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Empfehlungen zur Impfung mit Vaxzevria®

Nachdem das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) von Fällen von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca berichtet hatte, wurden die Impfungen am 15. März 2021 in Deutschland auf Empfehlung des PEI vorsorglich ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte daraufhin nach eingehender Prüfung am 18. März 2021 empfohlen, weiter mit dem Vakzin zu impfen, aber das Bewusstsein für mögliche Risiken zu schärfen. „Es war richtig, die Impfung mit Vaxzevria® vorsorglich auszusetzen, bis die auffällige Häufung der Fälle dieser sehr seltenen Thrombosen-Art analysiert worden ist“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Ärztinnen und Ärzte müssen Bescheid wissen, damit sie die Impfwilligen aufklären können.“ Bürgerinnen und Bürger müssten darauf vertrauen können, transparent informiert zu werden.
Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Prof. Klaus Cichutek erklärte, dass das Risiko-Nutzen-Profil des Impfstoffs von AstraZeneca der EMA zufolge weiterhin günstig sei. Bei Frauen unter 55 Jahren seien allerdings mehr Fälle von Thrombosen mit Thrombozytopenie – in manchen Fällen mit tödlichem Ausgang – im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung berichtet worden als normalerweise zu erwarten wären. Es handle sich aber um sehr wenige Fälle, sagte Cichutek. Das PEI beobachtet die Ereignisse weiter aufmerksam. Das zuständige Gremium der EMA PRAC (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee) hat empfohlen, einen entsprechenden Hinweis in den Beipackzettel aufzunehmen.

Da mittlerweile von weiteren Fällen von Hirnvenenthrombosen (sogenannte Sinusvenenthrombosen), aber auch anderen thrombotischen Ereignissen wie Mesenterialvenenthrombosen und Lungenembolien berichtet wurde, hat die STIKO am 30. März 2021 die Empfehlung ausgesprochen, den Impfstoff von AstraZeneca in erster Linie an über 60-Jährige zu verabreichen. Jüngere können nur mit Vaxzevria® geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden. Ärztinnen und Ärzte sollten auf Anzeichen von Sinusvenenthrombosen achten und ihre Patientinnen und Patienten darauf hinweisen. Geimpfte sollten sich sofort an einen Arzt wenden, wenn sie vier bis 16 Tage nach einer Impfung – also nach Abklingen der üblichen Impfreaktionen – Symptome wie Kurzatmigkeit, Unterleibsschmerzen oder Schwellungen in Armen oder Beinen entwickeln. Auch bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen sollten Betroffene sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Alle Fragen und Antworten zum Impfstoff von AstraZeneca finden Sie hier.