Sprache wählen

Deutsch

Eine Seite des Bundesministeriums f. Gesundheit

Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
10:39 · 9. Juli 2021

Corona-Schutzimpfung: Welche Berufsgruppen besonders schutzbedürftig sind

Sie ist einer der wichtigsten Bausteine für den Weg zurück zur Normalität: die Corona-Schutzimpfung. Um die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen, wurden besonders gefährdete Berufsgruppen zu Beginn der Pandemie priorisiert geimpft. Welche Beschäftigten dazu gehören, lesen Sie hier.

Gefährdete Berufsgruppen werden zuerst geschützt

Größere Mengen an Impfstoffen, dazu das Einbeziehen der Arztpraxen und Betriebe in die Impfkampagne: Immer mehr Menschen in Deutschland können die Corona-Schutzimpfung erhalten. Da die COVID-19-Impfstoffe jedoch vor allem am Anfang nur in begrenzten Mengen verfügbar standen, hatte die Bundesregierung zu Beginn der Pandemie in der Coronavirus-Impfverordnung eine Impfreihenfolge mit verschiedenen Prioritäten-Gruppen festgelegt. Dadurch konnten besonders gefährdete Personen zuerst geschützt werden – dazu gehören neben älteren Menschen, pflegebedürftigen Personen und Menschen mit Vorerkrankungen auch Personen, die berufsbedingt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben oder in relevanten Positionen der kritischen Infrastruktur tätig sind. 

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass durch diese Impfreihenfolge sehr viele schwere Krankheitsverläufe sowie Todesfälle verhindert werden konnten. Da ein Großteil der Priorisierungsgruppen mittlerweile geimpft wurde, ist die Notwendigkeit der Impfreihenfolge jetzt nicht mehr gegeben. Die Priorisierung ist daher seit dem 7. Juni 2021 aufgehoben – das heißt alle Personen ab 12 Jahren, ungeachtet ihres Gesundheitszustands oder ihres Berufs, können sich um einen Impftermin bemühen. Mehr über die Aufhebung der Priorisierung erfahren Sie hier.

Da die Impfstoffe gegen COVID-19 allerdings weiterhin weltweit begrenzt sind, wird nicht jede impfwillige Person in Deutschland direkt einen Termin bekommen können. Das Ziel ist es, allen Menschen in der Bundesrepublik bis Ende des Sommers 2021 zu machen; vermutlich wird es sogar schon früher möglich sein. Die Bundesregierung arbeitet kontinuierlich daran, die Impfstoffkapazitäten zu steigern. Mehr zur komplexen Logistik hinter der Impfstoffherstellung und -lieferung lesen Sie hier.

Wichtig zu wissen:

Bundesländer, Kommunen und impfende Ärztinnen und Ärzte können eigenverantwortlich und je nach lokalem Bedarf auch künftig vorrangige Impfangebote für Personen aus den bisherigen Priorisierungsgruppen ermöglichen, wenn diese noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten haben. Bitte informieren Sie sich daher auf der Website Ihres Bundeslandes dazu.

Welche Berufe zu den Priorisierungsgruppen gehören, erfahren Sie hier: 

Grafik Anspruchsgruppen der Corona-Schutzimpfung

Wer gehört zur Berufsgruppe mit höchster Priorität (Gruppe 1)? 

Menschen, die durch ihre berufliche Tätigkeit besonders gefährdet sind, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken, hatten als erstes Anspruch auf die Corona-Schutzimpfung. Zu dieser Gruppe gehören: 

  • Beschäftigte in (teil-)stationären Einrichtungen, die ältere oder
  • pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen; 
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten und Personen, die Begutachtungs- oder Prüfungstätigkeiten ausüben; 
  • Personen in medizinischen Einrichtungen, die einem sehr hohen Ansteckungsrisikoausgesetzt sind und zum Beispiel auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, bei Rettungsdiensten oder in der Palliativversorgung oder in den Impfzentren tätig sind; 
  • Beschäftigte, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht (etwa in den Bereichen Onkologie oder Transplantationsmedizin). 

Infektion mit dem Coronavirus – ein Erfahrungsbericht

Wie sich Pflegerin Marie S. bei der Arbeit mit dem Coronavirus infizierte und wie sie die Erkrankung erlebt hat, sehen Sie in diesem Video.

Pflege im Fokus: Pflegerin Marie S. beantwortet Fragen zu ihrer Corona-Infektion

Wer gehört zur Berufsgruppe mit hoher Priorität (Gruppe 2)? 

Nicht nur Personen, die in Kliniken oder pflegerischen Einrichtungen arbeiten, sind besonders gefährdet, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Auch für Personal in haus- und fachärztlichen Praxen besteht aufgrund der Betreuung von Patientinnen und Patienten ein hohes Infektionsrisiko. Das Praxispersonal wurde daher mit hoher Priorität geimpft. Das Gleiche gilt für Personen, die Heilberufe ausüben, zum Beispiel Personal in Corona-Testzentren. 

Polizei- und Einsatzkräfte sowie Soldatinnen und Soldaten, die im Dienst dem erhöhten Risiko einer Infektion ausgesetzt sind, gehören ebenfalls zu den hoch priorisierten Berufsgruppen. Das trifft beispielsweise auf Bundeswehrpersonal bei Auslandseinsätzen zu. Polizistinnen und Polizisten treffen in ihrem Dienst unter anderem auf große Menschenmengen und benötigen daher einen besonderen Schutzes.

