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Bundesministerium für Gesundheit
Medizinisches und pflegerisches Personal
11:25 · 31. März 2021

Angst davor, andere oder sich selbst anzustecken

Viele Berufstätige in der medizinischen Versorgung und in der Pflege sind sicherlich besorgt, an COVID-19 zu erkranken. Wie Sie mit Gefühlen von Verunsicherung und Hilflosigkeit umgehen können.

Bewältigen Sie Ihre Angst vor Anstreckung! /

In der medizinischen Versorgung oder in der Pflege tätig zu sein, bedeutet, in einem besonderen Maße hinsichtlich einer Covid-19-Erkrankung besorgt zu sein. Viele beschreiben die Sorge vor Ansteckung und eine damit einhergehende Anspannung, die sie tagtäglich begleitet. Dabei steht nicht nur die eigene Gefährdung und die nahestehender Bezugspersonen im privaten Umfeld im Mittelpunkt. In den Pflegeeinrichtungen und -diensten geht es insbesondere auch stark um die potentielle Erkrankung eines pflegebedürftigen und oft hilflosen Menschen, der einem über die Zeit ans Herz gewachsen ist und dessen Gesundheit man schützen möchte. Das kann Sorgen und Ängste und Gefühle von Unsicherheit und Hilflosigkeit auslösen.

Wir möchten Ihnen ein paar Hinweise geben, wie Sie mit diesen so nachvollziehbaren und begründeten Sorgen vor Ansteckung umgehen können.

Sprechen Sie über Ihre Sorgen und Ängste: Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen trägt zur Entlastung bei und vielleicht gibt es den ein oder anderen hilfreichen Tipp. Sprechen Sie auch mit Ihnen nahestehenden Menschen. So bleiben Sie nicht allein mit Ihren Gedanken und erhalten Ermutigung und Anteilnahme.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihr Bestes tun, um sich selbst und andere Menschen vor Ansteckung zu schützen. Sie sind Teil eines Teams und tragen gemeinsam die Verantwortung und Sorge.

Es ist normal, dass Sie besorgt sind. Haben Sie eine Idee für einen verständnisvollen und selbstberuhigenden Satz für sich selbst, den Sie sich in schwierigen Momenten sagen können? Z.B. „Ich bin in Sorge, ich kann mich verstehen! Anderen geht es auch so!“ oder „Es ist einfach nicht leicht gerade, ich wünsche mir Sicherheit für die Menschen, die ich versorge und auch für mich selbst.“ oder „Im Falle einer eigenen Ansteckung werde ich Unterstützung erhalten und gemeinsam mit anderen gute Wege finden.“

Geben Sie Ihren Sorgen bewussten, aber nicht zu viel Raum. Lenken Sie sich mit Tätigkeiten von zu viel Grübeln ab, denn das Kreisen um Sorgen kann Gefühle von Angst und Unsicherheit verstärken. Überlegen Sie sich, was Sie tun können, um auf andere Gedanken zu kommen, was Ihnen das Gefühl von Stärke und Sicherheit gibt.

Unterstützungsangebote und weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) in Kooperation mit unith e.V.

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