Bundesministerium für Gesundheit

Alle wichtigen Informationen zu Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna

Hier haben wir Ihnen Wissenswertes zu dem COVID-19-Impfstoff von Moderna zusammengestellt – unter anderem Antworten auf Fragen zu Wirksamkeit, Impfreaktionen und der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Informationen zur Auffrischungsimpfung haben wir hier für Sie zusammengestellt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna am 18. November 2021 auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren beschränkt. Dies sieht die STIKO als eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Zudem soll laut STIKO-Empfehlung auch eine Impfung von Schwangeren unabhängig vom Alter vorsorglich nur mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Die Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung zu diesem Punkt finden Sie hier. Für eine schnelle Booster-Kampagne spielen aber weiterhin beide mRNA-Impfstoffe – BioNTech/Pfizer und Moderna – eine wichtige Rolle. Sie sind qualitativ gleichwertig und bei Personen ab 30 Jahren gleich sicher. Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat vor kurzem noch einmal deutlich gemacht, dass beide mRNA-Impfstoffe gleichermaßen sehr gut für Erst,- Zweit- oder Booster-Impfungen geeignet sind. Die ausführliche Meldung des PEI finden Sie hier.

Was empfiehlt die STIKO in der Aktualisierung ihrer Impfempfehlung vom 18. November 2021 zum Impfstoff von Moderna?

In ihrer 13. aktualisierten Impfempfehlung vom 18. November 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), unter 30-Jährige künftig nur noch mit dem Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer zu impfen. Hintergrund sind neue Sicherheitsdaten zu Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myo- und Perikarditiden), die bei jungen Menschen nach Impfungen mit dem Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna häufiger beobachtet wurden als nach der Impfung mit BioNTech/Pfizer. Das heißt, Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna wird nur noch Personen über 30 Jahren verabreicht.

Diese Empfehlung gilt sowohl für die Grundimmunisierung als auch für mögliche Auffrischungsimpfungen. Auch wenn zuvor ein anderer Impfstoff verwendet wurde, sollen die weiteren Impfungen mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erfolgen. Auch Schwangere sollten unabhängig vom Alter nur noch mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft werden (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel).

Wichtig ist dabei, dass der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna im Übrigen für Personen ab 30 Jahren ein wichtiges, sicheres und wirksames Element der Impfkampagne bleibt, insbesondere auch für die notwendigen Auffrischungsimpfungen.

Für einen ausreichenden Impfschutz muss der mRNA-Impfstoff zweimal verabreicht werden. Die STIKO empfiehlt hierbei einen Abstand von drei bis sechs Wochen zwischen der ersten und der zweiten Impfung. 

Stand: 19.11.2021

 
 

Warum hat die Ständige Impfkommission ihre Impfempfehlung zu Spikevax® von Moderna angepasst?

Hintergrund sind neue Sicherheitsdaten, die zeigen, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei jungen Menschen unter 30 Jahren nach der Impfung mit dem Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna häufiger beobachtet wurden als nach der Impfung mit BioNTech/Pfizer. Aufgrund dieser neuen Datenlage hat die STIKO ihre Empfehlung zur COVID-19-Impfung mit Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna aktualisiert und empfiehlt, nur noch Personen ab 30 Jahren und keine Schwangeren mehr damit zu impfen.

Dass im Zusammenhang mit der Anwendung der mRNA-Impfstoffe Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen auftreten können, ist schon seit Frühjahr 2021 bekannt. Die STIKO hat dies bereits damals in ihrer Risiko-Nutzen-Abwägung berücksichtigt und in ihren Empfehlungen zur COVID-19-Impfung von Kindern und Jugendlichen auf diese seltene Impfkomplikation hingewiesen sowie entsprechende Warnhinweise in die Fachinformationen aufgenommen.

Wichtig zu wissen: Auch im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung besteht das Risiko, dass Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen auftreten. Und: Für Menschen ab 30 Jahren besteht nach der Impfung mit Spikevax® kein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung. Das geht auch aus der STIKO-Empfehlung hervor.

