Bundesministerium für Gesundheit

Weitere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz

Trotz der Corona-Schutzimpfung gilt es, die AHA-Formel (Abstand, Hygiene und Alltag mit Maske) einzuhalten, um die Coronavirus-Pandemie weiterhin einzudämmen. Um unser Gesundheitssystem zu entlasten, sind andere Impfungen wie zum Beispiel die Grippeschutzimpfung ebenfalls sehr sinnvoll. Warum dies so ist und wie Sie sich und andere weiterhin schützen, lesen Sie hier.

Wie kann man sich anderweitig vor COVID-19 schützen?

Die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 kann durch allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen verhindert oder zumindest verlangsamt werden.

Bitte beachten Sie die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch sowie gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen.

Die AHA-Regel wurde dann um L + A erweitert. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten, in denen der Aufenthalt in geschlossenen Räumen wahrscheinlicher ist, ist auch das regelmäßige Lüften sehr wichtig. Dies kann die Anreicherung von für die Infektion verantwortlichen Aerosole reduzieren. Eine möglichst hohe Frischluftzufuhr ist eine der wirksamsten Methoden, potenziell virushaltige Aerosole aus Innenräumen zu entfernen. Weitere Hinweise und Informationen zur Lüftung in Innenräume finden Sie hier.

Das zweite A (manchmal auch C oder CWA) soll an die Nutzung der Corona-Warn-App erinnern. Die kostenlose App informiert Nutzerinnen und Nutzer über Kontakte zu infizierten Personen und hilft Infektionsketten zu unterbrechen.

Kurz zusammengefasst heißt das also:

  • A = Abstand halten
  • H = Hygieneregeln beachten
  • A = Alltag mit Maske (Mund-Nasen-Schutz)
  • + L = Lüften
  • + A = App nutzen

Für alle Maßnahmen gilt: Je mehr Menschen mitmachen, desto größer der Effekt und damit der Schutz für alle.

Stand: 01.12.2021

Sollten andere Impfungen während der aktuellen Coronavirus-Pandemie durchgeführt werden und können manche Impfungen, vor allem die Grippeschutzimpfung, gleichzeitig mit der Coronavirus-Schutzimpfung durchgeführt werden?

Ein umfassender Impfschutz kann dazu beitragen einen guten allgemeinen Gesundheitszustand in der Bevölkerung zu erhalten. So kann das Gesundheitssystem entlastet werden. Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) kann hierzu beitragen. Die STIKO hat zur Durchführung von Schutzimpfungen während der Coronavirus-Pandemie außerdem im Epid Bull 18/2020 eine Stellungnahme veröffentlicht. Lesen Sie hier die Stellungnahme der STIKO, zur Impfempfehlung zur Influenzaimpfung für Personen ab 60 Jahren für die Influenzasaison 2021/22. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung des Robert Koch-Instituts (RKI).

Mögliche Interaktionen von anderen Impfungen und COVID-19:

  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung beeinflusst wird. Durch Impfungen wird der Impfling vor Infektionen geschützt, die ihn auch in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden oder schädigen können.

Mögliche Interaktionen von anderen Impfungen und der Corona-Schutzimpfung:

  • In der 11. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung stellt die STIKO nunmehr ausdrücklich fest: Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen sogenannten Totimpfstoffen (inaktivierte Impfstoffe, die abgetötete Erreger oder auch nur Erreger-Bestandteile beinhalten, und die sich nicht vermehren und keine Erkrankung auslösen können) muss kein Impfabstand eingehalten werden, das betrifft insbesondere auch die Grippeschutzimpfung. Beide Impfstoffe können gleichzeitig gegeben werden, wenn eine Indikation zur Impfung sowohl gegen andere Erkrankungen als auch gegen COVID-19 besteht. Die Injektion soll in der Regel an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Während die STIKO zunächst im Sinne einer Vorsichtsmaßnahme empfohlen hatte, zwischen einer COVID-19-Impfung und anderen Impfungen einen Mindestabstand von 14 Tagen einzuhalten, liegen mittlerweile umfangreiche Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit der in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe vor. Aus Sicht der STIKO ist dieser Abstand für die genaue Differenzierung der Impfreaktionen im Hinblick auf die Totimpfstoffe einschließlich der Grippeschutzimpfung daher nicht mehr erforderlich. Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Impfungen mit Totimpfstoffen muss ab sofort (Stand: 24. September 2021) kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden. Mehr Informationen zur Grippeschutzimpfung finden Sie hier. Bei einer gleichzeitigen Anwendung ist zu beachten, dass Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten können. Es gibt jedoch umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen, die zeigen, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprechen. Bisher liegen noch keine publizierten Ergebnisse zur simultanen Anwendung von in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen vor. Unveröffentlichte Daten aus dem Vereinigten Königreich zeigen jedoch nur eine leicht erhöhte Reaktogenität bei gleichzeitiger Anwendung von COVID-19- und Influenza-Impfstoffen. Mit der Influenza-Impfung soll aus Sicht der STIKO frühestens ab Oktober begonnen werden.

  • Zu beachten ist auch: Zu anderen Impfungen mit Nicht-Totimpfstoffen soll aus Sicht der STIKO weiter ein Mindestabstand zur COVID-19-Impfung von 14 Tagen eingehalten werden.

Priorisierung von Impfungen:

  • Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem 6-fach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste MMR(V)-Impfung sollten weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt werden. Wenn zum gleichen Zeitpunkt weitere allgemein empfohlene Impfungen anstehen, sollen diese ebenfalls gegeben werden.
  • Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern mit Symptomen einer Atemwegsinfektion sollen zwei Wochen lang verschoben werden. Weitere Informationen gibt es unter anderem auf den Internetseiten der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin.
  • Für Seniorinnen und Senioren, Patientinnen und Patienten mit chronischen Grundleiden ist eine Pneumokokken-Impfung empfohlen, sofern in den letzten sechs Jahren keine Impfung erfolgte (siehe Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie?).
  • Auch andere von der STIKO empfohlene Impfungen, die fällig sind (wie zum Beispiel die Tdap-Auffrischimpfung oder die Herpes-zoster-Impfung), können durchgeführt werden.

