COVID-19
10:40 · 14. April 2022

So wird das Coronavirus übertragen

Mit dem Coronavirus infiziert man sich vor allem durch Tröpfchen oder Aerosole („Schwebeteilchen“) in der Luft. Auch eine Schmierinfektion über Oberflächen ist möglich. Hier erfahren Sie mehr zur Übertragung des Coronavirus und wie Sie das Risiko einer Infektion bestmöglich verringern.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Das Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung findet vor allem über die Atemwege statt. Das Ansteckungsrisiko hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab: Zum Beispiel, wie viele Viruspartikel eine infizierte Person ausscheidet, wie lange man mit einer oder einem Infizierten in Kontakt war und an welchem Ort ein Treffen stattgefunden hat. In geschlossenen Räumen etwa ist das Übertragungsrisiko höher als an der frischen Luft. Entscheidend ist auch, um welche Virusvariante es sich handelt: Die derzeit in Deutschland dominierende Omikron-Variante beispielsweise überträgt sich deutlich leichter von Mensch zu Mensch als vorherige Varianten.

Infektion über Tröpfchen

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen oder Aerosole („Schwebeteilchen“) in der Luft. Wenn eine infizierte Person hustet, niest, lacht oder spricht, scheidet sie Tröpfchen und Aerosole mit Viren aus. Diese verbreiten sich, schweben in der Luft und setzen sich auf Oberflächen ab. 

Je näher eine Person der oder dem Infizierten kommt, desto mehr ansteckende Tröpfchen und Aerosole können sie erreichen. Mit dem Mindestabstand von 1,5 Metern schützen Sie sich davor, Viren einzuatmen. Je konsequenter Sie den Abstand einhalten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Coronavirus auf Sie überträgt. 

Zudem sollten Räume, in denen sich mehrere Menschen gleichzeitig aufhalten, regelmäßig gelüftet werden. Durch den Luftaustausch wird verhindert, dass sich große Aerosolmengen im Raum sammeln. Eine (medizinische oder FFP2-) Maske kann zusätzlichen Schutz bieten. Trägt eine infizierte Person eine Maske, kann diese einen Teil der ansteckenden Tröpfchen und Aerosole abfangen. Hier können Sie mehr zu den unterschiedlichen Maskentypen nachlesen. 

Mindestabstand schützt vor einer Ansteckung

Weitere Übertragungswege: Schmierinfektion

Coronaviren können sich auch über Oberflächen wie Metall, Glas oder Plastik übertragen. Wie lange die Viren auf den Oberflächen überleben, hängt von verschiedenen Umweltfaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, aber auch der Beschaffenheit der Oberfläche ab. Die genaue Überlebensdauer von Coronaviren auf Oberflächen wird noch untersucht. Das Robert Koch-Institut (RKI) fasst die Forschungsergebnisse im Epidemiologischen Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 zusammen.

Ansteckung mit COVID-19 über Schmierinfektion

In der folgenden Infobox sind die wichtigsten Hygieneregeln zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion für Sie zusammengefasst:

Hygiene-Tipps für einen sicheren Alltag

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und nehmen Sie sich hierfür 20 bis 30 Sekunden Zeit. Sollten Sie unterwegs keine Möglichkeit zum Händewaschen haben, nutzen Sie Händedesinfektionsmittel.
  • Vermeiden Sie Händeschütteln oder Umarmungen, wenn Sie andere Menschen begrüßen.
  • Halten Sie beim Husten oder Niesen genügend Abstand zu anderen Menschen und drehen Sie sich dabei von ihnen weg. Husten oder Niesen Sie nicht in die Hände, sondern in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen. Grundsätzlich sollten Sie bei Anzeichen einer COVID-19-Erkrankung zuhause bleiben und eine Ärztin bzw. einen Arzt anrufen.
  • Berühren Sie Ihr Gesicht so selten wie möglich.
  • Achten Sie auf eine gute Haushaltshygiene und nutzen Sie zum Putzen handelsübliche Reinigungsmittel. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln wird nicht routinemäßig empfohlen.

Die AHA-Formel schützt vor einer Infektion mit dem Coronavirus

Die Ansteckungswahrscheinlichkeit über einen der oben genannten Übertragungswege kann durch das Einhalten der AHA-Formel verringert werden. Wenn Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern beherzigen, die Hygieneregeln beachten und im Alltag eine Maske tragen, schützen Sie damit sich und Ihr Umfeld. Auch das L in der erweiterten AHA+A+L-Formel ist eine wichtige Schutzmaßnahme: Gründliches Lüften senkt das Infektionsrisiko über Aerosole, wie Sie hier nachlesen können. Auch wenn Sie die Corona-Warn-App verwenden, können Sie dazu beitragen, die Virusverbreitung einzudämmen und die Fallzahlen zu senken. Die App hilft unter anderem dabei, festzustellen, ob Sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren und daraus ein Ansteckungsrisiko entstanden sein kann.

Schutz durch Impfung

Die Corona-Schutzimpfung bietet den besten Schutz vor einer Infektion, Erkrankung und vor allem vor schweren COVID-19-Verläufen. Die bisher zugelassenen Impfstoffe waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigen, dass die gegen COVID-19 geimpften Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 70 bis 95 Prozent seltener erkrankten als die mit einem Placebo geimpften Versuchsgruppen. Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19-Erkrankung geschützt ist, das heißt wie lange der Impfschutz besteht, wird derzeit noch untersucht.

