Bundesministerium für Gesundheit

Eine Seite des Bundesministeriums f. Gesundheit

Corona-Schutzimpfung für Schwangere

Sollten Sie sich als Schwangere oder Stillende gegen COVID-19 impfen lassen? Hier erfahren Sie, was die Forschung empfiehlt und wie Sie sich gegen eine Infektion schützen können.

Sollten sich Schwangere gegen Corona impfen lassen?

Seit dem 17. September 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Corona-Schutzimpfung generell auch für Schwangere und Stillende. Für die Empfehlung wurden neu verfügbare Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden systemisch aufgearbeitet. Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Daten und Studienergebnisse spricht sich die STIKO für die COVID-19-Impfung von bisher nicht oder unvollständig geimpften Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel aus. Dies gilt auch für nicht oder unvollständig geimpfte Stillende. Für diese Personengruppen empfiehlt die STIKO die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer oder Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ).

Noch ungeimpften Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs im Abstand von drei bis sechs (BioNTech/Pfizer) beziehungsweise vier bis sechs Wochen (Moderna) ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. empfiehlt nach Ausschluss allgemeiner Risiken, schwangere und stillende Frauen priorisiert mit mRNA-basierten Impfstoffen gegen COVID-19 zu impfen. Laut aktuellen Studien führt eine COVID-19-Impfung bei Schwangeren nicht vermehrt zu schwangerschaftsspezifischen Komplikationen oder einem erhöhten Sterberisiko für die Schwangere oder die Föten. Darüber hinaus weist die Impfung keine Unterschiede im Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu Nicht-Schwangeren auf. Vielmehr kann die COVID-19-Impfung durch die durch Impfimmunisierung gebildeten und transplazentar oder über die Muttermilch übertragenen mütterlichen Antikörper einen potenziellen Infektionsschutz für das Neugeborene bewirken. mRNA des COVID-Impfstoffes konnte in Untersuchungen der Muttermilch von stillenden Frauen nicht beziehungsweise gegebenenfalls nur minimal nachgewiesen werden. Die veröffentliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe finden Sie hier.

Um Schwangere auch indirekt zu schützen, wird die Impfung von deren engen Kontaktpersonen, insbesondere Partnerinnen oder Partnern, sowie Hebammen und Ärztinnen beziehungsweise Ärzten empfohlen.

Stand: 29.09.2021

Können sich Mütter in der Stillzeit impfen lassen?

Ja. Stillenden Müttern wird eine COVID-19-Impfung empfohlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlichte am 16. September 2021 ihre Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere und Stillende. Sie begründet darin ihre Entscheidung auf Basis neu verfügbarer Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden. Es wurde eine systematische Review zu Wirksamkeit, Immunogenität und Sicherheit der COVID-19-Impfung bei Schwangeren sowie zum Antikörper-Transfer über die Muttermilch und Sicherheit der COVID-19-Impfung für das Kind bei Impfung der Mutter in der Stillzeit durchgeführt. Das Ergebnis der Review: Die vorhandenen Daten sprechen für eine generelle Empfehlung.

Noch ungeimpften Stillenden empfiehlt die STIKO die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs im Abstand von drei bis sechs (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) beziehungsweise vier bis sechs Wochen (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna).

Zudem wird ausgeführt:

Die COVID-19-Impfung von Stillenden mit mRNA-basierten Impfstoffen…

… weist eine gleichwertige Antikörperbildung und ein ähnlich geringes Nebenwirkungsprofil wie in der Schwangerschaft und bei nicht-schwangeren Frauen auf.

… kann eine Nestimmunität hervorrufen, da impfinduzierte Antikörper in der Muttermilch nachgewiesen werden können.

… erfordert keine Stillpause oder einen -verzicht, da die mRNA des Impfstoffs nicht beziehungsweise gegebenenfalls nur minimal in der Muttermilch nachgewiesen werden konnte.

Stand: 29.09.2021

Können sich Frauen mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen?

Ja, auch Frauen mit Kinderwunsch können sich gegen COVID-19 impfen lassen. Die verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurden an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt sogar ausdrücklich Frauen mit Kinderwunsch die Impfung. Es kursieren diverse Fehlinformationen im Zusammenhang mit dem Thema Schwangerschaft und Corona-Schutzimpfung. Eine davon hält sich besonders hartnäckig: Sie besagt, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könne. Diese Aussage ist falsch. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es dafür keine Hinweise.

Die Fehlinformation beruht darauf, dass das Protein, welches von den Impfungen kodiert wird, strukturell ähnlich ist wie ein Protein, das für die Fruchtbarkeit wichtig ist. Tatsächlich beschränkt sich diese Ähnlichkeit jedoch auf wenige Abschnitte des Proteins. Solche Ähnlichkeiten treten sehr häufig auf und sind nicht spezifisch für die COVID-19-Impfung. Würde so eine Ähnlichkeit unfruchtbar machen, dann würde die Infektion mit COVID-19 auch unfruchtbar machen. Dies wurde jedoch weltweit nicht beobachtet (weitere Informationen finden Sie bei der Universität Jena).

Das Paul-Ehrlich-Institut bewertet die Sicherheit dazu so: „Mit dieser Datenlage ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.“ Frauen mit Kinderwunsch können sich also gegen COVID-19 impfen lassen (weitere Informationen zum Thema Sicherheit und Wirksamkeit finden Sie auch auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts). Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der aktualisierten COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere und Stillende vom 17. September 2021 ausdrücklich, dass sich alle noch nicht oder unvollständig Geimpften mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen sollten, damit bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor dieser Erkrankung besteht.

