Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
08:51 · 8. Dezember 2021

Alltag mit Maske: Wie FFP2-Masken vor dem Coronavirus schützen

Masken schützen uns und unsere Mitmenschen vor einer Corona-Infektion. An vielen Orten ist das Tragen von FFP2- und anderen Masken mit medizinischer Schutzwirkung aktuell die Regel. Was wir jetzt über sie wissen müssen, erfahren Sie hier.

FFP2-Masken schützen uns alle

Masken tragen dazu bei, dass sich Viren nicht so stark verbreiten

Die Maske ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum festen Bestandteil unseres
Alltags geworden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist neben der Tröpfcheninfektion der Hauptübertragungsweg des Coronavirus die Infektion über Aerosole. Das bedeutet: Beim Husten oder Niesen geben infizierte Personen feine Tröpfchen an die Umwelt ab, die Virenpartikel in sich tragen. Geraten diese über die Luft an Schleimhäute eines anderen Menschen, kann dieser sich infizieren. Trägt ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch eine Maske, wird ein Teil der Tröpfchen zurückgehalten und kann sich daher nicht so stark verbreiten wie ohne Schutz. Größere Tröpfchen fallen relativ rasch zu Boden und das Infektionsrisiko sinkt mit zunehmendem Abstand. Daher sollte zur Vermeidung einer Tröpfcheninfektion der Abstand von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden.

Neue Studie belegt: Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus sinkt beim Tragen einer medizinischen Maske erheblich

Eine detaillierte Studie aus Göttingen weist das maximale Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus für verschiedene Szenarien mit und ohne Masken aus. Fest steht: Selbst ein Abstand von drei Metern zu einer infektiösen Person führt mit einer 100-prozentigen Sicherheit zu einer Infektion mit dem Coronavirus. Dieses Risiko wird durch das Tragen einer medizinischen Maske, zum Beispiel einer OP- oder vor allem einer FFP2-Maske, erheblich reduziert. Die Studie stellt verschiedenen Szenarien bei unterschiedlichen Tragweisen medizinischer Masken dar:

  • Szenario 1: Eine infizierte und eine nicht infizierte Person tragen jeweils eine gut sitzende FFP2-Maske – das Ansteckungsrisiko beträgt nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz kaum mehr als ein Tausendstel.

  • Szenario 2: Eine infizierte und eine nicht infizierte Person tragen jeweils eine schlecht sitzende FFP2-Maske – die Infektionswahrscheinlichkeit steigt auf etwa vier Prozent.

  • Szenario 3: Eine infizierte und eine nicht infizierte Person tragen jeweils eine gut angepasste OP-Maske – die Ansteckungswahrscheinlichkeit innerhalb von 20 Minuten liegt bei höchstens zehn Prozent.

Mehr zu der Studie erfahren Sie hier. In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt aktuell eine Maskenpflicht. Achten Sie beim Tragen einer Maske auf einen guten Sitz. Sie schützen damit sich und Ihre Mitmenschen vor dem Coronavirus und einer möglichen Erkrankung an COVID-19.

Gefahr durch Aerosole

Aerosole sind kleinste Tröpfchen, die auch schon durch Flüstern und Sprechen, insbesondere aber auch beim lauten Sprechen, Schreien oder Singen in die Umgebung abgegeben werden. Aerosole fallen bei weitem nicht so rasch zu Boden wie Tröpfchen und je nach Größe können sie sich über Stunden in der Raumluft aufhalten und verteilen. Das Infektionsrisiko besteht hier also nicht nur, wenn man aus der Nähe angehustet wird oder jemand in kurzem Abstand niest. Daher sollte durch Lüften die Raumluft regelmäßig ausgetauscht werden.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Während zu Anfang der Corona-Pandemie vor allem Stoffmasken getragen wurden, sehen wir jetzt vorwiegend medizinische Masken, wie beispielsweise OP-Masken oder partikelfiltrierende Masken (z.B. FFP2-Masken) in Geschäften, Bussen und Bahnen oder auch am Arbeitsplatz. OP-, FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken haben eine größere Schutzwirkung als Alltagsmasken. Gerade FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken bieten bei dichtem Sitz neben dem Schutz vor einer Tröpfcheninfektion auch einen sehr guten Schutz vor Aerosolen.