Stand: 19.11.2021

Was ist der Unterschied zwischen einer Herzmuskelentzündung und einer Herzbeutelentzündung und woran erkenne ich diese?

Bei der Myokarditis handelt es sich um eine Entzündung des Herzmuskels, bei der Perikarditis um eine Entzündung des Herzbeutels (der äußeren Umhüllung des Herzens) – sie können einzeln oder auch gemeinsam auftreten.

Typische Symptome für beide Entzündungen sind Atemnot, Schwäche, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Brustschmerzen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen. Im schlimmsten Fall kann selten in Folge einer solchen Entzündung auch eine sogenannte Herzinsuffizienz (Herzschwäche) auftreten.

Herzmuskelentzündungen können durch Infektionserreger – insbesondere Viren – sowie durch Medikamente oder toxische Substanzen hervorgerufen werden. Auch im Rahmen der COVID-19-Erkrankung besteht das Risiko einer Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündung.

Stand: 19.11.2021

Wie viele Kinder und Jugendliche sind von Herzmuskelentzündungen infolge der Impfung mit Spikevax® von Moderna betroffen?

Mehr als 92 Millionen Impfdosen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna sind nach Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bis einschließlich 30. September 2021 in Deutschland verimpft worden. Im Rahmen der Spontanberichterfassung sind bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt 1.243 Verdachtsmeldungen einer Myo-/Perikarditis, also einer Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündung berichtet worden – unabhängig vom ursächlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Impfung.

Die Melderate bei Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren sowie jungen Männern unter 30 Jahren war dabei nach PEI-Angaben am höchsten. Die Melderate einer Myo-/Perikarditis bezogen auf 100.000 Impfungen beträgt danach bei Unter-30-Jährigen für den BioNTech/Pfizer-Impfstoff etwa fünf Fälle und für den Moderna-Impfstoff etwa elf Fälle.

Alle Sicherheitsberichte des PEI finden Sie hier

Stand: 19.11.2021

In welchem zeitlichen Abstand zur Impfung mit Spikevax® von Moderna traten bzw. treten die Herzmuskelentzündungen auf?

Symptome wie Atemnot oder Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder ungewöhnliches Herzklopfen treten typischerweise innerhalb von wenigen Tagen (meist innerhalb von 14 Tagen) nach der Impfung auf, häufiger nach der zweiten Impfstoffdosis und deutlich häufiger bei Jungen und jungen Männern.

In der Regel verlaufen die Erkrankungen mild, manchmal ist neben Ruhe auch eine stationäre Behandlung nötig. Dann heilen die Beschwerden meist folgenlos aus. Über mögliche Langzeitfolgen liegen noch keine Erkenntnisse vor.

Sollten Sie oder Personen in Ihrem Umfeld die oben beschriebenen Symptome in den Tagen nach der Corona-Schutzimpfung mit dem Moderna-Impfstoff aufweisen, wenden Sie sich bitte umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt.

Stand: 19.11.2021

Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich unter 30 bin und mit dem Impfstoff von Moderna geimpft wurde bzw. wenn mein Kind damit geimpft wurde?

Nein, begründeten Grund zur Sorge gibt es nicht. Liegt Ihre Impfung oder die Ihres Kindes mehr als 14 Tage zurück und es gab keinerlei Symptome, die auf eine Herzmuskelentzündung hindeuten, besteht auch kein Risiko einer solchen Nebenwirkung.

Zudem ist wichtig, die Zahlen im Blick zu behalten: Mehr als 92 Millionen Impfdosen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna sind nach Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bis einschließlich 30. September 2021 in Deutschland verimpft worden. Im Rahmen der Spontanberichterfassung sind bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt 1.243 Verdachtsmeldungen einer Myo-/Perikarditis, also einer Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündung berichtet worden – unabhängig vom ursächlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Impfung. Die Melderate bei Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren sowie jungen Männern unter 30 Jahren war dabei nach PEI-Angaben am höchsten. Die Melderate einer Myo-/Perikarditis bezogen auf 100.000 Impfungen beträgt danach bei Unter-30-Jährigen für den BioNTech/Pfizer-Impfstoff etwa fünf Fälle und für den Moderna-Impfstoff etwa elf Fälle. Das heißt, das Risiko einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung ist extrem gering.

