Pflegeberufe

Pflegebedürftige benötigen auch in der Coronavirus-Pandemie ausreichend Unterstützung. Um alle Beteiligten optimal vor einer Infektion und weiteren Folgen zu schützen, müssen bestimmte Maßnahmen wie Abstand, Reduzierung von unnötigem Kontakt und Hygiene beachtet werden. Wie Menschen in Pflegeberufen am besten damit umgehen, lesen Sie hier.

Inhalte

Darf ich der Arbeit fernbleiben, wenn ich aufgrund meines Alters oder einer Vorerkrankung zu einer Risikogruppe gehöre?

Ältere Beschäftigte und Personen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe durch COVID-19. Das befreit sie jedoch nicht von der Pflicht zur Arbeitsleistung. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind angehalten, im Einzelfall besondere Schutzmaßnahmen zu treffen. Neben der Beachtung der Schutzmaßnahmen ist eine Impfung der sicherste Schutz vor einer Erkrankung mit dem Coronavirus. Die Corona-Schutzimpfung sorgt dafür, dass das Immunsystem rascher reagieren kann und man besser vor schweren Verläufen geschützt ist.  

Dennoch können einzelne Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer freigestellt werden oder es kann ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden. Am besten ziehen Sie für Ihr persönliches Anliegen die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt zurate. Tauschen Sie sich außerdem mit Ihrer Arbeitergeberin oder Ihrem Arbeitgeber über Ihre Situation aus, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Mehr zum Thema Risikofaktoren und Risikogruppen erfahren Sie hier.

Stand: 16.09.2022 

Die Arbeit ist belastend und zeitlich kaum zu bewältigen. Darf ich die Anzahl der Patientinnen- und Patientenbesuche reduzieren?

Sie dürfen die Zahl der Patientinnen und Patienten, die Sie täglich versorgen, nicht eigenmächtig reduzieren. Bitte wenden Sie sich mit Fragen dieser Art an Ihre Vorgesetzte beziehungsweise Ihren Vorgesetzten. Bitte wenden Sie sich mit Fragen dieser Art an Ihre Vorgesetzte beziehungsweise Ihren Vorgesetzten und suchen gemeinsam nach einer Lösung, die für alle Beteiligten tragbar ist.

Mehr Informationen zu berufsrechtlichen Fragen für Pflegepersonal finden sie in diesem Artikel.

Stand: 10.09.2022

Kann mir Urlaub gestrichen werden, weil zu wenig Pflegepersonal da ist?

Das ist grundsätzlich nicht so einfach, denn jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub gemäß des Bundesurlaubsgesetzes. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen kann die Arbeitergeberin oder der Arbeitgeber den Urlaub verlegen. Eine solche Ausnahme kann etwa die Corona-Pandemie sein, wenn dadurch so viele Mitarbeitende ausfallen, dass der Betrieb ohne den Widerruf der Urlaubsgenehmigung nicht mehr aufrechtzuerhalten ist.

Stand: 10.09.2022

Darf meine Arbeitgeberin beziehungsweise mein Arbeitgeber mich auf eine Intensiv- oder COVID-19-Station versetzen?

Das ist vertraglich geregelt: Üblicherweise beinhaltet der Vertrag als Pflegekraft auch einen Einsatz in verschiedenen Funktionsbereichen. Das heißt, Sie können einer Versetzung gegebenenfalls aufgrund des Weisungsrechts der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers nicht widersprechen. Dieser muss dann allerdings die Einweisung in das Arbeitsgebiet und die entsprechenden Schutzmaßnahmen sicherstellen. 

Gut zu wissen:

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG), das am 1. September 2022 in Kraft tritt, sollen die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessert werden. Neben Tarifbezahlungen und einem bundeseinheitlichen Personalschlüssel enthält es mehr Entscheidungsbefugnisse für Pflegekräfte. Mehr Informationen zum Gesetz finden Sie hier.

Stand: 10.09.2022

Wie kann die Ansteckungsgefahr bei der Pflege reduziert werden?

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz seit dem 1. Oktober gilt eine FFP2-Masken- und Testnachweispflicht für den Zutritt zu Krankenhäusern sowie voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen und vergleichbaren Einrichtungen sowie für Beschäftigte in ambulanten Pflegediensten und vergleichbaren Dienstleistern während ihrer Tätigkeit. Diese gilt der Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems und dem Schutz der Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem besteht seit dem 16. März 2022 in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen eine einrichtungsbezogene Impfpflicht.   

