Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
16:20 · 22. November 2021

Die Corona-Lage: Welche Maßnahmen aktuell wichtig sind

Übersteigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit COVID-19 bestimmte Schwellenwerte, greifen bestimmte Regeln, die auch Einschränkungen des täglichen Lebens erforderlich machen. Hier erfahren Sie, welche Regeln aktuell gelten.

Zusammenhalt trotz hoher Fallzahlen

Bei hohen Fallzahlen sollten wir darauf achten, uns an die geltenden Verhaltensregeln, etwa die AHA+L-Formel, zu halten und Symptome ernst zu nehmen.. Nur, wenn wir achtsam bleiben, können wir uns und andere vor einer Infektion schützen. Das Coronavirus ist nicht nur für Risikogruppen eine Gefahr, sondern kann jede und jeden schwer treffen. 

Welche Corona-Regeln gelten gerade?

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden individuell von den einzelnen Bundesländern beschlossen. Die Leitlinien dafür haben Bund und Länder gemeinsam festgelegt, zuletzt mit Beschluss vom 18. November 2021.

Eine Auflistung der aktuellen Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern finden Sie in unserer Deutschlandkarte

Die Hospitalisierungrate als Maßstab 

Neben den aktuellen Fallzahlen wird auch die Hospitalisierungsrate zur Bewertung der pandemischen Lage genutzt. Die Hospitalisierungsrate gibt die Anzahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patientinnen und -Patienten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage an. Sie ist der wesentliche Maßstab für das Inkrafttreten von Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ab einer Hospitalisierungsrate von 3 gilt die 2G-Regel. Das bedeutet, es haben flächendeckend nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen, Gastronomie sowie zu körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen.

  • Liegt die Hospitalisierungsrate über 6 gilt die 2G-Plus-Regel. Dann müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Test vorlegen. Diese Regelung gilt insbesondere an Orten mit besonders hohem Infektionsrisiko - etwa in Diskotheken, Clubs oder Bars.  
  • Spätestens wenn die Hospitalisierungsrate den Wert von 9 überschreitet, werden weitere Maßnahmen (zum Beispiel Kontaktbeschränkungen) durch die Bundesländer ergriffen.

Wenn der Schwellenwert an fünf Tagen in Folge unterschritten wird, können die 2G-Regelungen wieder zurückgenommen werden. Ausgenommen von der 2G-Regel sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Personen, die nicht geimpft werden können. Weitere Informationen zu den Begriffen 2G, 2G Plus und 3G finden Sie hier.

Was 2G für Geimpfte und Genesene bedeutet

Wie kann ich nachweisen, dass ich geimpft oder genesen bin? Gegen COVID-19 geimpfte Personen können sich über ihre Impfdokumentation ausweisen – also den Eintrag im gelben Impfbuch, den Nachweis von der Ärztin oder dem Arzt bzw. Impfzentrum oder den digitalen Impfausweis. Auch ausländische Impfzertifikate werden anerkannt. Geimpfte müssen vollständig mit einem in Europa zugelassenen Impfstoff geimpft sein, die abschließende Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen.

Genesene weisen sich über die Dokumentation eines positiven PCR-Tests aus. Dieser Test muss mindestens 28 Tage und darf maximal 180 Tage (ca. sechs Monate) zurückliegen. Eine nicht mehr vorliegende Dokumentation können sie sich neu ausstellen lassen. Sechs Monate nach ihrem positiven PCR-Test können Genesene durch eine einmalige Impfung mit einem in Europa zugelassenen Impfstoff den Geimpften-Status erhalten.

AHA-Formel gilt auch für Genesene und Geimpfte weiter Auch bei Geimpften und Genesenen besteht ein Restrisiko, sich selbst und andere anzustecken. Dadurch sollten Sie in der Öffentlichkeit vorsichtig bleiben und die AHA-Formel (Abstand halten, Hygieneregeln wie richtiges Husten, Niesen und Händewaschen beachten, Maske im Alltag) befolgen. Weitere Informationen finden Sie hier. Antworten zu allen häufig gestellten Fragen finden Sie hier.