Dennoch: Generell sollten Patientinnen und Patienten sowie medizinisches Fachpersonal nach einer Corona-Schutzimpfung auch auf die Zeichen einer Myokarditis und Perikarditis achten. Darunter fallen Atemnot/Kurzatmigkeit, ein starker Herzschlag, der unregelmäßig sein kann (sogenannte Palpitationen) und Schmerzen in der Brust. Sollten Sie diese Beschwerden innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung mit dem Impfstoff von Moderna haben, dann wenden Sie sich umgehend an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt.

Stand: 19.11.2021

 

Erst AstraZeneca, jetzt Moderna – sind die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission überhaupt verlässlich?

Ja, das sind sie. Denn die laufend aktualisierten Empfehlungen der STIKO sind ein Zeichen dafür, dass die Sicherheit und Wirksamkeit der eingesetzten COVID-19-Impfstoffe kontinuierlich überprüft werden. Durch die fortlaufende Auswertung von nationalen und internationalen Meldungen stellen die beteiligten Behörden und pharmazeutischen Unternehmen sicher, dass auch sehr seltene Risiken erfasst werden, die sich erst bei einer sehr großen Anzahl durchgeführter Impfungen zeigen. Es ist also normal, dass die Impfstoffe auch nach der Zulassung weiter aktiv überwacht und Impfempfehlungen entsprechend angepasst werden. Die aktualisierte Empfehlung zu Moderna zeigt, dass weiter im Zweifel vorsichtig vorgegangen wird.

Stand: 19.11.2021

Welche Nebenwirkungen und Impfreaktionen wurden nach einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna beobachtet?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Evidenz aller zugelassenen Impfstoffe bewertet. Dabei wurde die Häufigkeit von Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die innerhalb von bis zu 14 Wochen nach Verabreichung des Impfstoffs auftraten, bei Geimpften mit einer Placebogruppe verglichen.

Sehr häufig auftretende Impfreaktionen (bei mehr als 10 Prozent der Personen)

bei Personen ab 18 Jahren:

Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90 Prozent), Müdigkeit (70 Prozent), Kopf- und Muskelschmerzen (mehr als 60 Prozent), Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 40 Prozent), Übelkeit oder Erbrechen (mehr als 20 Prozent), Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle, Fieber, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle (jeweils mehr als 10 Prozent).

bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren:

Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen waren: Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90 Prozent), Kopfschmerzen und Müdigkeit (mehr als 70 Prozent), Muskelschmerzen (mehr als 50 Prozent), Schüttelfrost (mehr als 40 Prozent), Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle und Gelenkschmerzen (mehr als 30 Prozent), Übelkeit oder Erbrechen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle (mehr als 20 Prozent) sowie Fieber (mehr als 10 Prozent).

Folgende Impfreaktionen wurden bei weniger als 10 Prozent der Personen (betrifft alle Altersgruppen ab 12 Jahren) berichtet:

Häufig (zwischen 1 und 10 Prozent) traten Rötung, Ausschlag und Nesselsucht an der Impfstelle, teilweise verzögert, sowie allgemeiner Ausschlag auf. Gelegentlich (zwischen 0,1 und 1 Prozent) kam es zu Juckreiz an der Einstichstelle und zu Schwindel.

