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Live-Talk
11:05 · 3. Februar 2021

Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung im Livestream

In der Fortsetzung der Veranstaltung vom 5. Dezember 2020 diskutierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 9. Januar 2021 gemeinsam mit den Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Prof. Klaus Cichutek, und des RKI, Prof. Lothar H. Wieler, weitere Fragen zur Corona-Schutzimpfung. Dieses Mal nahm auch Prof. Thomas Mertens für die STIKO teil.

Zusammen gegen Corona Live - Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung (09.01.2021)

Im Livestream „Zusammen gegen Corona – Ihre aktuellen Fragen zur Corona-Schutzimpfung“ zeigte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zufrieden mit dem Start der bundesweiten Corona-Schutzimpfung:

„Wir haben den Weg raus aus der Pandemie begonnen.“

Eine Erfolgsgeschichte wie die Corona-Schutzimpfung habe es bisher noch nicht gegeben. Gleichzeitig warb er um Verständnis für die Rechtsverordnung zur Impfreihenfolge, die auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) basiert. Diese müsse eingehalten werden, bis für alle Bürgerinnen und Bürger ausreichend Impfstoff vorhanden sei. Das Impfvorgehen erfordere bundesweit, europaweit und global eine hohe Solidarität.

Neben dem Minister beantworteten drei namhafte Wissenschaftler  die zahlreichen Fragen von Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern, die seit dem 5. Januar 2021 über die Webseite www.zusammengegencorona.de/live eingereicht worden waren: Prof. Dr. Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Prof. Dr. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) und Prof. Dr. Mertens, Vorsitzender der STIKO.

Die Experten pflichteten dem Minister bei, dass die Ärztinnen und Ärzte sowie die Apothekerinnen und Apotheker erste Anlaufstellen für die Bevölkerung sind, wenn es um die Aufklärung und Impfbereitschaft geht. Dass bisher bereits 500.000 Personen in Deutschland geimpft wurden ist das Ergebnis der professionellen Planung und Organisation aller Beteiligten. Dafür dankte der Minister allen Verantwortlichen. Große Zufriedenheit äußerte Professor Cichutek über die bereits heute genehmigten sicheren Impfstoffe, die verwendet werden. Professor Wieler erinnerte daran, dass trotz des Impfstarts weiterhin Kontaktbeschränkungen geboten seien.

Das Paul-Ehrlich-Institut leistet durch kontinuierliche Prüfung einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherheit der Corona-Impfstoffe. Die STIKO greift auf umfangreiche wissenschaftliche Daten zurück für ihre Empfehlung der Impfreihenfolge, so Prof. Mertens. Die Priorisierung der STIKO orientiere sich nicht an der Wertschätzung einzelner Bevölkerungs- oder Berufsgruppen, sondern ausschließlich an wissenschaftlichen Daten. Die Bundesregierung habe die von der STIKO vorgeschlagenen sechs Gruppen zu vier Gruppen zusammengefasst. Der Vorsitzende der STIKO wies darauf hin, dass die Empfehlungen einer steten Überprüfung unterliegen, die sich zeitnah an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus aller Welt orientiert.

Impfgruppen Einblendung

Großes Verständnis äußerten die Podiumsteilnehmer für den Wunsch der Hausärztinnen und –ärzte, sich vor der Corona-Infektion zu schützen. Daher seien sie in der Gruppe 2 der Impfreihenfolge auch entsprechend hoch priorisiert. Die Experten versicherten, dass alle Fragen zum Impfschutz umfassend beantwortet werden, sobald weitere Studienergebnisse vorliegen.

„Schutz kann nur wissenschaftlich basiert sein“, so der Minister.

Die klinischen und außerklinischen Untersuchungen dienen auch der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bei der Zulassungsprüfung von Impfstoffen als Grundlage. Sie unterliegen höchster Prüfungsqualität. „Die Qualität stimmt“ versicherte Professor Cichutek und warb zugleich für die Nutzung der Corona-Warn-App und der APP SafeVa2.0 des Paul-Ehrlich-Instituts, mit denen die Datenbasis weiter vergrößert werden kann. Professor Wieler verwies auf die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und der Solidarität auch über das eigene Land hinaus, da die Corona-Pandemie die ganze Welt massiv betrifft. 

