Bundesministerium für Gesundheit

Wirksamkeit und Sicherheit

Wie wirksam und sicher sind die neuen Corona-Impfstoffe? Erfahren Sie alles über die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Schutzimpfung hier.

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Eine Impfung gegen COVID-19 trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie bei.

COVID-19 ist eine Erkrankung, die durch die Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 auftreten kann. Der Krankheitsverlauf variiert hinsichtlich Symptomatik und Schwere: Es können asymptomatische, symptomarme oder schwere Infektionen mit Lungenentzündung und weiteren Organbeteiligungen auftreten, die zum Lungen- und Multiorganversagen bis zum Tod führen können. Ein Teil der COVID-19-Patientinnen und -Patienten hat sich auch Wochen oder Monate nach Beginn der Erkrankung noch nicht wieder erholt und leidet weiterhin unter schweren Allgemeinsymptomen. Daten aus England (National Institute for Health Research: Living with Covid19) deuten darauf hin, dass etwa 40 Prozent der hospitalisierten Erkrankten längerfristige Unterstützung benötigen und bei etwa 10 Prozent der nicht hospitalisierten, mild Erkrankten Symptome länger als vier Wochen andauern (Long-Covid).

Da das Virus auch durch asymptomatische Personen übertragen werden kann und generell sehr leicht übertragbar ist, breitet sich SARS-CoV-2 schnell aus. Vor allem die Virusvarianten zeichnen sich durch eine hohe Übertragbarkeit aus. Weltweit wurden bis Anfang Juli 184 Millionen COVID-19 Fälle und 3,98 Millionen Todesfälle berichtet. Allein in Deutschland sind bisher über 4,8 Millionen Menschen an COVID-19 erkrankt und mehr als 96.000 Menschen daran gestorben.

Durch die Corona-Schutzimpfung kann das Risiko einer Infektion und Erkrankung und vor allem von schweren sehr COVID-19-Verläufen stark reduziert werden. Die bisher zugelassenen Impfstoffe waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu erkranken, bei den gegen COVID-19 geimpften Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 70 und 95 Prozent geringer war als bei den Placebo-geimpften Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird. Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19 Erkrankung geschützt ist, d.h. wie lange der Impfschutz besteht, wird derzeit noch untersucht.

Die Impfung bietet nicht nur einen sehr guten individuellen Schutz vor der Erkrankung, sondern schützt auch andere: Das Robert Koch-Institut geht nach neuesten Erkenntnissen davon aus, dass das Risiko, das Coronavirus zu übertragen, bei vollständig Geimpften ab dem 15. Tag nach der letzten Impfdosis geringer ist als bei frisch negativ Getesteten. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Wie bei jeder Impfung können auch nach einer COVID-19-Impfung Impfreaktionen auftreten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier und hier. Der Nutzen einer Impfung überwiegt jedoch bei weitem die Risiken.

Effektive und sichere Impfungen können einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten und werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittel- und langfristig zu lockern. Zunächst muss jedoch ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Durch die Impfung wird eine relevante Bevölkerungsimmunität ausgebildet und das Risiko schwerer COVID-19-Erkrankungen sehr stark reduziert.

Stand: 09.11.2021

Wie sicher sind die COVID-19-Impfstoffe?

Ein Impfstoff wird erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht (präklinische und klinische Phase, Zulassungsprüfung, Auflagen der Zulassungsbehörden und Marktzulassung, Nachzulassungsbeobachtung). Nach seiner Marktzulassung erfolgt eine ständige Kontrolle („Surveillance“) zum Erfassen von Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen. Nebenwirkungen und Impfreaktionen werden in Deutschland zentral – und Hersteller-unabhängig - vom Paul Ehrlich-Institut (PEI) erfasst. Durch die Zusammenfassung von nationalen und internationalen Beobachtungen kann sichergestellt werden, dass auch Risiken von Impfstoffen erfasst werden, die so selten sind, dass sie erst bei einer sehr großen Anzahl durchgeführter Impfungen sichtbar werden.

