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Körperliche Gesundheit
13:39 Uhr · 25. Mai 2020

„Wenn Sie krank sind, gehen Sie zum Arzt oder ins Krankenhaus“

Den Weg zu einem neuen Alltag in Deutschland haben auch Praxen und Krankenhäuser beschritten. Patienten und Patientinnen sollten bei Beschwerden nicht wegen der Coronavirus-Epidemie auf eine Untersuchung verzichten.

Bild: Getty Images / patrickheagney

Die Coronavirus-Epidemie ist noch nicht vorbei. Doch Deutschland hat sich darauf eingestellt. Die von Bund und Ländern ergriffenen Maßnahmen und das Mitwirkender Menschen hat es ermöglicht, vorsichtig zu einem neuen Alltag überzugehen, in dem es um mehr Vorsicht im Umgang mit Ansteckungsrisiken gibt. Auch für Arztpraxen und Kliniken gilt, dass sie weiterhin auf die Versorgung von Covid-19-Erkrankten eingestellt sind. Zugleich können aber alle Patienten und Patientinnen mit anderen Beschwerden darauf vertrauen, dass die Gesundheitsversorgung für sie da ist. Die medizinischen Fachkräfte tun alles dafür, Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Kliniken und Praxen auszuschließen. 

Bei Herzinfarkt zählt jede Minute 

Mediziner und Medizinerinnen warnen unterdessen eindringlich davor, trotz schwerwiegender Krankheitssymptome auf ärztliche Behandlung zu verzichten. „In den letzten Wochen haben wir beobachtet, dass sich deutlich weniger Patienten und Patientinnen zum Beispiel mit einem akuten Herzinfarkt vorstellen“, sagt Prof. Dr. Fabian Knebel, Internist und Kardiologe an der Charité Berlin im Interview. Dabei zähle gerade beim Infarkt jede Minute. „Die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu sterben ist hoch, wenn man sich nicht rechtzeitig meldet“, warnt Knebel. Die Hygienestandards in Krankenhäusern seien hoch. „Die Wahrscheinlichkeit, sich hier mit dem Coronavirus zu infizieren, ist gering.“ 

Auffälliger Rückgang der Patientenzahlen 

„Niemand sollte im Notfall aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus auf die dringend notwendige medizinische Hilfe in einem Krankenhaus verzichten“, hatte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, schon im April gewarnt. Zwar waren planbare Eingriffe zu Beginn der Epidemie bewusst verlegt worden, doch galt dies zu keinem Zeitpunkt für dringende Fälle. „Notfälle, etwa nach Unfällen, oder akute Erkrankungen, wie zum Beispiel ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt, bedürfen einer schnellen Versorgung im Krankenhaus“, betonte Schmidtke. „Die Versorgung von Notfällen in den Krankenhäusern ist sichergestellt. Sie erfolgt unter Beachtung der notwendigen Isolationsmaßnahmen von Covid-19-Patienten und Patientinnen.“ 

Mehr Kapazitäten für Nicht-Covid-19-Behandlungen

Auch niedergelassene Ärzte und Ärztinnen haben sich auf die Epidemie eingestellt. Chronisch kranke Menschen, die im Moment nicht zu ihrem Facharzt oder ihrer Fachärztin gehen, setzen sich der Gefahr aus, dass sich ihre Krankheit verschlimmert. Auch Vorsorgeuntersuchungen oder die Impftermine der Kinder sollte man nicht ausfallen lassen, rät Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Coronavirus-Infizierte würden in den Krankenhäusern getrennt von anderen Patienten und Patientinnen behandelt. „Deshalb gilt natürlich: Wenn Sie krank sind, gehen Sie zum Arzt oder ins Krankenhaus“. 

Spahn hat angekündigt, dass es Schritt um Schritt wieder zurgewohnten Versorgung in den Kliniken kommen wird. „Dies ist wichtig, da auch das Verschieben von dringlichen Eingriffen, etwa bei Tumoren, oder von planbaren Operationen, etwa zum Hüftersatz, für die betroffenen Patienten und Patientinnen gesundheitliches und seelisches Leid nach sich ziehen.“ Ziel sei es, dass zunächst 75 Prozent des Klinikbetriebs für Nicht-Covid-19-Behandlungen zur Verfügung stehen und 25 Prozent weiterhin für Covid-19-Patienten und Patientinnen bereitgehalten werden. Entwickelt sich die Zahl der Neuinfektionen weiterhin moderat, sollen die Kapazitäten dann schrittweise für Nicht-Covid-19-Behandlungen ausgebaut werden.  

Interview mit Prof. Dr. Fabian Knebel, Internist und Kardiologe an der Charité Berlin: 

https://www.facebook.com/watch/?v=666494157502193

Mitteilung der Patientenbeauftragten der Bundesregierung: 

https://patientenbeauftragte.de/index.php/presse/244-patientenbeauftragte-der-bundesregierung-akute-erkrankungen-nicht-ignorieren-notfallversorgung-nutzen

 Interview mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: 

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/interviews/interviews/waz-260420.html#c17997