Corona-Schutzimpfung
14:26 · 4. März 2022

Der COVID-19-Impfstoff von Moderna im Überblick

Sicher und wirksam sind alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe. Dazu gehört auch der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) des US-Unternehmens Moderna. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

Der Impfstoff von Moderna schützt viele Menschen.

Der COVID-19-Impfstoff Spikevax® von Moderna wurde Anfang 2021 als einer der ersten Impfstoffe in der EU zugelassen. Er ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Impf- und Booster-Strategie und soll bei Personen ab 30 Jahren verwendet werden. Hier erfahren Sie mehr über den Impfstoff, seine Wirksamkeit, die Altersbeschränkung nach der STIKO-Empfehlung und mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen.

Moderna – Der Impfstoff auf einen Blick

  • Name: Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna)
  • Zulassungsinhaber: MODERNA BIOTECH SPAIN, S.L
  • Impfstofftyp + Wirkweise: mRNA-Impfstoff, der einen Bauplan für ein Merkmal des SARS-CoV-2-Virus (das Spike-Protein) in die Zelle einschleust, damit der Körper das Antigen selbst produzieren und das Immunsystem eine entsprechende Immunantwort auslösen kann
  • Wirksamkeit: Bietet nach zwei Impfungen etwa 90 Prozent Schutz vor schweren Krankheitsverläufen
  • Impfempfehlung: Für Personen ab 30 Jahren (ausgenommen Schwangere)
  • Typische Impfreaktionen: Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen oder grippeähnliche Symptome. Eine Übersicht möglicher Nebenwirkungen finden Sie in der Produktinformation.
  • Verabreichung: 0,5 ml / Dosis per Spritze in den Oberarmmuskel (intramuskulär)
  • Empfohlenes Impfschema: Zwei Dosen im Abstand von vier bis sechs Wochen
  • Booster-Impfung: Wird für alle Personen ab 30 Jahren ab 3 Monaten nach der letzten Impfdosis der Grundimmunisierung empfohlen. Mehr dazu hier.

So wirkt der Impfstoff

Impfstoffe wie Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (messenger-Ribonukleinsäure, kurz mRNA). Diese wird auch als Boten-RNA bezeichnet. Sie enthält quasi einen Bauplan für ein Merkmal des Coronavirus: das sogenannte Spike-Protein. Durch die Impfung gelangt dieser Bauplan über kleinste Fettpartikel (mRNA-Lipidnanopartikel) in die Körperzellen. Studien haben gezeigt, dass diese Partikel nicht zellschädigend sind und keine Gefahr von ihnen für den menschlichen Körper ausgeht.

Ausgehend von dieser „Bauvorlage“ (der mRNA) stellen die Körperzellen nach der Impfung Proteine (Eiweiße) her, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen und so eine Immunreaktion erzeugen. Diese Proteine werden als Antigene bezeichnet. Gut zu wissen: Die Boten-RNA wird nach kurzer Zeit wieder vom Körper abgebaut. Sie wird nicht in menschliche DNA umgebaut und hat keinen gesundheitsschädigenden Einfluss auf das menschliche Erbgut. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

mRNA-basierte Impfstoffe haben zudem den Vorteil, dass eine große Anzahl an Impfdosen innerhalb weniger Wochen hergestellt werden kann. Außerdem können die Hersteller von mRNA-Impfstoffen aufgrund der bausteinartigen Struktur der Impfstoffe relativ schnell auf Varianten des Coronavirus, umgangssprachlich auch Mutationen genannt, reagieren und die Impfstoffe dahingehend anpassen.

Studie belegt hohe Wirksamkeit

Der Impfstoff Spikevax® von Moderna ist hochwirksam und verhindert bei der Mehrzahl der Geimpften eine COVID-19-Erkrankung. Auch das Risiko für schwere Krankheitsverläufe (zum Beispiel eine Krankenhausbehandlung durch Lungenversagen) kann der Impfstoff deutlich verringern: Studien, die den Schutz gegen die Delta-Variante untersuchten, zeigen, dass die Impfung das Risiko schwer zu erkranken um etwa 90 Prozent senken kann. Erste Daten zur Schutzwirkung vor der Omikron-Variante lassen zwar eine geringere Wirksamkeit im Vergleich zur Delta-Variante erkennen – eine Booster-Impfung kann die Schutzwirkung gegen eine symptomatische Infektion und schwere Erkrankung mit der Omikron-Variante allerdings wieder deutlich verbessern.

STIKO-Empfehlung für die Altersgruppe ab 30 Jahren

Die STIKO empfiehlt vorsorglich, den Impfstoff Spikevax® nur Personen ab 30 Jahren zu verabreichen. Unter 30-Jährige und Schwangere sollen stattdessen mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer geimpft werden. Diese Empfehlung gilt sowohl für die Grundimmunisierung (Erst- und Zweitimpfung) als auch für mögliche Auffrischungsimpfungen – und auch, wenn zuvor ein anderer Impfstoff verwendet wurde.