Schon seit Anfang 2021 ist das Tragen von OP-, FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken auch im Alltag vielerorts verpflichtend. Insbesondere in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden können und mehrere Menschen für längere Zeit treffen, bieten OP-Masken und Masken des Standards FFP2 sowie KN95/N95 einen erhöhten Schutz vor einer Infektion. Vor dem Hintergrund des jeweiligen Infektionsgeschehens entscheiden die Bundesländer in eigener Verantwortung  über die genauen Regelungen, an welchen Orten welche medizinische Maske getragen werden muss. Einen Überblick über verschiedene Maskenarten und Informationen über die Nutzung einer Maske im Alltag finden Sie hier: Übersicht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Masken weiterhin zentrales Element der Pandemiebekämpfung

Die AHA+L-Formel – also Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen sowie regelmäßig lüften – bleibt gültig, solange die Pandemie nicht unter Kontrolle ist. Um sich und andere zu schützen, empfiehlt das RKI trotz großer Impffortschritte auch weiterhin das Tragen einer Maske in bestimmten Situationen. Denn auch bei Geimpften und Genesenen besteht ein Restrisiko, sich selbst und andere anzustecken. Wenn daher in der Öffentlichkeit viele Menschen zusammenkommen, wie beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder wenn im privaten Bereich Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen besteht, sollten alle weiterhin vorsichtig bleiben. In Situationen, in denen nicht auszuschließen ist, dass empfängliche Personen (z. B. nicht oder nicht vollständig Geimpfte oder Personen mit einem Risiko für einen schlechteren Impfschutz) anwesend sind, ist das generelle Tragen von Masken durch alle Personen notwendig. 

Aufgrund des geringeren Infektionsrisikos ist das Maskentragen in Außenbereichen in der Regel nur in bestimmten Situationen sinnvoll, z. B. wenn der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, längere Gespräche und gesichtsnahe Kontakte erfolgen, oder in unübersichtlichen Situationen mit Menschenansammlungen.

Was macht eine FFP2-Maske aus und wie erkenne ich sie?

FFP-Masken schützen die oder den Maskentragenden vor allem vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Das FFP steht im Englischen für „Filtering Face Piece“. Im Deutschen spricht man auch von partikelfiltrierenden Halbmasken. Die FFP2-Maske als ursprünglich professionelle Schutzmaske ist aus dem Handwerk auch als „Staubschutzmaske“ bekannt. Sie ist meistens weiß, oft kuppelförmig oder faltbar und kann mit oder ohne ein Ausatemventil ausgestattet sein. Was FFP-Masken voneinander unterscheidet und ihre Kennzeichnung beeinflusst, ist vor allem ihre jeweilige Filterleistung.

 

Maskentypen und Schutzvisiere im Vergleich


Schützt die Maske gegen Aerosole?

Alle FFP-Masken müssen geprüft werden und eine unterschiedliche Anzahl an Testaerosolen filtern. FFP1-Masken müssen mindestens 80% der Testaerosole filtern, FFP2-Masken mindestens 94 % und FFP3-Masken 99 %. Die Prüfung erfolgt anhand der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 mit Aerosolen und stellt klar, dass die FFP-Masken auf dem Markt technische Normen einhalten und nachweislich vor Aerosolen schützen. Das CE-Kennzeichen zeigt an, dass die FFP-Masken ein erfolgreiches Nachweisverfahren durchlaufen haben und wird auf der Oberfläche der Maske aufgedruckt.

Die Schutzwirkung der guten Filterleistung einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung kann nur dann ausgenutzt werden, wenn die Maske über den gesamten Rand dicht dem Gesicht anliegt.

Eine Maske erinnert daran, sich nicht ins Gesicht zu fassen

Ein weiterer möglicher Übertragungsweg des Coronavirus ist die Schmierinfektion. Das Virus gelangt beispielsweise von einem Infizierten auf eine Türklinke und von da an die Hand eines Menschen, der noch nicht infiziert ist. Fasst sich die oder der Betroffene mit der Hand unbewusst an Mund oder Nase, kann das Virus über die Schleimhäute aufgenommen werden. Auch in diesem Fall könnte eine Maske die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringern – dadurch, dass er Trägerin oder Träger daran erinnert, sich nicht mit der Hand ins Gesicht zu fassen.

