Bundesministerium für Gesundheit
Live-Talk
13:38 · 4. Juni 2021

Live-Diskussion „Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn appellierte im Livestream am 5. Dezember an den Gesundheitssektor, zu einer positiven Impfstimmung beizutragen. Fachliche Fragen beantworteten der Präsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar Wieler, und der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Prof. Dr. Cichutek.

Zusammen gegen Corona Live - Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung (05.12.2020)

„Wir brauchen eine hohe Impfbereitschaft und wir brauchen große Unterstützung von allen im Gesundheitssektor Tätigen“, appellierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die mehr als 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauer des Livestreams „Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung“ aus dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Der Minister stellte klar, dass die bald startende bundesweite Impfung eine hohe logistische und kommunikative Herausforderung ist, die mit der Unterstützung der Ärztinnen und Ärzte erfolgreich und effizient gemeistert werden kann. Um das Ziel zu erreichen, 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen, ist eine umfassende Informationskampagne geplant.

Im Vorfeld zur Sendung waren über 2.000 Fragen über die Website ZusammengegenCorona.de eingegangen. Diese wurden live von Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), und von Prof. Dr. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), unter Moderation von Dr. Julia Kropf beantwortet. Aus den Fragen wurde der große Informationsbedarf der praktizierenden Ärztinnen und Ärzte rund um die Impfung deutlich, der sich auf medizinische Fragen zum Impfstoff und der Impfwirkung über Fragen zur Impfreihenfolge bis hin zur Impflogistik in den Impfzentren erstreckte.

Wieler stellte klar, dass jede und jeder einzelne es selbst in der Hand hat, sich und andere vor der Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen und so zu vermeiden, dass sich die Pandemie ausbreitet und weitere Todesopfer fordert.

„Je mehr geimpft werden, desto weniger schnell kann sich das Virus ausbreiten. Uns gelingt das!“ zeigte sich der RKI-Präsident überzeugt.

Um die Gefahr der Übertragung zu reduzieren sei nach wie vor der Schutz vor der Verbreitung des Virus über die Ausscheidungen der Atemwege maßgeblich: Die Formel AHA+L „Abstand halten + Hygiene + Alltag mit Maske + Lüften“ ist aus Sicht des Mediziners zentral.

Cichutek, der auf die medizinisch-wissenschaftlichen Fragen zum Virus und der Impfwirkung einging, mahnte, dass der Schutz der Allgemeinheit und der eigene Schutz gleichberechtigt betrachtet werden müssen. Aus Sicht des Paul-Ehrlich-Institut-Präsidenten gewährleistet die in Europa zentralisierte Zulassung Qualität und Sicherheit. Durch die geballte Fokussierung auf die sogenannte RNA-Technologie zur Entwicklung eines neuen Impfstoffs sei nun erfolgreich eine Methode gefunden worden, mit der im Körper mithilfe von Messenger-RNA (RNA - Ribonucleic acid, auf Deutsch Ribonukleinsäure) schützende Antigene gebildet werden. Eine Modifikation des Erbguts kann ausgeschlossen werden. Testungen an mehr als 20.000 Personen deuten auf keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hin. Sicher ist, dass der Impfstoff intramuskulär injiziert werden muss, um wirksam zu sein.

Umfassende Daten zu Studienergebnissen stehen auf den Websiten des Paul-Ehrlich-Instituts, des Robert-Koch-Instituts und des European Union Clinical Trials Register zur Verfügung. Die in Kürze erwarteten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der europäischen Arzneimittelagentur bringen für alle praktizierenden Ärztinnen und Ärzte Klarheit, etwa zur Impfreihenfolge und der Bestimmung von Risikopatientinnen und -patienten. 

Bundesgesundheitsminister Spahn sicherte den Ärztinnen und Ärzten weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung für ihr medizinisches Personal und ihre Patientinnen und Patienten in einer flächendeckenden Kampagne zu. 

Der Minister erwartet, dass die im Gesundheitswesen Tätigen eine positive Impfstimmung mitbringen. Eine Impfpflicht schließt er kategorisch aus. Die Haftungsfrage bei der Impfung unterscheidet sich nicht von anderen empfohlenen Schutzimpfungen. Die Wirksamkeit der Impfung wird bundesweit wissenschaftlich mit anonym erhobenen Daten zur Verträglichkeit begleitet. Dabei kann die elektronische Patientenakte gute Dienste leisten.

Die Impfung sei ein Akt der Solidarität. Darüber waren sich der Minister und die Wissenschaftler einig. Sie mahnten zur Umsicht:

„Die Solidarität hört nicht auf, wenn ich geimpft bin. Ich könnte das Virus immer noch weitergeben.“

Das gilt umso mehr, da die Dauer des Impfschutzes noch unbekannt ist. Solidarität ist auch gefragt bei der Impfreihenfolge, da es zunächst nicht für alle einen Impfstoff geben wird. Durch die Errichtung von Impfzentren sollen die Arztpraxen entlastet und die logistische Herausforderung in der Startphase vereinfacht werden. Minister Spahn mahnte, die wissenschaftlichen Daten zum Zulassungsprozess nicht mit emotionalen Fragen aufzuweichen.

Die volkswirtschaftlichen Langzeitfolgen der Pandemie müssen im Blick behalten werden. Der Bundesgesundheitsminister ist davon überzeugt, dass der Impfstoff entscheidend ist, um den Kampf gegen die Pandemie zu gewinnen – und das nicht nur in Deutschland, sondern in Europa und der Welt. 

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