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Eltern mit Kindern
13:53 Uhr · 27. Mai 2020

Partnerschaftliches Zusammenleben als Eltern

Durch den vorübergehenden Wegfall oder den eingeschränkten Besuch von Schule oder Kindergarten müssen beide Eltern sich neu arrangieren, um für die Betreuung der Kinder zu sorgen. Wie Eltern besser mit dieser Belastungsprobe umgehen können.

Bild: Getty Images / Mladen Sladojevic

Die Coronavirus-Epidemie kann die Paarbeziehung von Eltern auf eine Belastungsprobe stellen. Durch den vorübergehenden Wegfall oder den eingeschränkten Besuch von Schule, Kindergarten und anderen sozialen Aktivitäten müssen beide Eltern sich neu arrangieren, um für die Betreuung der Kinder zu sorgen. Es bleibt möglicherweise weniger Zeit zu zweit. Zusätzlich sind beide mit ihren eigenen Ängsten, Sorgen und Unsicherheiten beschäftigt und gehen vielleicht unterschiedlich mit ihren Gefühlen um. Manchen kann es helfen, die Nähe zum anderen zu suchen und sich auszutauschen, während andere unter Umständen ungern über Gefühle sprechen und sich eher zurückziehen. Die folgenden Hinweise beziehen sich auf die Besonderheiten des partnerschaftlichen Zusammenlebens mit Kindern. Mehr zu Partnerschaftskonflikten im Allgemeinen finden Sie unter der Rubrik „Erwachsene“

Streit in Anwesenheit von Kindern. Auseinandersetzungen mit dem Partner oder der Partnerin sind normal und manchmal notwendig, um den eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und Meinungsverschiedenheiten zu klären. Doch wie lassen sich Konflikte in der Partnerschaft austragen, wenn Ihr Kind die meiste Zeit zuhause ist? Sie sollten darauf achten, Konflikte nicht bei gemeinsamen Aktivitäten mit Ihrem Kind zu besprechen (zum Beispiel beim Essen oder gemeinsamen Unternehmungen). Denn diese Momente sind wichtig, um Ihrem Kind ein Gefühl von Sicherheit zu geben und ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Häufig sind Kinder das Thema von Konflikten in der Partnerschaft. Vermeiden Sie, dass Ihr Kind in einen Streit hineingezogen wird oder für einen Elternteil Partei ergreift. Das kann zu Loyalitätskonflikten führen und Ihr Kind zusätzlich belasten. Außerdem ist es wichtig, ihrem Kind zu erklären, dass es keine Schuld an Ihrem Konflikt hat. Wenden Sie sich Ihrem Kind nach dem Streit zu, wenn es traurig oder verunsichert ist. Versuchen Sie, Ihre Sorgen, Ängste oder Wut abzulegen, wenn Sie Zeit mit Ihrem Kind verbringen. Sie können Ihrem Kind erklären, dass Eltern sich trotzdem liebhaben, auch wenn sie streiten. Und dass ein Streit manchmal gut ist, um Meinungsverschiedenheiten zu klären und Probleme zu lösen. 

Getrenntlebende Eltern. Häufig befinden sich getrenntlebende Eltern in einem Spagat zwischen dem Wohl des Kindes und den eigenen Bedürfnissen. Je nachdem, wie das Verhältnis der Eltern untereinander ist, kann es mehr oder weniger herausfordernd sein, sich gemeinsam um ein Kind zu kümmern. Vielleicht waren die Betreuungszeiten vor der Coronavirus-Epidemie gut organisiert, wurden jedoch jetzt durch die Einschränkungen von Kindergarten, Schule und Arbeit durcheinandergeworfen. Da sich die Situation fortlaufend ändert, ist aktuell mehr Kommunikation zwischen den beiden Elternteilen gefragt – das birgt unter Umständen Konfliktpotential. Die Gefahr, sich mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken, kann auch den Wunsch wecken, Besuche bei dem anderen Elternteil einzuschränken. Doch gerade jetzt ist es für Kinder besonders wichtig, stabilen Kontakt zu den engsten Bezugspersonen zu halten. Überlegen Sie daher, wie Sie Besuche ermöglichen können.

Trotz Einschränkungen Zeit zu zweit haben. Um Konflikten in der Partnerschaft vorzubeugen, ist es gut, sich trotz der schwierigen Situation Zeiträume zu zweit zu schaffen. Das kann zum Beispiel eine Zeit sein, in der Ihr Kind sich selbst beschäftigt oder nachdem Ihr Kind ins Bett gegangen ist. Es ist möglich, das Kind zeitweise von einer anderen Person betreuen zu lassen, die kontinuierlich diese Aufgabe übernimmt und zum erweiterten Familienkreis gehört. Nutzen Sie diese Zeit beispielsweise, um sich als Paar gegenseitig Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Oft sind wir im Alltag viel mit uns selbst, unserer Arbeit oder den Kindern beschäftigt und haben wenig Gelegenheit, uns unserer Partnerschaft zu widmen. Die Nähe und der Austausch miteinander können die Beziehung stärken und es erleichtern, als Paar gemeinsam herausfordernde Situationen zu bewältigen.