In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung des Impfstoffs wurden selten (zwischen 0,1 und 0,01 Prozent) Fälle von akuter Gesichtslähmung (3 Fälle nach Gabe des Impfstoffs und 1 Fall in der Kontrollgruppe) beobachtet. In allen Fällen bildete sich die Gesichtslähmung nach einigen Wochen zurück. Zudem wurden von starken Schwellungen im Gesicht (2 Fälle) berichtet. Seit Einführung des Impfstoffs wurden zudem in sehr seltenen Fällen von allergischen Sofortreaktionen direkt nach der Impfung (anaphylaktische Reaktionen) berichtet. Ebenfalls seit Einführung der Impfung wurde nach Gabe der mRNA-Impfstoffe selten Fälle von Herzmuskelentzündungen sowie Herzbeutelentzündungen (Myokarditis und Perikarditis) sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen beobachtet. Diese Fälle traten hauptsächlich innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung, häufiger nach der zweiten Impfung und vorwiegend bei jüngeren Männern sowie Jungen und männlichen Jugendlichen auf. Die meisten Fälle einer Herzmuskel- beziehungsweise Herzbeutelentzündung verlaufen mild bis moderat, bei einem kleinen Teil der betroffenen Patientinnen und Patienten gibt es jedoch auch schwerere Verlaufsformen. Einzelne Personen verstarben.

Neue Daten weisen darauf hin, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen insbesondere bei Jungen und jungen Männern möglicherweise auch bei jungen Frauen unter 30 Jahren nach der Impfung mit Spikevax® häufiger berichtet wurden als nach der Impfung mit Comirnaty®. Folglich empfiehlt die STIKO für Personen, die unter 30 Jahren alt sind, die Impfung ausschließlich mit Comirnaty® durchzuführen. Dies gilt vorsorglich auch für Schwangere. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mehr Informationen zu den Impfreaktionen finden Sie im Produktinformationsblatt des Impfstoffs und in diesem Artikel.

Stand: 25.11.2021

Sind weitere seltene Nebenwirkungen zu erwarten, die sich bislang nicht (in großer Zahl) zeigten?

In Zulassungsstudien eines Impfstoffs können Nebenwirkungen, die sehr selten auftreten, meist leider nicht erkannt oder erfasst werden. Das liegt daran, dass sie eben so selten sind und bei weniger als einem von 10.000 Menschen vorkommen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Deswegen werden die Impfstoffe auch nach ihrer Zulassung von internationalen und nationalen Behörden strengstens beobachtet und Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen genau geprüft. Das Paul-Ehrlich-Institut, das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, veröffentlich regelmäßig Sicherheitsberichte, die Sie hier einlesen können.

Wenn sich mit der Zeit Milliarden von Menschen weltweit gegen das Coronavirus impfen lassen, ist erwartbar und statistisch logisch, dass es immer wieder zu Nebenwirkungen nach einer COVID-19-Impfung kommen kann. Doch die Behörden prüfen dann genau, ob es wirklich einen Zusammenhang zwischen Nebenwirkung und Impfung gibt – oder ob es sich um eine rein zeitliche Korrelation handelt. Gibt es einen ursächlichen Zusammenhang, wird die Liste der potentiellen Nebenwirkungen mit der Zeit ergänzt und Impfempfehlungen werden dementsprechend angepasst – so wie im Fall von AstraZeneca oder Moderna. Im Vergleich zu den Risiken einer COVID-19-Infektion ist dies jedoch weiterhin ein Grund für die Impfung.

Stand: 19.11.2021

Wie unterscheiden sich die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna voneinander?

Die Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna  sind in den meisten Punkten – zum Beispiel hinsichtlich Wirksamkeit oder Impfreaktionen – beinahe identisch. Sie unterscheiden sich aber beispielsweise hinsichtlich ihrer Lagerung voneinander: Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  kann bis zu neun Monate bei -90 °C bis -60 °C gelagert werden. Daraufhin hält er sich unverdünnt im Kühlschrank bei 2°C bis 8 °C maximal weitere 31 Tage inklusive der Zeit zum Auftauen und für den Transport. Der Impfstoff von Moderna wird hingegen bei -25 °C bis -15 °C gelagert und kann unter diesen Bedingungen ungeöffnet sieben Monate halten. Die Lagerung im Kühlschrank kann daraufhin ungeöffnet für 31 Tage erfolgen. 12 Stunden davon können zum Transport verwendet werden. 

