Kinder und die Pandemie

Hier finden Sie Antworten zu Fragen rund um den Alltag mit Kindern in der Corona-Pandemie. Zudem haben wir auf dieser Seite verlässliche und kindgerechte Quellen und Anlaufstellen für Familien zusammengestellt.

COVID-19-Erkrankung bei Kindern

Wie kann ich mein Kind vor einer COVID-19-Erkrankung schützen?

Neben einer Impfung kann die weitere Ausbreitung des Coronavirus durch allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen verhindert oder zumindest verlangsamt werden. Mehr Informationen dazu können Sie unserem Artikel "Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen" entnehmen.

Bitte beachten Sie die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch sowie gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen.

Stand: 10.09.2022

Bestehen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen – bei Ansteckung, Übertragung und beim Krankheitsverlauf?

Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder etwas weniger empfänglich für eine Infektion mit dem Coronavirus sind. Das muss jedoch noch weiter untersucht werden. Ein schwerer Verlauf der Erkrankung bei ansonsten gesunden Kindern (nicht chronisch vorerkrankt) ist sehr selten. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendlichen ab 5 Jahren. Genauere Informationen zur Impfung ab 5 Jahren finden Sie hier sowie Informationen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren hier

Mehr zum Coronavirus bei Kindern lesen Sie im Artikel Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen.

Stand: 23.08.2022 

Stimmt es, dass Kinder einen eher milden Verlauf haben? Auf welche Symptome sollte man achten?

Die Mehrzahl der Kinder zeigt nach bisherigen Studien einen asymptomatischen oder milden Krankheitsverlauf. So wurden laut Daten der Corona-KiTa-Studie bei etwa 35 Prozent der 0- bis 5-Jährigen mit vorhandenen klinischen Informationen keine COVID-19-relevanten Symptome angegeben. Bei 65 Prozent der Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren wurde mindestens ein Symptom angegeben.

In einer Studie der ersten Welle in Deutschland zählten Husten, Fieber und Schnupfen zu den häufigsten erfassten Symptomen. Weitere möglichen Symptome sind Allgemeinsymptome, Halsschmerzen, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden, Pneumonie, oder ARDS. In anderen Studien werden darüber hinaus Symptome wie Myalgie (Muskelschmerzen), Brustschmerzen und Herzrasen sowie Geschmacks- und Geruchsverlust angegeben. Eine Magen-Darm-Beteiligung kommt häufiger vor als bei Erwachsenen, teilweise auch ohne dass respiratorische Symptome vorliegen. Es ist auffällig, dass ein erheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen nur ein Symptom aufweist. Nur ein sehr kleiner Teil der erkrankten Kinder benötigt eine intensivmedizinische Versorgung und wird beatmungspflichtig. 

Stand: 19.08.2022

Gibt es Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei Kindern?

Bei den hospitalisierten Kindern sind Lungen- und Herzvorerkrankungen häufiger registriert worden. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sind auch schwere Verläufe aufgetreten. In einer europaweiten Studie waren Alter unter einem Monat, das Vorliegen einer Vorerkrankung sowie Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege Risikofaktoren für eine Aufnahme auf die Intensivstation. Detaillierte Informationen zu stationären COVID-19-Behandlungen im Kindesalter erfasst ein Survey der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

Mehr erfahren Sie hier

Stand: 10.09.2022

Was mache ich, wenn mein Kind krank ist oder hustet?

Wenn Ihr Kind hustet, bedeutet es nicht automatisch, dass es sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Grundsätzlich gilt: Ist Ihr Kind krank, sollte es in jedem Fall zu Hause bleiben. Wenden Sie sich außerdem telefonisch an Ihre Kinder- oder Hausärztin oder Ihren Hausarzt, die oder der unter Berücksichtigung weiterer vorhandener Symptome wie zum Beispiel Fieber, trockenem Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen die nächsten Schritte festlegt.  

Um Eltern während der Pandemie noch besser zu unterstützen, ist außerdem der Anspruch auf Kinderkrankentage vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erhöht worden (siehe Hintergrundmeldung "Kinderbetreuung bei Schul- und Kitaschließungen"). Eltern erhalten somit 30 statt wie bisher 20 Kinderkrankentage pro Kind, für Alleinerziehende sind es 60 statt 40 Tage. Bei mehreren Kindern hat jeder Elternteil insgesamt einen Anspruch auf maximal 65 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich dieser Anspruch auf maximal 130 Arbeitstage.

Weitere Informationen zum Kinderkrankengeld finden Sie auf dieser Seite des BMFSFJ.   

Woran Sie eine Infektion erkennen und wie Sie Ihre Kinder gut schützen können, können Sie in unserem Artikel "Corona bei Kindern erkennen und vorbeugen" nachlesen.   

Stand: 05.07.2022

Welche Folgeerkrankungen können bei Kindern nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten?

