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Risiken und Nebenwirkungen

Welche Impfreaktionen gab es bisher bei der Corona-Schutzimpfung? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen und wie wird mit diesen umgegangen? Mehr zum Thema Risiken und Nebenwirkungen erfahren Sie hier.

Welche Nebenwirkungen und Impfreaktionen wurden nach einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Evidenz aller zugelassenen Impfstoffe bewertet. Dabei wurde die Häufigkeit von Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die innerhalb von bis zu 14 Wochen nach Verabreichung des Impfstoffs auftraten, bei Geimpften mit einer Placebogruppe verglichen.

Sehr häufig auftretende Impfreaktionen (bei mehr als 10 Prozent der Personen)

bei Personen ab 16 Jahren:

Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 80 Prozent), Müdigkeit (mehr als 60 Prozent), Kopfschmerzen (mehr als 50 Prozent), Muskelschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 30 Prozent), Gelenkschmerzen (mehr als 20 Prozent), Fieber und Schwellung der Einstichstelle (mehr als 10 Prozent).

bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren:

Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90 Prozent), Ermüdung und Kopfschmerzen (mehr als 70 Prozent), Muskelschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 40 Prozent), Gelenkschmerzen und Fieber (mehr als 20 Prozent).

Häufig auftretende Impfreaktionen bei weniger als 10 Prozent der Personen ab 12 Jahren:

Häufig (zwischen 1 und 10 Prozent) traten Übelkeit und Rötung der Einstichstelle auf. Gelegentlich (zwischen 0,1 und 1 Prozent) traten Lymphknotenschwellungen, Schlaflosigkeit, Schmerzen im Impfarm, Unwohlsein, Juckreiz an der Einstichstelle sowie Überempfindlichkeitsreaktionen (zum Beispiel allgemeiner Ausschlag und Juckreiz) auf. Seit Einführung der Impfung wurde außerdem sehr häufig (bei 10 Prozent oder mehr) über Durchfall und häufig (zwischen 1 und 10 Prozent) über Erbrechen berichtet.

In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung des Impfstoffs wurden selten Fälle von akuter Gesichtslähmung (ingesamt 4 Fälle), Nesselsucht (2 Fälle) sowie starke Schwellungen im Gesicht (2 Fälle) berichtet. Seit Einführung des Impfstoffs wurden zudem in sehr seltenen Fällen allergische Sofortreaktionen direkt nach der Impfung (anaphylaktische Reaktionen) und Herzmuskelentzündungen sowie Herzbeutelentzündungen beobachtet. Diese Fälle traten hauptsächlich innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung, häufiger nach der zweiten Impfung und häufiger bei jüngeren Männern auf. Mehr Informationen zu den Impfreaktionen finden Sie im Produktinformationsblatt des Impfstoffs und in diesem Artikel.

Stand: 28.09.2021

 

Welche Nebenwirkungen und Impfreaktionen wurden nach einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Evidenz aller zugelassenen Impfstoffe bewertet. Dabei wurde die Häufigkeit von Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die innerhalb von bis zu 14 Wochen nach Verabreichung des Impfstoffs auftraten, bei Geimpften mit einer Placebogruppe verglichen.

Sehr häufig auftretende Impfreaktionen (bei mehr als 10 Prozent der Personen)

bei Personen ab 18 Jahren:

Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90 Prozent), Müdigkeit (70 Prozent), Kopf- und Muskelschmerzen (mehr als 60 Prozent), Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 40 Prozent), Übelkeit oder Erbrechen (mehr als 20 Prozent), Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle, Fieber, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle (jeweils mehr als 10 Prozent).

bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren:

Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen waren: Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90 Prozent), Kopfschmerzen und Müdigkeit (mehr als 70 Prozent), Muskelschmerzen (mehr als 50 Prozent), Schüttelfrost (mehr als 40 Prozent), Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle und Gelenkschmerzen (mehr als 30 Prozent), Übelkeit oder Erbrechen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle (mehr als 20 Prozent) sowie Fieber (mehr als 10 Prozent).

Folgende Impfreaktionen wurden bei weniger als 10 Prozent der Personen (betrifft alle Altersgruppen ab 12 Jahren) berichtet:

Häufig (zwischen 1 und 10 Prozent) traten Rötung, Ausschlag und Nesselsucht an der Impfstelle, teilweise verzögert, sowie allgemeiner Ausschlag auf. Gelegentlich (zwischen 0,1 und 1 Prozent) kam es zu Juckreiz an der Einstichstelle und zu Schwindel.