Die klinischen Studien zur Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe wurden in drei Studienphasen überprüft. Vor allem die klinischen Prüfungen der Phase 3 wurden sehr breit angelegt. Zudem wurden in vorbereitenden nichtklinischen Studien die Impfstoffe mit erhöhter Wirkstoffmenge an Tieren untersucht, um mögliche Auswirkungen auf den Körper zu untersuchen, die Schäden anzeigen könnten. Die Qualitätsanforderungen im europäischen Zulassungsverfahren sind sehr hoch. Das ist auch eine Frage der Verlässlichkeit und im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger der EU.

Auch bei einem neuen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 ist es möglich, dass sehr seltene Nebenwirkungen (sehr selten heißt zum Beispiel 1 Fall auf > 10.000 Geimpfte) erst im Verlauf der Surveillance erfasst werden. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) haben angekündigt, den Zulassungsprozess aufgrund der Dringlichkeit in einzelnen Punkten zu vereinfachen. Dabei bleibt die Sicherheit der Impfstoffe jedoch oberste Priorität. Es finden weiterhin Untersuchungen statt, um weitere Informationen zur Sicherheit des Impfstoffs (zum Beispiel Auftreten seltener unerwünschter Wirkungen) nach Anwendung in größeren Bevölkerungsgruppen zu erhalten.

Mehr Informationen zu Wirksamkeit, möglichen Nebenwirkungen und Sicherheitsstandards können Sie hier lesen. 

Stand: 18.11.2021

Was bedeutet es, dass die Impfung eine Wirksamkeit von 95 Prozent gegen COVID-19 hat?

In Zulassungsstudien sowie in Untersuchungen im Rahmen der breiten Anwendung (so genante Beobachtungsstudien) wurde eine hohe Wirksamkeit der verfügbaren COVID-19 Impfstoffe nachgewiesen:

Die Studiendaten zeigten: Die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu erkranken, war bei den COVID-19 geimpften Teilnehmerinnen und Teilnehmern je nach Impfstoff um bis zu 95, 80 beziehungsweise 65 Prozent geringer als bei den placebo-geimpften Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Kommt eine COVID-19 geimpfte Person also mit dem Erreger in Kontakt, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken. In Bezug auf den Schutz vor schweren oder tödlichen COVID-19 Krankheitsverläufen lag die Wirksamkeit teilweise sogar noch höher.

Mehr Informationen zur Wirksamkeit finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Stand: 25.10.2021

Lässt sich die Wirksamkeit der aktuell zugelassenen Impfstoffe vergleichen?

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die COVID-19-mRNA-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna sowie der Vektor-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca eine hohe Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung (zum Beispiel Behandlung im Krankenhaus) und eine Wirksamkeit von etwa 75 Prozent gegen eine symptomatische SARS-CoV-2-Infektion mit Delta.

Was bedeutet das? Die Wahrscheinlichkeit, schwer an COVID-19 zu erkranken, ist bei den vollständig gegen COVID-19 geimpften Personen um etwa 90 Prozent geringer als bei den nicht geimpften Personen.

Dazu ein Beispiel: Man stelle sich vor, in einer Gegend mit vielen aktiven COVID-19-Fällen treten etwa 20 Fälle je 1000 Personen auf. Würde in dieser Gegend dann ein Teil der Bevölkerung geimpft werden, würden also 20 von 1000 ungeimpften Personen an COVID-19 erkranken, aber nur etwa 2 von 1000 geimpften Personen. Wenn eine mit einem COVID-19-Impfstoff geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schwer erkranken.

Diese Angaben zur Wirksamkeit basieren auf einem living systematic review, das seit Januar 2021 von der Geschäftsstelle der Ständigen Impfkommission (STIKO) durchgeführt wird. Im Rahmen des Reviews wird unter anderem die Evidenz zur Effektivität der Impfung gegen Infektionen mit der Delta-Variante und gegen die COVID-19-Erkrankung fortlaufend systematisch recherchiert, aufarbeitet und aktualisiert.

Um die Grundimmunisierung zu verbessern, empfiehlt die STIKO seit Oktober 2021 für Personen, die mit Vaxzevria® von AstraZeneca geimpft wurden, eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren). Nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist eine einzelne Dosis des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson als Grundimmunisierung nicht ausreichend. Daher sollte zur Verbesserung der Wirksamkeit der Grundimmunisierung vier Wochen nach der Erstimpfung ein mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) verabreicht werden. Eine Auffrischungsimpfung kann dann sechs Monate danach erfolgen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Wie die Wirksamkeit der Impfstoffe ermittelt wurde, können Sie hier nachlesen. Mehr zu den einzelnen Impfstoffen finden Sie hier.

