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Alle wichtigen Informationen zu Vaxzevria® von AstraZeneca

Nachdem das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) von Fällen von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca berichtet hatte, wurden die Impfungen mit diesem Impfstoff am 15. März 2021 in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl daraufhin nach eingehender Prüfung am 18. März 2021, weiter mit dem Vakzin zu impfen, aber das Bewusstsein für mögliche Risiken zu schärfen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlichte am 1. April ihre Empfehlung, den Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca in erster Linie an über 60-Jährige zu verabreichen. Jüngere können seitdem nur mit Vaxzevria® geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden. Weitere Hintergrundinformationen zur STIKO-Empfehlung und was Sie über Vaxzevria® von AstraZeneca wissen müssen, erfahren Sie hier.

Einen zusätzlichen Artikel zu Vaxzevria® von AstraZeneca können Sie hier lesen.

Warum heißt der COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca Vaxzevria®?

Der COVID-19-Impfstoff AstraZeneca hat am 25.03.2021 den dauerhaften Markennamen Vaxzevria® erhalten. Diese Umstellung erfolgt durch den Hersteller AstraZeneca und ist markentechnisch üblich. Die Namensumstellung hat keinen Einfluss auf die Zusammensetzung und Qualität des Impfstoffs. Der Impfstoff selbst bleibt derselbe. Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria® (z.B. auf den Umverpackungen) wird einige Monate in Anspruch nehmen.

Der ursprüngliche Name des Vektorimpfstoffs von AstraZeneca war ChAdOx1. ChAd steht dabei für das Schimpansen-Adenovirus, das als Vektor dient. Ox ist die Abkürzung für Universität Oxford, die den Impfstoff anfangs entwickelte. Im Frühjahr 2020 ging die Universität Oxford eine Partnerschaft mit dem Hersteller AstraZeneca zur Entwicklung dieses COVID-19-Impfstoffprodukts ein. AstraZeneca bezeichnete den Impfstoff entsprechend seiner internen Namenskonventionen für in Entwicklung befindliche Impfstoffe als AZD1222. Zugelassen wurde der Impfstoff unter der Bezeichnung COVID-19 Vaccine AstraZeneca.

Stand: 11.06.2021 

Wie wirksam ist der COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca?

Der COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca ist hochwirksam. Seine Wirksamkeit liegt bei bis zu 80%. Er verhindert in der Mehrzahl der Fälle eine COVID-19-Erkrankung oder mildert bei Erkrankungen die Symptome. Keiner der zweimal geimpften Studienteilnehmenden der Zulassungsstudien musste nach einer Impfung Vaxzevria® von AstraZeneca mit einer Coronavirus-2-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden. Impfreaktionen treten nach der Gabe des Impfstoffs verhältnismäßig häufig auf. Aber sie sind von kurzer Dauer und spiegeln in der Regel die normale Immunantwort des Körpers auf die Impfung wider. Von der erwarteten Schutzwirkung profitiert jede einzelne geimpfte Person. Mehr Informationen finden Sie auch auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.05.2021

Was empfiehlt die STIKO zu Vaxzevria® von AstraZeneca? Und warum?

In mehreren Fällen wurde in Deutschland in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenen-Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen festgestellt. Deswegen hatte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bereits am 15. März 2021 empfohlen, die Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu untersuchen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) war dieser Empfehlung gefolgt. Am 18. März 2021 hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency, EMA) nach eingehender Prüfung die Empfehlung ausgesprochen, weiterhin mit dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca zu impfen. Da in der Folge aber weitere Fälle von Sinusvenenthrombosen in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung – vor allem bei Frauen unter 60 Jahren – auftraten, entschloss sich die STIKO am 1. April 2021, die Impfung des Wirkstoffes Vaxzevria® von AstraZeneca in erster Linie für die Altersgruppe ab 60 Jahren zu empfehlen. Der Einsatz der COVID-19 Vaccine Vaxzevria® von AstraZeneca  für eine 1. oder 2. Impfstoffdosis unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden

Stand: 07.06.2021

Warum wurde die Impf-Empfehlung auch für Männer jünger als 60 Jahre eingeschränkt, obwohl unter den Hirnvenen-Thrombose-Fällen überwiegend Frauen waren?