In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung des Impfstoffs wurden selten Fälle von akuter Gesichtslähmung (3 Fälle nach Gabe des Impfstoffs und 1 Fall in der Kontrollgruppe), sowie starke Schwellungen im Gesicht (2 Fälle) berichtet. Seit Einführung des Impfstoffs wurden zudem in sehr seltenen Fällen allergische Sofortreaktionen direkt nach der Impfung (anaphylaktische Reaktionen) und Herzmuskelentzündungen sowie Herzbeutelentzündungen beobachtet. Diese Fälle traten hauptsächlich innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung, häufiger nach der 2. Impfung und häufiger bei jüngeren Männern auf. Mehr Informationen zu den Impfreaktionen finden Sie im Produktinformationsblatt des Impfstoffs und in diesem Artikel.

Stand: 28.09.2021

Welche Nebenwirkungen und Impfreaktionen wurden nach einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca beobachtet?

Nach der Impfung mit dem Vektor-Impfstoff kann es als Reaktion des Körpers mit dem Impfstoff zu kurzfristigen, vorübergehenden Impfreaktionen kommen. Diese Reaktionen können z. B. Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Fieber, Schüttelfrost und andere grippeähnliche Beschwerden sein. Sie sind nicht gefährlich und klingen normalerweise innerhalb weniger Tage nach der Impfung wieder ab.

Seit Einführung der Impfung wurden nach einer Impfung mit Vaxzevria® in sehr seltenen Fällen (weniger als 0,01%) Blutgerinnseln (Thrombosen), verbunden mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie), teilweise auch mit Blutungen einhergehend, beobachtet. Darunter waren einige schwere Fälle mit Blutgerinnseln an unterschiedlichen oder ungewöhnlichen Stellen (z.B. im Gehirn als Sinusvenenthrombosen oder auch im Bauchraum), zusammen mit erhöhter Gerinnungsaktivität oder auch Blutungen im ganzen Körper. Dies ist eine schwerwiegende Erkrankung, die auch tödlich verlaufen kann. Die Mehrzahl der schweren Fälle trat zwischen zwei bis drei Wochen nach der Impfung und überwiegend bei Frauen unter 60 Jahren auf. Allerdings haben bisher auch insgesamt relativ viele jüngere Frauen den Impfstoff erhalten.

Zum Hintergrund: Nach eingehender Prüfung hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am 19. März 2021 empfohlen, die Impfungen fortzusetzen. Danach sind jedoch weitere Fälle aufgetreten, die fast ausschließlich Personen unter 60 Jahren betrafen. Aufgrund einer Häufung dieser Fälle mit teils tödlichem Verlauf hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am 1. April 2021 die Empfehlung ausgesprochen, Vaxzevria® von AstraZeneca in der Regel an Personen ab 60 Jahren zu verabreichen.

Auf Basis der Auswertung der aktuellen Verdachtsfallmeldungen zu Nebenwirkungen und Impfkomplikationen beim Paul-Ehrlich-Institut besteht nach der Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca bei Personen im Alter von unter 60 Jahren ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von seltenen Fällen von Thrombosen in Kombination mit niedriger Blutplättchenzahl (Thrombozytopenien). Die Ursachen (Pathomechanismen) dafür sind noch nicht vollständig geklärt, werden derzeit aber intensiv untersucht. Bisher wurden diese gemeldeten thromboembolischen Ereignisse in Deutschland überwiegend bei Personen beobachtet, die jünger als 60 Jahre sind.

Ebenfalls seit Einführung der Impfung wurden nach einer Impfung mit Vaxzevria® sehr selten (weniger als 0,01 %) Fälle von Kapillarlecksyndrom beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren und zum Teil mit tödlichem Ausgang. Das Kapillarlecksyndrom trat in den ersten Tagen nach Impfung auf und ist gekennzeichnet durch eine rasch fortschreitende Schwellung der Arme und Beine, plötzliche Gewichtszunahme sowie Schwächegefühl. Es erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Berichtet wurden zudem sehr selten Fälle eines Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit Vaxzevria®. Ob diese Fälle in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung stehen, wird aktuell noch untersucht. Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schwäche oder Lähmungen in den Beinen und Armen, die sich auf die Brust und das Gesicht ausdehnen können und die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich machen können.

