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13:30 · 25. Mai 2022

Wie gefährlich sind die Virus-Varianten?

Viren verändern sich immer wieder. Das betrifft auch das Corona-Virus. Seit dem Beginn der Pandemie hat das Corona-Virus schon viele neue Varianten gebildet. Einige haben sich besonders stark und schnell verbreitet. Was sind Virus-Varianten und was bewirken sie? Ist man durch die Impfungen noch gut genug geschützt? Und was wird gegen die Verbreitung getan?

Virus-Varianten werden leichter übertragen.

Was sind Virus-Varianten?

Wenn Viren in Körper-Zellen gelangen, vermehren sie sich dort. Das heißt: Es entstehen sehr viele Kopien von einem Virus. Bei diesem Vorgang passieren immer wieder kleine Veränderungen, sozusagen Kopier-Fehler. So können sich zufällig neue Viren mit anderen Eigenschaften bilden.

Dieser Vorgang ist ganz natürlich und für alle Viren typisch. Zu diesen veränderten Viren mit anderen Eigenschaften sagt man: Virus-Varianten. Aktuelle Studien zeigen, dass sich neue Corona-Virus-Varianten mit veränderten Eigenschaften gebildet haben:

  • Einige der neuen Virus-Varianten werden leichter von Mensch zu Mensch übertragen.
  • Die Corona-Erkrankung kann schwerer verlaufen. 

Die aktuelle Virus-Variante: Omikron

Wenn eine Virus-Variante hoch ansteckend ist, breitet sie sich leichter und schneller aus. Dadurch können ältere Virus-Varianten verdrängt werden. Zurzeit ist Omikron die häufigste Virus-Variante in Deutschland.

Die Omikron-Variante breitet sich noch viel schneller aus als die bisher bekannten Virus-Varianten. Das heißt: Zurzeit stecken sich sehr viele Menschen mit Omikron an. Doch eine Infektion mit der Omikron-Variante führt viel seltener zu einem schweren Krankheits-Verlauf.

Ansteckungs-Gefahr durch die Omikron-Variante

Besonders leicht können sich Personen anstecken, die bisher nicht gegen Corona geimpft sind.

Auch Genesene und Personen mit 2 Impfungen können sich leicht mit Omikron anstecken. Etwas seltener stecken sich Personen an, die schon eine Booster-Impfung erhalten haben, also Personen mit 3 Impfungen.

Der Verlauf, die Schwere und mögliche Folgen einer Omikron-Infektion werden zurzeit erforscht. Doch die hohe Zahl der Ansteckungen ist ein großes Problem. Denn wenn sehr viele Menschen wegen einer Ansteckung nicht arbeiten können, fehlen sie an ihren Arbeitsplätzen im Krankenhaus, in den Arzt-Praxen, Schulen, Kitas und in vielen anderen wichtigen Bereichen. Auch wenn diese Menschen „nur“ in Quarantäne sind oder keine sehr starken Krankheits-Anzeichen haben. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass die Zahl der Ansteckungen möglichst klein bleibt.

Was kann ich selbst gegen die Ausbreitung von Virus-Varianten tun?

Weil die neuen Virus-Varianten so leicht übertragbar sind, muss man besonders darauf achten, Abstand zu halten, Hygiene-Regeln zu beachten und im Alltag eine Maske zu tragen. Deshalb ist es so wichtig, die AHA+A+L-Formel weiter streng einzuhalten!

Wirkt die Corona-Schutzimpfung gegen Virus-Varianten?

Der aktuelle Wissens-Stand besagt: Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützen sehr gut vor einer Erkrankung durch neue Virus-Varianten. Diese Impfstoffe schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die älteren, bekannten Virus-Varianten.

Erste Daten zur Omikron-Variante zeigen: Die Schutz-Wirkung der Impfung ist nicht so hoch wie bei der Delta-Variante. Aber: Wenn man eine Booster-Impfung hatte, dann ist man besser vor einer Erkrankung durch Omikron geschützt. Das heißt: Man kann sich zwar anstecken, aber oft gibt es keine Krankheits-Anzeichen oder keinen schweren Krankheits-Verlauf.

Die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Virus-Varianten wird ständig überprüft. Die mRNA-Impfstoffe können von den Herstellern auch an neue Virus-Varianten angepasst werden, wenn das nötig ist. Zu den mRNA-Impfstoffen gehören BioNTech/Pfizer und Moderna.

Quarantäne und Isolierung in Zeiten von Omikron

In Deutschland herrscht zurzeit die Omikron-Variante vor. Die Dauer, in der sich das Virus im Körper ausbreitet und in der eine Person ansteckend ist, ist bei Omikron aber viel kürzer als zum Beispiel bei der Delta-Variante. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Deshalb ist seit 2. Mai 2022 die Dauer für Quarantäne und Isolierung verkürzt.

Quarantäne: bei Verdacht auf eine Corona-Infektion

Sie sollten in Quarantäne, wenn Sie engen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten. Zum Beispiel, weil sich jemand aus Ihrem Haushalt mit Corona angesteckt hat. Bitte testen Sie sich selbst täglich!
Die Quarantäne dauert 5 Tage. Gezählt wird ab dem Tag, an dem die infizierte Person zuerst Krankheits-Anzeichen entwickelt hat. Wenn Sie selbst erkranken, dann müssen Sie sich isolieren.