Stand: 23.11.2021

Wie wirksam sind die mRNA-COVID-19-Impfstoffe?

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die COVID-19-mRNA-Impfstoffe (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer, Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna) eine hohe Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent.

Was bedeutet das?Für einen ausreichenden Impfschutz muss der Impfstoff zweimal verabreicht werden. Der in den klinischen Prüfungen dargestellte Impfschutz wurde ab dem Zeitpunkt sieben Tage (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) beziehungsweise 14 Tage (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna) nach der zweiten Impfung berechnet. Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war bei den gegen COVID-19-geimpften Personen um 95 Prozent geringer als bei den nicht geimpften Personen. Dazu ein Beispiel: Man stelle sich vor, in einer Gegend mit vielen aktiven COVID-19-Fällen treten etwa 20 Fälle je 1.000 Personen auf. Würde in dieser Gegend dann ein Teil der Bevölkerung geimpft werden, würden also 20 von 1.000 ungeimpften Personen an COVID-19 erkranken, aber nur etwa 1 von 1.000 geimpften Personen. Wenn eine mit einem COVID-19-Impfstoff geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Zudem ist noch nicht bekannt, in welchem Umfang die Impfung auch vor einer Besiedlung mit dem Erreger SARS-CoV-2 beziehungsweise vor einer Übertragung des Erregers auf andere Personen schützt. Daher ist es trotz Impfung notwendig, sich und seine Umgebung zu schützen, indem die AHA+A+L-Formel beachtet wird und das Restrisiko einer Erkrankung vorzubeugen.

Stand: 29.10.2021

Wie wirksam sind vektorbasierte Impfstoffe?

Es gibt derzeit zwei in der EU zugelassene vektorbasierte Impfstoffe gegen COVID-19: Vaxzevria® von AstraZeneca und Janssen® von Johnson & Johnson.

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten beide COVID-19-VektorImpfstoffe eine sehr gute Wirksamkeit:

Vaxzevria® von AstraZeneca bietet unter Einhaltung der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nach beiden Impfungen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Nach einer heterologen Impfserie (Erstimpfung mit Vaxzevria®, Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff) ist die Immunantwort aktuellen Studienergebnissen zufolge noch stärker. Die STIKO empfiehlt daher die Kombination des Vektorimpfstoffs mit einem mRNA-Impfstoff. Mehr Informationen zum Impfstoff und seiner Wirkweise können Sie auch im Artikel Alles Wichtige über den Impfstoff von AstraZeneca nachlesen. 

Janssen® von Johnson & Johnson zeigte in den Zulassungsstudien durchschnittlich einen zu etwa 65 Prozent wirksamen Schutz vor einer COVID-19-Infektion. Zudem schützt der Impfstoff bis zu 70 Prozent vor schweren Erkrankungen mit Krankenhausaufenthalt. Mehr Informationen zur Wirksamkeit des Impfstoffs können Sie in der Produktinformation (ab Seite 7) und im Beschluss der STIKO (ab Seite 30) nachlesen. Außerdem bietet der Artikel COVID-19-Impfstoffe: COVID-19 Vaccine Janssen® von Johnson & Johnson auf einen Blick einen Überblick über den Impfstoff und seine Wirkung.

Im Aufklärungmerkblatt Corona-Schutzimpfung mit Vektor-Impfstoffen finden Sie ebenfalls weitere Informationen zur Wirksamkeit der beiden vektorbasierten Impfstoffe.

Umfangreiche Antworten auf Ihre Fragen zu den Impfstoffen gegen COVID-19 finden Sie hier.

Stand: 10.11.2021

Wie funktionieren vektorbasierte Impfstoffe?