In den Zulassungsstudien waren vorübergehende systemische Reaktionen bei jüngeren Impflingen höher als bei älteren Impflingen. Ob die höhere Reaktogenität mit dem Risiko für Thrombosen in Verbindung mit Thrombozytopenie korreliert, ist ein Gegenstand der derzeitigen Untersuchungen.

 

Die STIKO empfiehlt die Impfung in erster Linie für Personen ab 60 Jahren. Jüngere können mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden. Ausgenommen sind Personen, bei denen nach einer Impfung mit Vaxzevria® Blutgerinnsel mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombose- mit-Thrombozytopenie-Syndrom) aufgetreten sind. Sie dürfen nicht erneut mit Vaxzevria® geimpft werden. Der Impfstoff Vaxzevria® darf zudem nicht verimpft werden, wenn früher ein Kapillarlecksyndrom diagnostiziert wurde.

Relevantes im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs von AstraZeneca haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Alle Informationen zu Impfreaktionen und Impfkomplikationen finden Sie auch im Aufklärungsmerkblatt.

Stand: 11.08.2021

Welche Nebenwirkungen und Impfreaktionen wurden nach einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson beobachtet?

Wie bei jeder Impfung können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Evidenz für den COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson bewertet.

Sehr häufig auftretende Impfreaktionen (bei mehr als 10 Prozent der Personen) in den Zulassungsstudien:

Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 40 Prozent), Kopfschmerzen, Ermüdung und Muskelschmerzen (mehr als 30 Prozent) sowie Übelkeit (mehr als 10 Prozent).

Folgende Impfreaktionen wurden bei weniger als 10 Prozent der Personen berichtet:

Häufig (zwischen 1 Prozent und 10 Prozent) wurde über Fieber, Husten, Gelenkschmerzen, Rötung und Schwellung der Einstichstelle sowie Schüttelfrost berichtet. Gelegentlich (zwischen 0,1 Prozent und 1 Prozent) traten Zittern, Niesen, Schmerzen in Mund und Rachen, genereller Ausschlag, vermehrtes Schwitzen, Schwäche der Muskeln, Schmerzen in Arm oder Bein, Rückenschmerzen, allgemeines Schwächegefühl und Unwohlsein auf. In seltenen Fällen (0,01 bis 0,1 Prozent) traten Überempfindlichkeitsreaktionen und Nesselsucht auf.

Sehr seltene Nebenwirkungen, die bei weniger als 1 von 10.000 geimpften Personen auftreten, sind schwere und sehr seltene Fälle von Thrombosen (zum Beispiel Hirnvenenthrombosen oder arterielle Thrombosen), die zusammen mit einem Mangel an Blutplättchen bei jüngeren Erwachsenen auftraten und teilweise zu tödlichen Verläufen führten. Seit Einführung der Impfung wurden zudem in sehr seltenen Fällen allergische Sofortreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) berichtet. Diese traten kurz nach der Impfung auf und mussten ärztlich behandelt werden. Ebenfalls seit Einführung der Impfung wurden nach einer Impfung mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson sehr selten Fälle von Kapillarlecksyndrom beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren, und zum Teil mit tödlichem Ausgang. Das Kapillarlecksyndrom trat in den ersten Tagen nach Impfung auf und ist gekennzeichnet durch eine rasch fortschreitende Schwellung der Arme und Beine, plötzliche Gewichtszunahme sowie Schwächegefühl und erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Berichtet wurden zudem sehr selten Fälle (weniger als 0,01 Prozent) eines Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson . Diese Fälle stehen möglicherweise in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung. Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schwäche oder Lähmungen in den Beinen und Armen, die sich auf die Brust und das Gesicht ausdehnen können und die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich machen können.

Auf Basis der derzeit verfügbaren US-amerikanischen Daten und nach eingehenden Beratungen empfiehlt die STIKO, analog zum COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca, auch den COVID-19-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson in der Regel für Personen im Alter ab 60 Jahren zu verwenden. Der Einsatz des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson für jüngere Menschen bleibt wie bei Vaxzevria® von AstraZeneca jedoch weiterhin nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich. Der Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson darf zudem nicht verimpft werden, wenn früher ein Kapillarlecksyndrom diagnostiziert wurde.

