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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
09:50 · 25. Juni 2021

Alltag mit Maske: FFP2-Masken für Fremd- und Selbstschutz

Masken schützen uns und unsere Mitmenschen vor einer Corona-Infektion. Im öffentlichen Raum ist das Tragen von FFP2- und anderen Masken mit medizinischer Schutzwirkung aktuelle Norm. Was wir jetzt über sie wissen müssen, erfahren Sie hier.

FFP2-Masken schützen uns alle

Masken tragen dazu bei, dass sich Viren nicht so stark verbreiten

Die Maske ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Laut dem Robert Koch-Institut ist neben der Tröpfcheninfektion der Hauptübertragungsweg des Coronavirus die Infektion über Aersole. Das bedeutet: Beim Husten oder Niesen geben infizierte Personen feine Tröpfchen an die Umwelt ab, die Virenpartikel in sich tragen. Geraten diese über die Luft an Schleimhäute eines anderen Menschen, kann dieser sich infizieren. Trägt ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch eine Mund-Nasen-Bedeckung, wird ein Teil der Tröpfchen zurückgehalten und kann sich daher nicht so stark verbreiten wie ohne Schutz. Größere Tröpfchen fallen relativ rasch zu Boden und das Infektionsrisiko sinkt mit zunehmendem Abstand. Daher sollte zur Vermeidung einer Tröpfcheninfektion der Abstand von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden.

Aerosole sind kleinste Tröpfchen, die auch schon durch Flüstern und Sprechen, insbesondere aber auch beim lauten Sprechen, Schreien oder Singen in die Umgebung abgegeben werden. Aerosole fallen bei weitem nicht so rasch zu Boden wie Tröpfchen und je nach Größe können sie sich über Stunden in der Raumluft aufhalten und verteilen. Das Infektionsrisiko besteht hier also nicht nur, wenn man aus der Nähe angehustet wird oder jemand in kurzem Abstand niest. Daher sollte durch Lüften die Raumluft regelmäßig ausgetauscht werden.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Während zu Anfang der Corona-Pandemie vor allem Stoffmasken getragen wurden, sehen wir jetzt vorwiegend medizinische Masken, wie beispielsweise OP-Masken oder partikelfiltrierende Masken (z.B. FFP2-Masken) in Geschäften, Bussen und Bahnen oder auch am Arbeitsplatz. OP-, FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken haben dabei eine größere Schutzwirkung als Alltagsmasken und waren bislang dem medizinischen und pflegerischen Personal sowie Risikopatientinnen und -patienten vorbehalten. Gerade FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken bieten bei dichtem Sitz neben dem Schutz vor einer Tröpfcheninfektion auch einen sehr guten Schutz vor Aerosolen.

Mittlerweile werden OP-, FFP2-, FFP3- und KN95/N95-Masken aber auch im Alltag empfohlen und das Tragen ist vielerorts verpflichtend. Insbesondere in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden können und mehrere Menschen für längere Zeit zusammentreffen, verschaffen OP-Masken und Masken des Standards FFP2 sowie KN95/K95 einen erhöhten Schutz vor einer Infektion, die herkömmliche Alltagsmasken nicht bieten können. Die Bundesländer entscheiden in eigener Verantwortung, vor dem Hintergrund des jeweiligen Infektionsgeschehens, über die genauen Regelungen an welchen Orten die Verpflichtung zum Tragen welcher medizinischen Maske gilt. Die Mund-Nasen-Bedeckungen unterscheiden sich von Alltagsmasken in ihrer Handhabung, Verwendung und ihrem Zweck. Einen Überblick über verschiedene Maskenarten und Informationen über die Nutzung einer Maske im Alltag finden Sie hier: Übersicht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Was macht eine FFP2-Maske aus und wie erkenne ich sie?

FFP-Masken schützen die oder den Maskentragenden vor allem vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Das FFP steht im Englischen für „Filtering Face Piece“. Im Deutschen spricht man auch von partikelfiltrierenden Halbmasken. Die FFP2-Maske als ursprünglich professionelle Schutzmaske ist aus dem Handwerk auch als „Staubschutzmaske“ bekannt. Sie ist meistens weiß, oft kuppelförmig oder faltbar und kann mit oder ohne ein Ausatemventil ausgestattet sein. Was FFP-Masken voneinander unterscheidet und ihre Kennzeichnung beeinflusst ist vor allem ihre jeweilige Filterleistung.

Maskentypen und Schutzvisiere im Vergleich

Schützt die Maske gegen Aerosole?

Alle FFP-Masken müssen geprüft werden und eine unterschiedliche Anzahl an Testaerosolen filtern. FFP1-Masken müssen mindestens 80% der Testaerosole filtern, FFP2-Masken mindestens 94 % und FFP3-Masken 99 %. Die Prüfung erfolgt anhand der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 mit Aerosolen und stellt klar, dass die FFP-Masken auf dem Markt technische Normen einhalten und nachweislich vor Aerosolen schützen. Das CE-Kennzeichen zeigt an, dass die FFP-Masken ein erfolgreiches Nachweisverfahren durchlaufen haben und wird auf der Oberfläche der Maske aufgedruckt.

Die Schutzwirkung der guten Filterleistung einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung kann nur dann ausgenutzt werden, wenn die Maske über den gesamten Rand dicht dem Gesicht anliegt.

