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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
16:55 · 7. Mai 2021

Corona-Schutzimpfung: Welche Berufsgruppen zuerst geschützt werden

Sie ist einer der wichtigsten Bausteine für den Weg zurück zur Normalität: die Corona-Schutzimpfung. Besonders gefährdete Berufsgruppen werden dabei priorisiert geimpft, solange noch nicht genügend Impfstoff für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung steht. Welche Beschäftigten priorisiert geimpft werden, lesen Sie hier.

Gefährdete Berufsgruppen werden zuerst geschützt

Größere Mengen an Impfstoffen, dazu das Einbeziehen der Arztpraxen in die Impfkampagne: Immer mehr Menschen in Deutschland können die Corona-Schutzimpfung erhalten. Wer sich wann impfen lassen kann, regelt die Coronavirus-Impfverordnung. Sie orientiert sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) – einem unabhängigen Gremium von Expertinnen und Experten, das auf Basis wissenschaftlicher Studien Impfempfehlungen für die Bundesrepublik entwickelt.  

 Da die COVID-19-Impfstoffe zunächst nur in begrenzten Mengen verfügbar sind, hat die Bundesregierung eine Impfreihenfolge mit verschiedenen Prioritäten-Gruppen festgelegt. Das heißt, besonders gefährdete Personengruppen werden zuerst geimpft – dazu gehören neben älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen auch Personen, die berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko haben. Wer genau zu diesen priorisierten Berufsgruppen gehört, erfahren Sie hier. 

Grafik Anspruchsgruppen der Corona-Schutzimpfung

Wer gehört zur Berufsgruppe mit höchster Priorität (Gruppe 1)? 

Menschen, die durch ihre berufliche Tätigkeit besonders gefährdet sind, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken, haben als erstes Anspruch auf die Corona-Schutzimpfung. Zu dieser Gruppe gehören: 

  • Beschäftigte in (teil-)stationären Einrichtungen, die ältere oder
  • pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen; 
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten und Personen, die Begutachtungs- oder Prüfungstätigkeiten ausüben; 
  • Personen in medizinischen Einrichtungen, die einem sehr hohen Ansteckungsrisikoausgesetzt sind und zum Beispiel auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, bei Rettungsdiensten oder in der Palliativversorgung oder in den Impfzentren tätig sind; 
  • Beschäftigte, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht (etwa in den Bereichen Onkologie oder Transplantationsmedizin). 

Pflege im Fokus: Pflegerin Marie S. beantwortet Fragen zu ihrer Corona-Infektion

Wer gehört zur Berufsgruppe mit hoher Priorität (Gruppe 2)? 

Nicht nur Personen, die in Kliniken oder pflegerischen Einrichtungen arbeiten, sind besonders gefährdet, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Auch für Personal in haus- und fachärztlichen Praxen besteht aufgrund der Betreuung von Patientinnen und Patienten ein hohes Infektionsrisiko. Das Praxispersonal wird daher mit hoher Priorität geimpft. Das Gleiche gilt für Personen, die Heilberufe ausüben, zum Beispiel Personal in Corona-Testzentren. 

Polizei- und Einsatzkräfte sowie Soldatinnen und Soldaten, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, gehören ebenfalls zu den hoch priorisierten Berufsgruppen. Das trifft beispielsweise auf Bundeswehrpersonal bei Auslandseinsätzen zu. Polizistinnen und Polizisten treffen in ihrem Dienst unter anderem auf große Menschenmengen und bedürfen daher eines besonderen Schutzes.

Zur zweiten Priorisierungsgruppe gehören auch Personen, die in Einrichtungen für psychisch erkrankte Menschen, Flüchtlinge, Obdachlose oder in Frauenhäusern tätig sind, sowie Kita- und Grundschulpersonal. Menschen, die beispielsweise in Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland arbeiten und sich an Dienstorten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung befinden, haben ebenfalls ein höheres Infektionsrisiko und können die Corona-Schutzimpfung mit hoher Priorität erhalten. 

