Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
15:10 · 12. Oktober 2021

Studieren in Zeiten der Corona-Pandemie

Nach Monaten der Online-Lehre können an vielen Hochschulen Studierende und Lehrkräfte wieder schrittweise zu Praxislehrveranstaltungen zusammenkommen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie auch bei der Rückkehr an die Universität vor Ort gesund bleiben.

Studieren während der Corona-Pandemie

Durch Corona werden auch Universitäten und Hochschulen vor eine Vielzahl besonderer Herausforderungen gestellt und müssen flexibel auf den Pandemie-Verlauf reagieren. Bei hohen Infektionszahlen finden der komplette Universitätsalltag –  Seminare, Vorlesungen etc. – online statt. Mit sinkenden Corona-Fallzahlen kehrt das Leben in die Universitäten zurück: Die Bibliotheken öffnen wieder, die Mensa bietet wieder Speisen an, Angebote des Hochschulsports und immer mehr Lehrveranstaltungen in Präsenz können stattfinden.

Digitale Formate können Lehre in Präsenz nicht vollwertig ersetzen. Deshalb finden an den Hochschulen unter Einhaltung der Corona-Regeln mittlerweile wieder Lehrveranstaltungen – vor allem kleinere Seminare und Übungen – vor Ort statt. Teilweise werden Lehrveranstaltungen auch als Hybrid angeboten. Das bedeutet, dass es den Studierenden freisteht, ob sie vor Ort in der Hochschule oder online an der Veranstaltung teilnehmen. Um den Universitätsalltag online, hybrid oder in Präsenz gut zu meistern, ist es wichtig, dass wir auf uns und andere Acht geben, die Corona-Regeln einhalten und uns gut strukturieren. Damit das gelingt, gibt es ein paar Dinge zu beachten. 

 

1. Mit der 3G-Regel zur Präsenzlehre

Die Grundlage einer Teilnahme an Präsenzveranstaltungen ist die 3G-Regel. 3G bedeutet geimpft, genesen oder getestet. Nur Personen, die entweder genesen und/oder geimpft sind oder bei denen ein aktueller negativer Corona-Test vorliegt, können an Lehrveranstaltungen vor Ort teilnehmen, Als Nachweis für eine vollständige Impfung kann entweder der digitale Impfnachweis, der gelbe Impfpass oder das Ersatzformular zur Bescheinigung der Impfung genutzt werden. Der Nachweis über eine Genesung erfolgt über die Dokumentation des positiven PCR-Testergebnisses. Liegt diese nicht mehr vor, kann man sie sich neu ausstellen lassen. Dieser PCR-Test darf maximal sechs Monate alt sein und muss mindestens 28 Tage zurückliegen. Der negative Testnachweis ist auf Papier oder in einem elektronischen Dokument nachzuweisen. Wie streng die Regelung ausgelegt und wie sie kontrolliert wird, entscheiden die Universitäten selbst. Es gibt Hochschulen an denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor jeder Lehrveranstaltung die Impf-, Genesenen- oder Testnachweise der Studierenden überprüfen. An anderen Hochschulen werden die Nachweise am Gebäudeeingang stichprobenartig kontrolliert. Allgemein gilt nach wie vor: Wenn Sie sich krank fühlen, bleiben Sie unbedingt zu Hause und vermeiden Sie Kontakt zu anderen Personen.

2. Sicher studieren an der Hochschule

Einhalten der AHA+ L-Formel

Die wichtigste Grundregel zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist in der AHA+ L-Formel enthalten: An der Hochschule ist es wichtig, Abstand zu anderen Kommilitoninnen und Kommilitonen oder zu Lehrenden zu halten (mindestens 1,5 Meter), die geltenden Hygieneregeln zu beachten –  Husten, Niesen in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch und gründliches Händewaschen –, eine medizinische Maske zu tragen und Seminar- oder Arbeitsräume, Labore etc. regelmäßig zu lüften. Mehr Informationen zur AHA+ L-Formel finden Sie hier.

Corona-Warn-App

Mit der Corona-Warn-App können Menschen anonym und schnell darüber informiert werden, wenn sie sich in der Nähe einer mit dem Coronavirus infizierten Person aufgehalten haben. Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto schneller können Infektionsketten durchbrochen werden. In Kombination mit der AHA-Formel trägt die App somit zusätzlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Informationen zur Corona-Warn-App finden Sie auch hier.