Vektorbasierte Impfstoffe bestehen aus Viren, die gentechnisch so verändert sind, dass sie in ihrem Genom die genetische Sequenz mit dem Bauplan für einen oder mehrere Bestandteile des Erregers (Antigen) enthalten. In den Zellen wird die Erbinformation auf dem Gen ausgelesen und in Protein übersetzt (translatiert). Die COVID-19-Vektor-Impfstoffe enthalten ungefährliche, gut untersuchte Trägerviren, in deren Genom ein Gen eingebaut wurde, das den Bauplan für das SARS-CoV-2-Oberflächenprotein, das Spikeprotein, enthält. Es gibt vermehrungsfähige und nicht-vermehrungsfähige Vektorimpfstoffe, die beide beim Menschen keine Erkrankung auslösen. Die Vektorviren dienen somit als "Genfähre" für das Spikeprotein-Gen. Das ausgehend von dem übertragenen Gen gebildete Spikeprotein regt als Antigen das Immunsystem des Körpers dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren (humorale Immunantwort). Zudem kann eine T-Zell-Antwort (CD4, CD8) ausgelöst werden (zelluläre Immunantwort).

Vermehrungsfähige Vektorviren vermehren sich nur für eine begrenzte Zeit im Körper der geimpften Person. Vermehrungsunfähige und vermehrungsfähige Vektorviren werden durch das Immunsystem kontrolliert und eliminiert. Ihre Erbinformation wird nicht in die menschliche DNA eingebaut, weder in Körperzellen noch in Keimbahnzellen. Nach dem Abbau der von den Vektorviren übertragenen Erbinformation findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

Vektor-Impfstoffe wurden vorher bereits in anderen Bereichen zugelassen (beispielsweise Ebola-Impfstoffe), ihre Herstellung kann relativ schnell erfolgen. Sie können bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad Celsius transportiert und gelagert werden.

Bei in Europa zugelassenen Impfstoffen wurde im Rahmen kontrollierter klinischer Prüfungen beim Menschen deren Qualität und Herstellung, Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Die vektorbasierten COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca besteht aus einem bei Menschen nicht vermehrungsfähigen Virus aus der Familie der Adenoviren (Erkältungsviren) von Schimpansen, das so modifiziert wurde, dass es das Gen mit dem Bauplan für die Herstellung eines optimierten Oberflächenproteins des Coronavirus (SARS-CoV-2-Spikeproteins) enthält. Der Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson basiert auf humanen Adenoviren. Da diese Impfstoffe keine vermehrungsfähigen Viren enthalten, können sie mit einem Totimpfstoff gleichgesetzt werden. Dies bedeutet, dass man davon ausgehen kann, dass die Anwendung des Impfstoffs auch bei Immundefizienz sicher ist. 

Stand: 20.08.2021

Wann tritt die volle Schutzwirkung der COVID-19 Impfung ein?

Der volle Impfschutz gegen COVID-19 tritt etwa 14 Tage nach einer vollständigen Impfserie auf – das heißt bei den Impfstoffen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer,Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna und Vaxzevria® von AstraZeneca nach der zweiten Impfdosis und bei Janssen® von Johnson & Johnson nach der ersten Impfdosis.

Gut zu wissen: Nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist eine einzelne Dosis des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson als Grundimmunisierung nicht ausreichend. Daher sollte zur Verbesserung der Wirksamkeit der Grundimmunisierung vier Wochen nach der Erstimpfung ein mRNA-Impfstoff verabreicht werden, um den Impfschutz insbesondere gegenüber der vorwiegenden Delta-Variante zu verbessern.

Trotzdem ist eine Infektion auch nach der Impfung nicht ausgeschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier. Bitte achten Sie daher auch nach vollständiger Impfung weiterhin auf die Einhaltung der AHA-Formel.

Stand: 17.11.2021

Ist eine Kreuzimpfung (heterologe Impfung) sicher und wirksam?

Eine Kreuz- oder Mischimpfung (fachlich auch heterologe Impfung) genannt, bedeutet, dass eine Person zwei verschiedene Impfstoffe bei der Erst- und bei der Zweitimpfung bekommen hat. In Deutschland haben zum Beispiel viele Menschen unter 60 Jahren nach ihrer Erstimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca den Wirkstoff von BioNTech/Pfizer oder Moderna verabreicht bekommen. Auch mit einer solchen Kreuzimpfung gelten Sie als vollständig geimpft, vorausgesetzt sie wurden mit zwei in der EU zugelassenen Impfstoffen geimpft und die zweite Impfung liegt mindestens zwei Wochen zurück. 