Weitere Informationen finden Sie im Aufklärungsmerkblatt und in diesem Artikel.

Stand 28.09.2021

Wann treten Nebenwirkungen nach Impfungen auf?


Man muss unterscheiden zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen.

Impfreaktionen treten direkt im Anschluss an eine Impfung auf und dauern meist nur einen Tag. Sie sind Zeichen einer Immunreaktion des Körpers und deshalb unbedenklich. In den Aufklärungsmerkblättern für mRNA-Impfstoffe und Vektor-Impfstoffe finden Sie sämtliche Impfreaktionen und Zahlen dazu, wie häufig diese auftreten.

Wer im Zeitraum von vier bis 16 Tagen nach der Impfung allerdings Nebenwirkungen feststellt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dazu gehören zum Beispiel anhaltende Kopfschmerzen, Atemnot, Brustschmerzen, Schwellungen der Arme oder Beine, plötzliche Gewichtszunahme, Schwäche oder Lähmungen der Beine, Arme, Brust oder des Gesichts oder punktuell auftretende Hautblutungen. Stellen Sie bei sich oder einer Ihnen nahestehenden Person Nebenwirkungen fest, können Sie diese dem Paul-Ehrlich-Institut unter www.nebenwirkungen.bund.de melden. Die Meldung geht direkt an die zuständigen Bundesoberbehörden.

Stand: 16.09.2021

Sind Impfreaktionen wichtig für eine gute Immunantwort?

Impfreaktionen signalisieren, dass sich der Körper mit dem Erreger auseinandersetzt: Das Immunsystem erkennt den Erreger beziehungsweise den Impfstoff als fremd, wird daraufhin aktiviert und bildet Antikörper. Fachleute bezeichnen die COVID-19-Impfstoffe als sehr reaktogen, das heißt sie lösen eine sehr starke Immunantwort aus. Die typischen, vorübergehenden Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Fieber treten daher etwas häufiger und mitunter stärker auf als zum Beispiel nach einer klassischen Grippeimpfung.

Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Corona-Schutzimpfung weniger wirksam ist oder man schlechter geschützt ist, wenn keine oder nur milde Impfreaktionen auftreten. Studien zeigen: Auch bei Menschen, die keine Beschwerden nach der Corona-Schutzimpfung haben, liegt die Wirksamkeit der Impfstoffe bei bis zu 95 Prozent. Das heißt: Auch Geimpfte, die keine spürbaren Impfreaktionen haben, bauen einen effektiven Schutz vor dem Coronavirus auf. 

Stand: 22.09.2021

Gibt es Langzeitnebenwirkungen bei COVID-19-Impfstoffen?

Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen kurze Zeit nach der Impfung auftreten. Die Arzneimittel werden aber auch nach der Zulassung weiter aktiv überwacht, sodass hier immer mehr Erkenntnisse zur Langzeitsicherheit, insbesondere sehr seltenen Nebenwirkungen, in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gewonnen werden.

Für die Zulassung der COVID-19-Impfstoffe haben die Arzneimittelexpertinnen und -experten der nationalen Arzneimittelbehörden bei der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) unter anderem die Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten aus klinischen Prüfungen mit mehreren zehntausend Probandinnen und Probanden mit einem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis bewertet. Die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit jedes einzelnen Impfstoffprodukts muss sichergestellt sein, bevor ein Impfstoff eine Zulassung erhalten kann.

Für die Zulassung von Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna haben umfangreiche Daten von mehreren Tausend Probandinnen und Probanden vorgelegen, die eine valide Bewertung der Sicherheit der Impfstoffe erlaubt haben. Informationen zur Sicherheit beziehungsweise Verträglichkeit lagen zum Zeitpunkt der Zulassung von beiden Impfstoffen ​​über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten nach der zweiten Impfung vor. 

Mit der Zulassung endet die Nachbeobachtung der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer jedoch nicht. Sie sollen über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren weiter beobachtet werden. Dies geschieht unter anderem auch, um die Dauer der Wirksamkeit der Impfung beurteilen zu können. Die Langzeitdaten zur Impfstoffsicherheit werden in weitergehenden klinischen Studien erhoben. 

