alleine in den Kreißsaal?

Trotz aktueller Zugangsbeschränkungen in den Krankenhäusern dürfen werdende Mütter in der Regel eine Begleitperson mit in den Kreißsaal nehmen. Auch in den ersten Stunden nach der Geburt darf eine Begleitperson bei der Mutter bleiben. Auf der Wöchnerinnenstation sind Besucherinnen und Besucher in den meisten Krankenhäusern im eingeschränkten Rahmen erlaubt. Voraussetzung hierfür ist die Einhaltung der 3G-Regel. Je nach Region können die Bestimmungen jedoch unterschiedlich sein, bitte beachten Sie die Regelungen an Ihrem Ort.

Stand: 28.01.2022

Welche Unterstützung erhalte ich als Schwangere oder junge Mutter während der Coronavirus-Pandemie?

Das kosten- und barrierefreie Hilfetelefon "Schwangere in Not" unter der Nummer 0800 40 40 020 ist eine erste Anlaufstelle für Frauen, die über qualifizierte Beraterinnen und Berater Hilfe in örtlichen Schwangerschaftsberatungsstellen suchen. Dort werden auch fremdsprachige Beratungen angeboten. Informationen über finanzielle Unterstützungen und Mutterschaftsleistungen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Stand: 15.12.2021

Beeinflusst die Corona-Schutzimpfung den weiblichen Zyklus?

Gemeldet wurden unter anderem Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten (veröffentlicht im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts, Seite 26). Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen bewertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Anzahl der Meldungen als "nicht ungewöhnlich hoch", wenngleich davon auszugehen ist, dass einige, insbesondere vorübergehende Zyklusstörungen, nicht berichtet werden. Es ist somit nicht abschließend geklärt, ob die Corona-Schutzimpfung einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus hat. Ein möglicher Zusammenhang wird weiter untersucht.

Zyklusstörungen nach einer Impfung müssen nicht zwangsläufig auf den verabreichten Impfstoff zurückzuführen sein. Typische Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit oder Muskelschmerzen bedeuten Stress für den Körper. Und Stress ist ein häufiger Auslöser für Zyklusstörungen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Impfung das Immunsystem dazu stimuliert, Signalstoffe auszuschütten, die wiederum im ganzen Körper Immunzellen aktivieren. In der Gebärmutterschleimhaut befinden sich viele Immunzellen, sodass auch sie stimuliert werden und es so zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Zyklus kommen könnte.

Ein gestörter Zyklus pendelt sich in der Regel wieder von allein ein. Wenn die Unregelmäßigkeiten allerdings länger als drei Monate nach der Impfung anhalten, sollte dies ärztlich überprüft werden. Betroffene Personen können Zyklusstörungen als mögliche Impfkomplikation unter nebenwirkungen.bund melden.

Stand: 25.01.2022

Führt die Impfung zur Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Vor der Zulassung der Impfstoffe werden diese umfangreich geprüft. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden könnten. 

In sozialen Medien kursierte, dass eine Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen könne, weil sich Spikeproteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln. Daraus wurde geschlussfolgert: Bildet der Körper der Geimpften nach der Impfung Antikörper gegen das Spikeprotein des Coronavirus, richten sich diese auch gegen das Syncytin-1-Protein und beeinträchtigen somit die Bildung einer Plazenta. Da die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen aber so minimal ist, kann eine Kreuzreaktion des COVID-19-Impfstoffs ausgeschlossen werden. Selbst wenn sich Corona-Antikörper tatsächlich gegen das Syncytin-1-Protein richten könnten, hätte dies bei einer COVID-19-Erkrankungen durch die Antikörperbildung zu erhöhten Zahlen an Fehlgeburten oder Komplikationen führen müssen – dies ist aber nicht der Fall. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung generell für Schwangere und Stillende. Nach einer systemischen Aufarbeitung umfangreicher Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft und der Effektivität und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden, bewertete die STIKO die COVID-19-Impfung für Schwangere und Stillende als sicher und wirksam. Auch Frauen mit potentiellem Kinderwunsch empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung ausdrücklich, damit bereits vor Eintritt der Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor einer Erkrankung besteht.   

Mehr zum Thema Corona-Schutzimpfung und Unfruchtbarkeit lesen Sie in diesem Artikel

Stand: 02.12.2021

Führt die COVID-19-Impfung zur Unfruchtbarkeit bei Männern?

In den umfangreichen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es keine Hinweise auf das Auftreten von weiblicher oder männlicher Unfruchtbarkeit. Die Behauptung, die Corona-Schutzimpfung löse Unfruchtbarkeit aus, ist falsch. Für jede Arzneimittelzulassung in Europa sind bereits in der präklinischen Phase Untersuchungen erforderlich, die bestmöglich Sicherheit geben, um Schäden an Fortpflanzungsorganen oder die Beeinträchtigung der Fortpflanzung auszuschließen. Die tierexperimentellen Studien haben auch bei den COVID-19-Impfstoffen keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen im Hinblick auf die Fruchtbarkeit ergeben.

Studienergebnisse aus den USA, die in der Zeitschrift JAMA veröffentlicht wurden (doi:10.1001/jama.2021.9976) zeigen, dass die Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoffen keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Männern hat. In der Studie wurden die Samenproben von 45 gesunden Männern im Alter von 18 bis 50 Jahren vor und nach der COVID-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna untersucht. In der Analyse der Proben wurden das Spermavolumen, die Spermienkonzentration sowie die Gesamtzahl beweglicher Spermien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass weder die Spermienzahl noch die Spermienqualität durch die Impfung verringert wurden.

Stand: 25.01.2022