Studienergebnisse zeigen, dass die Immunantwort nach einem sogenannten heterologem Impfschema (Erstimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca /Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff) deutlich besser ist, als die Immunantwort nach einer homologen Vaxzevria®-Impfserie (zwei Impfdosen mit Vaxzevria® von AstraZeneca ). Seit dem 4. Februar 2021 läuft die COVID-19 Heterologous Prime Boost Study (Com-Cov), welche vom britischen National Institute for Health Research (NIHR) initiiert wurde. In der Studie wird die Wirksamkeit von Kreuzimpfungen untersucht. Die Immunantwort des heterologen Impfschemas (Vaxzevria® von AstraZeneca/ Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) war gemessen an dem geometrischen Mittelwert der sogenannten SARS-CoV-2-Anti-Spike-IgG-Antikörper-Konzentrationen (GMC, Geometric Mean Concentration) bei einem Impfabstand von 28 Tagen deutlich stärker als bei einem homologen Impfschema mit Vaxzevria® von AstraZeneca. Diese Daten zeigen, dass die heterologe Impfung eine sehr gute Wirksamkeit hat, was die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) bestätigt. 

Auch andere europäische Studienergebnisse sind in den letzten Monaten vermehrt zu dem Fazit gekommen, dass die erzielte Immunantwort nach heterologem Impfschema deutlich stärker und vermutlich aufgrund der deutlich höheren Antikörperkonzentrationen auch dauerhafter ist als die Immunantwort nach einer homologen. 

Auf Basis dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse hat die Ständige Impfkommission (STIKO) empfohlen, alle Personen, die eine erste Impfdosis Vaxzevria® von AstraZeneca erhalten haben, künftig beim zweiten Mal mit einem mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren) zu impfen. Dabei sollte der Abstand zwischen erster und zweiter Impfdosis mindestens vier Wochen betragen.

Beim Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson gelten Personen bei einmaliger Impfung als vollständig geimpft. Seit Oktober 2021 empfiehlt die STIKO eine Optimierung der Grundimmunisierung durch eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff ( Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren) ab vier Wochen nach der Erstimpfung.

Stand: 23.11.2021

Warum können manche Menschen trotz Corona-Schutzimpfung keinen ausreichenden Immunschutz aufbauen?

Der Einsatz der COVID-19-Impfstoffe wird kontinuierlich wissenschaftlich begleitet. Dabei wird auch geprüft, inwiefern Geimpfte nach der Impfung einen Immunschutz aufbauen. In Studien zeigt sich nun, dass nicht alle Menschen gleichermaßen eine Immunität nach der Corona-Schutzimpfung erreichen. Expertinnen und Experten sprechen dann von einer sogenannten Immundefizienz der Betroffenen – also einer Schwäche des Immunsystems. Dafür gibt es mehrere Erklärungsansätze:

  • Einige Menschen müssen Medikamente nehmen, die das Immunsystem herunterfahren. Dazu gehören zum Beispiel Krebspatientinnen und -patienten, die eine Chemotherapie machen. Die Therapie verlangsamt die Zellteilung im Körper der oder des Erkrankten, damit sich die Krebszellen nicht so schnell teilen und vermehren können. Was bei der Krebstherapie ein Vorteil ist, kann bei der Corona-Schutzimpfung jedoch nachteilig wirken: Denn hierbei wird die Zellteilung benötigt, damit sich nach dem Impfen Immunzellen im Körper vermehren und Antikörper bilden können. Die Immunantwort nach der COVID-19-Impfung kann bei Krebspatientinnen und -patienten daher geringer ausfallen.
  • Ähnlich sieht es bei organtransplantierten Menschen aus: Denn sie erhalten ebenfalls Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, damit ihr Körper das Spenderorgan nicht abstößt. Auch Menschen mit Autoimmunerkrankungen (wie Multipler Sklerose oder Rheuma) müssen das körpereigene Abwehrsystem mit bestimmten Medikamenten hemmen, was die Bildung von Antikörpern nach der Corona-Schutzimpfung beeinträchtigen kann.
  • Im Alter nimmt die Fähigkeit, eine Immunantwort nach dem Impfen aufzubauen, ebenfalls ab. Deshalb können auch ältere Menschen mitunter keinen stabilen Immunschutz mehr aufbauen.

