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Impfpriorisierung

Die COVID-19-Impfkampagne in Deutschland geht weiterhin zügig voran. Diese positive Entwicklung ermöglichte es, die Impfpriorisierung am 7. Juni 2021 aufzuheben. Hier finden Sie aktuelle Informationen zur Aufhebung und erfahren, wieso die Priorisierung bei den Corona-Schutzimpfungen in den vergangenen Monaten so wichtig war.

Aufhebung der Impfpriorisierung

Was bedeutet die Aufhebung der Impfpriorisierung?

In den ersten Monaten der Impfkampagne wurde nach Priorisierungsgruppen geimpft, um so Menschen, die ein besonders hohes Risiko einer schweren, möglicherweise tödlichen COVID-19-Erkrankung hatten, zuerst zu schützen. Da Anfang Juni bereits deutlich mehr als 45 Prozent der Menschen in Deutschland eine Erstimpfung und mehr als 20 Prozent der Personen sogar schon die Zweitimpfung bzw. den vollen Impfschutz erhalten hatten und um das Voranschreiten der Nationalen Impfkampagne weiter zu unterstützen, wurde am 7. Juni 2021 die ursprünglich festgelegte Impfreihenfolge aufgehoben. Das heißt, jede und jeder kann - ungeachtet des Alters, des Gesundheitszustands oder des Berufs – einen Impftermin vereinbaren.

Mit Stand Mitte September 2021 haben bereits mehr als 66 Prozent der Menschen die Erstimpfung erhalten; rund 60 Prozent Person hat bereits den vollständigen Impfschutz. Es ist mittlerweile ausreichend Impfstoff für alle Impfwilligen vorhanden. Es wird empfohlen, dass sich Impfwillige, die noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten haben, schnell um einen Termin bemühen und so geschützt in den Herbst starten.

Stand: 14.09.2021

Ein halbes Jahr gab es die Impfpriorisierung - am 7. Juni 2021 wurde sie aufgehoben. Warum?

Die Impfpriorisierung konnte zum 7. Juni 2021 aufgehoben werden, weil die COVID-19-Impfkampagne in Deutschland bis Anfang Juni deutlich an Geschwindigkeit gewonnen hatte. Konkret hieß das zu dem damaligen Zeipunkt:

  • 45 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hatten mindestens die Erstimpfung erhalten
  • jede beziehungsweise jeder Fünfte verfügte Ende Mai/Anfang Juni schon über den vollen Impfschutz
  • alle Länder hatten die Priorisierungsgruppe 3 („Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität“) geöffnet und impften jeden Tag auch Berechtigte dieser Gruppe
  • im Bundesdurchschnitt waren zudem über 80 Prozent aller Personen über 60 Jahren mindestens einmal geimpft, circa 40 Prozent in dieser Altersgruppe waren bereits vollständig geimpft

Das bedeutet, dass die meisten Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken, spätestens seit Anfang Juni 2021 geschützt sind. Diese positive Entwicklung ermöglichte es, die nächsten wichtigen Schritte zu planen. Daher haben die Ministerinnen und Minister sowie die Senatorinnen für Gesundheit der Länder im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Gesundheit beschlossen, die Priorisierung bei der Corona-Schutzimpfung mit dem 7. Juni 2021 bundesweit aufzuheben. Für eine Übergangsphase konnten die Länder die Priorisierung in den Impfzentren jedoch noch aufrecht erhalten. Mit der Coronavirus-Impfverordnung vom 1. Juni 2021 ist dies umgesetzt worden.

Mit Stand 28. August 2021 haben mittlerweile 64,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens die Erstimpfung erhalten. 59,9 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz. Den Impffortschritt können Sie im Impfdashboard nachvollziehen. Alle Menschen in Deutschland, die noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten haben, sind dazu angehalten, einen Termin zu vereinbaren, damit wir das Ziel des Gemeinschaftsschutzes ("Herdenimmunität") so schnell wie möglich erreichen. Teilweise ist für die Impfung in Impfzentren keine Terminvereinbarung mehr nötig. Bitte informieren Sie sich über die Regelungen bei Ihnen vor Ort. Hier haben wir eine Übersicht mit Impfaktionen zusammengestellt. 

