Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
10:00 · 26. November 2021

Wann muss ich in Quarantäne, wann in Isolierung?

Was ist der Unterschied zwischen einer Quarantäne und einer häuslichen Isolierung? Und wie sollten Sie sich verhalten, wenn Sie den Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung haben oder ein Verdachtsfall bei einer Ihrer Kontaktpersonen besteht? Hier erfahren Sie, welche Regeln jeweils gelten.

Bleiben Sie bei einer Erkrankung zuhause.

Unterscheidung: Quarantäne und Isolierung

Eine Quarantäne und eine Isolierung sind nicht das gleiche – auch wenn beides bedeutet, dass kein Kontakt zu anderen Personen stattfinden sollte, um diese nicht durch eine mögliche Corona-Infektion einem Ansteckungsrisiko auszusetzen. Eine Quarantäne ist immer dann erforderlich, wenn nicht sicher ist, ob sich eine Person angesteckt hat, etwa bei Kontakt mit einer oder einem Infizierten (oder nach Rückkehr aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet). Die Inkubationszeit von COVID-19 – das heißt, die Zeit zwischen Infektion und den ersten Krankheitszeichen – beträgt in den meisten Fällen fünf bis sechs Tage, kann aber auch bis zu 14 Tage andauern. Während dieser Zeit kann ein Übertragungsrisiko vorliegen. Die Ansteckungsfähigkeit ist in der Zeit kurz vor und nach Symptombeginn am größten, besteht allerdings auch beim Fehlen sämtlicher Symptome. 

Daher erfolgt in der Regel eine 14-tägige Isolierung für Personen, bei denen das Coronavirus bereits nachgewiesen wurde, also das Testergebnis positiv ausfällt. Wenn keine Krankheitszeichen auftreten oder die Erkrankung leicht verläuft, können die Patientinnen und Patienten zuhause isoliert werden (häusliche Isolierung). Bei einem schweren Verlauf erfolgt die Isolierung im Krankenhaus. Die Beendigung der Isolierung ist erst möglich, wenn sicher ist, dass die Patientin oder der Patient keine anderen Menschen mehr anstecken kann: Bei einem leichten Verlauf sollten mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit beziehungsweise nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung vorliegen sowie ein negativer Antigen-Test. Bei schweren Verläufen oder für Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen wird für die Aufhebung der Isolierung eine PCR-Testung empfohlen.

Für enge Kontaktpersonen gilt eine 10-tägige Quarantäne, diese kann auf sieben Tage mit Antigen-Schnelltest oder fünf Tage mit PCR-Test jeweils am letzten Tag verkürzt werden. Die Quarantäne endet dann bei Vorliegen eines negativen Testergebnisses. Ein Selbstmonitoring sollte bis zum 14. Tag nach der letzten Exposition fortgesetzt werden.

Die Ausnahme von der Quarantäne gilt  für Personen, die vollständig geimpft oder in den letzten sechs Monaten eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion überstanden haben („Genesene“) und keine COVID-19-Symptome aufweisen. Bis zum 14. Tag nach der letzten Exposition zu dem SARS-CoV-2-Fall sollte auch hier ein Selbstmonitoring erfolgen. 

Bei Kontakt zu Infizierten mit besorgniserregenden Coronavirus-Varianten oder der Einreise aus einem Virusvariantengebiet gilt die Quarantäne auch für vollständig Geimpfte sowie Genesene. Ausnahmen von der  Einreisequarantänepflicht bei Voraufenthalt in Virusvariantengebieten bestehen in sehr begrenztem Rahmen und sind hier zu finden.

Was tun, wenn ich mich krank fühle?

Wenn Sie selbst Symptome verspüren, melden Sie sich telefonisch bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 oder bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt. Auf Basis der ärztlichen Beurteilung Ihrer Situation und Ihres Zustands wird entschieden, ob und wann ein Test erfolgt. 

Bleiben Sie, abgesehen von notwendigen Arztbesuchen, die telefonisch abgestimmt werden sollten, bei Symptomen möglichst zuhause und achten Sie auf die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln befolgen und im Alltag Maske tragen. 

