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16:56 · 8. November 2021

Corona-Schutzimpfung für Schwangere

Warum wird die Corona-Schutzimpfung auch für Schwangere, für stillende Mütter und für Frauen mit Kinder-Wunsch empfohlen? Was muss ich in der Schwangerschaft beachten? Wie kann ich mein Baby und mich in der Corona-Pandemie schützen?

Sollen sich Schwangere und Stillende impfen lassen

Ist die Schwangerschaft ein Risiko?

Schwere COVID-19-Erkrankungen und Probleme nach einer Corona-Infektion sind bei Schwangeren selten. Doch eine Schwangerschaft ist eine große körperliche Veränderung. Manchmal ist die Schwangerschaft auch eine gesundheitliche Belastung. Deshalb kann die Schwangerschaft ein mögliches Risiko sein, schwer an COVID-19 zu erkranken. 

Das Risiko betrifft vor allem Schwangere mit Vor-Erkrankungen oder anderen Risiko-Faktoren: zum Beispiel starkes Übergewicht, Blut-Hochdruck oder Zuckerkrankheit (Diabetes). Das Risiko wird größer, je älter die Schwangere ist. Daher sollten sich Schwangere so gut wie möglich vor einer Corona-Infektion schützen. 

Im Überblick: Was Schwangere beachten sollten

  • Halten Sie immer die AHA+L-Formel ein!
  • Achten Sie darauf, dass auch enge Kontakt-Personen (ab 12 Jahren) geimpft sind.
  • Lassen Sie sich sich ab dem 4. Schwangerschafts-Monat mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 impfen. 
  • Sprechen Sie beim Verdacht auf eine Corona-Ansteckung zuerst telefonisch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. 

Im Video beantwortet Frau Dr. Röbl-Mathieu, Frauenärztin und STIKO-Mitglied, häufige Fragen über Schwangerschaft, Still-Zeit, Kinder-Wunsch und COVID-19-Impfung. Sie klärt auch Gerüchte auf, die im Internet verbreitet werden. 

Frau Dr. Röbl-Mathieu, COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kinderwunsch - was gibt es neues?

Kann sich das Neugeborene mit COVID-19 anstecken?

Zurzeit gibt es noch keine sicheren Erkenntnisse über Corona-Ansteckungen im Mutterleib. Eine Corona-Übertragung von der Mutter auf das neugeborene Kind ist selten. Krankheits-Anzeichen wurden bei neugeborenen Kindern selten beobachtet.

Es kann aber sein, dass eine COVID-19-Erkrankung der Schwangeren das Risiko von Fehl-Entwicklungen des ungeborenen Kindes erhöht. Warum? Eine Infektion, wie zum Beispiel mit Corona, kann hohes Fieber auslösen.

Einige Studien zeigen auch, dass schwer an COVID-19 erkrankte Schwangere häufiger Früh-Geburten hatten und die Neugeborenen öfter auf einer Intensiv-Station im Krankenhaus betreut werden mussten. 

Über Tot-Geburten oder Todesfälle bei Neugeborenen ist bisher wenig bekannt. Einzelne Studien haben gezeigt, dass das Risiko einer Tot-Geburt größer ist, wenn die Mutter eine schwere COVID-19-Erkrankung hatte.

Soll ich mich impfen lassen, wenn ich schwanger bin? 

Zurzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) schwangeren Frauen ab dem 4. Schwangerschafts-Monat, sich mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 impfen zu lassen. mRNA-Impfstoffe sind Comirnaty® von BioNTech/Pfizer oder Spikevax® von Moderna.

Das zeigen aktuelle Forschungs-Ergebnisse: 

  • Bei Schwangeren treten schwere Nebenwirkungen nach der Corona-Schutzimpfung nicht häufiger auf. 
  • Es kommt nicht häufiger zu Tot-Geburten, Früh-Geburten oder zu Fehl-Entwicklungen beim ungeborenen Kind.

Jedoch liegen zurzeit noch keine Studien zum Schutz bei Infektionen mit der Delta-Variante vor.

Soll ich mich impfen lassen, wenn ich schwanger werden will?

Sie möchten schwanger werden? Sie planen Ihre Schwangerschaft in nächster Zeit? Dann lassen Sie sich bitte so bald wie möglich impfen! 

Die STIKO empfiehlt allen Frauen mit Kinder-Wunsch die Corona-Schutzimpfung. Dann haben Frauen bereits vor der Schwangerschaft und schon am Anfang der Schwangerschaft einen sehr guten Schutz vor Corona. 

Die zugelassenen mRNA-Impfstoffe wurden getestet. Sie wurden auch als sicher und wirksam bewertet für Frauen mit einem Kinder-Wunsch.

Soll ich mich impfen lassen, wenn ich mein Baby stille?

Die STIKO empfiehlt Müttern, die nicht geimpft sind und die ihr Kind stillen, Impfungen mit diesen mRNA-Impfstoffen:

  • 2 Impfungen im Abstand von 3 bis 6 Wochen mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer oder 
  • 2 Impfungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen mit Spikevax® von Moderna. 

Es ist nicht nötig, nach der Impfung eine Pause mit dem Stillen zu machen. Denn bisher gibt es keine Hinweise auf ein Risiko für schwere unerwünschte Wirkungen des Impfstoffs für Mutter und Kind. 

Die Impfung der Mutter kann auch einen Nutzen für den Säugling haben: Über die Antikörper in der Muttermilch kann das Kind einen Immun-Schutz bekommen. Dazu sagt man Nest-Immunität. 

Die STIKO und die Fach-Verbände sagen: Ein Risiko für den Säugling durch die Impfung der Mutter während der Stillzeit ist sehr unwahrscheinlich. 

Lassen Sie sich vor einer Impfung ärztlich beraten!

Eine Impfung ist immer eine persönliche Entscheidung. Diese Entscheidung treffen Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Lassen Sie sich gut über Nutzen oder Risiken der Corona-Schutzimpfung beraten!

Das gilt für werdende Mütter und insbesondere für Schwangere mit Vor-Erkrankungen.

Wichtig: Wenn Sie bei Ihrer Impfung noch nicht wussten, dass Sie schwanger sind, ist das kein medizinischer Grund für einen Schwangerschafts-Abbruch.

Entschädigung bei Impf-Schäden von Schwangeren

Eine staatliche Entschädigung wird dann gezahlt, wenn Schwangere gesundheitliche Schäden wegen einer COVID-19-Impfung erleiden. 

Die Entschädigung wird auch dann geleistet, wenn die Impfung nicht öffentlich  empfohlen wurde, zum Beispiel von einer Landes-Behörde oder von der STIKO. Die gesetzliche Grundlage ist § 60 IfSG (Infektions-Schutz-Gesetz). 

Beeinträchtigt die Impfung die Fruchtbarkeit?

Es gibt keine Hinweise dafür, dass Frauen durch die Corona-Schutzimpfung unfruchtbar werden könnten. Unfruchtbar heißt: Man kann nicht schwanger werden.

Dieses Gerücht wurde in den Sozialen Medien verbreitet – und es ist falsch. Lassen Sie sich nicht verunsichern. 

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