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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
10:36 · 15. Juli 2021

Impfen in Arztpraxen – das sollten Sie wissen

Das Impfen in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf: Seit Anfang April führen auch Arztpraxen die Corona-Schutzimpfung durch. Hier erfahren Sie, was Sie über das Impfangebot in den Praxen wissen müssen.

Seit April: Corona-Schutzimpfung in der Praxis

Neben den Corona-Impfzentren, die täglich mehrere hunderttausend Menschen impfen, und den angegliederten mobilen Impfteams, die unter anderem in Pflegeeinrichtungen im Einsatz sind, nehmen seit einiger Zeit auch Vertragsärztinnen und -ärzte Schutzimpfungen gegen SARS-CoV-2 vor. Dies ist ein wichtiger Schritt, um möglichst schnell viele Menschen mit dem vorhandenen Impfstoff zu versorgen und so vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen. Dabei galt bis zur Aufhebung der Priorisierung am 7. Juni 2021: Besonders gefährdete Menschen erhalten die Schutzimpfung zuerst. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, medizinisches Personal und Menschen mit Vorerkrankungen. Da die Umsetzung der Nationalen Impfkampagne in den vergangenen Wochen , insbesondere auch durch die Einbeziehung der Vertragsarztpraxen, erhebliche Fortschritte gemacht hat, ist seit dem 7. Juni 2021 keine festgelegte Impfreihenfolge mehr nötig. Das heißt alle Bürgerinnen und Bürger können einen Impftermin vereinbaren. Das bedeutet angesichts der erwarteten Liefermengen an Impfstoffen allerdings nicht, dass schon im Juni 2021 gleich alle Impfwilligen geimpft werden können. Mehr über die Aufhebung der Impfreihenfolge erfahren Sie hier.

Wir erklären, wie man einen Termin vereinbart, warum mit Wartezeiten zu rechnen ist und was beim Impfen in den Praxen noch wichtig ist.

Kann sich ab sofort jede und jeder bei seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt impfen lassen?

Nicht unbedingt. Arztpraxen steht es frei, je nach lokalem Bedarf gezielt auch weiterhin vorrangige Impfangebote für noch ungeimpfte Personen aus den früheren Priorisierungsgruppen 1 bis 3 („höchste, hohe und erhöhte Priorisierung“) zu ermöglichen. So können besonders Gefährdete zuerst geschützt werden. Seit Aufhebung der Priorisierung können sich aber prinzipiell alle in Deutschland lebenden Menschen um einen Impftermin bemühen. Wichtig hierbei: Nicht alle Impfwilligen werden bereits im Juni die Corona-Schutzimpfung erhalten können – denn der Impfstoff ist nach wie vor begrenzt. Sie müssen daher mit Wartezeiten rechnen.

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Können schon alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte impfen?

Seit 7. Juni können neben den Ärztinnen und Ärzten, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen (Haus- und Fachärzte), niedergelassene Privatärztinnen und -ärzte sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte impfen.

Wie komme ich an einen Impftermin?

Termine werden direkt von den teilnehmenden Praxen vergeben. Am besten informieren Sie sich unmittelbar bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob die Praxis Schutzimpfungen gegen COVID-19 durchführt und wie das Impfen dort abläuft. Einige Medizinerinnen und Mediziner bieten eine Extra-Impfsprechstunde an, andere schauen, wann ein Termin frei ist oder informieren ihre Risikopatientinnen und -patienten direkt. Grundsätzlich ist mit einer hohen Nachfrage und Wartezeiten zu rechnen – um das System nicht unnötig zu überlasten, sollten sich Bürgerinnen und Bürger zunächst nur dann bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt melden, wenn sie unter die Priorisierungsgruppen fallen. Die Termine bei den Betriebsärztinnen und –ärzten werden durch die Betriebe organisiert.

Was muss ich vor der Corona-Schutzimpfung beachten?

Nehmen Sie Ihren Impfpass zum Termin mit, damit die Ärztin oder der Arzt die Schutzimpfung dort entsprechend eintragen kann. Mit dem sogenannten Aufklärungsmerkblatt zur Impfung, das vor allem über Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Schutzimpfung informiert, sollten Sie sich – bitte möglichst schon im Vorfeld – sorgfältig informieren. Auch den sogenannten Anamnesebogen, mit dem Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand geklärt werden, und den Einwilligungsbogen können Sie hier im Folgenden schon vorab einsehen.

Hier haben wir Ihnen eine Checkliste für Ihren Impftermin zum Download zusammengestellt:

Checkliste für Ihren Impftermin

Eine informierte Impfentscheidung treffen:

Was genau ist COVID-19? Wie funktioniert der Impfstoff? Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen könnten auftreten? Die Corona-Schutzimpfung kann mit unterschiedlichen Fragen verbunden sein. Antworten auf die drängendsten Fragen können Sie schon vor Ihrem persönlichen Aufklärungsgespräch im sogenannten Aufklärungsmerkblatt finden:

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung (Vektor-Impfstoff)

Auf dem sogenannten Anamnesebogen machen Sie Angaben zu Ihrem Gesundheitszustand, zu früheren Impfungen und bestehenden Allergien. Das sind wichtige Informationen, die die Ärztin bzw. der Arzt kennen müssen, um mögliche Risiken ausschließen zu können. Auf dem sogenannten Einwilligungsbogen unterschreiben Sie, dass Sie mit der Impfung einverstanden sind.

Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung (mRNA-Impfstoff)

Einwilligungsbogen zur Corona-Schutzimpfung (Vektor-Impfstoff)

STIKO-Empfehlung zum heterologen Impfschema nach einer Erstimpfung mit Vaxzevria®

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur ersten Impfgabe. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der geimpften Person. Hintergrund für diese Empfehlung sind aktuelle Studienergebnisse, die zeigen, dass die Immunantwort nach einem heterologem Impfschema (Vaxzevria® von AstraZeneca /mRNA-Impfstoff) besser ist als die Immunantwort nach einer homologen Impfserie mit zwei Impfstoffdosen von Vaxzevria® von AstraZeneca. Auch die gebildeten Antikörperkonzentrationen waren in den Studien nach heterologem Impfschema deutlich höher. Dadurch hält der Impfschutz vermutlich länger an als nach einer homologen Impfserie (Vaxzevria®/ Vaxzevria®). Die Immunantwort des heterologen Impfschemas ist zu vergleichen mit der Immunantwort nach zwei Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff. Ein weiterer Vorteil des heterologen Impfschemas ist, dass die vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitraum erreicht werden kann (≥ 4 Wochen vs. 9 – 12 Wochen).

Die Kombination dieser zwei unterschiedlichen Impfstoffe bezüglich Erst- und Zweitimpfung ist möglich, da sich die T-Zellen-basierte Immunantwort bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoffe) gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein, richtet. Die Anwendung eines heterologen Impfschemas wird auch bereits in anderen Ländern wie beispielsweise den USA empfohlen, z. B. wenn der Impfstoff der ersten Impfstoffdosis nicht vorrätig oder unbekannt ist.

Weitere Fragen zur Corona-Schutzimpfung in den Arztpraxen beantworten wir Ihnen hier.

Auf dem Impfdashboard können Sie unter dem Punkt "Impfungen nach Einrichtung" nachvollziehen, wie viele Menschen bisher in Arztpraxen bzw. Impfzentren geimpft wurden.

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