Isolierung: wenn eine Infektion bestätigt ist

Wenn Sie positiv auf das Corona-Virus getestet wurden und nicht schwer an Corona erkranken, müssen Sie sich zu Hause isolieren. Auch dann, wenn Sie vollständig geimpft sind und keine Symptome haben. Sie dürfen andere Personen in dieser Zeit nicht besuchen und auch keinen Besuch empfangen. Bei einem schweren Verlauf werden Erkrankte im Krankenhaus isoliert.

Die Isolierung endet 5 Tage nach dem ersten positiven Test-Ergebnis. Bitte testen Sie sich auch danach weiter und bleiben so lange isoliert, bis Ihr Test-Ergebnis wieder negativ ist.

Einreise-Regeln gegen die Verbreitung von Virus-Varianten

Die Bundes-Regierung hat in der Coronavirus-Einreise-Verordnung geregelt, was bei der Einreise nach Deutschland gilt. Dazu gehören die Anmelde-, Nachweis- und Quarantäne-Pflicht sowie das Beförderungs-Verbot aus einem Virus-Varianten-Gebiet.

Hier finden Sie die aktuelle Coronavirus-Einreise-Verordnung: Zur Coronavirus-Einreise-Verordnung.

Was sind Hoch-Risiko-Gebiete?

Hoch-Risiko-Gebiete sind Risiko-Gebiete, in denen häufig Virus-Varianten auftreten, die stärker krank machen als die aktuelle Omikron-Variante. Es gibt zurzeit keine Hoch-Risiko-Gebiete.

Was sind Virus-Varianten-Gebiete?

Virus-Varianten-Gebiete sind Risiko-Gebiete mit besonderen Merkmalen: Dort haben sich Virus-Varianten verbreitet, die zur gleichen Zeit nicht in Deutschland auftreten. Und es geht von diesen Virus-Varianten wahrscheinlich ein Risiko aus. Das können Risiken von Virus-Varianten sein:

  • Die Virus-Variante wird leichter übertragen.
  • Die Ausbreitung von Infektionen wird beschleunigt.
  • Schwere Krankheits-Verläufe treten öfter auf.
  • Die Wirkung von Impfungen oder einer Immunität nach einer überstandenen Corona-Infektion ist schwächer.

Wer sich 10 Tage vor der Einreise nach Deutschland in einem Virus-Varianten-Gebiet aufgehalten hat, muss diese Einreise-Regeln beachten:

  • Vor der Einreise muss man nachweisen, dass keine Infektion mit dem Corona-Virus besteht. Nachweise sind ein negatives Test-Ergebnis oder ein ärztliches Zeugnis. Der Nachweis kann vom Reise-Unternehmen oder auch bei der Einreise-Kontrolle verlangt werden.
  • Ein Schnell-Test darf bei der Einreise höchstens 24 Stunden alt sein.
  • Ein PCR-Test darf bei der Einreise höchstens 72 Stunden (3 Tage) alt sein.
  • Der Test muss die Anforderungen von RKI erfüllen. www.rki.de/tests
  • Wichtig: Auch Genesene und Geimpfte müssen einen Test-Nachweis haben!
  • Es gilt die Anmelde-Pflicht: Alle, die aus einem Virus-Varianten-Gebiet einreisen, müssen eine digitale Einreise-Anmeldung ausfüllen und die Bestätigung bei der Einreise mitführen. www.einreiseanmeldung.de
  • Es gilt eine Quarantäne-Pflicht von 14 Tagen. Die Quarantäne kann nicht verkürzt werden. Auch nicht durch den Test-Nachweis.
  • Es dürfen nur Personen aus Virus-Varianten-Gebieten nach Deutschland befördert werden, die in Deutschland wohnen und Aufenthalts-Recht in Deutschland haben. Andere Personen dürfen nicht nach Deutschland befördert werden.

Alle Regeln und Quarantäne-Pflichten bei der Einreise aus Risiko-Gebieten gelten grundsätzlich weiterhin. Die häusliche Quarantäne endet automatisch, wenn ein betroffenes Gebiet kein Risiko-Gebiet mehr ist. Hier finden Sie eine Liste mit allen aktuellen Hoch-Risiko-Gebieten und Virus-Varianten-Gebieten.

Virus-Varianten im Überblick

Die Virus-Variante Alpha

Seit Herbst 2020 verbreitete sich die Virus-Variante Alpha [gesprochen: alfa] in Großbritannien. Im Frühjahr 2021 bestimmte Alpha die Corona-Pandemie in ganz Europa. Heute wird die Alpha-Variante in Europa nur noch selten nachgewiesen.

Die Virus-Variante Beta

Im Dezember 2020 wurde die Virus-Variante Beta in Südafrika auffällig. Danach traten auch in Europa immer mehr Infektionen mit Beta auf. Aber der Anteil war insgesamt nicht sehr hoch.

Die Virus-Varianten Delta und Kappa

Im Oktober 2020 wurde in Indien eine Gruppe von neuen, sehr ansteckenden Virus-Varianten entdeckt. Dazu gehören Kappa und Delta. Für Europa wurde damals die Virus-Variante Delta als »besorgnis-erregende Variante« bezeichnet. Der Grund dafür war, dass sich Delta sehr schnell verbreitete.Denn Delta war noch ansteckender als Alpha. Das zeigte sich vor allem in Großbritannien. Auch in Deutschland hatte sich diese Variante stark ausgebreitet.

Heute weiß man: Mit einer vollständigen Impfung besteht ein sehr guter Schutz vor schweren Krankheits-Verläufen durch Delta.

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