Bei Symptomen Kontakte reduzieren

Solange Ihr Testergebnis nicht vorliegt, sind Sie, Ihre Haushaltsmitglieder und auch Ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen, mit denen Sie in letzter Zeit direkten Kontakt hatten, nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben – es sei denn das Gesundheitsamt hat dies angeordnet. Dennoch ist es sinnvoll, dass Ihre Kontaktpersonen ebenfalls Ihre Kontakte reduzieren, möglichst zuhause bleiben und sich umsichtig verhalten, bis Ihr Testergebnis vorliegt.

Häusliche Isolierung nach positivem Test

Wenn Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden und Sie nicht aufgrund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus müssen, wird eine häusliche Isolierung angeordnet. Wenn Sie mit Ihrer Familie oder in einer Wohngemeinschaft leben, achten Sie darauf, Ihren Kontakt zueinander einzuschränken, um mögliche Übertragungen des Virus zu vermeiden. Dies können Sie bewirken, indem Sie auf eine räumliche und zeitliche Trennung von anderen Haushaltsmitgliedern achten. Das Robert Koch-Institut (RKI) liefert weitere hilfreiche Tipps.

Besuch von Personen, die nicht zu Ihrem Haushalt gehören, ist in dieser Zeit nicht erlaubt. Es ist ratsam, dass Sie sich Einkäufe oder weitere Lieferungen vor Ihrem Haus- oder Wohnungseingang ablegen lassen.

Für die Entisolierung müssen Sie symptomfrei sein.

Zudem müssen vollständig geimpfte Personen, die positiv getestet wurden und keine Symptome haben, sich ebenfalls in Isolierung begeben. Hier verkürzt sich allerdings die Zeit der Isolierung auf fünf Tage wenn sie auch nach dieser Zeit noch symptomfrei sind und ein negatives PCR-Testergebnis nachweisen können. 

Für immunsupprimierte Personen, medizinisches Personal und Bewohnerinnen und Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen können die Kriterien für die Entisolierung abweichen. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Was tun, wenn bei jemandem in meinem Umfeld Verdacht auf COVID-19 besteht?

Wenn in Ihrer Familie, Ihrer Wohngemeinschaft oder auf der Arbeit der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, müssen Sie – sofern das Gesundheitsamt es nicht anordnet – zunächst nicht in Quarantäne. Dennoch sollten auch sie, solange Sie auf Ihr Testergebnis warten, ihre Kontakte herunterfahren, möglichst zuhause bleiben und sich umsichtig verhalten.

Muss ich als enge Kontaktperson in Quarantäne gehen?

Wenn Sie engen Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wenden Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch an Ihr zuständiges Gesundheitsamt.  Dieses kann nach einer individuellen Befragung die persönlichen Maßnahmen empfehlen und über eine erforderliche Quarantäne entscheiden. Ein enger Kontakt bedeutet, dass man zum Beispiel ohne Mund-Nase-Schutz mit dieser Person persönlich gesprochen hat oder sich länger als zehn Minuten im selben Raum aufgehalten hat. Ein weiterer Risiko-Faktor ist der direkte Kontakt mit Flüssigkeiten aus den Atemwegen. Das RKI hat seine Empfehlungen zur Quarantäne von Kontaktpersonen dahingehend angepasst, dass für symptomlose enge Kontaktpersonen mit einer vollständig abgeschlossenen Immunisierung eine Quarantänepflicht grundsätzlich nicht mehr erforderlich ist. Als vollständig immunisiert gelten Personen, die den vollen Corona-Impfschutz haben, oder solche, die in der Vergangenheit eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion überstanden haben und mit einer Impfstoffdosis geimpft sind (Genesene). Mehr Informationen dazu finden Sie hier

Eingeschränkte Entschädigungsleistungen für Ungeimpfte ab November

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gewährt Personen eine finanzielle Entschädigungsleistung, wenn ihnen von den zuständigen Behörden die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise untersagt beziehungsweise eine Quarantäne angeordnet wurde. Seit dem 1. November 2021 gewähren die Länder Personen ohne vollen Impfschutz keine Entschädigungsleistungen auf Kosten der Allgemeinheit im Falle eines Tätigkeitsverbots beziehungsweise einer Quarantäneanordnung, sofern für sie eine Impfempfehlung besteht und sie als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrende aus Risikogebieten gelten. Personen, für die in einem Zeitraum von bis zu acht Wochen vor der Quarantäneanordnung oder des Tätigkeitsverbots keine öffentliche Empfehlung für eine Impfung gegen COVID-19 vorlag, haben weiterhin Anspruch auf eine Entschädigungsleistung nach dem IfSG. Dasselbe gilt für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen.