 

Generell gilt: Eine Ansteckungsgefahr besteht bei allen Beteiligten im direkten Kontakt. In der Pflege sollten persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel das Tragen einer Atemschutzmaske, von Handschuhen und Kittel. Außerdem kann ein Augenschutz sinnvoll sein. Bitte beachten Sie Anordnungen zum Tragen von Schutzkleidung.

Um sich und andere bei der Pflege bestmöglich vor dem Coronavirus zu schützen, sollten die folgenden Hygienemaßnahmen eingehalten werden:

  • Häufiges und richtiges Händewaschen: Mindestens 20 Sekunden mit ausreichend Seife, danach sollten Sie die Hände gründlich mit einem Einmal-Handtuch abtrocknen.
  • Nicht ins Gesicht fassen: Vor dem Berühren des Gesichts sollten Sie sich die Hände waschen oder desinfizieren.
  • Finger wenig nutzen: Wo es möglich ist, sollten Sie den Ellbogen statt der Finger nutzen. So lassen sich viele Türen beispielsweise statt mit der Hand mit dem Arm öffnen. 
  • Häufig lüften: Weisen Sie auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims darauf hin, dass sie häufiger das Zimmer lüften sollten.
  • Richtiges Niesen: Wenn Sie niesen müssen, nutzen Sie statt Ihrer Hände die Armbeuge, um die Tröpfchen abzufangen.

 

Stand: 23.09.2022

Wann besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Ein höheres Infektionsrisiko besteht bei direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten von an COVID-19 erkrankten Personen. Das kann beim Anhusten oder Anniesen beziehungsweise bei medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen der Fall sein. Das Risiko kann durch die Verwendung von entsprechender Schutzausrüstung vermindert werden. Dazu gehören Atemschutzmasken, die mindestens den Standard der FFP2-Maske erfüllen. Das Robert Koch-Institut stellt auf seiner Website Informationen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patientinnen und Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 zur Verfügung.

Mehr Informationen zur richtigen Schutzausrüstung finden Sie hier.

Stand: 10.09.2022

Kann ich die Pflege von COVID-19-Patientinnen und -Patienten verweigern?

Die Pflege und Betreuung von Patientinnen und Patienten (beziehungsweise in der Pflege von pflegebedürftigen Menschen) mit übertragbaren Krankheiten gehört zum Aufgabenfeld von Pflegerinnen und Pflegern und kann somit auch im Fall einer COVID-19-Erkrankung der Patientin oder des Patienten nicht verweigert werden. Um die Übertragung von Infektionserkrankungen zwischen Erkrankten und Personal zu verhindern, muss jedoch die Arbeitergeberin oder der Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen ergreifen und geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung stellen (zum Beispiel Schutzkittel, Einweghandschuhe, dicht anliegende Atemschutzmasken).  

Warum ist es sinnvoll, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem medizinischen oder pflegerischen Bereich arbeiten, regelmäßig testen lassen?

Mit präventiven Reihentests in Krankenhäusern und Pflegeheimen und durch das Testen von Kontaktpersonen von Infizierten lassen sich Infektionsketten schnell erkennen und können besser unterbrochen werden.

Seit dem 1. Oktober besteht bundesweit eine Testnachweispflicht für Personal in Krankenhäusern, voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegeeinrichtungen. Auch in der Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ist konkret geregelt, dass Pflegeeinrichtungen auf der Grundlage eines einrichtungsbezogenen Testkonzepts eine bestimmte Menge an PoC-Antigen-Tests („Schnelltests“) beschaffen und nutzen können. In stationären Einrichtungen können bis zu 30 PoC-Antigen-Tests und von ambulanten Einrichtungen bis zu 20 dieser Tests je Pflegebedürftigem pro Monat beschafft und genutzt werden. Die Kosten für das Testmaterial werden erstattet. Die PoC-Antigen-Tests sollen von den Einrichtungen für die Testung von Personen eingesetzt werden, die dort tätig sind, die dort gepflegt und betreut werden oder die als Besuchsperson eine stationäre Pflegeeinrichtung betreten wollen. Auf Landesebene wird in Verordnungen und Allgemeinverfügungen vorgegeben, wie häufig Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeheimen auf das Coronavirus getestet werden müssen.