Stand: 22.09.2021

Warum wurde die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende zunächst nicht ausdrücklich empfohlen?

Eine Empfehlung muss sich immer auf eine gute Datenbasis stützen. Bisher lagen nur wenige Daten zur Impfung von Schwangeren vor. Aus diesem Grund sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) die generelle Impfung von Schwangeren und Stillenden zuerst nicht aus. Nichtsdestotrotz konnten Ärztinnen und Ärzte mit Schwangeren auch unabhängig von der generellen Empfehlung besprechen, ob eine Impfung für sie besonders sinnvoll erschien. 

Mit der Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere und Stillende vom 17. September 2021 zog die STIKO neu verfügbar gewordene Daten zu ihrer Entscheidung heran und bewertet die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende nun als sicher und wirksam. Die Empfehlung basiert auf einer systematischen Aufarbeitung der wissenschaftlichen Evidenz. Im Rahmen eines sogenannten Umbrella-Reviews wurden auch bereits publizierte systematische Reviews zum Einfluss einer SARS-CoV-2-Infektion auf Verlauf und Ausgang der Schwangerschaft analysiert. Diese Daten wurden durch weitere aktuelle Studien aus dem Jahr 2021 nach einer entsprechenden systematischen Literaturrecherche ergänzt. Die ausführliche wissenschaftliche Begründung können Sie im Epidemiologischen Bulletin nachlesen.

Stand: 21.09.2021

Führt die Impfung zur Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Vor der Zulassung der Impfstoffe werden diese umfangreich geprüft. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden könnten. 

In sozialen Medien kursierte, dass eine Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen könne, weil sich Spikeproteine des Coronavirus und das Protein Syncytin-1, das für die Bildung der Plazenta verantwortlich ist, ähneln. Daraus wurde geschlussfolgert: Bildet der Körper der Geimpften nach der Impfung Antikörper gegen das Spikeprotein des Coronavirus, richten sich diese auch gegen das Syncytin-1-Protein und beeinträchtigen somit die Bildung einer Plazenta. Da die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen aber so minimal ist, kann eine Kreuzreaktion des COVID-19-Impfstoffs ausgeschlossen werden.

Selbst wenn sich Corona-Antikörper tatsächlich gegen das Syncytin-1-Protein richten könnten, hätte dies bei einer COVID-19-Erkrankungen durch die Antikörperbildung zu erhöhten Zahlen an Fehlgeburten oder Komplikationen führen müssen – dies ist aber nicht der Fall. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung generell für Schwangere und Stillende. Nach einer systemischen Aufarbeitung neu verfügbarer Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft und der Effektivität und Sicherheit der Impfung bei Schwangeren und Stillenden, bewertete die STIKO die COVID-19-Impfung für Schwangere und Stillende als sicher und wirksam. Auch Frauen mit potentiellem Kinderwunsch empfiehlt die STIKO die Corona-Schutzimpfung ausdrücklich, damit bereits vor Eintritt der Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor einer Erkrankung besteht.   

Mehr zur Corona-Schutzimpfung bei Schwangeren lesen Sie in diesem Artikel

Stand: 14.10.2021

Beeinflusst die Corona-Schutzimpfung den weiblichen Zyklus?

Gemeldet wurden unter anderem Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten (veröffentlicht im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts, Seite 26). Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen bewertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Anzahl der Meldungen als "nicht ungewöhnlich hoch", wenngleich davon auszugehen ist, dass einige, insbesondere vorübergehende Zyklusstörungen, nicht berichtet werden. Es ist somit nicht abschließend geklärt, ob die Corona-Schutzimpfung einen Einfluss auf den weiblichen Zyklus hat. Ein möglicher Zusammenhang wird weiter untersucht.

Zyklusstörungen nach einer Impfung müssen nicht zwangsläufig auf den verabreichten Impfstoff zurückzuführen sein. Typische Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit oder Muskelschmerzen bedeuten Stress für den Körper. Und Stress ist ein häufiger Auslöser für Zyklusstörungen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Impfung das Immunsystem dazu stimuliert, Signalstoffe auszuschütten, die wiederum im ganzen Körper Immunzellen aktivieren. In der Gebärmutterschleimhaut befinden sich viele Immunzellen, sodass auch sie stimuliert werden und es so zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Zyklus kommen könnte.

Ein gestörter Zyklus pendelt sich in der Regel wieder von allein ein. Wenn die Unregelmäßigkeiten allerdings länger als drei Monate nach der Impfung anhalten, sollte dies ärztlich überprüft werden. Betroffene Personen können Zyklusstörungen als mögliche Impfkomplikation unter nebenwirkungen.bund melden.

Stand: 24.09.2021

Welche Unterstützung erhalte ich als Schwangere oder junge Mutter während der Coronavirus-Pandemie?

Das kosten- und barrierefreie Hilfetelefon "Schwangere in Not" unter der Nummer 0800 40 40 020 ist eine erste Anlaufstelle für Frauen, die über qualifizierte Beraterinnen und Berater Hilfe in örtlichen Schwangerschaftsberatungsstellen suchen. Dort werden auch fremdsprachige Beratungen angeboten. Informationen über finanzielle Unterstützungen und Mutterschaftsleistungen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Stand: 09.09.2021