Auch werden die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer, die mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca  geimpft wurden, weiterhin beobachtet. Alle Reaktionen werden dokumentiert, um die langzeitliche Sicherheit zu gewährleisten (siehe hier). Das gilt auch für den Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson.

Generell gilt für COVID-19-Impfstoffe – wie auch für alle anderen neuen Impfstoffe und therapeutischen Arzneimittel – dass zum Zeitpunkt der Zulassung nicht alle potenziellen oder sehr seltenen Nebenwirkungen erfasst sein können. Aus diesem Grund werden Impfstoffe wie andere neue Arzneimittel auch nach der Zulassung im Hinblick auf ihre Sicherheit behördlich überprüft. Ein Bestandteil dieser Nachbeobachtung (Surveillance) ist beispielsweise die Analyse der Meldungen von Verdachtsfällen von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen – ein in Deutschland und der EU etabliertes Arzneimittelsicherheitskontrollsystem. Bei den pandemischen Impfstoffen gegen COVID-19 werden zusätzlich weitere, auch aktive Sicherheitsstudien wie zum Beispiel die Beobachtungsstudie mittels der Smartphone-App SafeVac 2.0 durchgeführt.

Das Paul-Ehrlich-Institut bewertet regelmäßig Verdachtsfälle zu Nebenwirkungen bei COVID-19-Impstoffen in den Sicherheitsberichten und berichtet darüber in seinem Coronadossier.

Weitere Informationen

- Verdachtsfälle von Nebenwirkungen melden unter www.nebenwirkungen.bund.de
- Teilnahme an der Beobachtungsstudie SafeVac 2.0
- COVID-19-Sicherheitsberichte unter www.pei.de/coronavirus > Sicherheit von COVID-Impfstoffen

Stand: 28.09.2021

Wer überwacht die Impfreaktionen und/oder Nebenwirkungen?

Auch bei breiter Anwendung wird die Wirksamkeit, Sicherheit und auch die Schutzdauer der COVID-19-Impfstoffe fortlaufend vom pharmazeutischen Unternehmen selbst sowie durch das Paul-Ehrlich-Institut und die zuständigen Gremien bei der Europäischen Arzeneimittelagentur (EMA) überprüft und bewertet. Bei Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen kann damit sehr schnell reagiert werden, wie zum Beispiel bei der erneuten Prüfung von Vaxzevria® von AstraZeneca hinsichtlich von Fällen von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit der Impfung. Mehr dazu lesen Sie hier

Sollten Sie den Verdacht einer Nebenwirkung haben, können Sie dies sowohl Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt als auch beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als oberster Bundesbehörde über ein speziell dafür eingerichtetes COVID-19-Meldeformular oder Ihrem örtlichen Gesundheitsamt melden. Das Robert Koch-Institut bietet mit dem PLZ-Tool eine einfache Möglichkeit, herauszufinden, an welches Gesundheitsamt Sie sich wenden können.

Weiterhin können Sie Nebenwirkungen in der „SafeVac“-App des Paul-Ehrlich-Instituts melden.

Stellen Sie bei sich oder einer Ihnen nahestehenden Person Nebenwirkungen fest, können Sie diese dem Paul-Ehrlich Institut unter www.nebenwirkungen.bund.de melden. 

Stand: 08.09.2021

Wo kann ich den Verdacht einer Nebenwirkung melden?

Sollten Sie den Verdacht einer Nebenwirkung haben, können Sie dies sowohl Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt als auch beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als oberster Bundesbehörde über ein speziell dafür eingerichtetes COVID-19 Meldeformular oder Ihrem örtlichen Gesundheitsamt melden. Das Robert Koch-Institut bietet mit dem PLZ-Tool eine einfache Möglichkeit, herauszufinden, an welches Gesundheitsamt Sie sich wenden können. Weiterhin können Sie Nebenwirkungen in der "SafeVac"-App des Paul-Ehrlich-Instituts melden. Hier können Sie die App im Apple AppStore und hier im Google Play Store herunterladen.

Stand: 25.08.2021

Wie wird bei der Impfung mit anaphylaktischen Reaktionen umgegangen?