Stand: 16.09.2022  

Wie können sich Personen schützen, die Vorerkrankungen haben und/oder in Pflegeberufen arbeiten?

Personen mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Für diese Personengruppe ist es besonders wichtig, die Kontakt- und Hygieneregeln einzuhalten und das Angebot der Corona-Schutzimpfung in Anspruch zu nehmen. Auch Pflegekräfte sollten sich, falls noch nicht geschehen, möglichst schnell impfen lassen. 

Besonders Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches und pflegerisches Personal sollten ihren Impfschutz nach der Zweitimpfung auffrischen lassen. Die entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) finden Sie hier. Mehr zum Thema Auffrischungsimpfung lesen Sie hier und in diesem Artikel.   

Stand: 10.09.2022

 

Was gilt für Besuchspersonen von pflegebedürftigen Menschen?

Seit dem 1. Oktober besteht bundesweit eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske sowie eine Testnachweispflicht für den Zutritt zu Krankenhäusern sowie voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen und vergleichbaren Einrichtungen. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 14 Jahren können statt einer FFP2-Maske eine medizinische Maske tragen.

Stand: 16.09.2022

Werden Menschen mit Behinderung besonders geschützt?

Bitte informieren Sie sich über Bestimmungen zu den Besuchsregelungen für stationäre Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe in der jeweiligen Einrichtung.

Stand: 10.09.2022

Was ist im Umgang mit Menschen mit Demenz zu beachten?

Häufig zählen Menschen mit Demenz durch ihr höheres Alter zur Risikogruppe. Hier ist also besondere Vorsicht geboten. Da viele Demenzerkrankte nicht in der Lage sind, die Hygieneregeln (AHA+L+A-Formel) einzuhalten, ist auch das Risiko einer Ansteckung erhöht. Auf eigene Hygienemaßnahmen sollte demnach verstärkt geachtet werden. Die Betreuung sollte in enger Absprache mit den Angehörigen organisiert werden. Pflegeheime haben zum Teil besondere Hygienemaßnahmen, die vor Ort umgesetzt werden müssen. Bitte berücksichtigen Sie auch regionale Vorschriften.

Durch die Corona-Pandemie entfallen viele Aktivitäten und Angebote für Menschen mit Demenz. Vor allem Bewegung ist ein wichtiger Baustein zur Prävention von Demenz, es macht Spaß und kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Auf dieser Website finden Sie Sportübungen und Trainingsanleitungen für Menschen mit Demenz. Die Videos finden Sie hier. Weitere Informationen, welche Strategie die Bundesregierung im Umgang mit Demenzerkrankten verfolgt, finden Sie hier.

Stand: 10.09.2022

Was muss ich tun, wenn es in der Pflegeeinrichtung, in der ich arbeite, eine oder mehrere an COVID-19 erkrankte Personen gibt?

Falls es in der Pflegeeinrichtung, in der Sie arbeiten, eine oder mehrere erkrankte Personen gibt, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner und/oder infizierte Kundschaft von Pflegediensten sind umgehend beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Die Kontaktdaten des zuständigen Gesundheitsamtes müssen im Pflegedienst und im Heim zentral hinterlegt und für alle Mitarbeitenden zugänglich sein. Sie sollten eine verantwortliche Person – auch eine Vertretung für diese – benennen, die dem Gesundheitsamt als Ansprechperson mitgeteilt wird und die die erforderlichen und angeordneten Maßnahmen einleitet.
  • Sofort ist eine Isolation zu empfehlen.
  • Informieren Sie umgehend telefonisch die zuständige Hausärztin oder den zuständigen Hausarzt beziehungsweise den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
  • Rufen Sie bei lebensbedrohlicher Symptomatik den Rettungsdienst an und geben Sie einen Hinweis auf eine mögliche COVID-19-Erkrankung.
  • Halten Sie sich an die Anweisungen der Gesundheitsbehörde.
  • Sofern eine Krankenhausaufnahme nicht erforderlich ist, muss die oder der Betroffene in der Einrichtung isoliert werden, bis das Ergebnis der Diagnostik vorliegt (meist einen Tag).
  • In der Pflege von Erkrankten mit Fieber oder Atemwegssymptomen sollte den Empfehlungen entsprechende Schutzausrüstung verwendet werden. 