Eine Maske erinnert daran, sich nicht ins Gesicht zu fassen

Ein weiterer möglicher Übertragungsweg des Coronavirus ist die Schmierinfektion. Das Virus gelangt beispielsweise von einem Infizierten auf eine Türklinke und von da an die Hand eines Menschen, der noch nicht infiziert ist. Fasst sich die oder der Betroffene mit der Hand unbewusst an Mund oder Nase, kann das Virus über die Schleimhäute aufgenommen werden. Auch in diesem Fall könnte eine Maske die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringern – dadurch, dass er Trägerin oder Träger daran erinnert, sich nicht mit der Hand ins Gesicht zu fassen.

Nützt mir ein Ausatemventil beim Schutz gegen Corona?

FFP2-Masken dienen im Gegensatz zu Alltagsmasken neben dem Fremdschutz auch dem Selbstschutz. Masken mit Ausatemventil weisen allerdings einen wesentlich geringeren Fremdschutz auf als Masken ohne Ausatemventil. Ausgeatmete Aerosole werden durch das Ventil nämlich nicht durch das Filtermaterial abgefangen, sondern lediglich in einem gewissen Umfang durch das Ventil gebremst und verwirbelt. So wird der Eigenschutz vor einer Infektion zwar sichergestellt, jedoch nicht der des Umfeldes, das den Aerosolen der Maskenträgerin oder des Maskenträgers bei einer Maske mit Ventil weiterhin ausgesetzt ist.

Die richtige Handhabung einer FFP2-Maske

Da FFP2-Masken in der Vergangenheit vor allem in bestimmten Berufen verwendet wurden, weist das Robert Koch-Institut wie auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) darauf hin, dass Laien die korrekte Handhabung und den Dichtsitz der Masken beachten müssen. Um die Filterleistung der FFP2-Masken zu gewährleisten, ist ein korrekter dichter Sitz am Gesicht wichtig. Die folgenden Tipps stellen die richtige Verwendung der Masken sicher:

  • Die Maske muss über Mund, Nase und Wangen sitzen. Die Ränder der Maske müssen dabei eng anliegen, sodass keine Luftströme an der Maske vorbei gehen. Achten Sie bei der ersten Verwendung einer neuen FFP2-Maske darauf, dass die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu beeinträchtigen.
  • Bartträger sollten wissen, dass der Bart einen Dichtsitz der FFP2-Maske behindert. Daher ist deren Schutzwirkung vor Aerosolen bei Bartträgern geringer.
  • Vermeiden Sie es, die Maske während des Gebrauchs anzufassen (dies gilt auch für Alltagsmasken und andere Maskenarten).
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte nach dem Gebrauch abgenommen und gewechselt werden. Beim Abnehmen der Maske fassen Sie bitte möglichst immer nur die Bänder der Maske an.
  • Waschen Sie sich nach dem Absetzen der Maske gründlich die Hände (Tipps zum richtigen Händewaschen finden Sie hier).
  • Denken Sie an die Verhaltensregeln. Die AHA+L-Formel gilt weiterhin: Auch beim Tragen einer FFP2-Maske oder anderen medizinischen Masken müssen wir auf den Abstand zwischen unseren Mitmenschen achten. Halten Sie bitte stets den Mindestabstand von 1,5 Metern ein und achten Sie auf die Hygieneregeln wie richtiges Husten oder Niesen (z.B. in ein Einwegtaschentuch) und gründliches Händewaschen sowie regelmäßiges Lüften in Innenräumen.
  • Wechseln Sie Ihre FFP2-Masken bitte regelmäßig. Insgesamt beläuft sich die Gesamttragedauer einer Maske auf ca. acht Stunden.
  • Masken sollten nie untereinander getauscht, sondern immer von derselben Person getragen werden.

Weitere Tipps und Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Medizinische Masken, wie beispielsweise OP-Masken, eignen sich auch für Kinder, hier ist ein guter Sitz und die richtige Handhabung der Mund-Nasen-Bedeckung besonders wichtig.

Kann ich FFP2-Masken wiederverwenden?

Im professionellen Bereich des Arbeitsschutzes sind FFP2-Masken Wegwerfprodukte. Grund dafür ist, dass geschultes Personal (etwa im medizinischen oder handwerklichen Bereich) oft einem erhöhten Übertragungsrisiko ausgesetzt ist. Im Alltag sind wir in der Regel allerdings einer geringeren Belastung durch Erreger ausgesetzt. Viele Personen entscheiden sich deshalb im privaten Bereich, FFP2-Masken nicht, wie vorgesehen nach einmaligem Gebrauch zu verwerfen, sondern sie wiederholt zu tragen. Das BfArM weist, basierend auf entsprechenden Forschungsergebnissen der Fachhochschule Münster, darauf hin, dass Personen, die sich im privaten Bereich für eine Wiederverwendung von FFP2-Masken entscheiden, dies mit geringem Risiko tun können, wenn sie bestimmte Regeln einhalten. Wenn Sie FFP2-Masken mehrfach verwenden wollen, können Sie sie zum Trocknen aufhängen (tragen Sie bitte in der Zwischenzeit solange eine andere Maske im öffentlichen Raum). Nach sieben Tagen hat sich die Menge infektiöser Coronaviren auf einer Maske auf ein akzeptables Maß verringert und kann nach diesem Zeitraum somit wiederverwendet werden. Die Filterleistung der Mund-Nasen-Bedeckung wird dadurch nach aktuellem Kenntnisstand nicht schlechter. Weitere Infos zu Verfahren der risikoarmen Desinfektion von FFP2-Masken erhalten Sie hier:

Links zu den vollständigen Hinweisen: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

https://www.fh-muenster.de/gesundheit/forschung/forschungsprojekte/moeglichkeiten-und-grenzen-der-eigenverantwortlichen-wiederverwendung-von-ffp2-masken-im-privatgebrauch/index.php

Prof. Dr. Broich erklärt: Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

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