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13:00 · 6. Juli 2022

Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfstoffe

In sehr kurzer Zeit wurden verschiedene Impfstoffe gegen COVID-19 entwickelt. Welche Impfstoff-Arten werden zurzeit verwendet? Wie wirken sie? Wie sicher sind die Impfstoffe und warum gibt es Booster-Impfungen?

So wirksam und sicher sind die Impfungen.

Wie funktioniert der Impfschutz gegen Corona?

Die meisten der heute bekannten Impfstoffe gegen COVID-19 arbeiten mit Anti-Genen. Das sind kleine Teile, die auch im Corona-Virus enthalten sind. Wenn wir geimpft werden, lösen die Anti-Gene eine Schutz-Reaktion unseres Immun-Systems aus. Diese Schutz-Reaktion wird im Körper gespeichert. Bei einem Kontakt mit dem Corona-Virus wird die Schutz-Reaktion dann wieder ausgelöst. Dazu sagt man Immun-Antwort.

Inzwischen gibt es auch einen „Tot-Impfstoff“ von Novavax. Tot-Impfstoff bedeutet: Die Teile des Impfstoffs, die in unserem Körper die Schutz-Reaktion auslösen, können sich nicht vermehren. Diese Erreger werden im Labor hergestellt. Das Verfahren der Tot-Impfstoffe gibt es bei vielen anderen Impfstoffen schon lange, zum Beispiel bei der Grippe-Schutzimpfung.

Sind die Impfstoffe sicher?

Die Impfstoffe gegen Corona wurden in sehr kurzer Zeit entwickelt und zugelassen. Aber: Die strengen Gesetze für die Zulassung von Impfstoffen werden trotzdem eingehalten!

Ein Impfstoff kommt erst dann auf den Markt, wenn er 3 Prüfstufen bestanden hat. Auch danach werden die Verträglichkeit, die Wirksamkeit und die Sicherheit ständig beobachtet. Dabei geht es vor allem um Impf-Reaktionen und um Nebenwirkungen.

Die Beobachtungs-Ergebnisse werden in vielen Ländern gesammelt und ausgewertet. Dafür sind nicht die Hersteller der Impfstoffe zuständig, sondern unabhängige Stellen. In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) dafür zuständig.

Wie gut schützen die Impfungen vor COVID-19?

Die Corona-Schutzimpfung kann sehr viele Corona-Infektionen und daraus folgende Erkrankungen verhindern. Für den Impfstoff von BioNTech/Pfizer [gesprochen: Beion-teck-feiser] hat man zum Beispiel ausgerechnet, dass von 100 geimpften Personen nur etwa 5 Personen erkranken.

Das bedeutet: Geimpfte Personen werden sehr wahrscheinlich nicht krank oder haben einen leichteren Krankheits-Verlauf, wenn sie mit dem Corona-Virus in Kontakt kommen. Man weiß aber nicht genau, wie lange der Impfschutz anhält. Deshalb müssen Sie auch nach der Impfung weiterhin alle Abstands- und Hygiene-Regeln einhalten! 

Impfungen schützen nicht nur geimpfte Menschen selbst, sondern auch andere: Denn vollständig geimpfte Menschen übertragen das Corona-Virus nur selten.

Ab wann sind Geimpfte wirklich geschützt?

Geimpfte Menschen sind dann geschützt, wenn ihr Immun-System eine ausreichende Schutz-Reaktion aufgebaut hat. Bei allen Impfstoffen, die zurzeit in der EU zugelassen sind, ist der Impfschutz nach 2 Impfungen vollständig.

Diese Zeit-Abstände gelten zwischen der 1. und der 2. Impfung:

  • Novavax: 3 Wochen
  • BioNTech/Pfizer [gesprochen: Beion-teck-feiser]:  6 Wochen
  • Moderna: 4 bis 6 Wochen
  • Johnson & Johnson [gesprochen: dschonsen änd dschonsen]: 4 Wochen

Mehr Schutz mit der Booster-Impfung

Mit der Booster-Impfung wird der Impfschutz wieder erhöht, wenn die 2. Impfung etwa 3 Monate zurückliegt. Die Ständige Impf-Kommission (STIKO) empfiehlt allen Personen ab 12 Jahren eine Auffrischungs-Impfung oder Booster-Impfung.

Die Booster-Impfung ist eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff: entweder von BioNTech/Pfizer oder von Moderna. Für die Wirksamkeit und Sicherheit der Booster-Impfung ist es nicht entscheidend, mit welchem Impfstoff man vorher geimpft wurde. Der Impfstoff von Moderna wird jedoch nur noch für Personen ab 30 Jahren empfohlen.
Schwangere sollten als Booster-Impfung immer den Impfstoff von BioNTech/Pfizer erhalten. Egal, mit welchem Impfstoff sie vorher geimpft wurden.

Bei den meisten Menschen ist die Booster-Impfung die 3. Impfung. Genesene Personen, die nur eine Impfung für ihren vollständigen Impfschutz erhalten haben, erhalten die Booster-Impfung etwa 6 Monate nach ihrer 1. Impfung. Für viele genesene Personen ist die Booster-Impfung also die 2. Impfung.

