Sprache wählen

Deutsch

Eine Seite des Bundesministeriums f. Gesundheit

Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Schutzimpfung
09:46 · 15. Juni 2021

Nebenwirkungen, Impfreaktionen - wie sicher ist der Impfstoff von AstraZeneca?

Vaxzevria® ist ein hochwirksamer und sicherer Impfstoff. Hier erfahren Sie mehr über den Impfstoff, das Thema Hirnvenen-Thrombosen sowie weitere Hintergrundinformationen.

Der COVID-19-Impfstoff AstraZeneca®

Wie wirksam ist der Impfstoff von AstraZeneca?

Der Impfstoff von AstraZeneca ist hochwirksam und verhindert bei der Mehrzahl der Geimpften eine COVID-19-Erkrankung oder mildert bei Erkrankungen die Symptome. Vaxzevria® bietet unter Einhaltung des von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Abstands von 12 Wochen zwischen beiden Impfungen eine gute Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Dies bestätigte auch eine Studie der Universität Oxford. Demnach war die Wahrscheinlichkeit zu erkranken bei den mit dem Vaxzevria® geimpften Personen bis zu 80 Prozent geringer als bei den mit einem Placebo geimpften Teilnehmenden.

Für die Zulassung von COVID-19- Impfstoffen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent gefordert. Mit einer Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent liegt der Impfstoff von AstraZeneca deutlich darüber. Die Wirksamkeit in Bezug auf die Verhinderung einer schweren COVID-19-Erkrankung (also zum Beispiel einer Behandlung im Krankenhaus) war teilweise noch höher. Das bedeutet: bis zu 80 Prozent der Fälle, die ohne Impfung auftreten, können verhindert werden.

Bleiben Sie informiert mit unserem Nachrichtenservice

Zur Anmeldung

Für wen wird die Impfung mit AstraZeneca empfohlen?

Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten und unter Berücksichtigung der aktuellen pandemischen Lage empfiehlt die STIKO, Vaxzevria® von AstraZeneca in erster Linie für über 60-Jährige zu verwenden. Jüngere können nur mit Vaxzevria® geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden. Die Daten, die durch breite Anwendung des Impfstoffs in England und Schottland erhoben wurden, liefern Hinweise zur guten Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen – und das bereits nach einer Impfstoffdosis. Es ist belegt, dass der Impfstoff COVID-19-Erkrankungen und insbesondere auch schwere Krankheitsverläufe, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen, effektiv verhindert.

Bund und Länder haben vereinbart, dass bundesweit für die Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca keine Priorisierung mehr gilt. In den Arztpraxen können Impfungen mit diesem Impfstoff an alle Impfwilligen nach ärztlichem Ermessen erfolgen. Außerdem steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei dem Impfstoff von AstraZeneca im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Verhindert eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca schwere Krankheitsverläufe?

Keiner der vollständig geimpften Teilnehmenden der Zulassungsstudien musste nach einer Vaxzevria®-Impfung mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. Dieses Ergebnis wird auch durch die Studie der Universität Edinburgh bestätigt, an der circa 500.000 Personen teilnahmen, die mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurden:

Vier Wochen nach Gabe der ersten Dosis des Impfstoffs von AstraZeneca sank das Risiko der Geimpften, wegen einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, um 94 Prozent.

Das bedeutet auch, dass durch die Impfung Krankenhäuser deutlich entlastet werden können.

Was sind mögliche Nebenwirkungen nach der Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca?

Impfreaktionen und weitere Nebenwirkungen können grundsätzlich bei allen Impfungen unabhängig vom Krankheitserreger oder Impfstoff auftreten. Der Impfstoff von AstraZeneca ist reaktogen, das heißt, dass nach der Impfung Impfreaktionen auftreten können. Die beobachteten, auch stärkeren Impfreaktionen verschwinden nach wenigen Tagen.

So können stärkere Kopfschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome auftreten. Das ist aus den klinischen Prüfungen bekannt und stellt in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar. Die genannten Impfreaktionen sind kein Grund, von der Impfung abzusehen. Zur Linderung möglicher Beschwerden kann ein schmerzlinderndes/ fiebersenkendes Medikament in der empfohlenen Dosierung eingenommen werden.

Bei bekannten Allergien gegen Inhaltsstoffe des AstraZeneca-Impfstoffes oder einer schweren allergischen Reaktion auf die erste Impfung sollte selbstverständlich auf eine zweite Verimpfung verzichtet werden.

