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Corona-Schutzimpfung
12:58 · 1. September 2021

Alles Wichtige über den Impfstoff von AstraZeneca

Vaxzevria® von AstraZeneca ist ein vektorbasierter COVID-19-Impfstoff. Hier erfahren Sie mehr über den Impfstoff, seine Wirkweise und zu möglichen Impfreaktionen.

Der COVID-19-Impfstoff AstraZeneca®

Seit Dezember 2020 sind die ersten Impfstoffe gegen das Coronavirus in Europa zugelassen. Ende Januar 2021 erhielt auch der Vektor-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca eine sogenannte bedingte Zulassung in der EU. Das ist nicht zu verwechseln mit einer Notfallzulassung; es bedeutet, dass die Zulassung an bestimmte Auflagen geknüpft ist und der Einsatz des Impfstoffs weiterhin wissenschaftlich beobachtet wird. Alle wichtigen Informationen zur Wirksamkeit, Impfempfehlung und zu Impfreaktionen im Überblick:

Der Impfstoff auf einen Blick

Name: Vaxzevria®

Zulassungsinhaber: das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneca

Impfstofftyp + Wirkweise: Vektor-Impfstoff auf Basis eines abgeschwächten Erkältungsvirus (Adenovirus), das so verändert wurde, dass es einen Bauplan für das Virus in die Zelle einschleust, damit das Immunsystem Antikörper produziert.

Wirksamkeit: Vaxzevria® bietet unter Einhaltung der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nach beiden Impfungen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Nach einer heterologen Impfserie (Erstimpfung mit Vaxzevria®, Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff) ist die Immunantwort aktuellen Studienergebnissen zufolge noch stärker. Die STIKO empfiehlt daher die Kombination des Vektorimpfstoffs mit einem mRNA-Impfstoff.

Impfempfehlung: Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten empfiehlt die STIKO, Vaxzevria® für Personen ab 60 Jahre zu verwenden. Eine Impfung von Personen auch unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person möglich. Personen, die Vaxzevria® als erste Impfstoffdosis erhalten haben, sollen zudem unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als zweite Impfstoffdosis mit mindestens vierwöchigem Impfabstand erhalten. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer heterologen Impfserie. Auch eine Zweitimpfung mit Vaxzevria® (homologes Impfschema) bleibt nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz auch unter 60 Jahren weiter möglich.

Typische Impfreaktionen: Kopfschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome

Verabreichung: per Spritze in den Oberarmmuskel (intramuskulär)

Impfschema: zwei Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen bei heterologer Impfserie (1. Impfung mit Vaxzevria®/2. Impfung mit mRNA-Impfstoff), 9-12 Wochen bei homologer Impfserie (Erst- und Zweitimpfung mit Vaxzevria®)

Lagerung: lichtgeschützt bei 2 bis 8 Grad, nicht einfrieren. Die Haltbarkeit (ungeöffnet im Kühlschrank) beträgt 6 Monate. Nach Entnahme der ersten Dosis nicht länger als 48 Stunden im Kühlschrank haltbar.

So wirkt der Vektor-Impfstoff

Vaxzevria® von AstraZeneca besteht aus einem sogenannten Vektorvirus – das ist ein gut untersuchtes Virus, das sich nicht vermehren kann. Bei Vaxzevria® von AstraZeneca handelt es sich um ein sogenanntes Adenovirus (ein Erkältungsvirus), das die genetische Information für ein einzelnes Eiweiß des Coronavirus enthält: das sogenannte Spike-Protein.

Die vom Vektorvirus transportierte Information wird nach Eintritt in die Zellen (vor allem in Muskelzellen an der Impfstelle und in bestimmten Abwehrzellen) sozusagen „abgelesen“, woraufhin diese Zellen dann das Spike-Protein selbst herstellen. Die so vom Körper gebildeten Spike-Proteine werden vom Immunsystem als Fremdeiweiße erkannt, das daraufhin Antikörper und Abwehrzellen gegen das Virus bildet. So entsteht eine schützende Immunantwort.

Gut zu wissen: Das Spike-Protein allein kann keine SARS-CoV-2-Infektion auslösen. Der Körper baut das Vektorvirus nach kurzer Zeit wieder ab – dann wird auch kein Viruseiweiß (Spike-Protein) mehr hergestellt.

