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Corona-Schutzimpfung in Betrieben

Seit dem 7. Juni 2021 können auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte die Corona-Schutzimpfung durchführen. Hier finden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alle relevanten Informationen rund um die Impfung in Betrieben.

Wer hat Anspruch auf eine Impfung bei der Betriebsärztin oder beim Betriebsarzt?

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des jeweiligen Betriebes haben Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung bei der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt. Erfasst sind alle Betriebsangehörigen, und zwar unabhängig etwa von ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort, also auch Grenzpendler und Saisonarbeiter. Die Betriebsärzte können grundsätzlich etwa auch Angehörige der Beschäftigten in die Impfungen einbeziehen.

Das Bundesministerium für Gesundheit weist darauf hin, dass Erst- und Folgeimpfungen bei derselben impfenden Stelle erfolgen sollen – also beide im Impfzentrum oder in der Vertragsarztpraxis oder bei der Betriebsärztin bzw. beim Betriebsarzt. Dies ist notwendig, um die komplexe Planung bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen bestmöglich zu gewährleisten. Aus diesem Grund werden in Betrieben zunächst nur Erstimpfungen verabreicht und keine Zweitimpfungen, denen eine Erstimpfung in einem Impfzentrum oder bei einer Vertragsärztin bzw. einem Vertragsarzt voranging. 

Bitte beachten Sie, dass aufgrund von begrenzten Liefermengen nicht alle impfwilligen Personen sofort geimpft werden können.

Stand: 16.07.2021

Wie entscheiden Betriebsärztinnen oder Betriebsärzte welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuerst geimpft werden können?

Für Betriebsärztinnen und Betriebsärzte gilt keine Priorisierung beim Impfen. Es obliegt den Betriebsärztinnen und Betriebsärzten, wem sie zuerst einen Impftermin geben.

Ungeachtet der aufgehobenen Impfreihenfolge können Betriebsärztinnen und Betriebsärzte eigenverantwortlich und je nach Bedarf auch zukünftig vorrangige Impfangebote für Personen aus den Priorisierungsgruppen 1 bis 3 ("höchste, hohe und erhöhte Priorisierung") ermöglichen, wenn diese noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten haben.

Stand: 16.07.2021

Wie läuft die Impfaufklärung vor der Corona-Schutzimpfung genau ab? Was sollten Betriebsärztinnen und Betriebsärzte beachten?

Die Aufklärung ist ein wichtiger Teil der Impfleistung. Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sind verpflichtet, die zu impfende Person über die Vorteile und Risiken vorab zu informieren. Diese Punkte gilt es hierbei zu beachten:

Aushändigung des Aufklärungsmerkblattes für entweder mRNA- oder vektorbasierte Impfstoffe

  • Die Aufklärung über die Corona-Schutzimpfung erfolgt insbesondere vor der ersten Impfung. Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt dafür bundesweit einheitliche Aufklärungsmerkblätter zu den Impfstoffen als druckfähige PDF-Dateien zur Verfügung.
  • Geben Sie der zu impfenden Person oder der gesetzlichen Vertretungsperson das Aufklärungsmerkblatt zu lesen.
  • Die Dokumente werden fortlaufend dem aktuellen Impfgeschehen angepasst und sind auch in mehreren Fremdsprachen und leichter Sprache hier abrufbar.

Das Aufklärungsgespräch

  • Der zu impfenden Person ist Gelegenheit zu geben, Fragen und Unklarheiten zur Corona-Schutzimpfung mit der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt zu besprechen. Ein Aufklärungsgespräch ist aber nicht zwingend erforderlich. Die zu impfende Person kann auch auf das ärztliche Aufklärungsgespräch verzichten, wenn sie sich hinreichend informiert fühlt.