Viele der betroffenen Erwachsenen leiden noch Wochen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung an Spätfolgen und sind zum Beispiel erschöpft, leiden unter Atembeschwerden und fühlen sich nicht mehr konzentrations- und leistungsfähig. Auch bei Kindern wurden solche Spätfolgen beobachtet, die auch als Long-COVID oder Post-COVID-19-Syndrom bezeichnet werden. In seltenen Fällen entwickeln sie zudem das sogenannte „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz PIMS. Dabei kommt es nach einer Virusinfektion zu einer Überreaktion des Immunsystems mit Entzündungsreaktionen im ganzen Körper.  

Meist erkranken ältere Kinder daran, der Großteil muss intensivmedizinisch versorgt werden. Das Krankheitsbild ist gut behandelbar, trotzdem müssen daran erkrankte Kinder noch eine Zeit lang regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, damit mögliche krankhafte Veränderungen (zum Beispiel am Herzen) rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Warum gerade Kinder und Jugendliche von diesem neuen Entzündungssyndrom betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. 

Stand: 12.09.2022 

Kinder und Masken

Müssen meine Kinder auch eine Maske tragen? Wenn ja, ab welchem Alter?

Ja, auch Kinder sind dringend dazu angehalten, eine Maske im öffentlichen Raum zu tragen. In den Bundesländern gibt es eine Vorschrift zum Tragen einer medizinischen Maske für Kinder und Jugendliche zwischen 6 bis 14 Jahren. Diese bezieht sich auf den Fernverkehr und je nach Infektionsgeschehen und regionalen Regelungen auch im öffentlichen Personennahverkehr. Auch in Schulen kann das Tragen einer Maske ab dem fünften Schuljahr vorgeschrieben sein.

Bitte prüfen Sie daher die jeweils geltenden Regelungen in Ihrem Bundesland. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte schreibt klar, dass eine Maske schützt und für Kinder gesundheitlich unbedenklich ist. Informationen dazu finden Sie hier.

Weitere Informationen finden Sie in der Kategorie Familienalltag gestalten.

Stand: 16.09.2022

Ist es für Kinder gefährlich, eine Maske zu tragen?

Nein, das Tragen einer Maske ist für Kinder unbedenklich. Die Masken schränken das Ein- und Ausatmen nicht ein, führen weder zu einer Einschränkung der Sauerstoffversorgung, noch zu einer gefährlichen Anreicherung von Kohlendioxoid. Sie gefährden auch sonst in keiner Weise die Gesundheit, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. erklärt. Potenziell gefährlich sind lediglich Bedeckungen, die den Gesichtsbereich fest abschließen und dabei den Luftaustausch behindern, zum Beispiel bestimmte Schnorchelmasken oder andere Masken aus Plastik, wenn sie als Mund-Nasen-Schutz zweckentfremdet werden.

Achten Sie in jedem Fall stets auf die Hygieneregeln zum Wechsel und zur Reinigung eines Mund-Nasen-Schutzes. In durchfeuchteten Masken können sich Keime ansiedeln und vermehren. Tipps zur Verwendung und Anleitungen für Eltern finden Sie zum Beispiel hier.    

Stand: 10.09.2022

Wird auch für Kinder, die keine Maske tragen, ein Bußgeld fällig?

Für Verstöße gegen die Maskenpflicht haben die Länder ein Mindestregelbußgeld in Höhe von 50 Euro festgelegt. Auch Kinder sind nicht ausgenommen: In den Bundesländern gibt es eine Vorschrift zum Tragen einer sogenannten OP-Maske für Kinder und Jugendliche zwischen sechs bis 14 Jahren. Die Bundesländer können separate Regelungen geltend machen. Bitte prüfen Sie jeweils die geltenden Regelungen in Ihrem Bundesland.

Stand: 16.09.2022

Kinder und Tests

Welche Regelungen gelten für Corona-Tests bei Kindern?

Die Ausgestaltung von Testkonzepten für Kindertagesstätten und Schulen liegt in der Zuständigkeit der Länder. Diese können eine Testpflicht anordnen, sollte es das Infektionsgeschehen erfordern. Erkundigen Sie sich dazu bitte auf der Seite Ihres Bundeslands. Kinder bis zum fünften Lebensjahr haben zudem mindestens einmal wöchentlich Anspruch auf einen kostenlosen Bürgertest. 

Stand: 16.09.2022

Was sind Lolli-Tests für Kinder und wo werden sie eingesetzt?

Lolli-Tests (oder PCR-Pooltests) sind Corona-Tests für Kinder, die nach der PCR-Methode im Labor ausgewertet werden. Lolli-Tests können zum Beispiel in KiTa-Gruppen oder Schulklassen eingesetzt werden. Bei der Methode lutschen alle Kinder der jeweiligen Gruppe sowie die Erzieherinnen und Erzieher bzw. Lehrerinnen und Lehrer für etwa 30 Sekunden an jeweils einem Abstrichtupfer wie an einem Lolli. Die Abstrichtupfer aller Kinder der Lerngruppe werden in einem Sammelgefäß zusammengeführt und als anonyme Sammelprobe, dem sogenannten „Pool“, noch am selben Tag in einem Labor nach der PCR-Methode ausgewertet. Diese Methode sichert ein sehr verlässliches Testergebnis.