Bisher wurden diese Nebenwirkungen überwiegend bei Frauen beobachtet, aber es sind auch Männer betroffen. Immunologisch besteht theoretisch kein Grund zur Annahme, dass Frauen prinzipiell und eher betroffen sein könnten. Für die beobachtete Geschlechtsverteilung spielt bisher wohl vor allem eine Rolle, dass der Impfstoff in Deutschland in den ersten Monaten der Impfaktivitäten vermehrt Anwendung bei jüngeren Frauen gefunden hat. Auch bei Männern im Alter unter 60 Jahren wurden mehr Hirnvenenthrombosen beobachtet, als dies ohne Impfung zu erwarten gewesen wäre. Da also zunächst deutlich weniger Männer geimpft wurden als junge Frauen, und da Frauen eine höhere Hintergrundinzidenz haben (= die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche spezielle Thrombose ohne Impfung auftritt), scheint die Erhöhung des Risikos bei Männern und Frauen fast gleich (bei jedoch immer noch geringer Anzahl).

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.05.2021

Was wurde von wem zum Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca entschieden?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 1. April 2021 die Empfehlung ausgesprochen, den Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca in erster Linie an über 60-Jährige zu verabreichen. Jüngere können nur mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin beziehungsweise dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.05.2021

Ist die STIKO-Empfehlung zu Vaxzevria® von AstraZeneca bindend?

Laut § 20 Infektionsschutzgesetz sprechen die Länder Impfempfehlungen auf Grundlage der STIKO-Empfehlung aus. Die Gesundheitsministerkonferenz hat am 1. April 2021 im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsminister beschlossen, der STIKO-Empfehlung grundsätzlich zu folgen. Danach soll der Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca für Personen zum Einsatz kommen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Jüngere können mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden.

Der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt steht es in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei dem Impfstoff von AstraZeneca im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 07.06.2021

Muss die Impfverordnung nach der STIKO-Entscheidung geändert werden?

Nein. Die Altersempfehlung für Vaxzevria® von AstraZeneca wird auf Länderebene umgesetzt. Allerdings wird derzeit davon unabhängig eine Neufassung der Impfverordnung bezüglich der Aufhebung der Priorisierung ab dem 7. Juni 2021 und der Einbeziehung der Betriebsärzte und der niedergelassenen Privatärzte in die Impfkampagne vorbereitet.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.05.2021

Wie erläuterte die EMA ihre Entscheidung, trotz bekannter Risiken, die Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca weiterhin zu empfehlen?

Die Impfungen mit Vaxzevria® von AstraZeneca waren in Deutschland vorsorglich gestoppt worden, nachdem von einigen Fälle seltener Hirnvenenthrombosen in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung berichtet worden war. Nach eingehender Prüfung der Fälle hat die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency,EMA) am 18. März 2021 die Empfehlung ausgesprochen, weiterhin mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen. Die EMA begründet ihre Entscheidung so: „Die Vorteile des Impfstoffs bei der Bekämpfung der immer noch weit verbreiteten Bedrohung durch COVID-19 (die selbst zu Gerinnungsproblemen führt und tödlich sein kann) überwiegen weiterhin das Risiko von Nebenwirkungen.“

Nachdem in der Zwischenzeit weitere Fälle von Sinusvenenthrombosen – vor allem bei Frauen unter 60 Jahren – aufgetreten waren, entschied die Ständige Impfkommission (STIKO) am 1. April 2021, die Impfungen mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca künftig in erster Linie für die Altersgruppe ab 60 Jahren zu empfehlen. Jüngere können mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin oder dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.05.2021

Werden über 60-Jährige nur noch mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft?

Nein. Aber Vaxzevria® von AstraZeneca soll vor allem für diese Altersgruppe eingesetzt werdenDasselbe gilt für den Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson .

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden. 

Stand: 07.06.2021

Wird Vaxzevria® von AstraZeneca jetzt nur noch in Vertragsarzt-Praxen verimpft?

Nein. Besonders die über 60-Jährigen können auch in Impfzentren mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden. Die Impfung der Jüngeren mit Vaxzevria® von AstraZeneca nach sorgfältiger Aufklärung soll nicht ausschließlich, aber grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.06.2021

Wie schwerwiegend sind die Nebenwirkungen des Vaxzevria® Impfstoffes von AstraZeneca und wer ist von diesen betroffen?

Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) liegen Hinweise für einen Zusammenhang zwischen der Corona-Schutzimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca und Fällen von Hirnvenenthrombosen (sogenannte Sinusvenenthrombosen) vor. Dies ist eine schwerwiegende Erkrankung, die auch tödlich verlaufen kann. Es wurden auch andere thrombotische Ereignisse, wie Mesenterialvenenthrombosen und Lungenembolien beobachtet. Da die Fälle der seltenen Hirnvenenthrombosen in den meisten Fällen bei Frauen unter 55 Jahren auftraten, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am 1. April 2021 ihre Impfempfehlung angepasst. Sie empfiehlt die Impfung in erster Linie für Personen über 60 Jahren. Jüngere können mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden.

