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Bundesministerium für Gesundheit
Psychisch stabil bleiben
15:06 · 7. April 2021

Depressivität bewältigen

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens Phasen depressiver Verstimmung oder sind gar von einer depressiven Erkrankung betroffen. Die damit verbundenen Beschwerden wie zum Beispiel Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Energieverlust und Hoffnungslosigkeit sind während der Coronavirus-Pandemie möglicherweise zurückgekehrt oder stärker geworden. Auch stehen Wege und Ressourcen zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen und der depressiven Beschwerden oft nur eingeschränkt zur Verfügung. Es ist sicher nicht leicht, dabei zuversichtlich zu bleiben. Deshalb möchten wir Sie unterstützen und Ihnen Mut machen! Sie sind der aktuellen Situation nicht hilflos ausgeliefert!

Seien Sie gut zu sich und nehmen Sie Hilfe an.

Folgende Anregungen und Informationen können Ihnen helfen, Depressivität zu bewältigen:

Bleiben Sie aktiv, auch wenn Sie gerade wenig Energie für Aktivitäten haben oder Ihnen die Lust an den Dingen fehlt! Erhalten Sie sich eine gute Tagesstruktur und sorgen Sie entschlossen für Abwechslung im Alltag. 

Erhalten Sie den Kontakt mit anderen Menschen aufrecht, denn regelmäßiger Kontakt zu Freundinnen/Freunden und Familie tut gut und hilft gegen Einsamkeit. Sorgen Sie für Begegnungen und Austausch, auch wenn Sie eher das Bedürfnis haben, sich zurückzuziehen. 

Es kann auch helfen, sich mit Menschen auszutauschen, denen es ähnlich geht wie Ihnen. Auf der Website der Deutschen Depressionshilfe e.V. finden Sie zum Beispiel Informationen dazu, wie Sie mit anderen Betroffenen in Kontakt kommen können. Beim Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. (BApK) können Sie auch direkt nach Selbsthilfegruppen suchen.

Finden Sie gute Wege, mit Stress umzugehen. Vielen Menschen hilft körperliche Bewegung, andere musizieren gerne, kochen, lesen, meditieren oder gestalten etwas. Was fördert Ihre Entspannung?

Achten Sie bewusst auf positive Empfindungen, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit aktiv auf die guten Momente des Tages lenken. Sie zum Beispiel ein Positiv-Tagebuch führen. 

Hinterfragen Sie negative Gedanken kritisch, denn häufig stellt sich heraus, dass unsere Gedanken nicht wirklich der Wahrheit entsprechen. Wir nehmen zum Beispiel an, dass jemand schlecht über uns denkt, obwohl wir tatsächlich gar nicht wissen, was andere denken. Oder wir denken „Ich kriege überhaupt nichts auf die Reihe“, wenn wir in Wahrheit doch einige Dinge geschafft haben. 

Manchmal lassen sich negative Gedanken im Rahmen von depressiven Verstimmungen kaum beenden. Wenn Sie unter Grübelgedanken leiden, finden Sie hier ergänzende Hilfestellungen.

Betrachten Sie sich selbst wohlwollend. Insbesondere in Phasen stärkerer Depressivität gehen viele Menschen härter mit sich selbst ins Gericht als mit anderen. Versuchen Sie freundlich und mitfühlend mit sich selbst zu sein. 

Weitere Hinweise und Tipps finden Sie auf dieser Website auch in den Themenbereichen Mit psychischen Belastungen einen Weg finden,  Gedanken und Gefühle bewältigen oder Einsamkeit bewältigen

Allgemeine Informationen und Tipps für Betroffene von Depressionen während der Coronavirus-Pandemie finden Sie zum Beispiel bei der Deutschen Depressionshilfe e.V.  und bei psychenet – Netz psychische Gesundheit

Über das Info-Telefon Depression der Deutschen Depressionshilfe e.V. erhalten Sie kostenfrei krankheits- und behandlungsbezogene Informationen (Rufnummer: 0800 3344533; Mo, Di, Do 13:00 bis 17:00 Uhr, Mi und Fr 08:30 bis 12:30 Uhr). Beachten Sie auch die Hinweise zum Umgang mit depressiven Gefühlen auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs).

Hilfreiche Übungen zum Umgang mit Depressivität während der Coronavirus-Pandemie finden Sie in einem verhaltenstherapeutischen Kurzprogramm des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie zur Selbstanwendung.

Hilfe bei Depression bietet darüber hinaus das von Wissenschaftlern entwickelte und kostenfrei sowie anonym zugängliche Online-Programm moodgym.  Ebenso das von der Deutschen Depressionshilfe e.V. angebotene iFightDepression Tool, das während der Coronavirus-Pandemie ebenfalls kostenfrei angeboten und über Hausärzte oder Psychotherapeuten eingeleitet wird.

Wenn Ihnen die genannten Anregungen nicht helfen oder Sie Gedanken daran haben, nicht mehr leben zu wollen, brauchen Sie professionelle Unterstützung. Informationen zu persönlichen Beratungsangeboten und Hotlines – auch im Krisenfall – finden Sie hier.

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