COVID-19
12:32 · 29. April 2022

Wie medizinische Masken vor dem Coronavirus schützen

Masken schützen uns und unsere Mitmenschen vor einer Corona-Infektion. Auch wenn die Maske vielerorts nicht mehr Pflicht ist, kann sie dennoch hilfreich sein. Hier erfahren Sie, was Sie über Masken wissen müssen.

FFP2-Masken schützen uns alle

Masken bremsen die Viren-Verbreitung

Die Maske ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie fester Bestandteil unseres
Alltags geworden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist neben der Tröpfcheninfektion der Hauptübertragungsweg des Coronavirus die Infektion über Aerosole. Beim Husten oder Niesen geben infizierte Personen feine Tröpfchen an die Umwelt ab, die Virenpartikel in sich tragen. Geraten diese über die Luft an die Schleimhäute eines anderen Menschen, kann dieser sich infizieren. Trägt eine infizierte Person eine Maske, wird ein Teil der Tröpfchen zurückgehalten und kann sich daher nicht so stark verbreiten wie ohne Schutz. Größere Tröpfchen fallen schneller zu Boden. Zudem sinkt das Infektionsrisiko mit zunehmendem Abstand. Daher sollte zur Vermeidung einer Tröpfcheninfektion der Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden.

Studie belegt: Medizinische Masken reduzieren das Corona-Infektionsrisiko erheblich

In einer Studie des Max-Planck-Instituts wurde untersucht, wie hoch das jeweilige Corona-Infektionsrisiko in Situationen mit und ohne Maske ist. Klar ist: Selbst ein Abstand von drei Metern zu einer infizierten und ansteckenden Person führt mit hundertprozentiger Sicherheit zu einer Corona-Infektion. Medizinische Masken können dieses Risiko drastisch senken. Dargestellt werden unterschiedliche Tragweisen medizinischer Masken:

  • Szenario 1: Eine infizierte und eine nicht infizierte Person tragen jeweils eine gut sitzende FFP2-Maske – das Ansteckungsrisiko beträgt nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz kaum mehr als ein Tausendstel.

  • Szenario 2: Eine infizierte und eine nicht infizierte Person tragen jeweils eine schlecht sitzende FFP2-Maske – die Infektionswahrscheinlichkeit steigt auf etwa vier Prozent.

  • Szenario 3: Eine infizierte und eine nicht infizierte Person tragen jeweils eine gut angepasste OP-Maske – die Ansteckungswahrscheinlichkeit innerhalb von 20 Minuten liegt bei höchstens zehn Prozent.

In einigen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt aktuell eine Maskenpflicht. Achten Sie darauf, dass Ihre Maske beim Tragen gut sitzt. Sie schützen damit sich und Ihre Mitmenschen vor dem Coronavirus und einer möglichen Erkrankung an COVID-19.

Gefahr durch Aerosole

Aerosole sind kleinste Tröpfchen, die auch schon durch Flüstern und Sprechen, insbesondere aber auch beim lauten Sprechen, Schreien oder Singen in die Umgebung abgegeben werden. Aerosole fallen bei weitem nicht so rasch zu Boden wie Tröpfchen. Je nach Größe können sie sich über Stunden in der Raumluft aufhalten und verteilen. Das Infektionsrisiko besteht hier also nicht nur, wenn man aus der Nähe angehustet wird oder jemand in kurzem Abstand niest. Daher sollte durch Lüften die Raumluft regelmäßig ausgetauscht werden.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Während zu Beginn der Corona-Pandemie vor allem Stoffmasken getragen wurden, sind seit Anfang 2021 medizinische Masken vielerorts im Alltag Pflicht. Sie schützen effizienter als Alltagsmasken. Gerade in Situationen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann oder sich mehrere Menschen für längere Zeit treffen, bieten vor allem partikelfiltrierende Masken der Standards FFP2-, FFP3- und KN95/N95 bei dichtem Sitz neben dem Schutz vor einer Tröpfcheninfektion auch einen sehr guten Schutz vor Aerosolen. 

Mit Blick auf das jeweilige Infektionsgeschehen entscheiden die Bundesländer eigenverantwortlich über die genauen Regelungen, an welchen Orten welche Maske getragen werden muss. Einen Überblick über verschiedene Maskenarten und Informationen über die Maskennutzung im Alltag finden Sie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Masken weiterhin wichtig in der Pandemiebekämpfung

Die AHA+L-Formel – also Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen sowie regelmäßig lüften – bleibt gültig, solange die Pandemie nicht unter Kontrolle ist. Um sich und andere zu schützen, empfiehlt das RKI auch weiterhin das Tragen einer Maske in bestimmten Situationen. Denn auch bei Geimpften und Genesenen besteht ein Restrisiko, sich selbst und andere anzustecken. Wenn nicht auszuschließen ist, dass Personen anwesend sind, die sich besonders leicht infizieren könnten – etwa nicht oder nicht vollständig Geimpfte oder Personen mit geschwächtem Immunsystem –, sollten alle Anwesenden eine Maske tragen. Im Freien ist das Infektionsrisiko in der Regel geringer. Bei Menschenansammlungen oder längeren Gesprächen rät das RKI allerdings auch hier zur Maske.