Zu Beginn der Einführung der Impfung wurden in England und den USA über einige anaphylaktische Reaktionen bei Geimpften berichtet. Diese Überempfindlichkeitsreaktionen traten kurz nach der Impfung auf und mussten ärztlich behandelt werden. Solche Zwischenfälle können, wie auch bei anderen Impfungen, auftreten. Die Häufigkeit von anaphylaktischen Reaktionen nach Impfung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit anderen als den COVID-19-Impfstoffen wird je nach Studie und Impfstoff mit 1 bis 10 pro 100.000 Impfdosen angegeben. Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht kontinuierlich Sicherheitsberichte über alle in Deutschland gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gegen COVID-19.

Folgende Hinweise sollen bei den Impfungen berücksichtigt werden:

  • Die Impfzentren beziehungsweise die mobilen Teams müssen mit einer Notfallausstattung zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen ausgestattet sein.
  • Im Rahmen des Aufklärungsgesprächs soll eine allergische Disposition, auch bei Kosmetika, erfragt werden.

    • Bei bekannten Allergien gegenüber Inhaltsstoffen des COVID-19-Impfstoffs ist die Impfung kontraindiziert.
    • Sind früher allergische Reaktionen nach der Gabe von anderen Impfstoffen aufgetreten, soll die Nachbeobachtungszeit auf 30 Minuten verlängert werden.
    • Bei anderen Allergien (ohne Anaphylaxie) in der Anamnese (Nahrungsmittel, Insektengift, Inhalationsallergien, Unverträglichkeit oraler Medikamente) kann die Impfung regulär erfolgen.
  • Ist eine anaphylaktische Reaktion nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis aufgetreten, sollte die zweite Impfstoffdosis nicht gegeben werden.

Stand: 22.10.2021

Was ist der Unterschied zwischen Nebenwirkungen, Impfreaktionen, Impfkomplikationen und Impfschäden?

Wie nach jeder Impfung kann es auch bei der Corona-Schutzimpfung zu Beschwerden kommen. Zwischen Impfreaktionen, Impfkomplikationen und Impfschäden (Nebenwirkungen) wird wie folgt unterschieden:

Impfreaktionen

Impfreaktionen sind üblicherweise der Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab. Impfreaktionen können zum Beispiel stärkere Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Gelenkschmerzen, Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle, Rötung, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome sein. Angaben zu Art und Häufigkeit der unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) finden sich in der Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs.

Impfkomplikationen

Schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) oder auch Impfkomplikationen nach Impfungen sind sehr selten. Dabei handelt es sich um Symptome, die über das übliche Maß einer Impfreaktion – wie oben beschrieben – hinausgehen. Nach § 6 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung namentlich meldepflichtig. Die Meldung erfolgt vom Arzt oder von der Ärztin an das Gesundheitsamt. Die Gesundheitsämter sind nach § 11 Abs. 4 IfSG verpflichtet, die gemeldeten Verdachtsfälle der zuständigen Landesbehörde und der zuständigen Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, im Einklang mit den Bestimmungen des Datenschutzes in pseudonymisierter Form (personenbezogene Angaben sind unkenntlich zu machen) zu melden. Die Meldepflicht nach IfSG gilt in jedem Fall. Unabhängig davon besteht die Möglichkeit, UAW direkt an den Hersteller oder online direkt an das PEI zu melden. Ein Meldeformular mit einer Falldefinition zum Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung finden Sie auf der Internet-Seiten des PEI. Das PEI unterhält eine Datenbank, die sowohl Verdachtsmeldungen als auch bestätigte Fälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Impfungen umfasst. Bei Fragen zu möglichen Symptomen nach der Gabe von Impfstoffen ist daher das PEI der richtige Ansprechpartner.

Impfschäden

In seltenen Fällen können Impfkomplikation so gravierend sein, dass sie längerfristig eine gesundheitliche oder wirtschaftliche Folge darstellen. Diese Folge kann man sich auf Antrag hin als Impfschaden anerkennen lassen.

