Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
13:37 · 22. November 2021

Auffrischungsimpfung gegen COVID-19: Was ist jetzt wichtig?

Seit September werden Auffrischungsimpfungen, auch Booster-Impfung genannt, angeboten. Laut Coronavirus-Impfverordnung können grundsätzlich alle Impfberechtigten ihren Impfschutz kostenlos auffrischen lassen. Für welche Personengruppen die Auffrischungsimpfung besonders wichtig ist, lesen Sie hier.

Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus

Die Corona-Schutzimpfung schützt effektiv vor schweren und tödlichen Krankheitsverläufen und reduziert die Anzahl der COVID-19-Fälle, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, erheblich. Wissenschaftliche Erkenntnisse legen aber nahe, dass die Immunantwort auf die COVID-19-Impfstoffe bei bestimmten Personengruppen schwächer ausfällt beziehungsweise schneller nachlässt. Um diese besonders gefährdeten Gruppen weiterhin vor schweren COVID-19-Verläufen zu schützen, wird vor allem ihnen eine Auffrischungsimpfung – auch Booster-Impfung genannt – zur gesundheitlichen Vorsorge empfohlen. 

Wer kann eine Auffrischungsimpfung erhalten?

Grundsätzlich können alle Impfberechtigten nach der Coronavirus-Impfverordnung ihren Impfschutz sechs Monate nach der zweiten Impfung auffrischen lassen. Denn eine Auffrischungsimpfung dient in jedem Fall dazu, den Impfschutz effektiv aufrecht zu erhalten – unabhängig vom Alter oder von Vorerkrankungen.

Wem wird die Booster-Impfung nach Beschluss der Gesundheitsministerinnen und -minister angeboten und warum?

Laut der Gesundheitsministerinnen und -ministerkonferenz sollten besonders Personen, die 70 Jahre oder älter sind, Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche sechs Monate nach der Zweitimpfung eine Auffrischungsimpfung erhalten. Denn bei diesen Personengruppen (sogenannte „Low Responder“) kann es vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen. Durch eine dritte Impfung kann die Immunantwort des Körpers wieder angeregt und so der Schutz dieser besonders gefährdeten Gruppen aufrechterhalten werden. Neben der Schutzwirkung vor schweren Krankheitsverläufen führen Auffrischungsimpfungen gleichzeitig zu einer niedrigeren Virenlast und damit zu einer geringeren Infektiosität. Ziel ist es, die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2, insbesondere in der Umgebung vulnerabler Personen, zu verringern. Daher ist eine Auffrischungsimpfung besonders für Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen und Beschäftigte in Einrichtungen für gefährdete Personen sinnvoll. Das Gleiche gilt für medizinisches Personal, das regelmäßig Kontakt zu infektiösen Menschen hat –zum Beispiel medizinisches Personal in der ambulanten oder stationären Versorgung, Rettungsdienste oder mobile Impfteams.

Wichtig ist auch: Gemäß GMK-Beschluss vom 5. November 2021 können ergänzend im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung und Entscheidung Auffrischungsimpfungen grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen.

Für wen empfiehlt die STIKO eine Booster-Impfung?

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren die COVID-19-Auffrischungsimpfung

Die STIKO hat am 18. November 2021 das Stellungnahmeverfahren zu einer weiteren wichtigen Aktualisierung ihrer COVID-19-Impfempfehlung zu den Auffrischungsimpfungen eingeleitet. In einer begleitenden Pressemitteilung empfiehlt die STIKO allen Personen ab 18 Jahren die COVID-19-Auffrischungsimpfung. Sie bekräftigt jedoch ihre Empfehlung folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischungsimpfung anzubieten: Personen mit Immundefizienz, Personen über 70 Jahren, Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen.

Die Auffrischungsimpfung soll in der Regel im Abstand von etwa sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden. Die Empfehlung zur Auffrischungsimpfung gilt auch für Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, soll für die Auffrischungsimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden.