Ansteckung und Übertragung trotz Impfung

Die COVID-19-Impfstoffe haben eine hohe individuelle Schutzwirkung und bewahren die geimpfte Person vor einem schweren Krankheitsverlauf. Es kann jedoch auch in seltenen Fällen trotz einer Corona-Schutzimpfung zu einer Infektion kommen: Die Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb ist es wichtig, sich trotz Impfung an die AHA-Formel zu halten und die Kontakte möglichst zu beschränken.

Zu einer Ansteckung kann es auch dann kommen,

  • wenn die Infektion bereits kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde. Die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt fünf bis sechs Tage.)
  • wenn die Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt, bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet wurde. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel zehn bis 14 Tage nach Verabreichung ein.
  • wenn eine vollständige Impfung vorliegt. Man spricht dann von einem Impfdurchbruch.

Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten. Eine fieberhafte Erkältung aufgrund anderer Erreger bedeutet aber kein Versagen der COVID-19-Impfung. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen. Hierbei handelt es sich jedoch um eine natürliche Reaktion des Immunsystems, die nicht mit einer Atemwegs- oder SARS-CoV-2-Infektion verwechselt werden sollte. Welche Impfreaktionen es gibt, erfahren Sie hier.

Auch die Viruslast bei Menschen, die trotz einer COVID-19-Impfung positiv getestet werden, ist deutlich reduziert und hält kürzer an. Entsprechend niedriger ist das Übertragungsrisiko. Trotzdem ist nicht ganz auszuschließen, dass Geimpfte andere Menschen anstecken können. Insgesamt ist das Risiko einer Virusübertragung aber deutlich geringer.

Darum infizieren sich noch immer Menschen

  1. Es gibt immer noch viele Ungeimpfte
    In Deutschland können sich alle Menschen ab 5 Jahren schnell und unkompliziert gegen das Coronavirus impfen lassen. Dennoch sind viele immer noch ungeimpft. Unter den Nicht-Geimpften kann sich das Virus einfacher übertragen und verbreiten: Sie infizieren sich häufiger als geimpfte Personen und sind nach einer Infektion deutlich ansteckender.
  2. Die Virusvariante Omikron ist ansteckender
    Die zurzeit in Deutschland vorherrschende Omikron-Variante ist deutlich ansteckender. Die Omikron-Variante verbreitet sich nach derzeitigem Kenntnisstand deutlich schneller und effektiver als die bisherigen Virusvarianten. Sie ist verantwortlich für eine Infektionswelle von bisher noch nicht beobachteter Dynamik. In der Folge ist es zu einer schlagartigen Erhöhung der Infektionsfälle gekommen, die in einigen Regionen zu einer Überlastung des Gesundheitssystems und ggf. weiterer Versorgungsbereiche führen kann. Auch bestehen noch Unsicherheiten hinsichtlich der Effektivität und Dauer des Impfschutzes sowie der Schwere der Erkrankung. Weitere Infos zu Virusvarianten finden Sie hier.
  3. Wir haben seit einiger Zeit wieder deutlich mehr Freiheiten
    Ob Restaurant-, Museum- oder Kneipenbesuch – im Vergleich zum Beginn der Pandemie haben wir weniger Einschränkungen. Durch die kontaktreduzierenden Maßnahmen im Jahr 2020 gab es wesentlich weniger Möglichkeiten für das Virus, sich zu verbreiten. Seitdem es weniger Einschränkungen gibt, ist auch die Zahl der Kontakte – und damit die Zahl der Infektionen – wieder gestiegen.
  4. Der Impfschutz muss jetzt aufgefrischt werden
    Die Auffrischungsimpfungen sind gerade jetzt im Hinblick auf die wesentlich ansteckendere Omikron-Variante von zentraler Bedeutung. Der Booster ist ein extrem wertvolles Werkzeug im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie sorgt dafür, dass der Schutz der Geimpften – unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen – effektiv aufrechterhalten und die Weiterverbreitung des Virus deutlich gesenkt wird. Grundsätzlich können sich alle Personen ab 12 Jahren bereits 3 bis 6 Monate nach der Grundimmunisierung auffrischen lassen. Informieren Sie sich hierzu und vereinbaren Sie gegebenenfalls zeitnah einen Termin.
  5. Auch Geimpfte und Genesene können das Virus übertragen
    Untersuchungen zufolge ist zwar anzunehmen, dass vollständig Geimpfte oder Genesene, die sich mit dem Coronavirus infizieren, nur eine geringe Viruslast und somit auch ein geringeres Übertragungsrisiko haben. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte und Genesene andere anstecken. Sie sollten daher weiterhin vorsichtig sein, die empfohlenen Schutzmaßnahmen einhalten, die Testangebote nutzen und sich vor allem bei Krankheitssymptomen frühzeitig testen lassen.

Die gesamte AHA-Grafik zum Download finden Sie hier:

PDF: So wird das Coronavirus übertragen

Das könnte Sie auch interessieren