Relevantes im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs von AstraZeneca haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.  

Die Mehrzahl der schweren Fälle trat zwischen sieben bis 14 Tagen nach der Impfung und überwiegend bei Frauen unter 60 Jahren auf. Allerdings haben bisher auch insgesamt relativ viele jüngere Frauen den Impfstoff erhalten.

Nach eingehender Prüfung hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am 19. März 2021 empfohlen, die Impfungen fortzusetzen. Inzwischen sind jedoch weitere Fälle aufgetreten, die fast ausschließlich Personen unter 60 Jahren betreffen. Aufgrund einer Häufung dieser Fälle mit teils tödlichem Verlauf hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am 1. April 2021 die Empfehlung ausgesprochen, Vaxzevria® von AstraZeneca nur noch an über 60-Jährige zu verabreichen.

Auf Basis der Auswertung der aktuellen Verdachtsfallmeldungen zu Nebenwirkungen und Impfkomplikationen beim Paul-Ehrlich-Institut besteht nach der Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca bei Personen im Alter von unter 60 Jahren ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von seltenen Fällen von Thrombosen in Kombination mit niedriger Blutplättchenzahl (Thrombozytopenien). Die Ursachen (Pathomechanismen) dafür sind noch nicht vollständig geklärt, werden derzeit aber intensiv untersucht. Bisher wurden diese gemeldeten thromboembolischen Ereignisse in Deutschland überwiegend bei Personen beobachtet, die jünger als 60 Jahre sind.

In den Zulassungsstudien waren vorübergehende systemische Reaktionen bei jüngeren Impflingen höher als bei älteren Impflingen. Ob die höhere Reaktogenität mit dem Risiko für Thrombosen in Verbindung mit Thrombozytopenie korreliert, ist ein Gegenstand der derzeitigen Untersuchungen.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.05.2021

Wie viele Sinusvenenthrombosen wurden bislang im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung gemeldet? Und wie hoch ist normalerweise die Rate von Hirnvenenthrombosen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 1. April 2021 entschieden, Vaxzevria® von AstraZeneca für Personen Ü60 zu empfehlen. Indes bleibt die Impfung von Vaxzevria® von AstraZeneca auch bei Personen unter 60 nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person möglich. Bis zum 10.05.2021 wurden 77 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca in Deutschland gemeldet. Das sind deutlich mehr Fälle als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Die Mehrzahl dieser Fälle trat zwischen vier bis 16 Tagen nach der Impfung und überwiegend bei Personen unter 60 Jahren auf. Nebenwirkungen dieser Art sind ebenfalls nach Impfungen mit dem Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson aufgetreten. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die Ständige Impfkommission (STIKO) beobachten das Geschehen weiterhin. Das PEI veröffentlicht regelmäßige Berichte und Forschungserkenntnisse zu den verschiedenen Impfstofftypen, darunter auch Vaxzevria® von AstraZeneca.

Weitere Informationen zum Auftreten von Hirn­ven­en­throm­bo­sen nach einer Imp­fung mit Vaxzevria® von AstraZeneca finden Sie hier.

Bei der geimpften Personengruppe und in einem Zeitraum von 14 Tagen nach Impfung sind statistisch gesehen bei 1,6 Mio. Impfungen circa 1 bis 1,4 Sinusvenenthrombosen zu erwarten. Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sind mehr Fälle einer Sinusthrombose gemeldet worden, als statistisch zufällig erwartet werden würden.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 24.06.2021

Ich habe ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose oder hatte bereits eine Thrombose, sollte ich mich dennoch mit Vaxzevria® von AstraZeneca impfen lassen?

Das erhöhte Risiko für eine Thrombose oder eine vergangene Thrombose stehen einer Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca nicht entgegen. Das Besondere bei den Fällen, die unter den sehr seltenen Nebenwirkungen nach einer Impfung mit AstraZeneca beschrieben wurden, ist, dass es sich um eine spezielle Kombination aus Thrombose und Blutplättchenmangel handelt, die nicht direkt mit einer üblichen Thrombose vergleichbar ist oder im Zusammenhang steht.  

