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14:20 · 23. August 2021

Regeln für Corona-Tests in Deutschland

Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gehören viele und regelmäßige Corona-Tests. Was bedeutet "Nationale Test-Strategie"? Wer wird wann getestet? Und mit welchem Test-Verfahren?

Testen bringt Gewissheit.

Nationale Test-Strategie – was ist das?

Die Nationale Test-Strategie legt die Regeln fest, wann und wie in Deutschland COVID-19-Tests durchgeführt werden. Das heißt: Welche Personen-Gruppen müssen getestet werden und mit welchem Test-Verfahren? 

Die Nationale Test-Strategie wurde vom Robert Koch-Institut erarbeitet. Sie wird ständig an die aktuelle Situation der Pandemie angepasst. Die Strategie hat drei Schwerpunkte: 

  1. Tests für Personen mit Krankheits-Anzeichen
  2. Tests für Personen ohne Krankheits-Anzeichen
  3. Tests zur Vorbeugung von Ansteckungen

Mit der Nationalen Test-Strategie soll die Pandemie in Deutschland wirksam bekämpft werden. Am Anfang der Pandemie gab es noch nicht genug Tests. Seit einigen Monaten ist das aber anders: Alle Bürgerinnen und Bürger können sich regelmäßig testen lassen.

Mit regelmäßigen Tests werden Corona-Fälle entdeckt, auch wenn es keinen Verdacht für eine COVID-19-Erkrankung gibt. Damit wird verhindert, dass sich noch mehr Menschen anstecken. Das ist besonders wichtig für Menschen, die vielleicht ein hohes Risiko haben, sehr schwer oder tödlich an COVID-19 zu erkranken. 

Regelmäßige Tests schützen also die Bevölkerung und entlasten das Gesundheits-System. Denn bei weniger Ansteckungen gibt es auch weniger schwere Krankheits-Verläufe. Dann müssen nicht so viele schwer Erkrankte im Krankenhaus behandelt werden. 

Mit regelmäßigen Tests können auch die Kontakte von positiv getesteten Personen leichter festgestellt werden. Infektions-Ketten werden schneller erkannt und können unterbrochen werden. Dadurch kann sich das Corona-Virus nicht so leicht weiter verbreiten. Das gibt mehr Sicherheit für alle im Alltag.

Wie wird getestet?

PCR-Tests

Personen mit Krankheits-Anzeichen oder Verdacht auf eine Corona-Infektion haben Anspruch auf einen PCR-Test. Sie sollten Kontakt zu ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder zum ärztlichen Bereitschaftsdienst aufnehmen. 

Beim PCR-Test wird ein Abstrich im Nasen-Rachen-Raum gemacht. Bei schweren Verläufen kann auch Schleim aus den unteren Atem-Wegen, zum Beispiel Luftröhre oder Bronchien, entnommen werden. Der PCR-Test wird in einem Labor ausgewertet.

Die Zeit-Dauer zwischen Test und Labor-Ergebnis beträgt etwa 24 Stunden.

Schnell-Tests und Selbst-Tests

Mit Schnell-Tests sind Antigen-Schnell-Tests gemeint. Schnell-Tests werden von medizinischem Personal und in Test-Zentren durchgeführt.

Beim Schnell-Test nimmt das Personal einen Abstrich aus der vorderen Nase oder aus dem Nasen-Rachen-Raum. Es kann auch eine Speichel- oder Gurgel-Probe sein. Dann wird der Abstrich auf einen Test-Streifen gegeben. 

Beim Selbst-Test nimmt man den Abstrich selbst vor. Genau so, wie in der Packungs-Anleitung erklärt wird. 

Wenn das Corona-Virus im Abstrich enthalten ist, verfärbt sich der Test-Streifen.

Das heißt: Das Test-Ergebnis ist positiv. Es besteht der Verdacht auf eine Corona-Infektion.

Schnell-Tests und Selbst-Tests sind nicht so teuer und das Ergebnis liegt sehr schnell vor, oft schon nach 15 Minuten. Aber diese Tests sind nicht so sicher wie ein PCR-Test. 

Achtung: Wenn ein Schnell-Test oder ein Selbst-Test ein positives Ergebnis zeigt, dann muss unbedingt ein PCR-Test gemacht werden. 

Wichtig bei Schnell-Tests und Selbst-Tests

  • Ein Schnell-Test oder ein Selbst-Test ist immer nur eine Moment-Aufnahme. Ein negatives Test-Ergebnis gibt keine absolute Sicherheit, dass man nicht mit dem Corona-Virus infiziert ist. 
  • Auch bei einem negativen Ergebnis muss die AHA+L+A-Formel beachtet werden.
  • Mit einem Selbst-Test kann man sich nicht "frei-testen" und zum Beispiel eine angeordnete Quarantäne verlassen. 
  • Ein Selbst-Test zeigt nicht, ob man schon eine COVID-19-Erkrankung überstanden hat.

