GebärdenspracheLeichte SpracheAudioinhalteDownloads

Sprache wählen

Deutsch

Eine Seite des Bundesministeriums f. Gesundheit

Bundesministerium für Gesundheit
empty
Gesundheitswesen
14:41 Uhr · 20. August 2020

Live Diskussion: "Corona und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte"

Im Livestream „Corona und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“ vom 8. Juli 2020 betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass die vorhandenen Strukturen im deutschen Gesundheitswesen der Schlüssel zum Erfolg bei der Beherrschung der Corona-Pandemie sind. Damit wäre es gelungen, sechs von sieben COVID-19-Patientinnen und Patienten in Deutschland ambulant zu behandeln. Es sei ihm ein großes Anliegen, so der Bundesgesundheitsminister, den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für ihre tatkräftige Leistung zu danken und zu erfahren, wo die Politik zukünftig noch besser unterstützen kann.

Live Diskussion: Corona Corona und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte

Zum Auftakt der Veranstaltung wurden drei Gäste im Livestream per Video zugeschaltet:

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, war überzeugt, dass neben der „Prise Glück“ die Strukturen sowie das Engagement der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und ihre Organisationsform der kassenärztlichen Vereinigung dafür gesorgt hätten, dass Deutschland die Corona-Pandemie bisher so gut bewältigen konnte. Der Schutzwall habe an der Stelle funktioniert. Diesen Strukturvorteil gelte es zu erhalten, wofür der Schutzschirm der Bundesregierung hilfreich sei. Problematisch seien jedoch die personellen Kapazitäten der Gesundheitsämter und das Thema „Schutzausrüstung“ sei die Achillesferse der ganzen Krise gewesen, was zukünftig besser gelöst werden müsse.

Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchow-Bundes hob hervor, dass es besser gelingen müsse, sowohl COVID-19-Patientinnen und Patienten zu behandeln als auch den normalen ärztlichen Betrieb aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus appellierte er, sich auf die Kombination einer zweiten Pandemie-Welle mit der nächsten Grippewelle einzustellen und keinen „Wust an Formularen“ aufzubauen. Lobend erwähnte er auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117: „Das hat sich bewährt.“

Dr. Christopher Schultz, Arzt in Weiterbildung im Ärztezentrum Büsum gGmbH, berichtete von den zunehmenden telefonischen Beratungen der letzten Wochen sowie von den täglichen Newslettern und Hinweisen der Kassenärztlichen Vereinigung, welche insgesamt zu einem höheren täglichen Arbeitsaufwand geführt hätten. Die Telefonnummer 116 117 sei zudem ständig besetzt gewesen. Außerdem appellierte er, weiterhin zu fordern, dass Menschen Masken tragen – gerade in Touristenorten müsse mehr für das Abstandsgebot geworben werden.

Im Anschluss an diese drei Statements wurden Ärztinnen und Ärzte, die sich zuvor bei der Onlinebeteiligung eingebracht hatten, live zugeschaltet. 

Das waren u.a. Dr. med. Christoph Sass aus Braunschweig. Er wollte wissen, welche konkreten Bestrebungen es gibt, die Versorgung mit qualitativ und quantitativ adäquatem Schutzmaterial in der Zukunft sicherzustellen. Zudem war er der Meinung, dass Schutzmaterial aus dem deutschen oder europäischen Raum bevorzugt werden müsse, da asiatische Lieferketten höchst vulnerabel seien.

Dr. med. Florian Schumacher aus Nürnberg erklärte, dass er nicht bereit sei, sich mit einem weitgehend unbekannten Impfstoff gegen Sars-CoV-2 impfen zu lassen, der so noch nie in größerem Umfang am Menschen erprobt wurde. Deshalb solle es keine Impfpflicht für Menschen im Gesundheitswesen geben – eine Botschaft, die von Herrn Spahn bestätigt wurde: Eine Impfpflicht für Sars-CoV-2 werde es generell nicht geben. 

„Wo wir durch Freiwilligkeit zum Ziel kommen, brauchen wir keine Gesetzgebung", so der Minister. 

Dr. med. Carola Maitra, Vorsitzende der Ärzteschaft Ludwigsburg, wies auf die große Unsicherheit hinsichtlich der Teststrategien hin, die von Bundesebene durchaus unterschiedlich zu den verschiedenen Bundesländern und regionalen Regeln in den Landkreisen empfohlen und gehandhabt würden. 

Dr. med. Markus Sandrock aus dem Markgräferland wollte hinsichtlich der kommenden saisonalen Grippewelle wissen, ob Kinder und Jugendliche mit einem leichten Schnupfen ohne Fieber, ohne Husten und ohne sonstigem Kontakt zu Corona-Erkrankten eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen dürften oder ob sie zu Hause bleiben müssten. 

Dr. med. Kai-Alexander Dähmlow bat um mehr Klarheit und Kommunikation zwischen niedergelassenen Strukturen und dem Gesundheitsamt – beispielsweise durch eine einheitliche Kommunikationsplattform.

Dr. med. Ines Altvater fragte, wie sinnvoll die Maskenpflicht in der aktuellen Lage noch sei. 

Aufgrund der hohen Resonanz der Onlinebeteiligung konnten nicht alle Teilnehmerfragen berücksichtigt werden. 

Der Live-Stream endete mit einem Dank des Ministers dafür, dass sich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit ihren Beiträgen so engagiert in die Diskussion eingebracht haben. Er nehme viel aus dieser Stunde mit, so Minister Spahn, und werde veranlassen, dass häufig gestellte Fragen in Form einer Handreichung beantwortet werden. Damit solle sichergestellt werden, dass Unsicherheiten verschwinden und die neu aufgebauten Strukturen und intendierten Strategien zum Tragen kommen. 

Die angekündigte Handreichung wird auch die Beiträge berücksichtigen, die Minister Spahn aus Zeitgründen während der Live-Diskussion nicht beantworten konnte.