Sowohl die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung, als auch das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur und die Universitätsklinik Greifswald, die die Fälle untersuchten, kommen zu dem gleichen Ergebnis: Eine Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca ist trotz eines vorhandenen Thromboserisikos empfohlen. Menschen mit Thromboserisiko sind von den seltenen Nebenwirkungen nicht stärker betroffen als Menschen ohne Thromboserisiko. Weiterhin gibt es nach aktuellem Kenntnisstand keinerlei Hinweise, dass Thrombosen an typischer Lokalisation (Beinvenenthrombose, Lungenembolie) nach einer Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca häufiger auftreten als in der altersentsprechenden Normalbevölkerung. 

Grippeähnliche Symptome wie Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen, die über ein bis zwei Tage nach erfolgter Impfung anhalten, stellen eine häufige Impfreaktion dar und sind kein Anlass zur Besorgnis. Stellen Sie fest, dass es sich um Beschwerden handelt, die mehr als drei Tage nach erfolgter Impfung anhalten oder neu auftreten (z.B. Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen, kleine runde Einblutungen in der Haut), veranlassen Sie jedoch bitte umgehend eine weitere ärztliche Diagnostik zur Abklärung einer speziellen Hirnvenenthrombose.  

Relevantes im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs von AstraZeneca haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.  

 

Stand: 25.06.2021

Kann man für die Zweitimpfung einen anderen Impfstoff kombinieren, wenn die Erstimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca erfolgt ist?

Der Einsatz des COVID-19-Impfstoffs Vaxzevria® von AstraZeneca für eine erste oder zweite Impfstoffdosis unterhalb der Altersgrenze von 60 Jahren bleibt nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die zu impfende Person möglich. Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen (unter 60 Jahren), die bereits eine erste Dosis von Vaxzevria® von AstraZeneca erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission folgendes: Anstelle einer zweiten Vaxzevria®-Impfdosis soll die Zweitimpfung nach 9-12 Wochen mit einem der mRNA-Impfstoffe erfolgen.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.06.2021

Werden Wirksamkeit oder Sicherheit beeinträchtigt, wenn in diesen Fällen zwei unterschiedliche Impfstoffe kombiniert werden?

 Da die beiden verfügbaren COVID-19-mRNA-Impfstoffe weder nach der ersten noch nach der zweiten Impfstoffdosis mit dem Auftreten einer erhöhten Anzahl thrombotischer Ereignisse assoziiert waren und alle drei Impfstoffe eine Immunantwort gegen das gleiche Virusantigen (Spike-Protein) auslösen, betrachtet die Ständige Impfkommission eine heterologe Impfung von Personen unter 60 Jahren als wirksam und als sicherer als die zweimalige Gabe von Vaxzevria®.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.06.2021 

Welcher Abstand muss in diesen Fällen zwischen den Impfungen eingehalten werden? Sind die 9-12 Wochen, die die STIKO empfiehlt, zwingend einzuhalten oder kann es in bestimmten Fällen auch ein kürzerer Abstand sein?

 Die Zulassungsstudien zum AstraZeneca-COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs nach der zweiten Dosis ansteigt, je größer der Abstand zwischen Erstimpfung und Zweitimpfung gewählt ist. Mit einem Impfabstand von 12 Wochen konnte in den Zulassungsstudien die beste Wirksamkeit nach der zweiten Dosis erreicht werden. Gleichzeitig konnte in den Zulassungsstudien gezeigt werden, dass der Schutz nach der ersten Dosis über 12 Wochen konstant ist und somit ein längeres Impfintervall erlaubt. Die Daten deuten jedoch auch darauf hin, dass der Impfschutz, der nach der ersten Impfdosis ausgebildet wird, nach circa 12 Wochen  wieder abnimmt und man dann mit einer Auffrischimpfung die Immunantwort erneut hervorrufen sollte. Inwieweit ein möglichst langes Intervall zwischen Erstimpfung mit Vaxzevria® und Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff auch zu einer besseren Wirksamkeit nach der Zweitimpfung führt, ist derzeit noch nicht bekannt, wird aber derzeit in klinischen Studien untersucht. Der genaue Impfabstand ist hier möglicherweise nicht so entscheidend, wie die Tatsache, dass überhaupt eine Boosterimpfung zur „Erinnerung“ des Immunsystems mit einigem Abstand zur Erstimpfung erfolgt.

Am 14. April 2021 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine zusätzliche Stellungnahme zum Zeitpunkt der Gabe eines mRNA-Impfstoffs nach Erstimpfung mit Vaxzevria® bei Personen unter 60 Jahren veröffentlicht.

