Corona-Schutzimpfung
11:51 · 20. Dezember 2021

Corona-Schutzimpfung für Kinder ab 5 Jahren: Warum sich auch Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren impfen lassen sollten

Seit dem 26. November 2021 ist der COVID-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer auch für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren EU-weit zugelassen. Seit Mitte Dezember 2021 wird der eigens für unter 12-jährige Kinder hergestellte Impfstoff in Deutschland ausgeliefert und seit dem 13. Dezember 2021 wurde schrittweise mit den Impfungen begonnen. Was Eltern jetzt wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Corona-Schutzimpfung für Kinder ab 5 Jahren

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Ende November 2021 die Zulassung für den Impfstoff Comirnaty®von BioNTech/Pfizer um den Impfstoff für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren erweitert. Die Einzeldosis des Wirkstoffs wurde angepasst und liegt bei der Grundimmunisierung eines Kindes  bei einem Drittel der Dosis, die bei Erwachsenen verwendet wird. 

Viele Eltern wollen ihre Kinder jetzt so schnell wie möglich schützen lassen – vor allem Familien mit Kindern, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, sind erleichtert. Dazu gehören zum Beispiel Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen wie einer Herzschwäche, Trisomie 21 oder starkem Übergewicht. Doch die Kinderimpfung ist  auch  mit Fragen verbunden: Wie sicher ist der Kinderimpfstoff? Sollten sich alle Kinder damit impfen lassen? Hier finden Sie Antworten auf wichtige Fragen.

 

Erhalten Kinder zwischen 5 und 11 Jahren den gleichen Impfstoff wie Erwachsene?

Nein, der Impfstoff wurde auf 5- bis 11Jährige angepasst: Im Gegensatz zum BioNTech/Pfizer-Impfstoff für Jugendliche und Erwachsene enthält der neue Kinderimpfstoff mit nur zehn Mikrogramm mRNA (Wirkstoff) pro Dosis, also eine geringere Dosierung als bei  Personen ab 12 Jahren (30 Mikrogramm pro Dosis). Um Verwechslungen mit dem Erwachsenenimpfstoff zu vermeiden, hat die Durchstechflasche des Impfstoffs für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren einen leuchtend orangefarbenen Deckel. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einen Impfabstand von drei bis sechs Wochen.

Was empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren? 

In den vergangenen Wochen hat das Expertinnen- und Expertengremium geprüft, inwieweit der Nutzen oder die Risiken bei der Impfung in dieser Altersgruppe überwiegen. Dafür sichteten die Fachleute die zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Daten und prüften zum Beispiel, wie hoch die Krankheitslast bei 5- bis 11-jährigen in Deutschland ist, welchen Einfluss die Kinderimpfung auf den Verlauf der Pandemie haben könnte und ob ein mögliches Restrisiko für Kinder durch die Impfung besteht.

In Abwägung aller Daten, die aktuell zur Verfügung stehen, hat die STIKO am 17. Dezember 2021 Ihre Impfempfehlung für Kinder mit Vorerkrankungen im Alter von 5 bis 11 Jahren veröffentlicht. Die Corona-Schutzimpfung wird außerdem Kindern empfohlen werden, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit einem hohen Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf befinden und die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine eigene Impfung geschützt werden können (so wie jene mit einem eingeschränkten Immunsystem).

Aber, ganz wichtig: Auch Kinder ohne Vorerkrankung oder besonders gefährdete Kontaktpersonen können nach ärztlicher Aufklärung gegen COVID-19 geimpft werden, wenn der individuelle Wunsch der Eltern beziehungsweise der Kinder besteht. 

Wichtig zu wissen: Die STIKO hat am 15 Februar 2022 eine weitere wichtige Aktualisierung ihrer COVID-19-Impfempfehlung zu den Auffrischungsimpfungen veröffentlicht. Die STIKO empfiehlt eine 2. Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren, Bewohnerinnen, Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege, sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen. Die 2. Booster-Impfung soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens 3 Monate nach der 1. Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Bei Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen frühestens nach 6 Monaten. Kindern mit Immunschwäche ab 5 Jahren werden die erste und zweite Auffrischungsimpfung empfohlen.

Wie wirksam und sicher ist der Kinderimpfstoff?

Die Zulassungsstudie hat ergeben, dass der Kinderimpfstoff von BioNTech/Pfizer für die Anwendung bei 5- bis 11-jährigen wirksam ist und ein positives Nutzen/Risiko Profil abgeleitet werden konnte. Durch die Corona-Schutzimpfung kann das Risiko einer COVID-19-Erkrankung wirksam reduziert werden. Die Daten einer klinischen Prüfung bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren zeigten, dass die Verabreichung des Impfstoffs in einer Konzentration von bereits 10 Mikrogramm pro Dosis das Risiko einer COVID-19-Erkrankung um 90,7 Prozent reduziert. Auch die Immunantwort  (gemessen an der Menge der Antikörper gegen SARS-CoV-2) war nach der Impfung von Kindern zwischen 5 und 11 Jahren vergleichbar mit der von geimpften Jugendlichen und jungen Erwachsenen.  

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Die bisher beobachteten Impfreaktionen waren in der Regel mild und vergleichbar mit denen von Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen. Berichtet wird etwa von Schmerzen sowie Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen. 