Detaillierte Informationen zu Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen entnehmen Sie dem gleichnamigen Dokument des Robert Koch-Instituts (RKI). Informationen zu Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem und nicht medizinischem Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen bei Personalmangel finden ebenfalls auf der Website des RKI. 

Stand: 25.08.2022

Was muss die Pflegeeinrichtung bei einem positiven Corona-Test unternehmen?

Die Einrichtung hat nach einem positiven Test in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Maßnahmen zu treffen und mögliche Kontaktpersonen nachzuverfolgen (siehe Empfehlungen des Robert Koch-Instituts).

Sollte es zu personellen Engpässen kommen, muss die pflegerische Versorgung sichergestellt werden. Wird mit Personal aus anderen Bereichen überbrückt, so sind die Pflegekassen zu kontaktieren. 

Stand: 10.09.2022

Was müssen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser tun, um Antigen-Schnelltest zu beantragen?

Pflegeheime und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens können im Rahmen ihres einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzepts Antigen-Schnelltests in eigener Verantwortung beschaffen und nutzen. Die Menge der Tests, die pro Monat beschafft und verwendet werden darf, ist dabei begrenzt. Die Höhe der Begrenzung ist zum einen abhängig von der Zahl der Menschen, die in der Einrichtung behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden und richtet sich zum anderen nach der Art der Einrichtung. So dürfen beispielsweise Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen je behandelter, betreuter, gepflegter oder untergebrachter Person bis zu 35 Antigen-Schnelltests pro Monat beschaffen, während dieser Wert bei ambulanten Pflegediensten auf bis zu 20 Antigen-Schnelltests beschränkt ist. Im Rahmen der Testverordnung (TestV) und der Nationalen Teststrategie sind nur solche PoC-Antigentests erstattungsfähig, die auf der vom Gesundheitssicherheitsausschuss der Europäischen Union beschlossenen Gemeinsamen Liste von Corona-Antigen-Schnelltests (sogenannte Common RAT List) aufgeführt sind. Diese ist auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts unter www.pei.de/sars-cov-2-ag-tests abrufbar. Die Tests können über die normalen Vertriebswege insbesondere über Apotheken, den Großhandel oder direkt vom Hersteller bezogen werden.

Stand: 10.09.2022

Wo finde ich Informationen darüber, wie man mit Ausbrüchen in öffentlichen Einrichtungen vorgeht?

Ausbruchsgeschehen müssen so schnell wie möglich erkannt werden, damit sie durch Infektionsschutzmaßnahmen eingedämmt werden können. Weitere Ansteckungen können so verhindert werden. Die Gesundheitsämter suchen daher gezielt Erkrankungsfälle im Umfeld von Erkrankten (aktive Fallfindung), um sie so früh wie möglich zu identifizieren und Infektionsketten zu unterbrechen, aber auch, um das Ausmaß des Infektionsgeschehens abzuschätzen.

Die Nationale Teststrategie sieht außerdem vor, durch vermehrtes Testen in öffentlichen Einrichtungen Infektionsketten frühzeitig aufzudecken. Lesen Sie hier warum es sinnvoll ist, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem medizinischen oder pflegerischen Bereich arbeiten, regelmäßig testen lassen. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen gibt es spezielle Empfehlungen. Eine Infografik auf der Website des RKI erklärt die aktive Fallfindung.

Stand: 15.08.2022

Welche Änderungen ergeben sich bei den regelmäßig abzurufenden Beratungseinsätzen nach § 37 Absatz 3 des Elften Buches Sozialgesetzbuches?

Für Pflegegeldempfängerinnen und -empfänger besteht die Pflicht zur Beratung in der eigenen Häuslichkeit durch einen zugelassenen Pflegedienst, eine anerkannte Beratungsstelle oder eine von der Pflegekasse beauftragte Pflegekraft (Beratungsbesuch). Auf Wunsch der pflegebedürftigen Person kann bis zum 30. Juni 2024 jede zweite Beratung per Videokonferenz erfolgen. Die erstmalige Beratung hat aber in der eigenen Häuslichkeit zu erfolgen.

Stand: 09.08.2022

Wie können Menschen, die einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt haben, durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen begutachtet werden?