Stand: 27.08.2021

Was bedeutet die Aufhebung der Impfpriorisierung für Personen in den Priorisierungsgruppen 1-3?

Sämtliche Impftermine, die im Rahmen der Priorisierung bereits vereinbart worden sind, bleiben von der Aufhebung der Impfpriorisierung unberührt. Das gilt sowohl für Termine zur Erst- als auch zur Zweitimpfung. 

Ungeachtet der Aufhebung der Priorisierung können Länder, Kommunen und impfende Ärztinnen und Ärzte eigenverantwortlich und je nach lokalem Bedarf gezielt auch weiterhin vorrangige Impfangebote für Personen aus den ehemaligen Priorisierungsgruppen 1 bis 3 („höchste, hohe und erhöhte Priorisierung“) ermöglichen, wenn diese noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten haben. 

Stand: 16.09.2021

Hintergrundinfos zur Impfreihenfolge

Wer wurde in welcher Priorisierungsgruppe wann geimpft?

Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit konnte die Impfung zunächst nur bestimmten Personengruppen angeboten werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben oder die beruflich entweder besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben. Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die im Wesentlichen auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) aufbaut. Nach der Coronavirus-Impfverordnung wurden zuerst die über 80-Jährigen sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft. Auch das Personal dieser Häuser sowie Menschen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, gehören zu der ersten Gruppe. Diese Reihenfolge wurde auch bei den zweiten Impfungen beibehalten.

Die Priorisierung im Einzelnen:

Höchste Priorität

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen sowie in ambulant betreuten Wohngruppen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Personen, die regelmäßig Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 durchführen
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege begutachten und prüfen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren und in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden (wie zum Beispiel Bronchoskopie) 
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht - insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin oder im Rahmen der Behandlung schwer immunsupprimierter Patientinnen und Patienten

Hohe Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21 oder einer Conterganschädigung
  • Personen nach einer Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (zum Beispiel interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose), Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus mit Komplikationen, Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren 
    (Die Kontaktpersonen werden von der Person beziehungsweise der Schwangeren selbst oder von einer sie vertretenden Person bestimmt.)
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen für geistig oder psychisch behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen oder im Rahmen der Ausübung eines Heilberufes mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Einsatzkräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind auch Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen, die in Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder für das Deutsche Archäologische Institut an Dienstorten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung tätig und infolgedessen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt
  • Personen, die im Ausland für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen an Orten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung tätig und infolgedessen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die insbesondere in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen oder in sonstigen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe oder in Frauenhäusern untergebracht oder tätig sind 
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind

Erhöhte Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen, Adipositas (BMI über 30)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im  Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren  oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen tätig sind
  • Wahlhelferinnen und Wahlhelfer
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen, die nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind, tätig sind 
  • sonstige Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht

Stand: 21.09.2021

 

Warum wurden ältere und hochaltrige Personen vor vielen anderen vulnerablen Gruppen bei der Corona-Schutzimpfung priorisiert?

Das wichtigste Ziel der Impfkampagne war es zunächst, schwere COVID-19-Erkrankungen und -Todesfälle zu verhindern. Der wesentlichste Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Erkrankung ist das zunehmende Alter. Im Vergleich dazu ist die Risikoerhöhung durch Vorerkrankungen nur gering. Eine Ausnahme ist die Trisomie 21.

Hinzu kommt, dass die meisten Vorerkrankungen mit zunehmendem Alter häufiger werden. Daher werden viele betroffene Personen bereits durch die Altersindikation erfasst. Für jüngere Menschen (unter 60 Jahren) ist auch bei Vorliegen einer Vorerkrankung die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 schwer zu erkranken oder zu sterben, deutlich niedriger als bei älteren Menschen, unabhängig von Vorerkrankungen.

Es wurden verschiedene Impfstrategien mathematisch modelliert, um herauszufinden wie die größte Anzahl an COVID-19-Hospitalisierungen und -Todesfällen verhindert werden können. Dies ist der Fall, wenn zunächst Menschen im Alter ≥ 80 Jahre und Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen die Impfung angeboten wird.