Ein weiterer Unterschied besteht in der Altersgruppe, für die die mRNA-Impfstoffe von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden. Seit dem 19. August 2021 gilt für Comirnaty® von BioNTech/Pfizer  eine allgemeine Impfempfehlung für Personen ab 12 Jahren als auch für Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel). Diese galt zunächst auch für Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna . Am 18. November 2021 hat die STIKO diese Empfehlung allerdings eingeschränkt: Künftig sollen nur noch Personen ab 30 Jahren mit dem Impfstoff von Moderna geimpft werden. Auch Schwangere sollen vorsorglich nur noch Impfungen mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erhalten. Laut STIKO ist dies eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer Wichtig ist dabei, dass der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna im Übrigen für Personen ab 30 Jahren ein wichtiges, sicheres und wirksames Element der Impfkampagne bleibt, insbesondere auch für die notwendigen Auffrischungsimpfungen.

Die Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung lesen Sie hier.

Stand: 19.11.2021

Wie wirksam ist der Impfstoff von Moderna?

Nach aktuellem Kenntnisstand bietet der COVID-19-mRNA-Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna unter Einhaltung des von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfabstands und nach vollständiger Impfserie (zwei Impfungen) eine hohe Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen schwere COVID-19-Erkrankungen (zum Beispiel einer Behandlung im Krankenhaus).

Nach derzeitigem Kenntnisstand bietet eine vollständige Impfung mit COVID-19-mRNA-Impfstoffen eine hohe Wirksamkeit: In den Zulassungsstudien zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, bei den vollständig mit Spikevax®-geimpften Personen ab 18 Jahren um etwa 95 Prozent geringer war als bei den nicht geimpften Personen. Aktuelle Studien, die den Schutz gegenüber der in Deutschland vorherrschenden Delta-Variante untersuchten, zeigen eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent bezüglich der Verhinderung einer schweren Erkrankung durch die Delta-Variante; der Schutz vor milden Krankheitsverläufen liegt bei beiden Impfstoffen niedriger. Das bedeutet: Wenn eine mit einem COVID-19-Impfstoff vollständig geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schwer erkranken. Wie lange dieser Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt.

Bei dem Impfstoff kann 14 Tage nach der Zweitimpfung von einer vollständigen Immunisierung ausgegangen werden. Weitere Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfstoffe finden Sie hier

Stand: 11.11.2021

Wie unterscheiden sich mRNA- und Vektor-Impfstoffe voneinander?

In den mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 ist eine „Bauanleitung“ für einen einzigen Baustein des Virus (das sogenannte Spikeprotein) enthalten. Anhand dieser Information kann der Körper ein Antigen produzieren.

Vektor-Impfstoffe bestehen aus sogenannten Vektorviren. Das jeweilige Vektorvirus ist ein gut untersuchtes Virus, das sich nicht vermehren kann. Das Vektorvirus enthält und transportiert die genetische Information für ein einzelnes Eiweiß des Coronavirus, das sogenannte Spikeprotein.  

Sowohl die mRNA, als auch die vom Vektorvirus transportierte Information wird nach der Impfung nicht ins menschliche Erbgut eingebaut, sondern nach Eintritt in die Zellen (vor allem in Muskelzellen an der Impfstelle und in bestimmten Abwehrzellen) „abgelesen“, woraufhin diese Zellen dann das Spikeprotein selbst herstellen. Die so vom Körper des geimpften Menschen gebildeten Spikeproteine werden vom Immunsystem als Fremdeiweiße erkannt; in der Folge werden Antikörper und Abwehrzellen gegen das Spikeprotein des Virus gebildet. So entsteht eine schützende Immunantwort.  

Stand: 03.11.2021 

Können verschiedene mRNA-Impfstoffe kombiniert werden?

