Bundesministerium für Gesundheit

Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren

Hier finden Sie Informationen rund um die Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren – welche Impfstoffe für Kinder und Jugendliche zugelassen sind, was es für Eltern zu beachten gilt und wie Familien mit der Impfung gegen COVID-19 umgehen können.

Wird die Corona-Schutzimpfung auch für Kinder und Jugendliche empfohlen?

Ja, am 19. August 2021 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren veröffentlicht. Weiterhin können sich alle Personen zwischen 12 und 17 Jahren mit dem zugelassenen mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer impfen lassen. Als vorsorgliche Maßnahme hat die STIKO ihre Impfempfehlung am 18. November 2021 allerdings für den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna nun die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren beschränkt. Verschiedene Daten weisen darauf hin, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer.

Vor der Impfung sind eine entsprechende ärztliche Aufklärung und gegebenenfalls die Zustimmung der Sorgeberechtigten notwendig.

Zum Hintergrund: Die Europäische Kommission hatte am 31. Mai 2021 auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Die Corona-Schutzimpfung wurde von der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Hinblick auf die geringe Datenlage zunächst nur für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen, die Vorerkrankungen oder Angehörige beziehungsweise Kontaktpersonen im direkten Umfeld mit einer hohen Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf haben.

Im Rahmen der Gesundheitsministerinnen- und Gesundheitsministerkonferenz vom 2. August 2021 wurde beschlossen, dass alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren ein möglichst niedrigschwelliges Angebot für die Corona-Schutzimpfung mit den Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna erhalten sollen. Diese können zum Beispiel in Impfzentren, bei niedergelassenen Kinder-, Jugend-, Haus-, oder Betriebsärztinnen und -ärzten geimpft werden. Am 19. August 2021 hatte die STIKO nach Auswertung neuer Daten und umfänglicher Risiko-Nutzen-Analyse eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren veröffentlicht. Alle Personen zwischen 12 und 17 Jahren konnten sich demnach mit entweder mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  oder Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna impfen lassen. Seit der Anpassung der Empfehlung der STIKO vom 18. November 2021 wird für diese Personengruppe unter 30 Jahren nur die Verwendung des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer empfohlen.

Stand: 19.11.2021 

Gibt es eine Impfpflicht für Kinder?

Nein, es gibt keine Impfpflicht gegen COVID-19 in Deutschland – auch nicht für Kinder.

Seit September 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allerdings die Corona-Schutzimpfung für Kinder ab 12 Jahren. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Auch generell ist die Corona-Schutzimpfung ratsam, um sich zu schützen, um den solidarischen Gemeinschaftsschutz zu erreichen und um auch diejenigen zu schützen, die sich derzeit nicht impfen lassen können. Dies gilt nicht zuletzt auch im Hinblick auf die hochansteckende Delta-Variante des Virus.

Stand: 12.11.2021

Mit welchen Impfstoffen können Kinder geimpft werden?

Alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren können sich mit dem ab 12 Jahren zugelassenen mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung diesbezüglich am 19. August 2021 aktualisiert. Vor der Impfung sind eine entsprechende ärztliche Aufklärung und gegebenenfalls die Zustimmung der Sorgeberechtigten notwendig. 

***  Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna am 18. November 2021 auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren beschränkt. Dies sieht die STIKO als eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Zudem soll laut STIKO-Empfehlung auch eine Impfung von Schwangeren unabhängig vom Alter vorsorglich nur mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  und ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Die Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung zu diesem Punkt finden Sie hier. Für eine schnelle Booster-Kampagne spielen aber weiterhin beide mRNA-Impfstoffe – BioNTech/Pfizer und Moderna – eine wichtige Rolle. Sie sind qualitativ gleichwertig und bei Personen ab 30 Jahren gleich sicher. Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat vor kurzem noch einmal deutlich gemacht, dass beide mRNA-Impfstoffe gleichermaßen sehr gut für Erst,- Zweit- oder Booster-Impfungen geeignet sind. Die ausführliche Meldung des PEI finden Sie hier***

 

Bislang wurden schwerpunktmäßig Impfstoffe für Erwachsene entwickelt. Das hat vor allem zwei Gründe:

  • Kinder sind schon allein aus ethischen Gründen nicht für frühe Studien vorgesehen. Vor der klinischen Prüfung an Kindern muss sichergestellt sein, dass in den Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die Impfstoffentwicklung für Kinder verläuft ähnlich wie die Impfstoffentwicklung für Erwachsene, das heißt, sie durchläuft verschiedene Stufen, in denen die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfungen geprüft werden, bevor sie eine Zulassung erlangen können (mehr zur Zulassung von Impfstoffen finden Sie hier).
  • Der Fokus lag zunächst darauf, diejenigen zu schützen, die am schwersten an COVID-19 erkranken. Das sind bei COVID-19 insbesondere ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen.