Menschen über 70 Jahre sollten eine 2. Booster-Impfung erhalten. Das gilt auch für Menschen, die in Pflege-Einrichtungen wohnen oder dort arbeiten. Mehr über die Booster-Impfung erfahren Sie hier.

Der Impfschutz nach einer Booster-Impfung setzt nach etwa 7 bis 12 Tagen ein. Als „geboostert“ [gesprochen: ge-buhstert] gilt man aber schon ab dem Tag der Booster-Impfung.

Was ist mit Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen, also gesundheitliche Schäden durch eine Impfung sind sehr selten! Hierbei geht es um Schäden, die viel stärker sind und viel länger dauern als die normalen Impf-Reaktionen. 

Sehr selten bedeutet: Von 10.000 [10 Tausend] geimpften Personen erkrankt eine Person an einer Nebenwirkung der Impfung.

Bei neuen Impfstoffen ist es aber möglich, dass sehr seltene Nebenwirkungen erst nach längerer Zeit erkannt werden. Weil erst dann genügend Beobachtungs-Ergebnisse vorhanden sind.

Bei den Corona-Schutzimpfungen wurden sehr selten schädliche Nebenwirkungen beobachtet. 

Ein Verdacht auf eine schädliche Nebenwirkung der Impfung muss von Ärztinnen oder Ärzten an das Gesundheits-Amt gemeldet werden! Bitte informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung haben.

Nebenwirkungen können auch über diese Internet-Seite gemeldet werden.

Impf-Reaktionen sind keine Nebenwirkungen!

Sie haben nach der Impfung Beschwerden? Oder Sie haben von anderen Menschen gehört, dass sie sich nach der Impfung krank gefühlt haben? 

Das ist keine Nebenwirkung, sondern ein gutes Zeichen! Das Immun-System beginnt zu arbeiten und sorgt dafür, dass sich die Schutz-Reaktion gegen eine Corona-Infektion aufbaut.

Welche Impf-Reaktionen können auftreten?

Die folgenden Zahlen betreffen Personen, die mit mRNA-Impfstoffen [hier Sprungmarke zu „Welche Impfstoffe gibt es?“] geimpft wurden. Die genannten Impf-Reaktionen dauern bei den meisten Personen etwa einen Tag. 

Von insgesamt 100 geimpften Personen haben

  • 80 Personen: Schmerzen an der Einstich-Stelle
  • 60 Personen: Müdigkeit
  • 50 Personen: Kopf-Schmerzen
  • 30 Personen: Muskel-Schmerzen
  • 30 Personen: Frösteln, Kälte-Gefühl
  • 20 Personen: Gelenk-Schmerzen
  • 10 Personen: Fieber

Bei dem neuen Tot-Impfstoff von Novavax wurden ähnliche Impf-Reaktionen festgestellt: Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf-Schmerzen, Muskel-Schmerzen oder Gelenk-Schmerzen.

Welche Impfstoffe gibt es?

Es gibt 3 Grund-Typen von Impfstoffen:

1.     Impfstoffe mit Vektor-Viren

Hier werden Vektor-Viren als Anti-Gene benutzt. Vektor-Viren sind für den Menschen harmlos. Beim Impfen tragen diese Vektor-Viren kleine, unschädliche Teile des Krankheits-Erregers in den Körper. Das Immun-System reagiert darauf mit einer Schutz-Reaktion.

2.     Tot-Impfstoffe

Die Tot-Impfstoffe enthalten als Anti-Gene tote Krankheits-Erreger oder künstlich hergestelltes Virus-Material. Diese Stoffe können sich nicht selbst vermehren und sind unschädlich. Bei der Impfung lösen sie aber eine Immun-Reaktion aus.

Für die Corona-Schutzimpfung ist zurzeit der Tot-Impfstoff von Novavax zugelassen.

3.     mRNA/DNA-Impfstoffe 

Diese Impfstoffe enthalten keine fertigen Anti-Gene, sondern eine »Bau-Anleitung« für Anti-Gene. Diese Bau-Anleitung ist gespeichert in der mRNA, einem Teil der Erb-Information von Viren.

Nach der Impfung stellen menschliche Körperzellen aus der mRNA selbst die Anti-Gene her. Diese Anti-Gene sind keine vollwertigen Corona-Viren, also ungefährlich. Aber sie reichen aus, damit das Immun-System arbeitet und die Schutz-Reaktion ausgelöst wird. 

Zu den mRNA-Impfstoffen gehören die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna. Der Impfstoff von Moderna wird nur noch für Personen ab 30 Jahren empfohlen. Schwangere sollten nur den Impfstoff von BioNTech/Pfizer erhalten.

Impfungen und Impfstoffe für Kinder

Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren können mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer geimpft werden. Auch die Booster-Impfung wird mit diesem Impfstoff empfohlen.

Die Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren soll 3 bis 6 Monate nach der 2. Impfung erfolgen.

Seit dem 26. November 2021 ist auch der Kinder-Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren zugelassen. Es gibt aber keine Impf-Pflicht für Kinder und Jugendliche.

Die Impfungen für Kinder sind gut verträglich und sicher. Aktuelle Studien zeigen, dass die meisten Impf-Reaktionen und andere Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer sind und einige Tage nach der Impfung nachlassen.

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