Wichtig: Wer an COVID-19 erkrankt und infolgedessen arbeitsunfähig ist, hat unabhängig vom Impfstatus Anspruch auf Entschädigungsleistungen.

Während der Quarantäne: Selbstmonitoring

Während der Zeit in Quarantäne werden Sie dazu aufgefordert, ein Quarantäne-Tagebuch zu schreiben, in dem Sie Ihre Symptome, Körpertemperatur und Kontakte zu anderen Personen festhalten. Das Selbstmonitoring sollte auf Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach der Quarantäne bis zum 14. Tag nach der letzten Exposition fortgesetzt werden und bei Krankheitssymptomen eine erst später nachweisbare SARS-COV-2-Infektion umgehend durch eine Testung ausgeschlossen werden. Weitere Informationen zum Thema Quarantäne als Kontaktperson finden Sie hier

Quarantäneregeln nach Voraufenthalt in Hochrisikogebieten und Virusvariantengebieten

Wer sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuften Gebiet aufgehalten hat, muss sich direkt nach der Ankunft nach Hause - oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort - begeben und absondern (häusliche Quarantäne). 

Die Absonderungszeit nach Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet beträgt grundsätzlich zehn Tage. Personen, die geimpft oder genesen sind und vor der Einreise ihren Impf- oder Genesenennachweis über das Einreiseportal der Bundesrepublik übermitteln, müssen sich jedoch nicht in häusliche Quarantäne begeben. Falls die Übermittlung eines 2G-Nachweises (genesen oder geimpft) vor der Einreise nicht möglich ist, kann die Quarantäne vorzeitig beendet werden, sobald ein Nachweis übermittelt wurde.

Für die Rückreise aus Virusvariantengebieten gilt für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte, dass sie sowohl zur 14-tägigen Quarantäne verpflichtet sind, als auch zum Vorlegen eines negativen Tests. Zudem müssen sich diese drei Gruppen vor ihrer Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de anmelden und den Nachweis darüber bei Einreise mit sich führen. Geimpfte und Genesene können die 14-tägige Quarantänepflicht nur in sehr wenigen Ausnahmefällen verkürzen.

Grundsätzlich gilt bezüglich Einreisender aus Virusvariantengebieten – vorbehaltlich sehr eng begrenzter Ausnahmen – außerdem ein Beförderungsverbot. 

Wann darf ich die Quarantäne nach Einreise verlassen?

Die Quarantäne nach Einreise aus einem Hochrisikogebiet endet für Ungeimpfte frühestens fünf Tage nach Einreise, wenn dann ein negatives Testergebnis vorliegt. Die Quarantäne kann dann ab dem Zeitpunkt der Übermittlung beendet werden. Für Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Quarantäne fünf Tage nach der Einreise automatisch.

Die Quarantäne nach Einreise aus einem Virusvariantengebiet endet für Ungeimpfte nach 14 Tagen und kann für diese Personengruppe nicht verkürzt werden. Geimpfte und Genesene, die aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreisen, können die 14-tägige Quarantäne nur vorzeitig beenden, wenn sie mit einem Impfstoff geimpft wurden, der vom RKI als hinreichend wirksam gegen die vor Ort vorherrschende Variante eingestuft wurde. 

Auf der Website des Robert-Koch-Instituts können Sie nachlesen, welche Länder aktuell als Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete ausgewiesen sind.

Informieren Sie Ihre Kontaktpersonen über die Corona-Warn-App

Bitte tragen Sie Ihr positives Testergebnis in der Corona-Warn-App ein. So können Personen, die sich in Ihrer Nähe aufgehalten haben, über ihre Risikobegegnung benachrichtigt werden. Die App unterstützt die Arbeit des Gesundheitsamtes, indem Sie Kontakte identifiziert, die sich gegebenenfalls in Quarantäne begeben müssen. Infektionsketten können so schneller identifiziert, das Gesundheitssystem entlastet und das Coronavirus schneller eingedämmt werden.

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