Für den seinerzeit empfohlenen Impfabstand von 12 Wochen nannte sie dort folgende Gründe:

  • Daten aus den Zulassungsstudien ergaben, dass die Wirksamkeit der ersten AstraZeneca-Impfstoffdosis über einen Zeitraum von 3 bis 12 Wochen nach der Impfung konstant bestehen bleibt ohne nachzulassen.
  • Weiterhin hat sich gezeigt, dass bei der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff die Schutzwirkung nach zwei Impfstoffdosen bei einer Verlängerung des Impfabstands von < 6 Wochen auf 12 Wochen sehr deutlich zunimmt. Dass ein längeres Impfintervall auch die Effektivität des heterologen Impfschemas positiv beeinflusst, ist bisher formal noch nicht gezeigt, erscheint aber aus immunologischen Gründen plausibel.

Zudem betonte die STIKO in dieser Stellungnahme, dass in der Übergangsphase auch an bereits vereinbarten Terminen in kürzerem Abstand festgehalten werden kann, wenn aus logistischen Gründen erforderlich sein sollte, die Impfung in einem kürzeren Impfintervall durchzuführen. Mittlerweile empfiehlt die STIKO grundsätzlich einen Abstand von 9-12 Wochen. 

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 25.06.2021 

Wie verändert sich die Wirksamkeit von Vaxzevria von AstraZeneca durch einen kürzeren Impfabstand?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt aktuell beim Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca einen zeitlichen Abstand von zwölf Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfdosis. Wird das Zeitintervall zwischen Erst- und Zweitimpfung bei Vaxzevria® von AstraZeneca verkürzt, könnte das die Wirksamkeit des Vakzins reduzieren.

Das zeigt eine Analyse der Universität Oxford, die Mitte Februar im Fachmagazin „The Lancet“ erschienen ist. Sie umfasst Daten aus den klinischen Studien des AstraZeneca-Impfstoffes, die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika durchgeführt wurden. Die Oxford-Forscher stellten fest, dass die Wirksamkeit des Vektorvakzins je nach Dosisintervall variiert:

Zeitlicher Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung Wirksamkeit des Impfstoffes
weniger als sechs Wochen 55,1 Prozent
sechs bis acht Wochen 59,9 Prozent
neun bis elf Wochen 63,7 Prozent
zwölf Wochen oder mehr 81,3 Prozent

Daten einer Phase-3-Studie aus den USA deuten darauf hin, dass ein kürzeres Zeitintervall die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes nur geringfügig reduziert. Bei einem vierwöchigen Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung lag der Schutz gegen eine symptomatische Covid-19-Erkrankung bei rund 76 Prozent. Diese Daten sind allerdings seit März noch nicht publiziert worden – das heißt, sie wurden noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet.

Stand: 23.06.2021

Ist oder wird die Kombination Vektor- und mRNA-basierter Impfstoffe erforscht? Gab es in der Vergangenheit ähnliche Fälle, in denen Personen zwei verschiedene Impfstoffe verabreicht wurden?

Die Kombination von Vektor- und mRNA-basierten COVID-19-Impfstoffen wird derzeit im Rahmen von klinischen Studien untersucht. Impfschemata, bei denen für die Erst- und Zweitimpfung unterschiedliche Impfstofftypen verwendet werden (sogenanntes heterologes prime-boost) wurden bereits für andere Impfung entwickelt und zugelassen. Auch ist von anderen Impfungen bekannt, dass eine Impfserie nicht immer mit demselben Produkt vervollständigt wird, sondern zum Beispiel aufgrund von Lieferengpässen verschiedene Produkte kombiniert werden. Die Austauschbarkeit von Impfstoffen wird in der Regel nach Zulassung in klinischen Prüfungen belegt.

Bei der Verimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Stand: 11.06.2021

Ich wurde mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft, wie soll ich mich verhalten und worauf sollte ich achten?

Geimpfte sollten sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden, wenn sie vier bis 16 Tage nach einer Impfung - also nach Abklingen der üblichen Impfreaktionen - Symptome wie Kurzatmigkeit, Unterleibsschmerzen oder Schwellungen in Armen oder Beinen entwickeln. Auch bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen sollten Betroffene sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Relevantes im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs von AstraZeneca haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Im Aufklärungsmerkblatt zu Vektor-Impfstoffen lesen Sie mehr zu typischen Impfreaktionen nach der Corona-Schutzimpfung.

Stand: 25.06.2021