Die Begutachtung von Pflegebedürftigkeit erfolgt grundsätzlich durch eine umfassende persönliche Befunderhebung im Wohnbereich der antragstellenden Person. Mit dem Ziel, das Gesundheitswesen und die Pflege bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zu unterstützen, wurden jedoch Ausnahmeregelungen zur Pflegebegutachtung geschaffen. Zum Schutz pflegebedürftiger Personen vor zusätzlichen Ansteckungsgefahren durch das Coronavirus SARS-CoV-2 können nach § 147 Absatz 1 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) Gutachten aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen erstellt werden. Zugleich werden die antragstellende Person und andere zur Auskunft fähige Personen, wie Angehörige, Nachbarinnen und Nachbarn oder Ärztinnen und Ärzte von den Gutachterinnen und Gutachtern zur Person des Antragstellers in strukturierten Interviews telefonisch oder auf digitalem Weg befragt.

Dies setzt jedoch voraus, dass eine solche Begutachtung ohne Untersuchung des Versicherten in seinem Wohnbereich zwingend erforderlich ist (beispielsweise aufgrund bestimmter Vorerkrankungen des oder der Versicherten). Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat im Benehmen mit dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen (GKV Spitzenverband) bundesweit einheitliche Maßgaben für bestimmte Fallkonstellationen entwickelt. Zudem sind bei der Entscheidung auch regionale und behördliche Vorgaben zu berücksichtigen.

Die Maßgaben können hier abgerufen werden.

Stand: 10.09.2022

Was muss zur Vorsorge in einem Haushalt von Pflegebedürftigen vorhanden sein?

In einem Haushalt mit Pflegebedürftigen sollte Folgendes zur Vorsorge vorhanden sein:

  • Desinfektionsmittel (Flüssigkeiten oder Gele auf Alkoholbasis mit mindestens 60% Alkoholgehalt)
  • Handschuhe
  • Masken (sogenannte OP-Masken oder FFP2-, KN95- oder N95-Masken)
  • Thermometer

Weitere Informationen zum Schutz vor Corona und zur Prävention vor einer Ansteckung finden Sie hier.

Stand: 25.08.2021

Wie soll die Corona-Warn-App von medizinischem und pflegerischem Personal bei Tätigkeiten wie z. B. Krankentransporten verwendet werden?

Bei der Arbeit mit Personen, die sich über die Corona-Warn-App als positiver Fall verifiziert haben, rät das Robert Koch-Institut (RKI) medizinischem und pflegerischem Personal mit adäquater Schutzausrüstung im Hinblick auf die persönliche Verwendung der Corona-Warn-App bestimmte Vorkehrungen zu treffen. Um ihre Risikoeinschätzung nicht zu verfälschen, sollte je nach Fall die Bluetooth-Funktion kurzzeitig deaktiviert werden. Nur so kann die Warnmeldung als zuverlässige Risikomitteilung interpretiert werden.

Bei der Arbeit mit Personen, die sich bereits als positiver Fall verifiziert haben lassen, werden keine weiteren Codes durch die App ausgetauscht und somit auch keine neuen Warnmeldungen generiert. Ein erhöhtes Risiko wird ausschließlich für Begegnungen für die letzten 14 Tage vor der Verifikation ausgesprochen. Bei der Arbeit mit Personen, die sich allerdings erst nachträglich über die Corona-Warn-App als positiver Fall identifiziert haben, werden bis zum Zeitpunkt der Verifikationen 14 Tage rückwirkend Warnmeldungen für Kontaktpersonen generiert. Dem Personal wird bei der Arbeit mit diesen Fällen also eine Risiko-Begegnung und evtl. auch ein erhöhtes Risiko angezeigt werden. In diesem Fall ist anzuraten, die Bluetooth-Funktion bei der Behandlung zu deaktivieren, da andernfalls eine Warnmeldung mit erhöhtem Risiko die Folge ist. Auch bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten Infektionsstatus, ist anzuraten die Bluetooth-Funktion zu deaktivieren. Lässt sich die behandelnde Person später als ein positiver Fall verifizieren, wird dem behandelnden Personal ansonsten ein erhöhtes Risiko angezeigt.

Bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten Infektionsstatus ohne adäquate Schutzausrüstung des Personals, kann die App ohne Funktionseinschränkung genutzt werden. Lässt sich die behandelnde Person später als ein positiver Fall verifizieren, wird dem behandelnden Personal ein erhöhtes Risiko angezeigt. Diese Warnmeldung ist dann als eine adäquates Risikomitteilung zu interpretieren. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Stand: 10.09.2022