Umso wichtiger ist daher der Gemeinschaftsschutz: Denn je mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft sind, desto besser sind auch diejenigen geschützt, die selbst keinen ausreichenden Immunschutz aufbauen oder sich nicht impfen lassen können.

Übrigens: Menschen, die einen angeborenen oder erworbenen Antikörpermangel haben, können sich jetzt an einer klinischen Studie mit dem Impfstoff CoVac-1 beteiligen, die das Ziel einer Entwicklung eines sicheren und wirksamen Impfstoffs für eben jene Personen hat. An der Studie, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom Baden-Württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) gefördert wird, können Patientinnen und Patienten mit angeborenem oder erworbenem B-Zell-Defekt beziehungsweise Antikörpermangel teilnehmen. Dazu gehören insbesondere Patientinnen und Patienten mit Leukämie- oder Lymphomerkrankungen, die aufgrund ihrer Erkrankung oder einer Therapie einen sogenannten Immunglobulinmangel entwickelt haben. Weitere Informationen zur Teilnahme und Anmeldung an der Studie finden Sie auf der Website des Universitätsklinikums Tübingen.  

Stand: 24.11.2021

Sind Impfreaktionen wichtig für eine gute Immunantwort?

Impfreaktionen signalisieren, dass sich der Körper mit dem Erreger auseinandersetzt: Das Immunsystem erkennt den Erreger beziehungsweise den Impfstoff als fremd, wird daraufhin aktiviert und bildet Antikörper. Fachleute bezeichnen die COVID-19-Impfstoffe als sehr reaktogen, das heißt sie lösen eine sehr starke Immunantwort aus. Die typischen, vorübergehenden Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Fieber treten daher etwas häufiger und mitunter stärker auf als zum Beispiel nach einer klassischen Grippeimpfung.

Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Corona-Schutzimpfung weniger wirksam ist oder man schlechter geschützt ist, wenn keine oder nur milde Impfreaktionen auftreten. Studien zeigen: Auch bei Menschen, die keine Beschwerden nach der Corona-Schutzimpfung haben, liegt die Wirksamkeit der Impfstoffe bei bis zu 95 Prozent. Das heißt: Auch Geimpfte, die keine spürbaren Impfreaktionen haben, bauen einen effektiven Schutz vor dem Coronavirus auf. 

Weitere Informationen zu Impfreaktionen nach einer Corona-Schutzimpfung finden Sie in diesem Artikel.

Stand: 27.10.2021

Hat der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung eine Auswirkung auf den Impfschutz?

Ja, denn durch eine Berücksichtigung der empfohlenen Impfabstände zwischen erster und zweiter Impfung wird sowohl eine sehr gute individuelle Schutzwirkung als auch ein größerer Effekt der Impfung auf Bevölkerungsebene erzielt. Im Rahmen der jeweiligen Zulassung sind folgende Impfabstände zwischen Erst- und Zweitimpfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen:

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die STIKO unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur ersten Impstoffdosis (sogenanntes heterologes Impfschema, siehe oben).

Eine Zweitimpfung mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca ist – bei Personen zwischen 18 und 59 Jahren nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz der zu impfenden Person - weiterhin möglich. Bei einer Zweitimpfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca steht es der impfenden Ärztin bzw. dem impfenden Arzt in Absprache mit der zu impfenden Person frei, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung im Rahmen des nach der Zulassung möglichen Zeitraums von 4 bis 12 Wochen individuell festzulegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse einer steigenden Wirksamkeit bei einem möglichst langen Impfintervall sollten bei der ärztlichen Aufklärung berücksichtigt werden.

Aufgrund der im Vergleich mit anderen verfügbaren COVID-19-Impfstoffen geringeren Schutzwirkung von Janssen® von Johnson & Johnson empfiehlt die STIKO nunmehr eine zusätzliche Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren) mit dem Ziel, den Impfschutz zu optimieren. Unabhängig vom Alter soll diese zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffes in der Regel ab vier Wochen nach der einmaligen Gabe von Janssen® erfolgen.

Stand: 23.11.2021

Was passiert, wenn ich den empfohlenen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung überschreite?

Sollte der empfohlene Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden. Dies hat keine Auswirkungen auf die Erreichung der Schutzwirkung, verzögert aber den Aufbau der Immunität. Es wird daher dringend empfohlen, sich an die vorgegebenen Impfintervalle zu halten, um schnellstmöglich gegen COVID-19 geschützt zu sein.