Seit dem 7. Juni 2021 gelten die Priorisierungsregeln für die Corona-Schutzimpfung bei Vertrags-, Betriebs-, Privatärztinnen und -ärzte sowie in den Impfzentren bundesweit nicht mehr. Bitte beachten Sie: Die Impfreihenfolge kann nach Ermessen der Länder und der impfenden Ärztinnen und Ärzte aufrechterhalten werden, bis alle priorisierten Gruppen ein Impfangebot erhalten haben.

Stand: 19.08.2021

 

Warum wurden Menschen in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen in der Impfreihenfolge priorisiert geimpft?

Menschen in prekären Lebens- oder Arbeitsbedingungen wurden mit erhöhter Priorität geimpft, da sie einem erhöhten Ansteckungsrisiko durch COVID-19 ausgesetzt und zudem finanziell weniger abgesichert sind. Als prekär gelten Arbeitsbedingungen, wenn sie die charakteristischen Standards eines Normalarbeitsverhältnisses (unbefristeter Arbeitsvertrag, Vollzeitbeschäftigung, tarifvertraglich normierter Lohn oder Gehalt, Sozialversicherungspflicht) unterschreiten und deutliche Risiken für die Arbeitenden aufweisen. Lebensbedingungen werden in diesem Kontext als prekär bezeichnet, wenn mit ihnen unter anderem ein erhöhtes Ansteckungsrisiko einhergeht. Dies gilt beispielsweise in Sammelunterkünften oder ähnlichen Wohneinrichtungen, in denen viele Menschen auf engem Raum wohnen.

Seit dem 7. Juni 2021 gelten die Priorisierungsregeln für die Corona-Schutzimpfung bei Vertrags-, Betriebs-, Privatärztinnen und -ärzten sowie in den Impfzentren bundesweit nicht mehr. Für eine Übergangsphase können die Länder die Priorisierung in den Impfzentren jedoch noch aufrecht erhalten.

Bitte beachten Sie: Die Impfreihenfolge kann nach Ermessen der Länder und der impfenden Ärztinnen und Ärzte aufrechterhalten werden, bis alle priorisierten Gruppen ein Impfangebot erhalten haben.

Stand: 09.06.2021

Welche Personen gehören zur Gruppe der Menschen in prekären Arbeits- und Lebensbedingungen?

Es handelt sich hier um Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

Hierunter können beispielsweise fallen:

  • Inhaftierte
  • Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter
  • Mitarbeitende in der fleischverarbeitenden Industrie
  • Körpernahe Dienstleistungen, zum Beispiel Friseurinnen und Friseure, Kosmetikerinnen und Kosmetiker
  • Mitarbeitende in Fahrschulen
  • Personal in Verteilzentren von Paketdiensten
  • Personal an Arbeitsplätzen mit vielen Personen in unzureichend mit Frischluft versorgten Räumen, in denen Abstand halten schwierig oder unmöglich ist
  • betriebliche Ersthelferinnen und -helfer
  • Sozialhilfeempfängerinnen und –empfänger

Zur Begründung, wieso diese priorisiert geimpft wurden, lesen Sie hier mehr. 

Stand: 30.08.2021 

Welche Berufsgruppen sind Teil der Kritischen Infrastruktur und konnten prioritär geimpft werden?

Mit erhöhter Priorität wurden Personen geimpft, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, beispielsweise im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen.

Relevante Positionen sind in diesem Fall diejenigen Personen, die für das Funktionieren des Unternehmens unabdingbar sind beziehungsweise einer erhöhten Infektionsgefahr im Unternehmen ausgesetzt sind. Mehr Informationen zu Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur finden Sie hier.

Seit dem 7. Juni 2021 gelten die Priorisierungsregeln für die Corona-Schutzimpfung bei Vertrags-, Betriebs-, Privatärztinnen und -ärzten sowie in den Impfzentren bundesweit nicht mehr. Für eine Übergangsphase könnten die Länder die Priorisierung in den Impfzentren jedoch noch aufrecht erhalten.