Konkret versteht man unter einem Impfschaden „die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung;“ (§ 2 IfSG). Und weiter: „Ein Impfschaden liegt auch vor, wenn mit vermehrungsfähigen Erregern geimpft wurde und eine andere als die geimpfte Person geschädigt wurde.“ Die Beurteilung, ob eine im zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung eingetretene gesundheitliche Schädigung durch die Impfung verursacht wurde, ist Aufgabe des Versorgungsamtes im jeweiligen Bundesland. Für Impfschäden gelten die Regelungen des sozialen Entschädigungsrechts (Bundesversorgungsgesetz). Wer durch eine öffentlich empfohlene Schutzimpfung einen Impfschaden erlitten hat, erhält auf Antrag Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz. Dies ist in § 60 IfSG ausdrücklich geregelt. Die Beurteilung, ob eine im zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung eingetretene gesundheitliche Schädigung durch die Impfung verursacht wurde, ist Aufgabe des Versorgungsamtes im jeweiligen Bundesland. Gegen eine ablehnende Entscheidung des Versorgungsamtes ist der Rechtsweg zu den Sozialgerichten möglich.

Das Gesundheitsamt kann Hilfestellung bei der Einleitung der notwendigen Untersuchungen, die zur Klärung des Falles führen, leisten und Hilfe bei der Einleitung des Entschädigungsverfahrens anbieten. Das Robert Koch-Institut (RKI) ist eine Bundesbehörde und hat hier keine Zuständigkeit oder Befugnis.

 

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Robert Koch Instituts.

Stand: 01.06.2021

Verschlimmert die Corona-Schutzimpfung eine Corona-Erkrankung?

Darauf deutet nichts hin. Bei keinem der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe gab es bei Zulassung zusätzliche Nebenwirkungen bei den Personen, die den Impfstoff nach einer COVID-19-Erkrankung erhalten haben. Die Zulassungsstudien geben keine Hinweise darauf, dass es schädlich ist, wenn man nach durchgemachter COVID-19-Erkrankung oder bei einer akuten, aber asymptomatischen Infektion geimpft wird. Es wurden sowohl Menschen mit SARS-CoV-2 Antikörpern in die Studien als auch in einzelnen Studien Menschen mit positivem PCR-Test eingeschlossen.

Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass es gelegentlich eine etwas überschießende Impfreaktion geben kann, aber diese ist nicht gefährlich. Dies ist auch unter "Hinweise zur praktischen Umsetzung" in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vermerkt. 

Stand: 29.09.2021

Sollten Allergikerinnen und Allergiker sich impfen lassen?

Nach derzeitigem Kenntnisstand können sich Allergikerinnen und Allergiker, beziehungsweise Menschen, bei denen schon einmal eine starke allergische Reaktion (Anaphylaxie) aufgetreten ist, mit allen zugelassenen Impfstoffen gegen COVID-19 impfen lassen. Es liegt kein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen vor. Eine Ausnahme stellt eine vorbekannte Allergie auf einen Inhaltsstoff des speziellen COVID-19-Impfstoffs oder eine schwere Unverträglichkeitsreaktion auf die vorangegangene Gabe des COVID-19-Impfstoffs dar. In diesem Fall wird eine allergologische Abklärung empfohlen und es kann in aller Regel auf einen anderen COVID-19-Impfstoff ausgewichen werden.

Generell gilt: Bei allen Impfstoffen können nach Anwendung in sehr seltenen Fällen schwerwiegende allergische Reaktionen auftreten. Im Anschluss an die Impfung soll daher jede Person 15 Minuten beobachtet werden, um sie im Falle einer allergischen Reaktion entsprechend medizinisch behandeln zu können. Sollten bei der zu impfenden Person in der Vergangenheit schon einmal Anaphylaxien oder schwere allergische Reaktionen nach der Gabe von Medikamenten oder anderen Impfstoffen aufgetreten sein, wird die Beobachtungszeit gegebenenfalls auf 30 Minuten erhöht werden.

Von der Einnahme von Antiallergika vor der Impfung wird abgeraten, da eine eventuelle allergische Reaktion in diesem Fall verzögert und außerhalb des Überwachungszeitraums von 15 beziehungsweise 30 Minuten auftreten könnte.

Im seltenen Fall einer schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktion nach der ersten oder zweiten Impfdosis sollte eine weitere Dosis nicht verimpft werden.

Weitere Informationen für Allergikerinnen und Allergiker finden Sie hier.

Stand: 04.10.2021

Haben Frauen häufiger Nebenwirkungen nach der Corona-Schutzimpfung als Männer?