Wer gehört zur Berufsgruppe mit erhöhter Priorität (Gruppe 3)? 

Auch Personen in medizinischen Einrichtungen ohne direkten Patientinnen- und Patientenkontakt und mit niedrigem COVID-19-Expositionsrisiko können die Schutzimpfung eher erhalten. Dazu gehören zum Beispiel Beschäftigte in Laboren, weil sie bei ihrer Tätigkeit mitunter Gewebeproben oder Tests von Coronavirus-Infizierten untersuchen. Beschäftigte in Schulen (welche nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind) Jugendhilfeeinrichtungen sowie im Lebensmitteleinzelhandel haben ebenfalls eine erhöhte Priorität bei der Impfung, da sie täglich Kontakt zu sehr vielen Menschen haben – ebenso wie Personal in Apotheken, das täglich Menschen mit Erkältungssymptomen berät und Coronatests durchführt. Einen erhöhten Anspruch auf Impfung haben zudem Menschen in den Unternehmen der Kritischen Infrastruktur (unter anderem Pharmawirtschaft, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Transportwesen). Auch Personen, die in der Justiz, beim Zoll oder im Katastrophenschutz wie dem Technischen Hilfswerk oder als Wahlhelferinnen und -helfer tätig sind, haben erhöhte Priorität beim Impfen. 

Bund und Länder haben vereinbart, dass bundesweit für die Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca keine Priorisierung mehr gilt. In den Arztpraxen können Impfungen mit diesem Impfstoff an alle Impfwilligen nach ärztlichem Ermessen erfolgen. Außerdem steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei dem Impfstoff von AstraZeneca im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.Wann und wie erfahre ich, dass ich mich impfen lassen kann? 

Impftermine werden von den Bundesländern organisiert und vergeben. Die Vorgehensweise der Länder bei der Vergabe von Impfterminen ist sehr unterschiedlich. Personengruppen der beiden höchsten Priorisierungsstufen wurden in einigen Ländern per Post benachrichtigt und dazu aufgefordert, einen Impftermin zu vereinbaren. In Kliniken sowie in Alten- und Pflegeheimen konnten sich Beschäftigte der ersten Priorisierungsgruppe meist direkt vor Ort impfen lassen. Wann mit der Impfung der jeweils folgenden Priorisierungsgruppe begonnen wird, wird lokal entschieden. Eine Übersicht, wer wann zur Corona-Schutzimpfung  berechtigt ist, geben die Websites der Bundesländer.

Wie muss ich meinen Impfanspruch nachweisen?  

Wer aufgrund seiner Berufstätigkeit zu einer der prioritär zu impfenden Gruppe gehört, muss eine entsprechende Bescheinigung von der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers vorlegen. Das gilt für Menschen mit einem Wohnsitz in Deutschland wie für Berufspendlerinnen und -pendler gleichermaßen. Die Coronavirus-Impfverordnung enthält keine konkrete Regelung wie der Nachweis erbracht werden muss, so dass es hier unterschiedliche Anforderungen in den einzelnen Bundesländern geben kann. Bitte informieren Sie sich daher auf der Website Ihres Bundeslandes dazu.

Wo kann ich mich impfen lassen? 

Alle Bundesländer haben Impfzentren eingerichtet, deren Öffnungszeiten jedoch regional unterschiedlich sind. In Einrichtungen wie Krankenhäusern oder stationären Pflegeeinrichtungen stehen zudem mobile Impfteams zur Verfügung. Seit April wird außerdem in Vertragsarztpraxen gegen das Coronavirus SARS CoV 2 geimpft. Wie das Impfen dort abläuft, können Sie in diesem Artikel und hier nachlesen. Mehr zur Corona-Schutzimpfung in den Impfzentren lesen Sie hier

 Weitere Informationen rund um das Thema Impfen erhalten Sie hier.

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