Studien belegen hohe Wirksamkeit

Der Impfstoff von AstraZeneca ist hochwirksam und verhindert bei der Mehrzahl der Geimpften eine COVID-19-Erkrankung oder mildert die Symptome. Vaxzevria® bietet bei dem von der STIKO empfohlenen Impfabstand von 9 bis 12 Wochen zwischen beiden Impfungen eine gute Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen (bei einer homologen Impfserie mit zwei Impfstoffdosen Vaxzevria®). Die Wirksamkeit zur Verhinderung von schweren Krankheitsfällen, die zu einer Behandlung im Krankenhaus (Hospitalisierungen) und zu Todesfällen führen, liegt höher und beträgt etwa 95 Prozent.

Seit September 2021 können bereits vollständig geimpften Bürgerinnen und Bürgern, die den ersten Impfschutz mit einem Vektor-Impfstoff erhalten haben, eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten, sofern mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie vergangen sind. Die Entscheidung über die Auffrischungsimpfung für den bestmöglichen und längerfristigen Immunschutz wurde auf der Gesundheitsministerinnen- und Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 2. August 2021 beschlossen und am 9. August 2021 präzisiert. Die Auffrischungsimpfung kann in Impfzentren, durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte oder durch Betriebsärztinnen und -ärzte verabreicht werden.

Wirksamkeit übertrifft Mindestanforderungen

Für die Zulassung von COVID-19-Impfstoffen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent gefordert. Mit einer Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent liegt der Impfstoff von AstraZeneca deutlich darüber. Das bedeutet: bis zu 80 Prozent der Fälle, die ohne Impfung auftreten, können verhindert werden. Aktuelle Studienergebnisse zeigen zudem, dass die Immunantwort nach einem heterologen Impfschema (1. Impfung mit Vaxzevria®/2. Impfung mit mRNA-Impfstoff) stärker ist als nach einer homologen Impfserie (zwei Impfstoffdosen Vaxzevria®). Die STIKO hat ihre Impfempfehlung daher entsprechend ergänzt.

STIKO-Empfehlung

Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten und unter Berücksichtigung der aktuellen pandemischen Lage empfiehlt die STIKO, den Impfstoff von AstraZeneca für Personen ab 60 Jahre. Indes können auch Jüngere mit Vaxzevria® geimpft werden, wenn sie sich nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz dafür entscheiden. Zudem empfiehlt die STIKO unabhängig vom Alter, die Impfung in einem heterologen Impfschema durchzuführen. Das bedeutet, dass die Erstimpfung mit Vaxzevria® und die Zweitimpfung nach mindestens vier Wochen mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech oder Moderna) erfolgen sollte.

STIKO-Empfehlung zum heterologen Impfschema nach einer Erstimpfung mit Vaxzevria®

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® von Moderna oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens vierwöchigem Impfabstand zur ersten Impfgabe. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der geimpften Person. Hintergrund für diese Empfehlung sind aktuelle Studienergebnisse, die zeigen, dass die Immunantwort nach einem heterologen Impfschema (Vaxzevria® von AstraZeneca /mRNA-Impfstoff) besser ist als die Immunantwort nach einer homologen Impfserie mit zwei Impfstoffdosen von Vaxzevria® von AstraZeneca. Auch die gebildeten Antikörperkonzentrationen waren in den Studien nach heterologem Impfschema deutlich höher. Dadurch hält der Impfschutz vermutlich länger an als nach einer homologen Impfserie (Vaxzevria®/ Vaxzevria®). Die Immunantwort des heterologen Impfschemas ist zu vergleichen mit der Immunantwort nach zwei Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff. Ein weiterer Vorteil des heterologen Impfschemas ist, dass die vollständige Immunisierung in einem kürzeren Zeitraum erreicht werden kann (≥ vier Wochen vs. neun – zwölf Wochen).

Die Kombination dieser zwei unterschiedlichen Impfstoffe für Erst- und Zweitimpfung ist möglich, da sich die T-Zellen-basierte Immunantwort bei allen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoffe) gegen das gleiche Antigen des Virus, das sogenannte Spike-Protein, richtet. Die Anwendung eines heterologen Impfschemas wird auch bereits in anderen Ländern wie beispielsweise den USA empfohlen, zum Beispiel, wenn der Impfstoff der ersten Impfstoffdosis nicht vorrätig oder unbekannt ist.

Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Der Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca ist reaktogen, das heißt nach der Impfung kann es zu Impfreaktionen kommen. So können zum Beispiel stärkere Kopfschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome auftreten. Das ist aus den klinischen Prüfungen bekannt und stellt in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar. Die beobachteten, auch stärkeren Impfreaktionen verschwinden aber in der Regel nach wenigen Tagen wieder. Zur Linderung möglicher Beschwerden kann ein schmerzlinderndes/fiebersenkendes Medikament in der von der Ärztin oder dem Arzt empfohlenen Dosierung eingenommen werden.

Einen Hinweis auf diese möglichen Nebenwirkungen sowie weitere wichtige Informationen finden Sie im Aufklärungsmerkblatt zu den Vektor-Impfstoffen.

Aufklärungsmerkblatt: Corona-Schutzimpfung mit Vektor-Impfstoffen

Vorteile der Impfung

Das Auftreten von Impfreaktionen bzw. vorübergehenden Nebenwirkungen ist kein Grund, von der Impfung abzusehen – vielmehr profitieren Geimpfte von der erwarteten Schutzwirkung. Denn fest steht: Ein bis zu 80-prozentiger Schutz nach der Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca bedeutet im Vergleich zu keinerlei Schutz ohne Impfung einen erheblichen individuellen Nutzen. Für alle derzeit verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurde seitens der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) festgestellt, dass die Vorteile der Impfung das Risiko von möglichen, sehr seltenen Nebenwirkungen und Impfkomplikationen überwiegen.

Sicherheit fortlaufend geprüft

Bei bekannten Allergien gegen Inhaltsstoffe des AstraZeneca-Impfstoffes Vaxzevria® oder einer schweren allergischen Reaktion auf die erste Impfung sollte auf eine zweite Impfung verzichtet werden. Die Beipackzettel aller zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 mit den entsprechenden Produktinformationen finden Sie hier. Die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wird kontinuierlich beobachtet: So informiert das Paul-Ehrlich-Institut fortlaufend und transparent in seinen Sicherheitsberichten. über alle in Deutschland gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung.

Weiterführende Informationen zur Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca erhalten Sie auf dieser Übersichtsseite. Folgende Infobox fasst zudem alles Wichtige über die gemeldeten unerwünschten Nebenwirkungen für Sie zusammen:

Mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach der Impfung

Im zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® wurde in mehreren Fällen eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenen-Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen beobachtet. Deswegen hatte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am 15. März 2021 empfohlen, die Impfung mit AstraZeneca vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu untersuchen. Das Bundesministerium für Gesundheit war dieser Empfehlung vorsorglich gefolgt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Fälle daraufhin geprüft und als Ergebnis der Beratungen die Empfehlung ausgesprochen, die Impfungen mit Vaxzevria® fortzusetzen und auf die möglichen Nebenwirkungen hinzuweisen. Das PEI unterstützt diese Empfehlung. Auf dieser Grundlage wurde am 18. März 2021 entschieden, die Impfungen mit Vaxzevria® fortzusetzen. Da danach von weiteren Fällen von Hirnvenenthrombosen (sogenannte Sinusvenenthrombosen), aber auch anderen thrombotischen Ereignissen wie Mesenterialvenenthrombosen und Lungenembolien bei jüngeren geimpften Personen berichtet wurde, hat die STIKO am 1. April 2021 ihre Empfehlung aktualisiert und empfohlen, Vaxzevria® für Personen ab 60 Jahren zu verwenden. Eine Impfung von Personen unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes – damals wie heute – nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person möglich. Personen, die eine erste Vaxzevria®-Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die STIKO aktuell zudem eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach mindestens 4 Wochen. Auch hier bleibt eine Zweitimpfung mit Vaxzevria® nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person möglich.

Seit Einführung der Impfung mit Vaxzevria® wurden sehr seltene Fälle (also weniger als 0,01 Prozent aller Impfungen mit diesem Impfstoff) des Kapillarlecksyndroms beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren und zum Teil mit tödlichem Ausgang. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. Auch wurden sehr selten Fälle (weniger als 0,01 Prozent) des Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit Vaxzevria® berichtet. Ob diese Fälle in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung stehen, wird aktuell noch untersucht. Lesen Sie hier mehr dazu.

Alles Wichtige über den Impfstoff von AstraZeneca finden Sie hier noch einmal in zusammengefasster Form zum Herunterladen und Ausdrucken:

Informationen zum COVID-19 Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca

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