Nützt mir ein Ausatemventil beim Schutz gegen Corona?

FFP2-Masken dienen im Gegensatz zu Alltagsmasken neben dem Fremdschutz auch dem Selbstschutz. Masken mit Ausatemventil weisen allerdings einen wesentlich geringeren Fremdschutz auf als Masken ohne Ausatemventil. Ausgeatmete Aerosole werden durch das Ventil nämlich nicht durch das Filtermaterial abgefangen, sondern lediglich in einem gewissen Umfang durch das Ventil gebremst und verwirbelt. So wird der Eigenschutz vor einer Infektion zwar sichergestellt, jedoch nicht der des Umfeldes, das den Aerosolen der Maskenträgerin oder des Maskenträgers bei einer Maske mit Ventil weiterhin ausgesetzt ist.

Die richtige Handhabung einer FFP2-Maske

Um die Filterleistung der FFP2-Masken zu gewährleisten, ist ein korrekter Sitz am Gesicht wichtig. Die folgenden Tipps stellen die richtige Verwendung der Masken sicher:

  • Die Maske muss über Mund, Nase und Wangen sitzen. Die Ränder der Maske müssen dabei eng anliegen, sodass möglichst wenig Luft an der Maske vorbeigelangt. 
  • Gut zu wissen: Die Schutzwirkung vor Aerosolen ist bei Bartträgern geringer.
  • Vermeiden Sie es, die Maske während des Gebrauchs anzufassen (dies gilt für alle Masken). Beim Abnehmen der Maske fassen Sie bitte möglichst immer nur die Bänder der Maske an.
  • Waschen Sie sich nach dem Absetzen der Maske gründlich die Hände (Tipps zum richtigen Händewaschen finden Sie hier).
  • Die AHA+L-Formel gilt weiterhin: Auch beim Tragen einer FFP2-Maske halten Sie bitte den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen ein und achten Sie auf die Hygieneregeln wie richtiges Husten oder Niesen und gründliches Händewaschen sowie regelmäßiges Lüften in Innenräumen.
  • Wechseln Sie Ihre FFP2-Masken bitte regelmäßig. Insgesamt beläuft sich die Gesamttragedauer einer Maske auf ca. acht Stunden.

Weitere Tipps und Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Medizinische Masken, wie beispielsweise OP-Masken, eignen sich auch für Kinder, hier ist ein guter Sitz und die richtige Handhabung  besonders wichtig.

Kann ich FFP2-Masken wiederverwenden?

Im professionellen Bereich sind FFP2-Masken Wegwerfprodukte. Grund dafür ist, dass geschultes Personal (etwa im medizinischen oder handwerklichen Bereich) oft einem erhöhten Übertragungsrisiko ausgesetzt ist. Im Alltag sind wir in der Regel allerdings einer geringeren Belastung durch Erreger ausgesetzt. Viele Personen entscheiden sich deshalb im privaten Bereich, FFP2-Masken nicht, wie vorgesehen nach einmaligem Gebrauch zu verwerfen, sondern sie wiederholt zu tragen. Das BfArM weist, basierend auf entsprechenden Forschungsergebnissen der Fachhochschule Münster, darauf hin, dass Personen, die sich privat für eine Wiederverwendung von FFP2-Masken entscheiden, diese zum Trocknen aufhängen sollten (tragen Sie bitte in der Zwischenzeit eine andere Maske). Nach sieben Tagen hat sich die Menge infektiöser Coronaviren auf einer Maske verringert und kann nach diesem Zeitraum somit wiederverwendet werden. Die Filterleistung der Mund-Nasen-Bedeckung wird dadurch nach aktuellem Kenntnisstand nicht schlechter. Weitere Infos zu Verfahren der risikoarmen Desinfektion von FFP2-Masken erhalten Sie hier:


Prof. Dr. Broich erklärt: Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

Das könnte Sie auch interessieren