Was macht eine FFP-Maske aus und wie erkenne ich sie?

FFP-Masken schützen die oder den Maskentragenden vor allem vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Das FFP steht im Englischen für „Filtering Face Piece“. Im Deutschen spricht man auch von partikelfiltrierenden Halbmasken. Die FFP2-Maske ist ursprünglich als professionelle Schutzmaske aus dem Handwerk auch als „Staubschutzmaske“ bekannt. Sie ist meistens weiß, oft kuppelförmig oder faltbar und kann mit oder ohne Ausatemventil ausgestattet sein. Was FFP-Masken voneinander unterscheidet und ihre Kennzeichnung beeinflusst, ist vor allem ihre jeweilige Filterleistung.

 

Maskentypen und Schutzvisiere im Vergleich


Schützt die Maske gegen Aerosole?

Alle FFP-Masken müssen geprüft werden und eine unterschiedliche Anzahl an Test-Aerosolen filtern. FFP1-Masken müssen mindestens 80% der Test-Aerosole filtern, FFP2-Masken mindestens 94 % und FFP3-Masken 99 %. Die Prüfung erfolgt anhand der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 mit Aerosolen und stellt klar, dass die FFP-Masken auf dem Markt technische Normen einhalten und nachweislich vor Aerosolen schützen. Das auf der Maskenoberfläche aufgedruckte CE-Kennzeichen zeigt an, dass die FFP-Masken ein erfolgreiches Nachweisverfahren durchlaufen haben.

Die gute Filterleistung einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung schützt nur dann umfassend, wenn die Maske über den gesamten Rand dicht dem Gesicht anliegt.

Warum Ausatemventile ein Problem sind

FFP2-Masken dienen im Gegensatz zu Alltagsmasken neben dem Fremdschutz auch dem Selbstschutz. Masken mit Ausatemventil weisen allerdings einen wesentlich geringeren Fremdschutz auf als Masken ohne Ausatemventil. Ausgeatmete Aerosole werden durch das Ventil nämlich nicht durch das Filtermaterial abgefangen, sondern lediglich in einem gewissen Umfang durch das Ventil gebremst und verwirbelt. So wird der Eigenschutz vor einer Infektion zwar sichergestellt, jedoch nicht der des Umfeldes, das den Aerosolen der Maskenträgerin oder des Maskenträgers bei einer Maske mit Ventil weiterhin ausgesetzt ist.

Die richtige Handhabung einer FFP2-Maske

Um die Filterleistung der FFP2-Masken zu gewährleisten, ist ein korrekter Sitz am Gesicht wichtig. Die folgenden Tipps helfen bei der richtigen Maskenanwendung:

  • Die Maske muss über Mund, Nase und Wangen sitzen. Die Ränder der Maske müssen dabei eng anliegen, sodass möglichst wenig Luft an der Maske vorbeigelangt. 
  • Die Schutzwirkung vor Aerosolen ist bei Bartträgern geringer.
  • Vermeiden Sie es, die Maske während des Gebrauchs anzufassen (dies gilt für alle Masken). Beim Abnehmen der Maske fassen Sie bitte möglichst immer nur die Bänder der Maske an.
  • Waschen Sie sich nach dem Absetzen der Maske gründlich die Hände (Tipps zum richtigen Händewaschen finden Sie hier).
  • Wechseln Sie Ihre FFP2-Masken bitte regelmäßig. Insgesamt beläuft sich die Gesamttragedauer einer Maske auf ca. acht Stunden.

Weitere Tipps und Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Medizinische Masken, wie beispielsweise OP-Masken, eignen sich auch für Kinder. Ein guter Sitz und die richtige Handhabung sind besonders wichtig.

Kann ich FFP2-Masken wiederverwenden?

Im professionellen Bereich sind FFP2-Masken Wegwerfprodukte. Fachpersonal (etwa im medizinischen Bereich) ist oft einem erhöhten Übertragungsrisiko ausgesetzt ist. Im Alltag sind wir in der Regel einer geringeren Belastung durch Erreger ausgesetzt. Viele Personen entscheiden sich deshalb im privaten Bereich, FFP2-Masken nicht wie vorgesehen nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen, sondern sie wiederholt zu tragen. 

Basierend auf Forschungsergebnissen der Fachhochschule Münster weist das BfArM darauf hin, dass Privatpersonen ihre FFP2-Masken vor der Wiederverwendung trocknen sollten. Nach sieben Tagen hat sich die Menge infektiöser Coronaviren auf einer Maske verringert und kann nach diesem Zeitraum somit wiederverwendet werden. Die Filterleistung der Mund-Nasen-Bedeckung wird dadurch nach aktuellem Kenntnisstand nicht schlechter. Weitere Infos zu Verfahren der risikoarmen Desinfektion von FFP2-Masken erhalten Sie hier:

Prof. Dr. Broich erklärt: Masken zum Schutz vor dem Coronavirus

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