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Medizinisches und pflegerisches Personal
14:36 Uhr · 6. Mai 2020

Schutzmaßnahmen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen umsetzen

Menschen zu vermitteln, weshalb bestimmte Arten von Schutzmaßnahmen aktuell notwendig und sinnvoll sind, ist nicht leicht. Wie Sie mit Herausforderungen, die damit einhergehen, besser umgehen können.

Bild: Getty Images / Daniel Balakov

Wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus ist es besonders in Senioren- und Pflegeeinrichtungen wichtig, Maßnahmen zum Schutz der Bewohner und Bewohnerinnen sowie des Teams konsequent einzuhalten. Diese Schutzmaßnahmen beeinflussen den Alltag und schränken den gewohnten Freiraum von Menschen ein. Dies kann zu einem Gefühl der Unsicherheit oder zu psychischer Belastung führen. Nicht selten tun sich Menschen zunächst schwer damit, Anweisungen zu befolgen. Oft ist es eine Herausforderung, ihnen gut und nachvollziehbar zu vermitteln, weshalb bestimmte Arten von Schutzmaßnahmen notwendig sind. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit älteren Menschen, die ihre Umwelt und die Geschehnisse außerhalb ihres Wohnraumes nicht mehr in Gänze verfolgen und erfassen können. 

Auch Angehörige müssen Schutzmaßnahmen einhalten, indem sie zum Beispiel Bewohner und Bewohnerinnen in Pflegeheimen nur zu eingeschränkten Zeiten besuchen. Es ist verständlich, dass man als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin mit schwierigen Reaktionen wie Unverständnis, Ärger, aber auch Hilflosigkeit, Angst und Traurigkeit konfrontiert ist. Diesen Reaktionen gut zu begegnen und sich selbst vor einer zu hohen emotionalen Beanspruchung zu schützen, ist nicht leicht.

Für Sie in der Funktion der Leitung einer Einrichtung oder als pflegende, betreuende Person kann es psychisch belastend sein, die Anwendung von Schutzmaßnahmen in einer Einrichtung wie der Ihren sicherzustellen. Wir möchten Sie hierbei mit folgenden Informationen und Anregungen unterstützen:

Es ist zum Besten aller: Es ist nicht leicht, Menschen verständlich zu machen, weshalb Einschränkungen aktuell notwendig und sinnvoll sind. Auch kann es irritieren, wenn Pfleger und Pflegerinnen Schutzkleidung tragen. Möglicherweise reagieren Bewohner und Bewohnerinnen darauf schreckhaft, ängstlich oder traurig. Dennoch sind all diese Maßnahmen zum Besten aller Bewohner und Bewohnerinnen. Sich dies immer wieder bewusst zu machen, kann Ihnen den Umgang mit unterschiedlichen Reaktionen erleichtern. Auch mit eigenen Gefühlen, die einen vielleicht gerade belasten. Niemand kann etwas für die aktuelle Situation. Die Einschränkungen sind zum Wohle und Schutz aller anvertrauten Menschen momentan nötig. 

Unmittelbar in Kontakt gehen: Vielen Menschen tut es gut, wenn sie sehen und hören dürfen, was ihr Gegenüber in der aktuellen Situation empfindet. Es kann hilfreich sein, Mitgefühl und Verständnis für die Bewohner und Bewohnerinnen und deren Angehörigen hinsichtlich der Einschränkung des Freiraums auszudrücken und zu zeigen. In einem angemessenen Maße unmittelbar in Kontakt zu gehen, kann Verbindungen schaffen und ein Gefühl von Gemeinschaft erzeugen. Es vermittelt den Bewohnern und Bewohnerinnen, nicht allein zu sein. 

Austausch im Team: Sprechen Sie mit Ihren Kollegen und Kolleginnen über die Umsetzung von Schutzmaßnahmen und den hierzu getroffenen Entscheidungen in Ihrer Einrichtung. Ggf. können Sie gemeinsam gute Ideen für Lösungen entwickeln. Vielleicht ist es hilfreich, sich zu Reaktionen der betroffenen Personen, der Angehörigen oder der Teammitglieder auszutauschen. 

Nutzen Sie vorhandene Hinweise und Hilfestellungen bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen: 

Zum Beispiel finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) Informationen zum neuartigen Coronavirus in leichter Sprachehttps://www.zusammengegencorona.de/leichtesprache/

Auf der Website der Lebenshilfe sind in einfacher Sprache eine Vielzahl von Informationen zum neuartigen Coronavirus und den damit verbundenen Regelungen und Schutzmaßnahmen hinterlegt, die für die Kommunikation mit Senioren und Seniorinnen hilfreich sein können: https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/empfehlungen-zu-covid-19-corona-virus/#c5443

Allgemeine Informationen zum Infektionsschutz stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Verfügung: www.infektionsschutz.de; ebenso in leichter Sprache: www.infektionsschutz.de/leichte-sprache.html

Generelle Informationen zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit Covid-19, auf die Sie sich berufen können, stellt das Robert Koch-Institut (RKI) über folgende Seite zur Verfügung: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html. Weiterhin stehen dort auch spezifische Empfehlungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen zur Verfügung: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Pflege/Dokumente.html

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) stellt allgemeine Informationen zu Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten im Gesundheitswesen bereit: https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ/FAQ_node.html