Zur zweiten Priorisierungsgruppe gehören auch Personen, die in Einrichtungen für psychisch erkrankte Menschen, Flüchtlinge, Obdachlose oder in Frauenhäusern tätig sind, sowie Kita- und Grundschulpersonal. Menschen, die beispielsweise in Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland arbeiten und sich an Dienstorten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung befinden, haben ebenfalls ein höheres Infektionsrisiko und können die Corona-Schutzimpfung mit hoher Priorität erhalten. 

Wer gehört zur Berufsgruppe mit erhöhter Priorität (Gruppe 3)? 

Auch Personen in medizinischen Einrichtungen ohne direkten Patientinnen- und Patientenkontakt und mit niedrigem COVID-19-Expositionsrisiko können die Schutzimpfung eher erhalten. Dazu gehören zum Beispiel Beschäftigte in Laboren, weil sie bei ihrer Tätigkeit mitunter Gewebeproben oder Tests von Coronavirus-Infizierten untersuchen. Beschäftigte in Schulen (welche nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind), Jugendhilfeeinrichtungen sowie im Lebensmitteleinzelhandel haben ebenfalls eine erhöhte Priorität bei der Impfung, da sie täglich Kontakt zu sehr vielen Menschen haben – ebenso wie Personal in Apotheken, das täglich Menschen mit Erkältungssymptomen berät und Coronatests durchführt.

Einen erhöhten Anspruch auf Impfung haben zudem Menschen in besonders relevanten Positionen in Unternehmen der Kritischen Infrastruktur (unter anderem Pharmawirtschaft, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Transportwesen). Auch Personen, die in der Justiz, beim Zoll oder im Katastrophenschutz wie dem Technischen Hilfswerk oder als Wahlhelferinnen und -helfer tätig sind, haben erhöhte Priorität beim Impfen. 

Wo kann ich mich impfen lassen? 

Alle Bundesländer haben Impfzentren eingerichtet, deren Öffnungszeiten regional unterschiedlich sind. In Einrichtungen wie Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen stehen zudem mobile Impfteams zur Verfügung. Seit April 2021 wird außerdem in Vertragsarztpraxen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Wie das Impfen dort abläuft, können Sie in diesem Artikel und hier nachlesen. Mehr zur Corona-Schutzimpfung in den Impfzentren lesen Sie hier. Seit dem 7. Juni 2021 unterstützen auch Betriebsärztinnen und -ärzte und privatärztliche Praxen die Impfkampagne. Wie das Impfen in Betrieben abläuft, lesen Sie in diesem Artikel.

Wie kann ich einen Impftermin vereinbaren? 

Wenn Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt impfen lassen möchten, erkundigen Sie sich am besten direkt in der Praxis, wie die die Terminvergabe dort abläuft. Informationen über die Corona-Schutzimpfung durch Betriebsärztinnen und -ärzte erhalten Sie in Ihrem Unternehmen. Impftermine für die Impfzentren werden von den Bundesländern organisiert und vergeben. Die Vorgehensweise der Länder ist dabei sehr unterschiedlich. Termine für die COVID-19-Schutzimpfung in Impfzentren können Sie unter der Telefonnummer 116 117 vereinbaren. In der Regel werden die beiden Termine für die Erst- und eine notwendige Zweitimpfung zusammen vergeben. Zudem können Sie Impftermine in manchen Bundesländern auch über eine Webanwendung buchen. Wichtig ist: Wenn Sie einen Impftermin ausnahmsweise nicht wahrnehmen können, dann sagen Sie den Termin bitte ab. So kann der Impfstoff noch für einen Mitbürger oder eine Mitbürgerin eingeplant werden. Eine gute Übersicht geben die Websites der Bundesländer.

Muss ich meinen Impfanspruch noch nachweisen?  

Inwiefern Sie Ihren Impfanspruch auch nach Aufhebung der Priorisierung am 7. Juni 2021 nachweisen müssen, hängt von lokalen Gegebenheiten ab. Sollte es in Ihrem Bundesland oder bei Ihrer Impfärztin oder Ihrem Impfarzt gesonderte Impfangebote für ungeimpfte Menschen aus den Priorisierungsgruppen geben, kann nach wie vor ein entsprechender Nachweis in Form einer Bescheinigung Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers erforderlich sein. Das gilt für Menschen mit einem Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland wie für Berufspendlerinnen und -pendler gleichermaßen. Da die Coronavirus Impfverordnung keine konkrete Regelung enthält, wie der Nachweis erbracht werden muss, kann es zudem unterschiedliche Anforderungen in den einzelnen Bundesländern geben. Auch für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren aufgrund einer in der STIKO-Empfehlung genannten Vorerkrankungen ist ggf. ein entsprechender Nachweis erforderlich.  Bitte informieren Sie sich daher auf der Website Ihres Bundeslandes dazu.

Weitere Informationen rund um das Thema Impfen erhalten Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Nationale Impfstrategie

Die Nationale Impfstrategie ist das Konzept für die größte Impfkampagne Deutschlands. Sie dient dem Ziel, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen und die Rückkehr zu einem normalen Leben zu ermöglichen. Alles Weitere dazu erfahren Sie hier.

Mehr erfahren

COVID-19-Impfung für Risikopatientinnen und -patienten: Warum der Impfschutz so wichtig ist

Menschen mit Vorerkrankungen haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Wer zur Risikogruppe gehört und warum die COVID-19-Impfung bei bestimmten Krankheitsbildern so wichtig ist, lesen Sie hier.

Mehr erfahren

Informationen zur Impfterminvergabe in den Bundesländern

Die Impf-Priorisierung ist bundesweit aufgehoben. Damit kann sich jetzt jede Bundesbürgerin und jeder Bundesbürger ab 12 Jahren um einen Impftermin bemühen. Was Sie bei der Terminvereinbarung beachten sollten, lesen Sie hier.

Mehr erfahren