Der Beschlussentwurf zu dieser geplanten Aktualisierung mit wissenschaftlicher Begründung befindet sich derzeit im vorgeschriebenen Stellungnahmeverfahren. Der Abschluss dieses Verfahrens und die finale Empfehlung der STIKO zu diesem Punkt bleiben insoweit abzuwarten.

  • Bewohnerinnen und Bewohner in Altenpflegeeinrichtungen
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Gruppen
  • Pflegebedürftige in ihrer eigenen Häuslichkeit
  • Personen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche
  • Menschen ab 80 Jahren
  • Menschen ab 60 Jahren nach individueller Abwägung und ärztlicher Beratung 
  • Personal, das regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen steht, zum Beispiel in medizinischen Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen 
  • Enge Haushaltskontaktpersonen von Personen mit einer schweren Immunschwäche )
  • Personen, die eine vollständige Impfserie mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca erhalten haben 
  • Personen, die nach einer Coronavirus-Infektion eine Impfdosis eines Vektor-Impfstoffs erhalten haben 


Die Auffrischungsimpfung sollte in all diesen Fällen in der Regel sechs Monate nach Vervollständigung der Grundimmunisierung erfolgen.

Personen mit einer schweren Immunschwäche (wie zum Bespiel Organtransplantierte) sollten ab vier Wochen nach der ersten abgeschlossen Impfserie zum dritten Mal geimpft werden. Bei ihnen kann im Einzelfall über eine weitere Auffrischungsimpfung im Abstand von circa sechs weiteren Monaten entschieden werden.

Zudem hat die STIKO in einer Stellungnahme vom 8. November 2021 für die weitere Planung der Impfkampagne sowie zur sinnvollen Koordination und Organisation der Umsetzung von Auffrischungsimpfungen in der deutschen Bevölkerung darauf hingewiesen, dass eine weitere Anpassung ihrer COVID-19-Impfempfehlung zeitnah erfolgen wird. Sie wird derzeit unter Berücksichtigung der aktuellen epidemischen Lage, neuer Erkenntnisse zur Transmissionsverhinderung sowie von „real life“-Daten anderer Länder zum Einfluss von Booster-Impfungen auf die Infektionszahlen erarbeitet und anschließend in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren gehen.

Aus immunologischen und infektionsepidemiologischen Gründen ist es aus Sicht der STIKO sinnvoll, über die genannten Risikogruppen hinaus mittelfristig auch allen anderen Grundimmunisierten eine Auffrischungsimpfung anzubieten.

Grundimmunisierung nach Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® von Johnson & Johnson optimieren

Aktuell treten die meisten Impfdurchbrüche – also eine COVID-19-Erkrankung trotz Corona-Schutzimpfung – in Deutschland bei Personen auf, die mit COVID-19 Vaccine Janssen® von Johnson & Johnson geimpft wurden. Zudem wurde festgestellt, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta Variante (B.1.617.2) hat. Aufgrund des ungenügenden Impfschutzes nach der bislang bei diesem Impfstoff nur einer empfohlenen Impfdosis empfiehlt die STIKO, dass Personen, die eine Grundimmunisierung mit einer Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen® erhalten haben, zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfung erhalten sollen. Unabhängig vom Alter soll diesen Personen eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs ab vier Wochen nach der Janssen®-Impfung angeboten werden. Wenn nach der COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffdosis eine labordiagnostisch gesicherte Infektion aufgetreten ist, wird derzeit keine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff oder der COVID-19 Vaccine Janssen® empfohlen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Auffrischungsimpfung und einer Drittimpfung bzw. einer weiteren Impfung zur Optimierung der Grundimmunisierung?

