COVID-19
14:05 · 28. November 2022

Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen

Auch Kinder können an COVID-19 erkranken und das Coronavirus weitergeben. Infektionen bei Kindern und Jugendlichen verlaufen meist mild oder asymptomatisch. Schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle sind bei Kindern und Jugendlichen sehr selten. Ein Risiko für mögliche Langzeitfolgen einer Corona-Infektion kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Meist verläuft COVID-19 bei Kindern mild

Warum haben Kinder meist einen milden Verlauf?

Eine Studie der Berliner Charité lässt darauf schließen, dass Kinder ein deutlich aktiveres Immunsystem haben – inklusive einer starken Virenabwehr der Atemwege: Den Forscherinnen und Forschern zufolge wird der Erreger bekämpft, bevor er in die tieferen Atemwege vordringen kann. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Mustererkennungsrezeptoren in den Zellen – diese Moleküle entdecken einen Erreger und leiten die Immunantwort ein. In der Folge aktiviert der körpereigene Botenstoff Interferon im infizierten Gewebe die Virusabwehr. Im Vergleich zu Erwachsenen zeigten mit dem Coronavirus infizierte Kinder vor allem zu Beginn der Infektion eine wesentlich stärkere Interferon-Antwort.

Welche Symptome treten bei Kindern auf? 

Krankheitszeichen bei einer Corona-Infektion können zum Beispiel Fieber, Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Angeschlagenheit, Kratzen im Hals oder Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns sein. Die meisten infizierten Kinder haben bisherigen Studien zufolge keine Symptome oder nur einen milden Krankheitsverlauf. Treten Symptome auf, haben Kinder – ebenso wie erkrankte Erwachsene – häufig Fieber, Schnupfen und Husten. Mehr Informationen über den COVID-19-Verlauf bei Kindern erhalten Sie hier.

Falls Ihr Kind Krankheitssymptome (vor allem Fieber) aufweist bzw. Sie vermuten, dass es sich infiziert hat, sollte es bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome der Kindertagesbetreuung bzw. Schule möglichst fernbleiben.

COVID-19-Symptome können denen von anderen Erkältungskrankheiten ähneln. Kinder und Jugendliche mit laufender oder verstopfter Nase (ohne Fieber), gelegentlichem Husten, Halskratzen oder Räuspern haben einen Anpruch auf Besuch der Kindertageseinrichtungen und Schulen, wenn die Symptome nach der Einschätzung eines Elternteils oder anderer Sorgeberechtigter nicht auf eine akute Atemwegsinfektion hinweisen.

Grundsätzlich sollte bei auftretenden Symptomen ein zertifizierter Antigen-Schnelltest erfolgen.

Was können Eltern tun, wenn ein Kind an COVID-19 erkrankt? 

Ob eine Corona-Infektion vorliegt, kann ein korrekt durchgeführter und zertifizierter Antigen-Schnelltest sowie – falls notwendig – im zweiten Schritt ein PCR-Test zeigen. Bitte erscheinen Sie und Ihr Kind nicht direkt in der Arztpraxis, sondern klären Sie das weitere Vorgehen zunächst telefonisch mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt ab.


Für nachweislich positiv getestete Personen dauert die Isolation in der Regel mindestens fünf Tage – das gilt auch für Kinder. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht die dringende Empfehlung aus, sich nach dem fünften Tag wiederholt zu testen. Erst wenn der Test negativ ausfällt, sollte die Isolierung beendet werden. Für die Testung reichen Selbsttests und Antigen-Schnelltests meist aus. Bitte beachten Sie, dass die Länder eigenständig entscheiden können, welche Quarantäne- und Isolierungsregeln vor Ort gelten. Mehr zu den aktuellen Corona-Regelungen in Ihrem Bundesland erfahren Sie hier

Sollten Sie aufgrund der COVID-19-Erkrankung Ihres Kindes nicht arbeiten können/bei der Arbeit verhindert sein, haben Sie die Möglichkeit, Kinderkrankentage in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2022 stehen jedem Elternteil 30 Kinderkrankentage pro Kind zur Verfügung, für Alleinerziehende 60 Tage. Bei mehreren Kindern kann jedes Elternteil maximal für 65 und Alleinerziehende maximal für 130 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen. 

Welche Folgeerkrankungen von COVID-19 gibt es bei Kindern?

Noch Wochen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung sind manche Betroffene schnell erschöpft, leiden unter Atembeschwerden und fühlen sich nicht mehr konzentrations- und leistungsfähig. Auch bei Kindern und Jugendlichen, bei denen COVID-19 in der Regel nicht zu schweren Symptomen führt, wurden Spätfolgen dieser Art beobachtet. Diese werden als Long COVID oder Post-COVID-19-Syndrom bezeichnet. In seltenen Fällen entwickeln Kinder zudem das sogenannte „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz PIMS. Dabei kommt es nach einer Virusinfektion zu einer Überreaktion des Immunsystems. Entzündungsreaktionen im ganzen Körper sind die Folge. Der Großteil der Betroffenen muss intensivmedizinisch versorgt werden. Das Krankheitsbild ist zwar gut behandelbar, aber daran erkrankte Kinder müssen dennoch eine Zeit lang regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, damit mögliche krankhafte Veränderungen (z. B. am Herzen) rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Warum gerade Kinder und Jugendliche von diesem neuen Entzündungssyndrom betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. 