Zu Beginn der Pandemie schienen Kita- und Grundschulkinder das Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise anzutreiben und erkrankten weniger häufig und stark als Erwachsene. Zwischenzeitlich nahm die Anzahl an neu übermittelten COVID-19-Fällen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland jedoch rasch zu. Der Anstieg konnte Expertinnen und Experten zufolge nicht allein durch eine vermehrte Corona-Testung erklärt werden, sondern deutete auf eine zunehmende Verbreitung von Virusvarianten hin. Die Impfstoffforschung für Kinder gewinnt zunehmend an Bedeutung, entsprechende Studien laufen bereits: So wird die Wirksamkeit des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer bei Kindern zwischen 6 Monaten und 11 Jahren geprüft.

Mehr zu COVID-19 bei Kindern lesen Sie hier. Einen Artikel zur Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren finden Sie hier.

Stand: 19.11.2021

Welche Rolle spielt der Bevölkerungsschutz bei der Corona-Schutzimpfung der Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren?

Die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren kann dazu beitragen, den Gemeinschaftsschutz zu erhöhen. Für Kinder und Jugendliche kann es beispielsweise im Schulalltag oder beim Treffen mit Freundinnen und Freunden schwierig sein, Abstände einzuhalten. Die Impfung von jungen Menschen verhindert, dass sich das Virus unter ihnen ausbreitet. Dadurch werden nicht nur sie selbst vor einer schweren Erkrankung geschützt, sondern auch diejenigen, mit denen sie Kontakt haben und die noch nicht geimpft wurden oder nicht geimpft werden können. Das sind um Beispiel Bezugspersonen mit Vorerkrankungen oder Allergien, die eine Corona-Schutzimpfung unmöglich machen.

Die Impfung von Kindern und Jugendlichen (12 bis 17 Jahre, ohne Vorerkrankung) hätte ohne Verbesserung der Impfquoten in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen keinen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der bevorstehenden vierten Welle. Durch die Impfung von Kindern und Jugendlichen kann jedoch ein direkter Schutz in dieser Altersgruppe erzielt werden. Unter der Annahme einer Impfquote von 50 Prozent unter gesunden 12- bis 17-Jährigen Kindern (und einer Impfquote von 75 Prozent bei den Erwachsenen) könnten geschätzt 37 Prozent der Meldefälle (symptomatische und asymptomatische Fälle), 36 Prozent der Hospitalisierungen und 36 Prozent der intensivmedizinisch versorgten Fälle in der Altersgruppe 12 bis 17 Jahre im Zeitraum August-Dezember 2021 zusätzlich verhindert werden.

Im Rahmen der Gesundheitsministerinnen- und Gesundheitsministerkonferenz vom 2. August 2021 wurde beschlossen, allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein niedrigschwelliges Angebot für die Corona-Schutzimpfung zu machen. Personen ab 12 Jahren können zum Beispiel in Impfzentren, bei niedergelassenen Kinder-, Jugend-, Haus- oder Betriebsärztinnen und -ärzten geimpft werden. Und auch Gesundheitsämter und Krankenhäuser werden nun ab Oktober 2021 in die Impfkampagne einbezogen. Und seit Mitte November 2021 werden auch Vorsorge- und Reha-Einrichtungen in die Impfkampagne einbezogen. Die STIKO hat am 19. August 2021 die allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren veröffentlicht. Vor der Impfung sind eine entsprechende ärztliche Aufklärung und gegebenenfalls die Zustimmung der Sorgeberechtigten notwendig. 

Mehr Informationen zur Impfung ab 12 Jahren finden Sie hier.  

Stand: 19.11.2021

Müssen sich geimpfte Kinder in der Schule testen lassen?

Kinder werden im Rahmen eines verbindlichen schulischen Konzeptes regelmäßig getestet, um den Präsenzunterricht so sicher wie möglich zu gestalten. Inwiefern dies geschieht, ist abhängig von den jeweiligen Verordnungen der Bundesländer. Bitte informieren Sie sich zu den Regelungen bei Ihnen vor Ort.

Stand: 11.11.2021