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Bundesministerium für Gesundheit
Ältere Menschen
07:56 · 7. April 2021

Entlastung bei der Pflege von Angehörigen finden

Als pflegende Angehörige oder pflegender Angehöriger ist es notwendig, nicht nur auf die Bedürfnisse und den Hilfebedarf des Familienmitglieds zu blicken, sondern auch Ihre Bedürfnisse und Ihre eigenen Ressourcen wichtig zu nehmen.

Hilfe bei der Pflege von Angehörigen finden /

Pflegende Angehörige sind während der Coronavirus-Pandemie noch stärker gefordert als sonst

Sie als pflegende Angehörige leisten nicht nur körperlich, sondern auch seelisch einen großen Dienst. In der aktuellen Coronavirus-Pandemie kann die Verantwortung für einen pflegebedürftigen Angehörigen stärker belasten als sonst. Vielleicht beschäftigt Sie die Sorge darum, wie Sie Ihre Angehörigen am besten vor einer Ansteckung schützen oder wer sich im Fall Ihrer eigenen Erkrankung um Ihre Angehörigen kümmern kann. Möglicherweise stehen Ihnen entlastende und unterstützende Angebote wie z.B. ein Pflegedienst oder Tagesangebote für Ihre Angehörigen derzeit nur eingeschränkt zur Verfügung oder sind ganz weggefallen. Trotzdem möchten Sie Ihre pflegebedürftigen Angehörigen weiterhin so gut wie möglich betreuen und unterstützen. Damit das gelingen kann, ist es notwendig, dass Sie angesichts dieser erhöhten Anforderungen nicht nur auf die Bedürfnisse und den Hilfebedarf des Familienmitglieds schauen, sondern auch Ihre Bedürfnisse und Ihre eigenen Ressourcen im Blick behalten.

Verantwortung teilen – Pflegeaufgaben auf mehrere Schultern verteilen

Sie sind die Person, die alles organisiert und von der alles abhängt. Mit wem können Sie die Verantwortung teilen? Es ist gut, einen Teil der Verantwortung abzugeben und sich zu entlasten. Sie machen es so gut, wie Sie es können. Vielleicht hilft es, zu wissen, dass alle pflegenden Angehörigen auch selber Unterstützung brauchen.

Leisten Sie die Pflege möglichst nicht alleine, sondern verteilen Sie die Pflegeaufgaben auf mehrere Schultern. Überlegen Sie, wer aus der Familie oder dem sozialen Umfeld helfen könnte. Schon die Übernahme kleinerer Aufgaben wie z.B. ein Spaziergang am Tag kann für Sie eine wirksame Entlastung sein. Informieren Sie sich bei der Stadt sowie Wohlfahrtsverbänden und Freiwilligenagenturen ebenfalls nach ehrenamtlichen Unterstützungsinitiativen vor Ort.

Erkundigen nach ambulanten Pflegediensten

Sprechen Sie mit Ihrem ambulanten Pflegedienst und klären Sie, welche Angebote Sie nutzen können. Wenn Sie noch nicht mit einem Pflegedienst zusammenarbeiten, erkundigen Sie sich nach Angeboten, die für Sie Entlastung bringen können. Ein Pflegedienst kann die Ressourcen (das heißt die Kräfte) des pflegebedürftigen Menschen differenziert einschätzen und Ihnen Tipps geben, wie Sie durch Ihr eigenes Verhalten zu einer Stärkung dieser Kräfte beitragen können und damit auch die Pflege wieder leichter werden kann. 

Informationen zu lokalen Pflegediensten finden Sie durch Gespräche mit anderen Angehörigen in derselben Situation, Telefonate mit der Gemeinde, den Kirchen, Vereinen und durch Online-Suche. Informieren Sie sich auch regelmäßig, in welcher Form und unter welchen Bedingungen Angebote für pflegebedürftige Menschen (z.B. Therapien oder Tagesgruppen) wieder verfügbar sind. 

Eigene Bedürfnisse erkennen und darüber sprechen

Pflegende Angehörige stellen häufig die eigenen Bedürfnisse hinten an. Und oft bleibt – wenn dann Zeit für sich selbst ist – zu wenig Energie, um „gut für sich zu sorgen“. Hier können Sie sich die Frage stellen: „Was ist wichtig für mein eigenes Leben? Wo oder wodurch bekomme ich selber Energie?“

Nehmen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse ernst. Sprechen Sie offen mit dem pflegebedürftigen Menschen und anderen Familienmitgliedern darüber, welche Änderungen im Tagesablauf und Arbeitsteilung Sie brauchen. Ihr Wohlbefinden, Ihre Lebensqualität ist genauso wichtig wie jene des pflegebedürftigen Menschen.

Angst vor dem Ansteckungsrisiko

Sie als pflegende Angehörige denken nicht nur an Ihren eigenen Schutz, sondern möchten auch die Person, die Sie pflegen, vor Ansteckung schützen.  Die Abwägung zwischen Isolierung, Schutz, Risiko, Zuwendung und Kontakt ist nicht immer leicht. Bleiben Sie daher gut informiert über die empfohlenen Schutzmaßnahmen und greifen Sie auf seriöse Quellen (wie zum Beispiel hier) zurück.

Für weitere Informationen und Hilfsangebote haben wir Ihnen hier eine Reihe von Links zusammengestellt:

Beratung und aktuelle Tipps auf der Websitedes Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums (030 20179131) erreichen Sie bundesweit von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr.

Auf dieser Website des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie Informationen über finanzielle Hilfen und Leistungen der Pflegeversicherung für die Pflege zuhause.

Beratungsangebote zur häuslichen Pflege finden Sie hier oder hier.

Ein psychologisches Beratungsangebot für pflegende Angehörige macht die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) auf dieser Website.

Eine psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige finden Sie hier.

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