Corona-Schutzimpfung

Die Corona-Schutzimpfung bietet den bestmöglichen Schutz vor einer Corona-Infektion bzw. einer COVID-19-Erkrankung und damit die Möglichkeit, eine vollständige Rückkehr zum Präsenzbetrieb zu realisieren. Einige Universitäten haben ihren Studierenden ein Impfangebot machen können oder vermitteln Impftermine zu Arztpraxen. Informieren Sie sich dafür direkt bei Ihrer Hochschule. Neben dem Impfangebot an Hochschulen können Sie sich auch in Arztpraxen informieren, ob es freie Termine für die Corona-Schutzimpfung gibt. Einige Impfzentren bleiben außerdem auch über den 30. September 2021 hinaus in Betrieb und viele niedrigschwellige Impfangebote ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Impfung. Hier finden Sie außerdem Informationen zu verschiedenen Impfaktionen und mobilen Impfangeboten in Ihrer Nähe. Lassen Sie sich impfen und schützen Sie so sich und Ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen. Nehmen Sie vor allem auch die Zweitimpfung wahr. Nur so erlangen Sie einen vollständigen Impfschutz. Mehr Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

Sicheres Lernen und Arbeiten in Gruppen

Lern- und Arbeitsgruppen sind ein wesentlicher Bestandteil des Alltags im Studium. Versuchen Sie, sich, wenn möglich, immer mit derselben Person oder Kleingruppe zum Lernen oder für Gruppenarbeiten zu treffen. Informieren Sie sich über aktuelle Regelungen zu Hygienevorschriften, Öffnungszeiten der Bibliothek oder Mensa etc. auf der Website Ihrer Hochschule, wenn Sie sich vor Ort treffen.

Generell gilt: Alle nicht notwendigen Kontakte sollten auf ein Minimum reduziert werden. Die oben beschriebenen Verhaltensregeln der AHA+L+A-Formel helfen dabei, das Infektionsrisiko bei persönlichen Treffen möglichst gering zu halten. Wägen Sie ab, ob das Zusammenkommen vielleicht auch digital oder telefonisch stattfinden kann. 

3.  Gute Organisation an Lerntagen zuhause

Um Kontakte möglichst gering zu halten, ist es sinnvoll, auch Lerntage zuhause einzulegen. Beim Studieren zuhause ist es besonders wichtig, die eigene Arbeit gut zu strukturieren. Reflektieren Sie Ihre Lernweise und finden Sie heraus, wie Ihnen die Selbstorganisation am besten gelingt. Erstellen Sie beispielsweise wöchentlich eine Übersicht mit allen To-Dos und dazugehörigen Deadlines und ordnen Sie all diese Aufgaben nach Priorität. Notieren Sie sich alle Termine mit dem jeweiligen Lernort, beispielsweise im Kalender des eigenen Smartphones mit Erinnerungsfunktion.

Um die Lerntage zuhause optimal zu nutzen, planen Sie sich zwischen den (Video-) Vorlesungen gezielt Zeiten für die Vor- und Nachbereitung eines Moduls sowie für Pausen ein. Es ist auch hilfreich, einen festen Lernort zu definieren. Selbst in einem kleinen WG-Zimmer sollten Sie – wenn möglich – eine klare Abtrennung schaffen zwischen dem Bereich, in dem Sie lernen und dem Bereich, in dem Sie sich entspannen. Lernen Sie daher möglichst nicht in Ihrem Bett oder auf der Couch, sondern verwandeln Sie Ihren Schreibtisch in einen gemütlichen Lernbereich, in dem Sie sich wohlfühlen. Tücher, Pflanzen oder Möbelstücke können bei der räumlichen Abtrennung helfen.

Finden Sie heraus, welche Methoden Ihnen am besten helfen, Ihr Studium zuhause gut zu organisieren. So sparen Sie Zeit und lernen vieles über Ihre eigenen Lernpräferenzen, was auch in zukünftigen Lebensabschnitten hilfreich sein kann. 

4. Sicher am Hochschulsport teilnehmen

Bei niedrigen Fallzahlen kann der Hochschulsport stattfinden. Nutzen Sie vor allem Sportangebote, die im Freien stattfinden. Sport und Bewegung sorgen für Abwechslung im Alltag und können helfen, sich während Lernphasen besser zu konzentrieren. Informationen dazu, wie Sie auch während der Corona-Pandemie fit bleiben, finden Sie hier.

5. Unterstützung von Ihrer Hochschule oder dem Studierendenwerk

Wenden Sie sich bei Sorgen oder Unklarheiten an eine Ansprechperson Ihrer Universität, des Instituts oder Fachbereichs und bitten Sie um telefonische Beratung. Wenn Sie sich Unterstützung bei psychischen Herausforderungen oder studienbedingten Problemen wünschen, bieten viele Studierendenwerke psychotherapeutische und psychosoziale Beratungen an. Hier finden Sie außerdem hilfreiche Tipps, wie sie mit Unsicherheit und Sorgen im Alltag umgehen können.

Viele Studierende stellt die Corona-Pandemie auch finanziell vor große Herausforderungen. Um Sie in dieser Situation zu entlasten, stellt der Bund verschiedene Unterstützungsprogramme bereit. Unterstützungsmöglichkeiten sowie Informationen zu BAföG während der Corona-Pandemie erhalten Sie hier.

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