Fällt einer der Tests positiv aus, müssen alle Kinder sowie die Erzieherinnen und Erzieher bzw. Lehrerinnen und Lehrer noch einen weiteren einzelnen PCR-Test machen. So kann eine mögliche Infektion bei einem Kind durch einen PCR-Test deutlich früher festgestellt werden als durch einen Schnelltest, sodass auch die Gefahr einer Ansteckung rechtzeitiger erkannt wird. Wie die Organisation der Lolli-Tests genau abläuft, erfahren Sie auch in den mehrsprachigen Flyern des RKI.

Stand: 10.09.2022

Weiterführende Beratungsangebote

Wo finde ich kindgerechte Informationen zum Coronavirus?

In diesem Artikel können Sie nachlesen wie Sie Ihren Kindern erklären, wie sich das Virus ausbreitet und welche Abstands- und Hygieneregeln es zu beachten gilt. 

Auch unter den folgenden Adressen finden Kinder und Jugendliche zuverlässige Informationen rund um das Coronavirus: 

Für Kinder und Jugendliche gibt es auch spezielle Suchmaschinen, die für ihr Alter geeignet sind. Damit Kinder selbstständig nach Informationen im Netz suchen können, empfehlen wir diese Suchmaschinen:

Stand: 10.09.2022

Wo finde ich verlässliche Informationen zum Alltag während der Corona-Pandemie?

Verlässliche Informationen finden sich beispielsweise auf dieser Seite, beim Bundesgesundheitsministerium, beim Robert Koch-Institut oder bei den zuständigen Landesbehörden. Informationen für den Alltag von Familien während der Coronavirus-Pandemie hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammengestellt. Informationen zu Regelungen für das öffentliche Leben finden Sie auf der Internetseite des Bundesinnenministeriums.

Stand: 10.09.2022

Die Situation zuhause ist angespannt. Was kann ich tun?

Die aktuelle Situation verlangt besonders Familien einiges ab. Es ist natürlich, dass dabei Anspannung und Streit entstehen können. Voneinander Abstand nehmen und Bewegung an der frischen Luft kann zu etwas Entspannung führen. Auch der Kontakt über Video oder Telefon mit einer Vertrauensperson kann unterstützen. Wenn Sie sich psychisch belastet fühlen, Angst oder Gewalt erleben, wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens aus Ihrem persönlichen Umfeld oder nutzen Sie zum Beispiel eines der folgenden Unterstützungs- und Beratungsangebote:

  • Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": 08000 116 016 (24 Stunden an 365 Tagen im Jahr erreichbar)  
  • Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 (24 Stunden an 365 Tagen im Jahr erreichbar)  
  • Nummer gegen Kummer:  
    • für Kinder und Jugendliche: 116 111 (Montag bis Samstag: von 14-20 Uhr)
    • für Eltern: 0800 – 111 0 550 (Montag bis Freitag von 9-17 Uhr, Dienstag und Donnerstag bis 19 Uhr)  
  • Psychotherapeutische Online-Kurse: www.hellobetter.de  
  • Onlineberatung für Jugendliche per E-Mail oder Chat: www.jugendnotmail.de

Teilweise bieten Städte und Kommunen eigene Notrufnummern für Kinder und Jugendliche an. Bitte informieren Sie sich dazu auf den behördlichen Internetseiten Ihres Bundeslandes. Weitere Informationen erhalten Sie außerdem auf dieser Website im Schwerpunktbereich Psychisch stabil bleiben.

Außerdem: Informationsangebote bezüglich Empfehlungen für Eltern in der Corona-Zeit bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf Ihrer Website.

Generell sind Eltern auch gefordert, Kinder und Jugendliche im digitalen Raum zu schützen und Medienkompetenz zu vermitteln. Der Jugendschutz und Gutes Aufwachsen mit Medien bieten online Hilfestellungen hierzu. Weitere hilfreiche Informationen finden Sie hier

Stand: 10.09.2022

Wo finde ich Hilfe gegen Hass im Netz und Cybermobbing?

In sozialen Netzwerken werden nicht selten Hass und Hetze mit menschenverachtenden Inhalten verbreitet.

Auf den folgenden Seiten finden Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, Tipps und Hilfsangebote gegen Hassreden und Cybermobbing:

Zudem werden auf der Website Klicksafe Informationen zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und den neuen Medien bereitgestellt.

Stand: 10.09.2022

 

Wo finde ich weitere verlässliche Informationen zum Thema Pflegen und Gesund leben?

Das Bundesministerium für Gesundheit informiert Bürgerinnen und Bürger rund um ihre Gesundheit auf dem Nationalen Gesundheitsportal. Dort finden Sie fachlich geprüfte Informationen zu Krankheiten, ICD-Codes und zu Vorsorge- und Pflegethemen.

Stand: 10.09.2022