Stand: 08.09.2021

Wie erarbeitet die Ständige Impfkommission eine Impfempfehlung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges Experten­gremium, dessen Tätig­keit von der Ge­schäfts­stelle im Fach­gebiet Impf­prävention des Robert Koch-Instituts koordiniert wird. Die STIKO entwickelt Impfempfehlungen für Deutsch­land.

Seit Mitte Mai 2020 gibt es eine Ständige Impfkommission (STIKO-)Arbeitsgruppe zur Corona-Schutzimpfung. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war zunächst die Priorisierung beim Impfen. Denn bei eingeschränkter Verfügbarkeit kann der Impfstoff nur bestimmten Gruppen vorrangig zur Verfügung gestellt werden, wie dies zu Ende des letzten Jahres und Anfang des Jahres 2021 der Fall war. Das sind Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko (zum Beispiel medizinisches Personal) oder Personen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf (zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit Grunderkrankungen) und einem hohen Sterblichkeitsrisiko.

Die Impfempfehlung wurde mit Hilfe eines Modells erarbeitet („mathematische Modellierung“): Das Modell stellt dar, mit welcher Impfstrategie und der Priorisierung welcher Gruppen am ehesten ein möglichst großer Schutz der Bevölkerung erreicht werden kann. Dabei werden verschiedene Annahmen berücksichtigt, zum Beispiel welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden; wie viel Impfstoff verfügbar ist; und ob sich die Wirksamkeit des Impfstoffs in bestimmten Altersgruppen unterscheidet. Sollten mehrere Impfstoffe mit möglicherweise unterschiedlicher Wirksamkeit zur Verfügung stehen, wird ihr gezielter Einsatz im Modell verglichen.

Sind Impfstoffe zugelassen, die verschiedene Bevölkerungsgruppen (zum Beispiel ältere und jüngere Personen) unterschiedlich gut schützen, werden diese Erkenntnisse in aktuellen klinischen Studien gewonnen und laufend in den Impfempfehlungen der STIKO berücksichtigt.

Stand: 28.06.2021

Was bedeutet das gemeinsame Positionspapier der Ständigen Impfkommission, der Leopoldina und des Deutschen Ethikrats?

Das gemeinsame Positionspapier der Ständigen Impfkommission (STIKO), Leopoldina und des Deutschen Ethikrats diente der STIKO als Leitfaden für die Entwicklung der eigenständigen detaillierten COVID-19-Impfempfehlung: „Für wen wird die Impfung empfohlen“.

Weiterhin diente das gemeinsame Positionspapier Politikerinnen und Politikern sowie anderen Verantwortlichen zur Vorbereitung, welche Strukturen etabliert sein sollten, um die Empfehlung umsetzen zu können. Ferner sollte das Dokument die Bevölkerung bereits vorinformieren und dadurch zur Transparenz bei der Entscheidungsfindung beitragen.

Zum Positionspapier der STIKO, der Leopoldina und des Deutschen Ethikrats.

Stand: 17.12.2020

Wie werden neue Erkenntnisse oder neue Impfstoffe in der STIKO-Empfehlung berücksichtigt?

Die erste STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung wurde am 17. Dezember 2020 im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Sie basiert auf dem aktuellen Wissensstand zu der Zeit und berücksichtigte daher nur die Impfstoffe, die schon oder demnächst zum Einsatz kommen. Die Empfehlung wird fortlaufend durch die STIKO aktualisiert, im Sinne einer "Living Guideline". Dies geschieht, sobald zusätzliche Impfstoffe in Deutschland zugelassen und verfügbar sind oder neue relevante Erkenntnisse mit Einfluss auf diese Empfehlung bekannt werden. So zum Beispiel in der Aktualisierung vom 8. Januar 2021, in der der damals neu zugelassene COVID-19-Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna aufgenommen und die Frage des Impfabstands zwischen Erst- und Zweitimpfung beantwortet wurde. Im Juli wurde die COVID-19-Impfempfehlung um wichtige Hinweise zum heterologen Impfschema ergänzt.

Die Publikation jeder Aktualisierung erfolgt ebenfalls im Epidemiologischen Bulletin. Auf der Website des Robert Koch-Instituts (RKI) können Sie alle Empfehlungen und Aktualisierungen nachlesen.

Stand: 12.08.2021