Die Inzidenzwerte in den Bundesländern

Der Inzidenzwert wird bestimmt durch die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen beziehungsweise Einwohner innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Klicken Sie auf Ihr Bundesland, um den jeweiligen 7-Tage-Inzidenzwert und weitere Informationen zu Fallzahlen in Ihrer Nähe zu verfolgen:

Darum sind die Inzidenzen gerade so hoch

  1. Es gibt immer noch viele Ungeimpfte
    In Deutschland können sich alle Menschen ab 12 Jahren schnell und unkompliziert gegen das Coronavirus impfen lassen. Dennoch sind viele immer noch ungeimpft und unter den Nicht-Geimpften kann sich das Virus einfacher übertragen und verbreiten: Sie infizieren sich viel leichter als geimpfte Personen und sind nach einer Infektion deutlich ansteckender als geimpfte Personen.
  2. Die Virusvariante Delta ist ansteckender
    Die zurzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante ist deutlich ansteckender und führt zu schwereren Krankheitsverläufen: Laut einer Studie ist das Risiko, bei einer Infektion mit der Delta-Variante ins Krankenhaus zu müssen, etwa doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Weitere Infos zu Virusvarianten finden Sie hier.
  3. Wir haben seit einiger Zeit wieder deutlich mehr Freiheiten
    Ob Restaurant-, Konzert- oder Kneipenbesuch – im Vergleich mit dem letzten Jahr haben wir deutlich mehr Freiheiten. Damals blieb nur der Lockdown, um die Infektionswelle zu brechen. Doch die derzeitigen Freiheiten führen auch dazu, dass wieder mehr Menschen miteinander in Kontakt treten – und das kann Risiken bergen.
  4. Wir verbringen wieder mehr Zeit in Innenräumen
    Draußen ist es kalt und ungemütlich, das soziale Leben verlagert sich daher wieder nach drinnen. Familienfeste, Partys oder Barbesuche: Dadurch, dass wieder viele Menschen an einem Ort zusammenkommen können, insbesondere in Innenräumen, überträgt sich auch das Virus leichter und das Ansteckungsrisiko steigt. Die AHA+A+L-Formel ist weiterhin wichtiger Bestandteil im Kampf gegen das Virus: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen, die Corona-Warn-App benutzen und Lüften – auch unter Geimpften, Genesenen und Getesteten! Und: Nehmen Sie auch das kostenfreie Testangebot wahr, bevor Sie sich in Situationen mit vielen Menschen begeben.
  5. Der Impfschutz muss jetzt aufgefrischt werden
    Neue Studiendaten zeigen, dass der Impfschutz insbesondere bei älteren und immungeschwächten Personen mit der Zeit nachlassen kann. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, sollten vor allem besonders gefährdete Menschen den Impfschutz in der Regel sechs Monate nach einer vollständigen Impfserie auffrischen. Gut zu wissen: Grundsätzlich haben alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung, sollten sich informieren und gegebenenfalls schon einen Termin vereinbaren. Dies ist aktuell besonders wichtig, gerade auch im Hinblick auf die wesentlich ansteckendere Virusvariante Delta.
  6. Auch Geimpfte und Genesene können das Virus übertragen
    Untersuchungen zufolge ist zwar anzunehmen, dass vollständig Geimpfte oder Genesene, die sich mit dem Coronavirus infizieren, nur eine geringe Viruslast und somit auch ein geringeres Übertragungsrisiko haben. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte und Genesene andere anstecken können. Sie sollten daher weiterhin vorsichtig sein, die empfohlenen Schutzmaßnahmen einhalten, die Testangebote nutzen und sich vor allem bei Krankheitssymptomen frühzeitig testen lassen.

AHA+A+L – neben der Corona-Schutzimpfung das beste Mittel gegen das Coronavirus

Die wichtigsten Regeln, die weiterhin gelten, umfasst die AHA-Formel: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und Händewaschen) und Alltag mit Maske.
Ergänzt wird die Formel durch ein L und ein A. Das L für Lüften bedeutet, dass wir zusätzlich zu den Verhaltensregeln auf eine regelmäßige Belüftung von Innenräumen achten sollten: Da sich das Virus auch über Aerosole verbreitet, kann ein guter Luftaustausch, insbesondere in geschlossenen Räumen, eine Ansteckung verringern. Das A steht für die (Corona-Warn-) App, mit der Menschen anonym und schnell darüber informiert werden können, wenn sie sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto schneller können Infektionsketten durchbrochen werden. Informationen zur Corona-Warn-App finden Sie auch hier. Alle wichtigen Informationen zu Masken finden Sie hier

Hygienetipps für einen sicheren Alltag

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und nehmen Sie sich hierfür 20-30 Sekunden Zeit. Sollten Sie unterwegs keine Möglichkeit zum Händewaschen haben, verwenden Sie bitte Händedesinfektionsmittel.
  • Vermeiden Sie bei der Begrüßung anderer Menschen Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen.
  • Halten Sie beim Husten oder Niesen genügend Abstand zu anderen Menschen und drehen Sie sich dabei von ihnen weg.
  • Husten oder Niesen Sie nicht in die Hände, sondern in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen.
  • Berühren Sie Ihr Gesicht so wenig wie möglich, um eine Schmierinfektion zu vermeiden.
  • Achten Sie auf eine gute Haushaltshygiene und nutzen Sie zum Putzen handelsübliche Reinigungsmittel. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln wird nicht routinemäßig empfohlen.