Der Bundesgesundheitsminister erläuterte, dass zum aktuellen Stand 12 Millionen Dosen der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna als Teil der insgesamt 40 Millionen über EU-Verträge und für Deutschland gekauften Volumina zur Verfügung stehen. Jens Spahn setzt sich persönlich für eine Steigerung der Produktionskapazitäten ein und ist optimistisch, dass diese zeitnah gelingt. Mit der aktuellen Beschaffungsstrategie trägt das Bundesgesundheitsministerium dafür Sorge, dass auch im Falle einer nötigen Nachimpfung zu einem späteren Zeitpunkt ausreichend Impfstoff vorhanden ist.

Die Experten betonten, dass zwei Impfungen vom gleichen Impfstoff pro Person notwendig sind, um einen längerfristigen Impfschutz zu gewährleisten. Eine Wahlmöglichkeit des Impfstoffs durch die Patientinnen und Patienten schließt der Bundesgesundheitsminister aktuell aus. Das Intervall zwischen den Impfungen ist 21 Tage (Impfstoff von BioNTech) bzw. 28 Tage (Impfstoff von Moderna). Die Wirksamkeit der Impfung setzt 10 bis 14 Tage nach der zweiten Impfdosis ein, wobei über den Langzeiterhalt bisher noch nicht ausreichend Daten vorliegen. Aus einem Fläschchen des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer/BioNTech können nach aktuellen Erkenntnissen unter den richtigen Umständen sechs Impfdosen mit 0,3 ml gezogen werden. Derzeit gib es keine Produktempfehlung für bestimmte Personengruppen. Eine Kombination unterschiedlicher Impfstoffe ist auf keinen Fall zu empfehlen. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet, dass im Sommer 2021 ein Impfangebot für alle Interessierten in der Bundesrepublik möglich ist. Dies kann mit weiteren Zulassungen erreicht werden, die sich aktuell in der Prüfung befinden. Für die Zukunft stellte er in Aussicht, dass die Impfung auch in Arztpraxen erfolgen wird, jedoch nicht in Apotheken. Der Minister baut auf die Bereitschaft der Praxen und Apotheken, die Pandemiebekämpfung zu unterstützen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Ebenso setzt er auf eine große Impfbereitschaft der Bevölkerung. Mit Blick auf die Grippeinfektionen sind laut Professor Wieler erfreulicherweise aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen (AHA+A+ L) weniger Atemwegserkrankungen in diesem Winter zu verzeichnen. Dennoch mahnte der Präsident des RKI: „Wir müssen nach wie vor achtsam sein“, und ermutigte zur Grippeimpfung.

Die Experten waren sich einig, dass Kommunikation und Aufklärung entscheidend sind, um die Impfbereitschaft zu steigern. Sie erwarten vom medizinischen Personal, sich selbständig und umfassend zur Corona-Schutzimpfung zu informieren und verlässliche Informationen an die Patientinnen und Patienten weiterzugeben. Das Bundesgesundheitsministerium unterstützt mit der bundesweiten Kampagne „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lobte die gute Zusammenarbeit der Wissenschaft, auf die sich die Politik verlassen kann. „Ich kann nur appellieren, dass wir uns vertrauen auf diesem Weg „raus“, der begonnen ist“, so der Minister. Er sei sich bewusst, dass die Situation für alle herausfordernd und eine nationale Kraftanstrengung ist.

Kontinuierlich aktualisierte Daten über die Impfstoffe, die Impfwirkung, Verträglichkeit und Nebenwirkungen sowie über die Impfdosis werden auf den Webseiten www.zusammengegencorona.de,  www.pei.dewww.rki.deundwww.stiko.de zur Verfügung gestellt. Aktuelle Hinweise zum Coronavirus sind über die Telefonnummer 116 117 abrufbar. 

Dem Livestream folgten mehrere tausend Zuschauerinnen und Zuschauer über die Kanäle des Bundesgesundheitsministeriums sowie über private und öffentlich-rechtliche Online-Sendekanäle. 

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