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STIKO-Empfehlung zur Impfung ab 12 Jahren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren sowohl mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer als auch mit dem Impfstoff von Moderna. Auf welcher Grundlage die STIKO-Impfempfehlung basiert und was dies für Eltern und ihre Kinder bedeutet, erfahren Sie hier.

Welchen Kindern und Jugendlichen empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Corona-Schutzimpfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt mittlerweile allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer oder Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna).

Aufgrund mangelnder Datenverfügbarkeit wurde die COVID-Impfung zunächst nicht allgemein für alle Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Die Impfempfehlung galt zunächst für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen sowie für Kinder und Jugendliche im Umfeld von Personen, die sich selbst nicht schützen können, also zum Beispiel jüngere Geschwisterkinder oder Schwangere sowie für Jugendliche mit arbeitsbedingt erhöhtem Expositionsrisiko. Mittlerweile sind ausreichend Daten zur Sicherheit des Impfstoffes verfügbar, sodass die Ständige Impfkommission (STIKO) nach Prüfung der Daten und einer gründlichen Risiko-Nutzen-Abwägung seit dem 19. August 2021 allen Personen ab 12 Jahren eine COVID-19-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfiehlt.

 Stand: 23.08.2021

 

Bei welchen Vorerkrankungen hat die Ständige Impfkommission die Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren ursprünglich empfohlen und welche Rolle spielen diese Vorerkrankungen angesichts der nun allgemeinen Impfempfehlung der STIKO noch?

Die  Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna  mittlerweile allgemein für alle Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Zuvor hatte die STIKO diese Impfung als Indikationsimpfung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen, die wegen folgenden Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben:

  • Adipositas (> 97. Perzentile des Body-Mass-Index)
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung < 80 Prozent) und Einkammerherzen nach Fontan-Operation
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion (ausgenommen ist ein gut eingestelltes Asthma bronchiale)
  • chronische Nierenerkrankungen
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Diabetes mellitus (wenn nicht gut eingestellt beziehungsweise mit HbA1c-Wert >9,0 Prozent)

Die Auflistung ist nicht nach Relevanz sortiert und stützt sich auf zwei Quellen: Zum einen sind dies publizierten internationalen Studien, die Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf und Hospitalisierung bei COVID-19-Erkrankung von Kindern und Jugendlichen untersuchten und zum anderen ein Register, in dem die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) Daten zu hospitalisierten Kindern und Jugendlichen mit COVID-19 in Deutschland sammelt. 

Stand: 23.09.2021

Welche Impfreaktionen können nach der Corona-Schutzimpfung bei Kindern und Jugendlichen auftreten?

Wie bei jeder Impfung können auch nach der Corona-Schutzimpfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer oder Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna bei Kindern und Jugendlichen Impfreaktionen oder unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an.

In der Zulassungsstudie von Comirnaty® von BioNTech/Pfizer wurde die Sicherheit des Impfstoffs bei 2.260 Probandinnen und Probanden im Alter von 12 bis 15 Jahren untersucht, die etwa zu gleichen Teilen in Impfstoff- und Placebogruppe aufgeteilt wurden (für Personen ab 16 Jahren war dieser Impfstoff von Beginn an zugelassen). Der Impfstoff ist reaktogen, das heißt, er löst bei vielen Geimpften lokale und systemische Impfreaktionen aus. Die beobachteten lokalen Reaktionen waren Schmerzen (91 Prozent), Schwellung (9 Prozent) und Rötung (9 Prozent) an der Einstichstelle. Diese Reaktionen hielten meist ein bis drei Tage an.

Systemische Impfreaktionen traten zwischen dem ersten und vierten Tag nach Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer auf und dauerten meist ein bis zwei Tage an. Zu den systemischen Reaktionen zählen:

• Abgeschlagenheit (78 Prozent)

• Kopfschmerzen (76 Prozent)

• Schüttelfrost (49 Prozent)

• Muskelschmerzen (42 Prozent)

• Fieber (24 Prozent)

• Gelenkschmerzen (20 Prozent)

Die Reaktionen waren größtenteils mild bis moderat ausgeprägt. Schwere Lokalreaktionen und systemische Reaktionen traten mit einer Häufigkeit von bis zu 2,4 Prozent auf. 37 Prozent der Probandinnen und Probanden gaben an, nach der ersten Impfstoffdosis fiebersenkende Mittel eingenommen zu haben, 51 Prozent nach der zweiten Impfstoffdosis. Schwere unerwünschte Ereignisse, die als impfstoffbezogen bewertet wurden, traten nicht auf.

In der Zulassungsstudie des Impfstoffs Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna wurde die Sicherheit des Impfstoffs bei 3.726 Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 12 und 17 Jahren untersucht, die mindestens eine Impfdosis des Impfstoffs von Moderna oder ein Placebo erhielten. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden erhielt den Impfstoff und etwa ein Drittel erhielt das Placebo. Die beobachteten lokalen Impfreaktionen waren Schmerzen (97 Prozent), Schwellung (28 Prozent) und Rötung (26 Prozent) an der Einstichstelle.

Die häufigsten systemischen Impfreaktionen waren:

• Kopfschmerzen (75 Prozent)

• Muskelschmerzen (54 Prozent)

• Schüttelfrost (49 Prozent)

• Schwellung/Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten (35 Prozent)

• Gelenkschmerzen (35 Prozent)

• Übelkeit/Erbrechen (29 Prozent)

• Fieber (14 Prozent)

Stand: 23.08.2021

Welche Nebenwirkungen können nach der Corona-Schutzimpfung bei Kinder und Jugendliche auftreten?

Schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) oder auch Impfkomplikationen – also Nebenwirkungen oder Impfschäden – nach Impfungen sind sehr selten. Dabei handelt es sich um Symptome, die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen.

Im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit den mRNA-Impfstoffen wurden sehr seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen beobachtet. Diese Fälle traten hauptsächlich innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung, häufiger nach der zweiten Dosis und häufiger bei Jungen als bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren auf (circa 1:16.000 bei Jungen beziehungsweise 1:110.000 bei Mädchen nach der zweiten Impfung). Einige ältere Personen beziehungsweise Personen mit Vorerkrankungen verstarben. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Patientinnen und Patienten mit diesen Herzmuskelentzündungen im Krankenhaus behandelt, hatten jedoch unter der entsprechenden medizinischen Versorgung einen unkomplizierten Verlauf. Umgekehrt weisen neuere Untersuchungen aus dem Ausland darauf hin, dass Herzmuskelentzündungen durchaus auch bei COVID-19-Erkrankungen auftreten. Bei Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, beschleunigtem Puls oder Herzpochen sollten Sie sofort medizinische Beratung und Hilfe einzuholen.

Daten aus dem Ausland zeigen jedoch auch, dass Herzmuskelentzündungen auch nach einer COVID-19-Infektion auftreten können. 

Weitere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sind bei 12- bis 17-Jährigen nach COVID-19 Impfung bisher nicht nachgewiesen worden, obwohl alleine in den USA und Kanada in dieser Altersgruppe bereits über zwölf Millionen Impfstoffdosen verabreicht wurden.

Stand: 23.08.2021

Wie wirksam ist die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche?

In der Zulassungsstudie des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Kinder und Jugendliche (12 bis 15 Jahre) zeigte sich eine sehr gute Wirksamkeit für die Verhinderung von COVID-19-Erkrankungen: Die Impfstoffwirksamkeit zur Verhinderung von COVID-19 liegt bei 100 Prozent. Auch Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna bewertet die Ständige Impfkommission (STIKO) als sehr wirksam und sicher für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen, wobei für den Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer aufgrund des weltweit wesentlich häufigeren Einsatzes bei Kindern und Jugendlichen bislang mehr Sicherheitsdaten vorliegen als für den Impfstoff von Moderna.

Die STIKO zog bei ihrer Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche auch internationale Daten heran. Die Aktualisierung der Impfempfehlung berücksichtigte somit unter anderem auch Daten aus einem amerikanischem Impfprogramm mit nahezu zehn Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen. Mögliche Risiken für diese Altersgruppe konnten so zuverlässiger quantifiziert und beurteilt werden.

Zum Hintergrund: Die Zulassungsstudie des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Kinder und Jugendliche (12 bis 15 Jahre) (2.260 Probandinnen und Probanden im Alter von 12-15 Jahren) untersuchte die Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs ab dem Zeitpunkt sieben Tage nach der Zweitimpfung im Vergleich zu einem Placebo. In der Gruppe, die den Impfstoff verabreicht bekommen hatte, traten unter den 1.005 Probandinnen und Probanden keine und in der Placebogruppe (978 Probandinnen und Probanden) 16 labordiagnostisch bestätigte COVID-19-Erkrankungen auf.

Die Zulassungsstudie des Impfstoffs Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna wurde mit 3.181 Personen zwischen 12 und 17 Jahren durchgeführt. 2.139 der Jugendlichen erhielten zwei Dosen des Impfstoffs, 1.042 erhielten ein Placebo. Keine der Teilnehmenden der Impfstoffgruppe erkrankte an COVID-19. In der Placebogruppe gab es vier COVID-19 Fälle mit Symptomen.

Daraus ergibt sich für beide mRNA-Impstoffe eine Impfstoffwirksamkeit zur Verhinderung von COVID-19 von 100 Prozent. Weder in der Impfstoff- noch in der Placebogruppe traten COVID-19-Fälle mit schwerem Verlauf oder COVID-19-bedingte Todesfälle auf. Deswegen kann auf Basis der vorliegenden Daten keine Aussage zur Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schwere COVID-19-Verläufe in dieser Altersgruppe gemacht werden. Da aus den Zulassungsstudien bei Erwachsenen bekannt ist, dass die Wirksamkeit gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung und COVID-19-bedingte Hospitalisierung über der Wirksamkeit gegen eine milde oder moderate COVID-19-Erkrankung lag, kann man durchaus annehmen, dass auch bei Kindern und Jugendlichen eine gute Wirksamkeit gegen diese Endpunkte vorliegt.

Stand: 24.09.2021

Welche Regelungen gibt es im Falle eines Impfschadens nach einer Corona-Schutzimpfung bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren??

Wer durch eine COVID-19-Schutzimpfung gesundheitliche Schäden (Impfschaden) erleidet – egal, ob die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wurde oder nicht –, erhält auf Antrag Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz (Vgl. § 60 Infektionsschutzgesetz). Ausgenommen davon sind Folgen, die durch Anwendungsfehler von Ärztinnen oder Ärzten entstanden sein könnten oder Fehler des pharmazeutischen Unternehmens.

Stand: 26.08.2021