Wie schützen Eltern ihre Kinder vor einer Infektion? 

Eltern können ihre Kinder durch die Kombination verschiedener Maßnahmen (Multikomponenten-Strategie) schützen und einer Infektion vorbeugen, etwa mit dem Schließen von Impflücken entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und durch das Beachten der AHA+L-Formel. Diese fasst die wichtigsten Grundregeln – Abstand halten, auf Hygiene achten, Alltag mit Maske und regelmäßiges Lüften – zusammen. Hier ein paar hilfreiche Tipps, die das Infektionsrisiko für Ihr Kind verringern können: 

  • Abstand halten 

Erwachsene wie Kinder sollten, wenn möglich, einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einhalten – das ist nicht immer möglich und sinnvoll, zum Beispiel wenn sie mit Freundinnen und Freunden spielen. Sollten Ihre Kinder es jedoch in Situationen vergessen, in denen Abstand halten gut möglich ist, können Sie sie daran erinnern. 

  • Hygieneregeln beachten  

Durch regelmäßiges Händewaschen sowie richtiges Niesen und Husten kann man sich und andere schützen. Erinnern Sie Ihr Kind daran, beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase zu halten und sich von anderen Personen wegzudrehen. Häufiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist ein guter Schutz vor Infektionen. Die empfohlene Dauer des Händewaschens beträgt grundsätzlich 20 bis 30 Sekunden. Beide Hände müssen komplett eingeseift und im Anschluss gründlich abgespült werden. Ist kein Waschbecken in Reichweite, hilft ein Handdesinfektionsgel. Zudem sollten Kinder mit ungewaschenen Händen möglichst nicht Mund, Nase und Augen berühren.

  • Maske tragen 

Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren müssen an manchen Orten (zum Beispiel im ÖPNV) eine medizinische Maske tragen. Bitte beachten Sie hiervon ggf. abweichende Regeln in Ihrem Bundesland. Mehr zum Thema Masken für Kinder erfahren Sie hier.

Damit die Maske wirksam vor Infektionen und der Weiterverbreitung des Virus schützt, muss sie gut passen und möglichst durchgehend über Mund, Nase und Wangen getragen werden. Die Ränder der Maske sollten möglichst eng anliegen. Die Maske sollte regelmäßig gewechselt und nach Verwendung entsorgt werden. Vor und nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden.

  • Für Frischluft sorgen 

Aerosole – feinste Tröpfchenpartikel – in der Luft sind der Hauptübertragungsweg für das Coronavirus. Kommen viele Menschen in einem geschlossenen Raum zusammen, steigt das Infektionsrisiko. Regelmäßiges Lüften ist hier das beste Mittel, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Eine kurze Quer- oder Stoßlüftung bei weit geöffneten Fenstern etwa alle 20 Minuten ist am effektivsten. Die Dauer der Lüftungsintervalle richtet sich nach der Witterung: Bei niedrigen Außentemperaturen ist ein Lüften von ca. drei bis fünf Minuten ausreichend, an warmen Tagen kann länger gelüftet werden (ca. zehn bis zwanzig Minuten).

Im Freien ist das Übertragungsrisiko deutlich geringer. Viel Bewegung an der frischen Luft fördert also nicht nur die Gesundheit Ihres Kindes, sondern reduziert auch das Infektionsrisiko. 

Sollte ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Vollständig geimpfte Personen haben einen sehr guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung. Für jüngere Kinder ist es wichtig, mit einer COVID-19-Impfung eine Basisimmunität aufzubauen und so gut gewappnet zu sein. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen sowie – im Abstand von mindestens 6 Monaten zur 2. Impfung – eine Auffrischungsimpfung. Kindern ab 5 Jahren, bei denen keine Risikofaktoren vorliegen, empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung mit einer Dosis (vorzugsweise mit dem Impfstoff Comirnaty für Kinder). Kinder ab 6 Monaten mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sollten mehrere Impfungen erhalten. Die genaue Empfehlung richtet sich nach dem Alter, der Vorerkrankung, dem gewählten Impfstoff und z. B. danach, ob schon eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht wurde. Ob für Ihr Kind oder Sie derzeit eine Impfung gegen COVID-19 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, können Sie mit dem Corona-Impfcheck prüfen: www.infektionsschutz.de/coronavirus/schutzimpfung/der-corona-impfcheck/#c17448.

Die Impfung kann zum Beispiel bei niedergelassenen Kinder- und Hausärztinnen und -ärzten oder bei lokalen Impfaktionen durchgeführt werden. Vor der Impfung ist eine ärztliche Aufklärung sowie bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten notwendig. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier. Zudem steht Ihnen ein umfassender Familienleitfaden rund um die Corona-Schutzimpfung zur Verfügung. 

Richtig aufklären beugt vor! 

Wer sich selbst, seine Angehörigen und auch seine Kinder vor einer Infektion schützen will, sollte diese richtig informieren. Wie? Indem ihnen das Coronavirus und die Folgen einer möglichen Infektion altersgerecht und verständlich erklärt werden.

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