Stand: 29.12.2021

Gibt es während der Corona-Pandemie spezielle Empfehlungen für die Grippeschutzimpfung?

Die Grippeschutzimpfung ist die wichtigste Maßnahme, um sich und andere gegen eine Influenza-Erkrankung zu schützen. Denn Antibiotika sind bei Krankheiten, die durch Viren (zum Beispiel eben Influenza-Viren) ausgelöst werden, wirkungslos. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung vor allem für Risikogruppen. Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen. Medizinisches Personal oder Menschen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Wenn durch eine Grippeschutzimpfung weniger Menschen an Influenza erkranken, haben Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Praxen mehr Kapazitäten für COVID-19-Erkrankte. Die meisten Todesfälle durch Influenza betreffen die Altersgruppe 60+. Die reduzierte Immunantwort älterer Menschen führt dazu, dass die Influenza-Impfung weniger wirksam sein kann als bei jüngeren Erwachsenen. Deshalb empfiehlt die STIKO für ältere Menschen die Impfung mit einem Influenza-Hochdosis-Impfstoff. Der Hochdosis-Impfstoff hat bei älteren Personen eine leicht, aber signifikant erhöhte Wirksamkeit im Vergleich zu den Nicht-Hochdosis-Impfstoffen.

Zwischen der COVID-19-Impfungen und der Grippeschutzimpfung muss kein Impfabstand eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Lesen Sie hier die Stellungnahme der STIKO, zur Impfempfehlung zur Influenza-(Hochdosis-)Impfung für Personen ab 60 Jahren für die Influenzasaison 2021/22 EpidBull 1/2021. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeschutzimpfung des Robert Koch-Instituts.

Stand: 10.01.2022

Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen COVID-19-Pandemie?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis (Blutvergiftung) führen und die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf einer Intensivstation gegebenenfalls mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt - auch unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Zu einer Corona-Schutzimpfung soll ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden (vor Beginn und nach Ende der COVID-19-Impfserie).

Durch die kontaktreduzierenden Maßnahmen im Rahmen der COVID-19-Bekämpfung treten weniger ambulant erworbene Pneumokokken-Infektionen auf. Dennoch wurden einzelne Fälle von Koinfektionen durch SARS-CoV-2 und mit Streptococcus (S.) pneumoniae in der Literatur beschrieben. In den wenigen Fällen, in denen es sich um den Nachweis einer invasiven Infektion handelte, waren Patientinnen und Patienten hohen Alters und mit Grunderkrankungen betroffen. In der Literatur weist bislang nichts darauf hin, dass Koinfektionen mit S. pneumoniae schwere Verlaufsformen von COVID-19 bei Nicht-Risikogruppen verursachen. Insgesamt sind ambulant erworbene Koinfektionen mit S. pneumoniae bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten selten, im Krankenhaus erworbene Superinfektionen mit anderen Bakterien und Pilzen spielen eine weitaus größere Rolle.

Bis auf weiteres ist der Impfstoff Pneumovax23 nur eingeschränkt und nicht kontinuierlich lieferbar, so dass nur in wechselnden Abständen größere Mengen des Impfstoffs auf dem deutschen Markt verfügbar sind. Impftermine müssen in den Praxen entsprechend der Verfügbarkeit geplant und Patientinnen und Patienten gegebenenfalls für Terminvereinbarungen kontaktiert werden.

Im Hinblick auf die Lieferengpässe unterstreicht die STIKO ihre Impfempfehlung, dass mit den verfügbaren Impfstoffdosen insbesondere die Personengruppen gegen Pneumokokken geimpft werden sollten, die ein erhöhtes Risiko für invasive Erkrankungen mit einem sehr hohen Risiko einer Hospitalisierung haben.

Die STIKO gibt bei eingeschränkter Verfügbarkeit von Pneumovax23 den Handlungshinweis die verbliebenen Impfstoffdosen bevorzugt für folgende Personengruppen zu verwenden:

  • Patientinnen und Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten beziehungsweise Immunsuppression: zur Komplettierung der sequenziellen Impfung
  • Seniorinnen und Senioren ab dem Alter von 70 Jahren
  • Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane

Wegen der breiteren Abdeckung von Pneumokokken-Serotypen kann Pneumovax23 nicht durch einen anderen niedriger valenten Pneumokokken-Impfstoff ersetzt werden. Sollten Erwachsene dennoch alleinig mit Prevenar13 oder Synflorix geimpft worden sein, sollte eine Impfung mit Pneumovax23 bei Wiederverfügbarkeit in einem Abstand von minimal 2, besser jedoch 6-12 Monaten nachgeholt werden.

Bei der Terminvereinbarung sollte bereits organisiert sein, dass Impfstoffe für die geplanten Impfungen verfügbar sind und der Praxisbesuch nicht zu einer Übertragung von SARS-CoV-2 führen kann.

Stand: 10.01.2022

Wer sollte sich gegen Pneumokokken impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen bezüglich der Pneumokokken-Impfung im Hinblick auf die Corona-Pandemie im Herbst 2020 angepasst. Seniorinnen und Senioren ab 70 Jahren sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wurden dazu aufgerufen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen, da Menschen der genannten Altersgruppe durch Pneumokokken ein erhöhtes Gesundheitsrisiko haben. Außerdem sollten Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren geimpft werden.

Stand: 10.01.2022