Eine Auffrischungsimpfung ist eine erneute Impfung, um eine nachlassende Immunantwort wieder zu erhöhen. Dies ist bereits bei unterschiedlichen bakteriellen oder viralen Erregern, zum Beispiel bei Tetanus oder Polio, in festgelegten Zeitabständen bekannt, damit der Impfschutz aufrechterhalten wird. Eine Drittimpfung beziehungsweise eine weitere Impfung wird zur Optimierung der ersten Impfserie eingesetzt. Dies betrifft beispielsweise Personen mit einer schweren Immunschwäche, zum Beispiel Organtransplantierte, aber auch Personen, die zur Grundimmunisierung eine einmalige Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen® (Johnson & Johnson) erhalten haben.

In dieser Grafik erhalten Sie alle Infos zur Auffrischungsimpfung und Optimierung der Grundimmunisierung auf einen Blick:

Welche Impfstoffe werden für die Auffrischung verwendet?

Die Auffrischungsimpfungen erfolgen mit den derzeit in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® von Moderna. Es soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung genutzt wurde. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden.

Aktualisierung der STIKO-Empfehlung zu Moderna

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna am 18. November 2021 auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren beschränkt. Dies sieht die STIKO als eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Zudem soll laut STIKO-Empfehlung auch eine Impfung von Schwangeren (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) unabhängig vom Alter vorsorglich nur mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erfolgen. Wichtig ist dabei, dass der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna für Personen ab 30 Jahren ein wichtiges, sicheres und wirksames Element der Impfkampagne bleibt – insbesondere auch für die notwendigen Auffrischungsimpfungen. Die Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung zu diesem Punkt finden Sie hier.

Mit welchem Abstand zur ersten Impfserie sollte die Booster-Impfung erfolgen?

Die Auffrischungsimpfung soll grundsätzlich sechs Monate nach der aus zwei Impfstoffdosen bestehenden Grundimmunisierung verabreicht werden. Für Personen mit einer schweren Immunschwäche kann laut der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine dritte Impfdosis bereits vier Wochen nach der zweiten Impfstoffdosis zur Optimierung der ersten Impfserie verabreicht werden. Über eine Booster-Impfung im Abstand von weiteren sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie muss anschließend nach ärztlicher Beratung im Einzelfall entschieden werden.

Personen, die eine Grundimmunisierung mit einer Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen® (Johnson & Johnson) erhalten haben, wird zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab vier Wochen nach der Janssen-Impfung empfohlen.Die STIKO empfiehlt derzeit keine Auffrischungsimpfung für Personen, die vor oder nach einer Grundimmunisierung gegen COVID-19 eine laborbestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben.

Wo kann man die Auffrischungsimpfung erhalten?

Grundsätzlich können Auffrischungsimpfungen von allen Leistungserbringern nach der Coronavirus-Impfverordnung vorgenommen werden. Dies sind mobile Impfteams, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Krankenhäuser sowie die Impfzentren, deren Bedeutung in der aktuellen Phase der Pandemie wieder zunimmt. Und auch Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sollen nun impfende Stellen werden. Wie Sie schnell und unkompliziert an einen Impftermin in Ihrer Nähe kommen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Schützt die Booster-Impfung auch vor der Delta-Variante?

Ja. Studienergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit der verfügbaren mRNA-Impfstoffe
gegen die Delta-Variante zwar leicht abgeschwächt, aber weiterhin hoch ist. Auch in Bezug auf Hospitalisierungen zeigte sich bislang kein Wirksamkeitsverlust im Vergleich zur Alpha-Variante. Mehr zur Delta-Variante lesen Sie hier. Für die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna liegt eine Zulassung der EU-Kommission für die Booster-Impfung mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfung für alle Personen ab 18 Jahren vor.

Ist die Auffrischungsimpfung notwendig, um als „vollständig geimpft“ zu gelten?

Nein, bisher nicht. Wer über den vollständigen Impfschutz nach nationalen Regelungen verfügt, gilt auch ohne Auffrischungsimpfung weiterhin als vollständig geimpft im Sinne der Verordnung zur Regelung von Erleichterungen und Ausnahmen von Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 (COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung). Auch die Gültigkeit von europäischen (EU)-Impfzertifikaten bleibt von dem Angebot einer Auffrischungsimpfung unberührt.

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