Wer muss getestet werden?

In Deutschland werden folgende Personen getestet:

  • Personen mit typischen Anzeichen einer COVID-19-Infektion
  • Personen ohne Krankheits-Anzeichen, wenn sie engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten
  • Personen in Gemeinschafts-Einrichtungen, wenn dort bei einer Person eine Corona-Infektionfestgestellt wurde. Gemeinschafts-Einrichtungen sind zum Beispiel Schulen, Kitas, Geflüchteten-Unterkünfte, Not-Unterkünfte oder Justiz-Vollzugs-Anstalten.
  • Patientinnen und Patienten, Betreute und Personal in Pflege-Einrichtungen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in Reha-Einrichtungen, in Arzt-Praxen, Tages-Kliniken, Rettungs-Diensten oder Krankenhäusern, wenn dort bei Personen eine Corona-Infektion festgestellt wurde.
  • Patientinnen und Patienten und Betreute vor der Aufnahme oder Wieder-Aufnahme in medizinische Einrichtungen, in Betreuungs-Einrichtungen und Pflege-Einrichtungen, in ambulante Pflege-Dienste und Dienste der Eingliederungshilfe, in Obdachlosen-Unterkünfte und in Tages-Kliniken
  • Personen mit positivem Test-Ergebnis bei Schnell-Tests oder Selbst-Tests. Bei diesen Personen sollte ein PCR-Test zur Bestätigung durchgeführt werden. Positiv getestete Personen sollen sofort in Quarantäne gehen und das Ergebnis des PCR-Tests abwarten. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Kranken-Versicherung.

Wer wird mit einem Schnell-Test getestet?

In Deutschland werden Personen-Gruppen in vielen Einrichtungen mit Schnell-Tests getestet, auch wenn es keinen konkreten Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 gibt. Dabei gelten die Regeln des Test-Plans in der jeweiligen Einrichtung. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Kranken-Versicherung. Diese regelmäßigen Schnell-Tests betreffen vor allem:

  • Patientinnen und Patienten, Betreute und Pflege-Bedürftige in Krankenhäusern, in Pflege-Einrichtungen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in ambulanten Pflege-Diensten und Diensten der Eingliederungshilfe und in Tages-Kliniken

In vielen Einrichtungen müssen alle Besucherinnen und Besucher kurz vor dem Betreten der Einrichtung getestet werden. Das betrifft vor allem diese Einrichtungen: 

  • Krankenhäuser, Pflege-Einrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, ambulante Pflege-Dienste und Dienste der Eingliederungshilfe

In Schulen, Kitas oder Betrieben dienen Schnell-Tests schon länger als zusätzliche Sicherheits-Maßnahme.

Bürger-Tests für alle

Seit dem 8. März 2021 haben zusätzlich alle Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf mindestens einen Schnell-Test pro Woche. Die Bürger-Tests werden zum Beispiel in Test-Zentren, in vielen Apotheken, Arzt-Praxen und Test-Stellen von Rettungs- und Hilfs-Organisationen durchgeführt. Die Kosten übernimmt der Bund, also der deutsche Staat, bis zum 10. Oktober 2021.

Test-Pflicht für Reisende

Seit dem 1. August 2021 müssen alle Personen, die in Deutschland einreisen, ein aktuelles negatives Test-Ergebnis, einen vollständigen Impf-Nachweis oder einen Genesenen-Nachweis vorlegen können. 

Die Test-Pflicht gilt 

  • für alle Wege (Luftweg, Wasserweg oder Landweg) und alle Verkehrsmittel.
  • für Einreisen aus allen Reise-Ländern und allen Reise-Gebieten, nicht nur bei Einreisen aus Hochrisiko-Gebieten und Virus-Varianten-Gebieten.
  • für alle Personen ab 12 Jahren.
  • Achtung: Bei Virus-Varianten-Gebieten muss zusätzlich zum Impf-Nachweis oder Genesenen-Nachweis auch ein aktuelles negatives Testergebnis vorgelegt werden.

Was tun bei einem positiven Test-Ergebnis?

Sie haben einen Selbst-Test gemacht und ein positives Test-Ergebnis? Dann lassen Sie einen PCR-Test durchführen. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder zum Gesundheitsamt auf oder rufen die Nummer 116 117 an. Bleiben Sie zu Hause, treffen Sie möglichst keine anderen Menschen und warten Sie das Ergebnis ab!

Wenn Sie Krankheits-Anzeichen oder Kontakt zu infizierten Personen haben, machen Sie bitte keinen Selbst-Test, sondern lassen einen PCR-Test durchführen. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf oder rufen die Nummer 116 117 an.

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