Zum Hintergrund: Nach der Impfung mit Spikevax® besteht in sehr seltenen Fällen das Risiko, eine Myokarditis und Perikarditis (Herzmuskel-/Herzbeutelentzündung) zu entwickeln. Diese Erkrankungen können innerhalb weniger Tage nach der Impfung entstehen. Sie traten bislang hauptsächlich in den ersten 14 Tagen, meist nach der zweiten Impfung auf. Sie wurden häufiger bei jüngeren Männern beobachtet. Sicherheitsdaten weisen insgesamt darauf hin, dass es bei jungen Menschen nach Impfungen mit Spikevax® möglicherweise häufiger zu seltenen Nebenwirkungen wie Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen kommen kann als nach der Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat die STIKO ihre Empfehlung zur COVID-19-Impfung mit Spikevax® aktualisiert und empfiehlt vorsorglich, nur noch Personen ab 30 Jahren und keine Schwangeren mehr (unabhängig vom Alter) damit zu impfen.

Wichtig zu wissen: Auch im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung besteht das Risiko, dass Herzmuskel- und / oder Herzbeutelentzündungen auftreten. Mehrere groß angelegte Studien weisen zudem darauf hin, dass das Risiko für Herzmuskelentzündungen und andere Komplikationen nach einer SARS-CoV-2-Infektion insgesamt sogar höher ist als nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

Beide mRNA-Impfstoffe für über 30-Jährige gleichermaßen gut geeignet

Der Impfstoff Spikevax® von Moderna bleibt für Personen ab 30 Jahren ein wichtiger, sicherer und wirksamer Impfstoff, insbesondere für die notwendigen Auffrischungsimpfungen. Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der STIKO betonen, dass die beiden COVID-19-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit vergleichbar sind und in der Altersgruppe ab 30 Jahren als gleichwertig betrachtet werden können.

Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff

Ab drei Monaten nach der Grundimmunisierung wird eine Booster-Impfung empfohlen. Diese Auffrischungsimpfungen erfolgen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe und können von den bekannten Impfstellen vorgenommen werden.

Mehr Informationen zu den Auffrischungsimpfungen finden Sie hier und in diesem Artikel.

STIKO-Empfehlung zum heterologen Impfschema

Eine Kreuz- oder Mischimpfung (fachlich auch heterologe Impfung genannt) bedeutet, dass eine Person unterschiedliche Impfstoffe erhält, sofern mehrere Impfdosen für einen vollständigen Impfschutz erforderlich sind.

Beispielsweise benötigen Personen, die mit dem Vektor-Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson geimpft wurden, zur vollständigen Grundimmunisierung eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna) von Moderna für Personen ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Personen ab 18 Jahren) ab vier Wochen nach der Erstimpfung. Auch Booster-Impfungen werden unabhängig davon, mit welchem Impfstoff die erste Impfserie abgeschlossen wurde, mit einem mRNA-Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna (empfohlen ab 30 Jahren) oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer (empfohlen ab 12 Jahren) durchgeführt.

Die Kombination unterschiedlicher Impfstoffe für Erst- und Zweit- beziehungsweise Booster-Impfung ist möglich, da sich die T-Zellen-basierte Immunantwort bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoffe) gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein, richtet. Studienergebnisse zeigen, dass die Immunantwort nach einem sogenannten heterologen Impfschema besser ist als die Immunantwort nach einer homologen Vektor-Impfserie. Auch die gebildeten Antikörperkonzentrationen waren in den Studien nach heterologem Impfschema deutlich höher.

Mit einer heterologen Impfung gelten Sie als vollständig geimpft, vorausgesetzt Sie wurden mit in der EU zugelassenen Impfstoffen geimpft und die Folgeimpfung liegt mindestens zwei Wochen zurück.

Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Nebenwirkungen können grundsätzlich bei allen Impfungen, wie auch COVID-19-Impfungen, auftreten. Auch bei dem Impfstoff Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna) von Moderna können nach der Impfung sogenannte Impfreaktionen auftreten, die allerdings nach kurzer Zeit wieder abklingen. Das können etwa Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- sowie Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome sein. Diese Impfreaktionen stellen in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar. Zur Linderung möglicher Beschwerden kann nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ein schmerzlinderndes/fiebersenkendes Medikament in der empfohlenen Dosierung eingenommen werden.

Impfkomplikationen sind über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgehende Folgen einer Impfung, die den Gesundheitszustand der geimpften Person deutlich belasten. In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung wurden nach der Impfung mit Spikevax® von Moderna seltene Fälle von Gesichtslähmungen beobachtet. Diese bildeten sich in allen Fällen nach einigen Wochen jedoch zurück. 