Die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wird kontinuierlich beobachtet. Hinweise auf bislang unbekannte, sehr seltene mögliche Nebenwirkungen werden gründlich geprüft und ausgewertet. Ärztinnen und Ärzte und die Bürgerinnen und Bürger werden über diese möglichen Risiken einer Impfung auf dem aktuellen Erkenntnisstand informiert. Sie dürfen darauf vertrauen, transparent informiert zu werden. In der folgenden Infobox erfahren Sie, wie die zuständigen Institute auf die gemeldeten unerwünschten Nebenwirkungen reagiert haben und weshalb Vaxzevria® von AstraZeneca nur noch für Personen über 60 Jahre empfohlen wird.

Mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach der Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca

Im zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca wurde in mehreren Fällen eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenen-Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen beobachtet. Deswegen hatte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am 15. März 2021 empfohlen, die Impfung mit AstraZeneca vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu untersuchen. Das Bundesministerium für Gesundheit war dieser Empfehlung vorsorglich gefolgt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Fälle daraufhin geprüft und als Ergebnis der Beratungen die Empfehlung ausgesprochen, die Impfungen mit Vaxzevria® fortzusetzen und auf die möglichen Nebenwirkungen hinzuweisen. Das PEI unterstützt diese Empfehlung.

Auf dieser Grundlage wurde am 18. März 2021 entschieden, die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca fortzusetzen. Da mittlerweile von weiteren Fällen von Hirnvenen-Thrombosen (sogenannte Sinusvenen-Thrombosen), aber auch anderen thrombotischen Ereignissen wie Mesenterialvenen-Thrombosen und Lungenembolien berichtet wurde, hat die STIKO am 1. April 2021 die Empfehlung ausgesprochen, den Impfstoff von AstraZeneca an über 60-Jährige zu verabreichen. Die aktualisierte Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission vom 1. bzw. 8. April 2021 finden Sie hier. Jüngere können mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft werden, wenn sie sich gemeinsam mit der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt und bei individueller Risikoanalyse und -akzeptanz und nach sorgfältiger Aufklärung dafür entscheiden. Wichtige Fragen hierzu beantworten wir Ihnen hier.

Am 14. April 2021 hat die STIKO ihre Empfehlung hinsichtlich der Zweitimpfungen bei unter 60-Jährigen aktualisiert: Für jüngere Personen (unter 60 Jahren), die bereits eine erste Dosis von Vaxzevria erhalten haben, empfiehlt die STIKO, für die Zweitimpfung nach neun bis zwölf Wochen einen der mRNA-Impfstoffe zu verwenden.

Ein Hinweis auf die oben genannten möglichen Nebenwirkungen ist im Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung mit diesem Impfstoff enthalten. Dieses finden Sie auch auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Soll ich mich mit Vaxzevria® von AstraZeneca impfen lassen?

Geimpfte profitieren von der erwarteten Schutzwirkung, denn es steht fest: Ein bis zu 80-prozentiger Schutz nach der Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bedeutet im Vergleich zu keinerlei Schutz ohne Impfung einen erheblichen individuellen Nutzen.

Für alle derzeit verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurde festgestellt, dass die Vorteile der Impfung das Risiko von möglichen, sehr seltenen Nebenwirkungen und Impfkomplikationen überwiegen.

Alle Informationen zu dem Impfstoff von AstraZeneca zum Download finden Sie hier:

Informationen zu Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs von AstraZeneca

In diesem Dokument haben wir wichtige Fragen und Antworten zu Vaxzevria® von AstraZeneca für Sie zum Download zusammengestellt:

FAQs rund um den Vaxzevria®-Impfstoff von AstraZeneca

Vaxzevria® von AstraZeneca im Überblick

© Bundesministerium für Gesundheit, Stand: 15. Mai 2021 Quellen: Europäische Zulassung, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. *Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, sinkt bei den Geimpften um den genannten Prozentsatz. *Lipid-Nanopartikel-Formulierung.

Das könnte Sie auch interessieren

So sicher sind die Impfstoffe gegen das Coronavirus

Innerhalb weniger Monate haben verschiedene Biotechnologieunternehmen weltweit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickelt. Warum diese trotz der rasanten Entwicklung sicher sind, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Mehr erfahren

Corona-Impfstoffe: Weltweite Kandidaten im Überblick

Weltweit arbeiten Forscherinnen und Forscher und pharmazeutische Unternehmen an der Entwicklung wirksamer und sicherer Impfstoffe zum Schutz gegen das Coronavirus. Einige sind bereits in der EU zugelassen und kommen auch in Deutschland zum Einsatz. Weitere Impfstoffe könnten demnächst folgen. Ein Überblick.

Mehr erfahren

COVID-19-Impfstoffe – eine logistische Herausforderung

Nicht nur die COVID-19-Impfstoffherstellung und –zulassung sind eine Herausforderung, auch die Logistik ist komplex. Welche Schritte der Impfstoff durchläuft, bis er im Impfzentrum zum Einsatz kommt, erklären wir Ihnen hier.

Mehr erfahren