Impf- und Testangebot wahrnehmen

Die Corona-Schutzimpfung ist eine wichtige Säule im Kampf gegen die Pandemie. Die Impfung bietet den bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und vor schweren COVID-19-Verläufen. Es steht genügend Impfstoff zur Verfügung, um alle impfwilligen Personen zu versorgen. Lassen Sie sich impfen und schützen Sie sich und andere Personen. Nehmen Sie vor allem auch die Zweitimpfung sowie die Auffrischungsimpfung wahr. Nur so haben sie sehr guten Impfschutz, vor allem auch vor der Virusvariante Delta. Mehr Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier. Mit der aktuellen Anpassung der Testverordnung werden allen Bürgerinnen und Bürgern wieder kostenlose Schnelltests zur Verfügung gestellt. Unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus haben diese mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest (PoC-Test). Wo Sie sich kostenlos testen lassen können, sehen Sie hier.

Verbindliche Testpflicht im Rahmen der 3G-Regel seit dem 23. August 2021

Sollte die Hospitalisierungsrate unter dem Wert von 3 liegen, können die Bundesländer die 3G-Regel umsetzen. Sie soll den weiteren Anstieg der Infektionszahlen vermeiden. Die Länder haben demnach seit dem 23. August 2021 für alle Personen, die weder vollständig geimpft noch von einer COVID-19-Erkrankung genesen sind, eine Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnell- oder PCR-Tests eingeführt. Ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Ausgenommen sind Kinder bis zum 6. Lebensjahr sowie darüber hinaus Schülerinnen und Schüler, welche bereits im Rahmen des verbindlichen Schulkonzepts regelmäßig getestet werden.

Tests sollen Voraussetzung sein für: 

  1. Zugang als Besucherin oder Besucher zu Krankenhäusern, Alten-und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe
  2. Zugang zur Innengastronomie
  3. Teilnahme an Veranstaltungen und Festen (zum Beispiel Informations-, Kultur- oder Sportveranstaltungen) in Innenräumen
  4. Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen (zum Beispiel Friseur, Kosmetik, Körperpflege)
  5. Sport im Innenbereich (zum Beispiel in Fitness-Studios, Schwimmbädern oder Sporthallen)
  6. Beherbergung: Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts

Seit dem 18. November 2021 gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) auch am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr. Alle Personen, die ihrer Arbeit nicht im Homeoffice nachgehen können und auf die Arbeit gehen oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen, müssen einen Nachweis vorlegen können, dass sie entweder gegen COVID-19 geimpft, nach einer COVID-19-Infektion genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet sind. Als Testnachweis für Ungeimpfte gilt ein Antigen-Schnelltest, der maximal 24 Stunden alt ist oder ein PCR-Test, der nicht länger als 48 Stunden zurückliegt.

Die Länder können Regelungen vorsehen, welche die 3G-Regel ganz oder teilweise aussetzen, solange die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt.

Aktiv werden: Jeder kann in der Corona-Pandemie helfen

Ihr Beitrag kann einen Unterschied machen, wie andere durch die nächsten Monate kommen. Wer sich ehrenamtlich engagiert oder Hilfsangebote in Anspruch nimmt, erfährt gesellschaftlichen Zusammenhalt aus erster Hand. Unsere Rubrik Mitmachen bietet einen Überblick über Hilfsinitiativen, die im Zusammenhang mit der Pandemie entstanden sind. Bringen Sie sich nach Ihren Möglichkeiten ein und erleichtern Sie sich und anderen den Alltag trotz Pandemie-Einschränkungen. 

Nicht verunsichern lassen und in Ruhe Corona-Fakten prüfen

Im Internet kursieren immer wieder Falschmeldungen zum Thema COVID-19, die teilweise bewusst Ängste und Unsicherheit schüren. Orientieren Sie sich bei der Suche nach verlässlichen Informationen an geprüften Quellen wie beispielsweise dem Bundesgesundheitsministerium, dem Robert Koch-Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit dem Angebot www.infektionsschutz.de. Prüfen Sie, wer hinter Informationen im Internet steht und welche Ziele die Anbieter verfolgen.  

Psychische Gesundheit ernst nehmen und Hilfe suchen

Wenn Sie sich durch die Corona-Pandemie belastet fühlen, suchen Sie sich Unterstützung und Beratung bei Freundinnen, Freunden, der Familie oder qualifizierten Stellen. Die Offensive Psychische Gesundheit bietet eine Übersicht über bestehende Hilfsangebote. Halten Sie den Kontakt zu Familie und Bekannten auch über Telefon und Internet aufrecht. Weitere Informationen finden Sie hier.

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