Konkret heißt dies: Die häufigsten Nebenwirkungen in der Zulassungsstudie von Comirnaty® 10 µg waren Schmerzen an der Einstichstelle (80 Prozent), Müdigkeit /Abgeschlagenheit (50 Prozent), Kopfschmerzen (30 Prozent), Rötung und Schwellung der Einstichstelle (20 Prozent), Gliederschmerzen (10 Prozent).

Die Beschwerden sind meist leicht bis mäßig ausgeprägt und klingen innerhalb weniger Tage nach der Impfung ab. Um sehr seltene Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen ausschließen zu können, sind in der Zulassungsstudie allerdings noch zu wenige Kinder untersucht worden; sie wird daher weiter fortgeführt und es werden auch zusätzliche Daten erhoben. 

In anderen Ländern kommt der Kinderimpfstoff schon zum Einsatz, zum Beispiel in den USA: Millionen Kinder zwischen 5 und 11 Jahren sind dort bereits gegen COVID-19 geimpft worden und täglich kommen mehr dazu. Expertinnen und Experten können dadurch jeden Tag zusätzliche Daten und Erfahrungswerte zur Kinderimpfung sammeln, die die Erkenntnisse zum Sicherheitsprofil des Impfstoffs weiter erhöhen. 

Angaben zu den Nebenwirkungen sind dem aktuellen mRNA-Aufklärungsmerkblatt und den elektronisch zugänglichen Produktinformationstexten zu entnehmen, die auch über das Paul-Ehrlich-Institut zugänglich sind.

 

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

 

Ab wann steht der Impfstoff für unter 12-jährige zur Verfügung?

Der Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer hat die EU-weite Auslieferung des Kinderimpfstoffs Mitte Dezember 2021 begonnen. Seit dem 13. Dezember 2021 können Kinder zwischen 5 und 11 Jahren hierzulande geimpft werden. Deutschland hat im Rahmen der ersten Lieferung etwa 2,4 Millionen Dosen erhalten. 

Wo kann ich mein Kind impfen lassen?

Vor allem Vertragsärztinnen und -ärzte, insbesondere Kinder- und Jungendärztinnen und -ärzte führen die Impfungen durch. Auch Krankenhäuser mit Kinderkliniken beziehungsweise pädiatrischen Abteilungen und Impfzentren mit entsprechend Beratungskonzepten können den Kinderimpfstoff verabreichen. Am besten erkundigen Sie sich bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt nach der Corona-Schutzimpfung für Kinder ab 5 Jahren. Auch auf den Webseiten der Bundesländer finden Sie Informationen zu Impfangeboten, beispielsweise Impfzentren oder mobile Impfteams, in Ihrer Nähe.

 

 

Wie sinnvoll ist die Corona-Schutzimpfung für 5- bis 11-jährige?

Die Entscheidung für oder gegen die Corona-Schutzimpfung liegt bei den Sorgeberechtigten. Sie sollten mit Ihrem Kind über das Thema sprechen und die Entscheidung am besten gemeinsam mit Ihrem Kind treffen. Fest steht: Mit der Impfung ab 5 Jahren können jetzt auch kleinere Kinder besser vor dem Coronavirus geschützt werden – das ist vor allem für Kinder wichtig, die aufgrund einer Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf haben oder viel Kontakt zu Menschen mit einem erhöhten Risiko, beispielsweise Geschwister mit Vorerkrankungen oder den Großeltern, haben. Außerdem ist das Infektionsgeschehen in den Grundschulen aufgrund der ansteckenden Omikron-Variante zurzeit sehr dynamisch und die Inzidenzen bei jüngeren Kindern sind sehr hoch. Die COVID-19-Impfung verringert das Risiko, an COVID-19 zu erkranken und das Coronavirus weiterzugeben – so können Sie Ihr Kind selbst und besonders gefährdete Personen in Ihrer Familie, Ihrem Haushalt oder Ihrem Arbeitsumfeld schützen. Je mehr Personen geimpft sind, desto weniger zirkuliert das Virus in der Gesellschaft und desto weniger Menschen erkranken oder sterben am Coronavirus.

Anderseits erkranken Kinder zwischen 5 und 11 Jahren, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren, weniger schwer als Erwachsene: Die meisten Infektionen verlaufen mild oder ohne Symptome, nur sehr wenige Kinder erkranken schwer an COVID-19 und müssen im Krankenhaus behandelt werden.Mehr zu COVID-19 bei Kindern finden Sie hier.  Alle verfügbaren Daten zur COVID-19-Impfung von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren wurden und werden von der STIKO weiterhin sorgfältig geprüft.

Nutzen Sie die Chance und sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über die Corona-Schutzimpfung und lassen Sie sich individuell beraten. Ebenfalls wichtig: Vor allem Erwachsene, die sich gegen COVID-19 impfen lassen können und dies noch nicht getan haben, sollten sich jetzt mit der Corona-Schutzimpfung vor einer schweren Erkrankung schützen oder ihren Impfschutz boostern lassen – um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen.

Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche sowie eine Entscheidungshilfe für Eltern und Sorgeberechtigte finden Sie auf unserer Informationsseite für Familien.

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