Bei Frauen wurde tatsächlich häufiger der Verdacht auf Nebenwirkungen und Impfkomplikationen gemeldet als bei Männern. Das weiß man, weil der Einsatz der COVID-19-Impfstoffe kontinuierlich überprüft wird. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt sammeln so wichtige Daten, die den Einsatz der Impfstoffe noch sicherer machen sollen. Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) prüft fortlaufend alle relevanten Daten zur Corona-Schutzimpfung und informiert in seinen Sicherheitsberichten darüber. Dort wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass etwa drei Viertel der Verdachtsmeldungen Frauen betreffen. Die Expertinnen und Experten des PEI gehen zurzeit davon aus, dass dies auf den höheren Frauenanteil bei den Impfungen zurückzuführen ist. 

Auch Daten aus den USA nach Impfungen mit mRNA-Impfstoffen lassen erkennen, dass typische Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Müdigkeit sowie allergische Reaktionen häufiger bei Frauen auftreten. Die Immunantwort scheint bei Frauen stärker zu sein – ein Phänomen, das bereits von anderen Impfstoffen bekannt ist (z. B. bei Influenza- oder Masern-Impfungen). Fachleute führen dies einerseits auf die weiblichen Hormone zurück, die das Immunsystem stimulieren können.

Andererseits können auch die Gene eine Rolle spielen – in diesem Fall das X-Chromosom, auf dem sich viele Immunitätsgene befinden. Frauen haben zwei davon und somit doppelt so viele wie Männer, die ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom haben.  

Stand: 29.06.2021

Führt die COVID-19-Impfung zur Unfruchtbarkeit bei Männern?

In den umfangreichen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es keine Hinweise auf das Auftreten von weiblicher oder männlicher Unfruchtbarkeit. Die Behauptung, die Corona-Schutzimpfung löse Unfruchtbarkeit aus, ist falsch. Für jede Arzneimittelzulassung in Europa sind bereits in der präklinischen Phase Untersuchungen erforderlich, die bestmöglich Sicherheit geben, um Schäden an Fortpflanzungsorganen oder die Beeinträchtigung der Fortpflanzung auszuschließen. Die tierexperimentellen Studien haben auch bei den COVID-19-Impfstoffen keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen im Hinblick auf die Fruchtbarkeit ergeben.

Aktuelle Studienergebnisse aus den USA, die in der Zeitschrift JAMA veröffentlicht wurden (doi:10.1001/jama.2021.9976) zeigen, dass die Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoffen keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Männern hat. In der Studie wurden die Samenproben von 45 gesunden Männern im Alter von 18 bis 50 Jahren vor und nach der COVID-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty von BioNTech und Spikevax von Moderna untersucht. In der Analyse der Proben wurden das Spermavolumen, die Spermienkonzentration sowie die Gesamtzahl beweglicher Spermien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass weder die Spermienzahl noch die Spermienqualität durch die Impfung verringert wurden.

Stand: 05.10.2021

Beeinflusst die Corona-Schutzimpfung den weiblichen Zyklus?

Gemeldet wurden unter anderem Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten (veröffentlicht im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts, Seite 26). Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen bewertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Anzahl der Meldungen als "nicht ungewöhnlich hoch", wenngleich davon auszugehen ist, dass einige, insbesondere vorübergehende Zyklusstörungen, nicht berichtet werden. Es ist somit nicht abschließend geklärt, ob die Corona-Schutzimpfung einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus hat. Ein möglicher Zusammenhang wird weiter untersucht.

Zyklusstörungen nach einer Impfung müssen nicht zwangsläufig auf den verabreichten Impfstoff zurückzuführen sein. Typische Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit oder Muskelschmerzen bedeuten Stress für den Körper. Und Stress ist ein häufiger Auslöser für Zyklusstörungen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Impfung das Immunsystem dazu stimuliert, Signalstoffe auszuschütten, die wiederum im ganzen Körper Immunzellen aktivieren. In der Gebärmutterschleimhaut befinden sich viele Immunzellen, sodass auch sie stimuliert werden und es so zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Zyklus kommen könnte.

Ein gestörter Zyklus pendelt sich in der Regel wieder von allein ein. Wenn die Unregelmäßigkeiten allerdings länger als drei Monate nach der Impfung anhalten, sollte dies ärztlich überprüft werden. Betroffene Personen können Zyklusstörungen als mögliche Impfkomplikation unter nebenwirkungen.bund melden.

Stand: 24.09.2021