Die sehr seltenen Nebenwirkungen: Myokarditis und Perikarditis

Zu den bekannten, wenngleich sehr seltenen Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe zählen Myokarditis (Herzmuskelentzündungen) und Perikarditis (Herzbeutelentzündungen). In beiden Fällen verursacht das körpereigene Immunsystem die Entzündung als Reaktion auf eine Infektion oder einen anderen Auslöser. Die meisten Patientinnen und Patienten mit einer Myokarditis oder Perikarditis nach Impfung mit mRNA-Impfstoffen sprechen gut auf Behandlung und Ruhe an und fühlen sich schnell besser. Schwerwiegendere Verläufe können im Einzelfall jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die bekannten Fälle traten primär innerhalb von 14 Tagen nach der (meist zweiten) Impfung auf. 

Myokarditis und Perikarditis kommen als Nebenwirkungen im Zusammenhang der Corona-Schutzimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nur sehr selten vor. Zur Einordnung: Nach Analysen des Paul-Ehrlich-Instituts ist die Melderate einer Myo-/Perikarditis für Comirnaty® bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern (18-29 Jahre) nach der zweiten Impfung mit 8,97 bzw. 8,68 Fällen pro 100.000 Impfdosen am höchsten. Im Vergleich dazu ist die Melderate für weibliche Jugendliche und junge Frauen nach Comirnaty® in der gleichen Altersgruppe mit 0,76 bzw. 1,53 Fälle pro 100.000 Impfdosen deutlich geringer. Für Spikevax® war die Melderate bei jungen Männern (18-29 Jahre) nach der zweiten Dosis mit 25,60 Fällen pro 100.000 Impfungen am höchsten. Für junge Frauen (18-29 Jahre) betrug die Melderate einer Myo-/Perikarditis nach zweiter Impfung 5,77 Fälle pro 100.000 Impfdosen. Nach der ersten Dosis wurde bis zum Auswertungszeitpunkt kein Fall bei weiblichen Jugendlichen berichtet (siehe PEI Sicherheitsbericht vom 23.12.2021)

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie mit Spikevax® von Moderna geimpft wurden

Bei bekannten Unverträglichkeiten bzw. Allergien gegen Inhaltsstoffe des Moderna-Impfstoffes Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna) oder einer schweren allergischen Reaktion auf die erste Impfung sollte auf eine zweite Impfung verzichtet werden und stattdessen eine Anwendung mit einem anderen zugelassenen Impfstoffgeprüft werden. Die Gebrauchsinformation aller zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 mit den entsprechenden Produktinformationen finden Sie hier. Grundsätzlich gilt: Wie bei allen Impfstoffen können auch nach einer Impfung mit Spikevax® sehr seltene Fälle einer allergische Sofortreaktion bis hin zum Schock oder andere bisher unbekannte Komplikationen nicht ausgeschlossen werden. Im Zweifel sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an. Bei schweren Beeinträchtigungen, insbesondere Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen begeben Sie sich bitte umgehend in ärztliche Behandlung.

Im Aufklärungsmerkblatt zu mRNA-Impfstoffen finden Sie unter anderem genaue Angaben zur Häufigkeit der Nebenwirkungen bei der Impfung mit Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna) von Moderna:

Aufklärungsmerkblatt: Corona-Schutzimpfung mit mRNA-Impfstoffen

Darüber hinaus können Sie Nebenwirkungen auch selbst unter https://nebenwirkungen.bund.de melden.

Vorteile überwiegen

Das Auftreten von Impfreaktionen bzw. vorübergehenden Nebenwirkungen ist kein Grund, von der Impfung abzusehen – vielmehr profitieren Geimpfte von der erwarteten Schutzwirkung. Denn: Für alle derzeit verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurde seitens der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) festgestellt, dass die Vorteile der Impfung das Risiko von möglichen, teilweise sehr selten auftretenden Nebenwirkungen und Impfkomplikationen überwiegen. Dies gilt demnach auch für die Impfung mit dem Corona-Impfstoff Spikevax® (COVID-19 Vaccine Moderna) von Moderna.

Mehr zum Thema Nutzen-Risiko-Abwägung finden Sie auch im Artikel Die Corona-Schutzimpfung: Nutzen und Risiken richtig abwägen.

Sicherheit fortlaufend geprüft

Die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wird kontinuierlich beobachtet. Hinweise auf bislang unbekannte, sehr seltene mögliche Nebenwirkungen werden fortlaufend geprüft und ausgewertet, um im Bedarfsfall sofort reagieren zu können. Die entsprechenden Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts können Sie hier einsehen. Weitere Informationen zur Sicherheit der Corona-Schutzimpfung erhalten Sie hier.

Der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) im Überblick

© Bundesministerium für Gesundheit, Stand: 23. Juli 2021 Quellen: Europäische Zulassung, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. *Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, sinkt bei den Geimpften um den genannten Prozentsatz. *Lipid-Nanopartikel-Formulierung.

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