Grundsätzlich gilt: Die Impfserie sollte mit demselben Impfstoff abgeschlossen werden, mit dem sie begonnen wurde. Momentan sind in Deutschland folgende mRNA-Impfstoffe zugelassen:

Eine Ausnahme gilt für Personen unter 30 Jahren sowie Schwangere unabhängig von ihrem Alter, die ihre Erstimpfung mit Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna erhalten haben oder die ihre erste Impfserie (zwei Impfdosen) abgeschlossen haben. Diese Personengruppen sollen die Zweitimpfung oder Auffrischungsimpfung laut Ständiger Impfkommission (STIKO) mit dem anderen mRNA-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erhalten. Hintergrund dafür ist, dass die STIKO mit der Aktualisierung ihrer  vom 18. November 2021 den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna auf die Anwendung für die Altersgruppe ab 30 Jahren beschränkt hat. Dies ist eine vorsorgliche Maßnahme, da verschiedene Daten darauf hinweisen, dass das Risiko für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax® bei Jüngeren höher ist als nach der Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Zudem soll auch eine Impfung von Schwangeren unabhängig vom Alter vorsorglich nur mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erfolgen.

Wichtig ist aber auch, dass der Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna im Übrigen für Personen ab 30 Jahren ein wichtiges, sicheres und wirksames Element der Impfkampagne bleibt, insbesondere auch für die notwendigen Auffrischungsimpfungen.

Auch wichtig: Nur wer eine Zweitimpfung bekommen hat, gilt auch als vollständig geschützt.

Stand: 19.11.2021

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe und was sind ihre Eigenschaften?

mRNA-Impfstoffe enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Ausgehend von der mRNA werden nach Verimpfung in Körperzellen Proteine hergestellt, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen und so eine Immunreaktion erzeugen. Eine Immunreaktion anregende Proteine werden als Antigene bezeichnet.

Um die Aufnahme durch einige wenige Körperzellen zu ermöglichen, wird die mRNA mit Lipidstoffen umhüllt, sodass sogenannte mRNA-Lipidnanopartikel entstehen. Diese sind auch nach der intramuskulären Injektion stabil und ermöglichen die Aufnahme der mRNA in einige wenige Muskel- und Immunzellen. Studien haben gezeigt, dass die Lipidnanopartikel nicht zytotoxisch (zellschädigend) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.

In den Zellen wird die Erbinformation, die auf der mRNA kodiert ist, ausgelesen und in Protein übersetzt (translatiert). Das ist ein Prozess, der in Körperzellen auch mit der zelleigenen mRNA abläuft: Bei einigen COVID-19-mRNA-Impfstoffen handelt es sich um Nucleosid-modifizierte mRNA (modRNA), die das SARS-CoV-2-Oberflächenprotein (Spikeprotein) kodiert. Die Verträglichkeit der modRNA ist im Allgemeinen gegenüber nicht modifizierter mRNA verbessert.

Das ausgehend von der mRNA gebildete Virusprotein regt als Antigen das Immunsystem des Körpers dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren (humorale Immunantwort). Virusproteine können zudem eine T-Zell-Antwort (CD4, CD8) auslösen (zelluläre Immunantwort). Die mRNA der RNA-Impfstoffe wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNA umgebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche DNA, weder in Körperzellen noch in Keimbahnzellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

mRNA-basierte Impfstoffe haben den Vorteil, dass eine große Anzahl an Impfdosen innerhalb weniger Wochen hergestellt werden kann. Klassische Impfstoffe, die auf veränderten oder abgetöteten Viren basieren, benötigen beispielsweise die Herstellung dieser Viren in Zellkulturen – stattdessen kann die RNA für die mRNA-Impfstoffe relativ leicht massenweise synthetisiert werden. Nichtsdestotrotz kann es zu Lieferengpässen kommen, denn: Da sich die Impfstoffe aus verschiedenen Komponenten und Inhaltsstoffen zusammensetzen, sind die Pharmaunternehmen bei der Herstellung auf Zulieferungen angewiesen. Durch den rapiden Anstieg des Bedarfs der einzelnen Bestandteile kann es immer wieder zu Engpässen kommen. Mehr zur Komplexität hinter der Impfstoff-Produktion lesen Sie hier

Ein weiterer Vorteil: Die Hersteller von mRNA-Impfstoffen können aufgrund der bausteinartigen Struktur der Impfstoffe schnell auf Virusvarianten reagieren und die Impfstoffe dahingehend anpassen. Einen Artikel zu den verschiedenen Varianten des Coronavirus finden Sie hier.