Impffähigkeit feststellen

  • Betriebsärztinnen und -ärzte sollten sich überzeugen, dass die zu impfende Person aktuell impffähig ist.
  • Eine Anamnese ist vor allem dann erforderlich, wenn die Betriebsärztin oder -arzt die Person nicht kennen, weil sie zum ersten Mal die Praxis aufsucht. Hierfür kann der Anamnesebogen genutzt werden, den Sie hier herunterladen können.
  • Sollte der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt der Gesundheitszustand der zu impfenden Person bereits bekannt und dokumentiert sein, ist eine erneute Anamnese nicht erforderlich. Auch bei diesen Personen muss die Impffähigkeit aber zumindest im Hinblick auf akute Infektionen etc. geprüft werden.

Einwilligung der zu impfenden Person

  • In der Patientinnen- oder Patientenakte wird dokumentiert, dass die zu impfende Person aufgeklärt wurde und in die Impfung eingewilligt hat.
  • Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Dazu kann das Aufklärungsmerkblatt oder das Muster des RKI für eine Einwilligungserklärung verwendet und von der zu impfenden Person unterschrieben werden. Auch eine formlose Einwilligungserklärung ist möglich.

Stand: 19.07.2021

Gibt es Nebenwirkungen und Risiken? Inwieweit haften impfende Ärztinnen und Ärzte für Impfschäden?

Infos zu Nebenwirkungen und Impfreaktionen der zugelassenen Impfstoffe finden Sie hier.

Für das Melden von Nebenwirkungen nutzen Betriebsärztinnen und -ärzte die gewohnten Wege:

  • Meldung an das Gesundheitsamt: Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) besteht eine namentliche Meldepflicht einer sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) an das jeweilige Gesundheitsamt. Dieses leitet die Meldung weiter an die zuständige Landesbehörde und an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).
  • Meldung an die Arzneimittelkommission: Zudem haben Ärztinnen und Ärzte die berufsrechtliche Verpflichtung zur Meldung von Nebenwirkungen an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Diese leitet die Meldung pseudonymisiert an das PEI weiter. Die entsprechenden (Online-)Formulare sowie weitere Infos finden Sie hier.
  • Meldung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder an das PEI: Angehörige der Gesundheitsberufe, das heißt auch Apotheker, werden nach dem Arzneimittelgesetz ausdrücklich aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.
  • Meldung an Angehörige der Gesundheitsberufe oder direkt an das BfArM oder PEI: Möglichkeit für Patientinnen und Patienten Nebenwirkungen mitzuteilen oder in das Portal des BfArM oder PEI einzugeben.
  • Mitteilung an das PEI mittels Smartphone App: Möglichkeit der Mitteilung (anonym) zur Verträglichkeit der COVID-19-Impfstoffe auf freiwilliger Basis für geimpfte Personen ab 18 Jahren. Mehr dazu haben wir auch hier zusammengestellt.

Für alle gesundheitlichen Schäden, die im Zusammenhang mit Schutzimpfungen gegen COVID-19 eingetreten sind und die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung seit 27. Dezember 2020 vorgenommen wurden, besteht seit dem 1. Juni 2021 bundeseinheitlich ein Anspruch auf Entschädigung. (§ 60 IfSG)

Stand: 03.06.2021

Müssen Betriebe etwas für den Betriebsarzt zahlen, wenn sie ein Impfangebot machen wollen?

Grundsätzlich ist die Betreuung durch eine Betriebsärztin oder einen Betriebsarzt ab einer oder einem Angestellten für jedes Unternehmen Pflicht. Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Firma eine eigene Betriebsärztin oder -arzt einstellen muss. Auf Verlangen der Behörden, Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger sollte jedes Unternehmen aber in der Lage sein, abhängig von der Betriebsgröße angemessene Betreuung nachweisen zu können.

Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Vergütung für Impfungen in Betrieben trägt ebenfalls der Bund.

Die fortlaufend aktualisierten Lieferprognosen für Betriebe können Sie auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit einsehen.

Weitere Informationen zur Impfstoffbestellung für Betriebsärztinnen und -ärzte finden Sie hier.

Stand: 24.06.2021

Wo finden Betriebe Informationen zum Impfmanagement?

Hinweise zum Impfmanagement und wichtige Informationsmaterialien finden Betriebe auf der Website der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Stand: 07.06.2021