Stand: 08.06.2021

Wie werden mRNA-Impfstoffe hergestellt?

Die Entwicklung eines Impfstoffs beginnt stets mit der Analyse des Erregers. Daraufhin wird geprüft, auf welche Bestandteile des Virus das Immunsystem des Menschen reagiert und einen Schutz (zum Beispiel Antikörper) aufbauen kann. Nach der Entwicklung des Impfstoffdesigns wird die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs in verschiedenen Untersuchungen und Versuchen getestet, bevor er zugelassen werden kann (mehr dazu lesen Sie hier).  Das „m“ in der Bezeichung mRNA steht für „messenger“ (Deutsch: Bote), RNA für Ribonucleic acid (Deutsch: Ribonukleinsäure, eine chemische Verbindung in Körperzellen). Die mRNA stellt den Bauplan für einen kleinen Teil des Coronavirus bereit, und zwar dessen Spike-Protein. Mit diesem markanten Protein dringt das Coronavirus in menschliche Zellen ein. Dieser „Bauplan“ wird vom Körper übersetzt, um spezifische Proteine (Antigene) zu synthetisieren. Sobald der mRNA-Impfstoff einer Person injiziert wird, schützen die Lipidnanopartikel (= bestimmte Fettstoffe, die die mRNA umhüllen) die mRNA vor dem Abbau und tragen dazu bei, dass die mRNA die Zellen erreicht. Dort werden die im mRNA-Strang enthaltenen Informationen abgelesen und das Antigen-Protein produziert, das letztlich die gewünschte Immunantwort auslöst.

Stand: 25.11.2021 

Wie verhalte ich mich bei Impfreaktionen nach einer mRNA-Impfung?

Generell wird nach einer Impfung körperliche Schonung empfohlen. Bei nach der Impfung auftretenden Schmerzen oder Fieber können schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente eingenommen werden.

Wenn nach einer Impfung Symptome auftreten, welche die schnell vorübergehenden Allgemeinreaktionen (Impfreaktionen bei BioNTech/Pfizer, Impfreaktionen bei Moderna) überschreiten, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Bei schweren Beeinträchtigungen begeben Sie sich bitte ebenfalls umgehend in ärztliche Behandlung.

Nach einer Impfung mit Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna kam es in sehr seltenen Fällen zu Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen. Symptome, die darauf hindeuten können, sind Atemnot bei Anstrengung, Brustschmerzen oder ungewöhnliches Herzklopfen, die typischerweise innerhalb von wenigen Tagen nach der Impfung auftreten. Dies war häufiger nach der zweiten Impfstoffdosis und deutlich häufiger bei Jungen und jungen Männern der Fall. Auch hier gilt: Sollten diese Symptome bei Ihnen auftreten begeben Sie sich bitte umgehend in ärztliche Behandlung. Grund zu Panik besteht nicht: In der Regel verlaufen die Erkrankungen unter stationärer Behandlung mild.

Zudem besteht auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) die Möglichkeit, Nebenwirkungen auch selbst zu melden. Dies gilt auch für die "SafeVac"-App des Paul-Ehrlich-Instituts. Die App können Sie im Apple AppStore und im Google Play Store herunterladen.

Stand: 19.11.2021 

 

Warum enthalten manche mRNA-Impfstoffe Lipid-Nanopartikel und sind diese gefährlich?

Um die Aufnahmen der die Erbinformation umfassenden mRNA in Körperzellen zu verbessern und die Stabilität zu erhöhen, wird die mRNA mit bestimmten Fettstoffen (Lipiden) umhüllt. Dadurch entstehen Lipid-Nanopartikel. Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass Lipid-Nanopartikel nicht zytotoxisch (zellschädigend) sind und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.

Stand: 15.11.2021