Stand: 05.11.2021

Wo finde ich die Packungsbeilagen bzw. den Beipackzettel der zugelassenen Impfstoffe?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist verantwortlich für die wissenschaftliche Beurteilung und Überwachung von Arzneimitteln, die in der Europäischen Union zugelassen sind. Dazu gehören auch die zugelassenen Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech/PfizerSpikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna, Vaxzevria® von AstraZeneca und Janssen® von Johnson & Johnson.

Den Beipackzettel des Impfstoffs Comirnaty® von BioNTech/Pfizer finden Sie in der "Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels", das die EMA online in 25 Sprachen zur Verfügung stellt, ab Seite 25. 

Den Beipackzettel des Impfstoffs Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna finden Sie in der "Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels", das die EMA online in 23 Sprachen zur Verfügung stellt, ab Seite 22. 

Den Beipackzettel des Impfstoffs Vaxzevria® von AstraZeneca  finden Sie in der "Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels", das die EMA online in 25 Sprachen zur Verfügung stellt, ab Seite 27. 

Den Beipackzettel des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson finden Sie in der "Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels", das die EMA online in 25 Sprachen zur Verfügung stellt, ab Seite 27. 

Stand: 29.10.2021

Stimmt es, dass nach der Gabe von mRNA-Impfstoffen ein Coronatest positiv ausfällt?

Nein, es ist nicht davon auszugehen, dass die COVID-19-Impfung positive Testergebnisse bei Antigenschnelltests oder bei PCR-Tests hervorruft.

Nach der mRNA-Impfung bildet sich in Immunzellen und anderen Körperzellen das sogenannte Spike-Protein (S-Protein), gegen welches dann eine Immunantwort ausgelöst wird. Fast alle in Deutschland eingesetzten Antigenschnelltests basieren auf dem Nachweis eines anderen Proteins, des Nucleocapsid-Proteins (N-Protein). Da die Antigentests also ein anderes Virusprotein nachweisen als das durch die mRNA-Impfung gebildete Protein, beeinflusst die Impfung nicht das Antigentestergebnis. In der dem Test beigelegten Produktinformation findet sich in der Regel die Angabe, ob es sich um einen S-Protein- oder N-Proteinbasierten Test handelt.

Zudem wird der Test als Nasopharyngeal- beziehungsweise Rachenabstrich (Nasen-Rachenabstrich) durchgeführt. Selbst wenn der Antigentest das S-Protein nachweisen sollte, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass in Mucosazellen (Schleimhaut) des Nasen-Rachenraums eine ausreichende Menge an S-Protein vorliegt, um von dem nur begrenzt sensitiven Antigentest erfasst zu werden.

Fällt nach einer COVID-19-Impfung das Antigentestergebnis positiv aus, liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit folgende Ursachen zu Grunde:

  • Die Person, die geimpft wurde, war bereits vor der Impfung infiziert. Die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt fünf bis sechs Tage.
  • Die Person, die geimpft wurde, kann sich kurz nach Impfung angesteckt haben. Der 95-prozentige Impfschutz ist nach Studienlage erst ab sieben bis 14 Tage nach der zweiten Impfung zu erwarten.
  • Da derzeit noch nicht vollständig geklärt ist, ob die Impfung nicht nur vor der COVID-19-Erkrankung, sondern auch vor der Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus schützt, ist es auch grundsätzlich nicht auszuschließen, dass eine Person trotz Impfung eine Infektion erleidet.

Der Antigentest kann falsch positiv sein. Antigentests können, wie prinzipiell alle Diagnostika, in seltenen Fällen mit manchen Proben reagieren, auch wenn der Marker – hier das Antigen des SARS-CoV-2-Virus – gar nicht vorhanden ist. Dies kann bei manchen Tests durchaus im Bereich von ein bis zwei Prozent der Bestimmungen passieren. Daher sollte bei einem positiven Antigenschnelltest eine PCR-Testung angeschlossen werden, um eine Infektion zu bestätigen oder auszuschließen.

Die quantitativen Echtzeit-PCR-Verfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2-mRNA beruhen üblicherweise auf der Entdeckung (Detektion) von zwei verschiedenen Virusgenen (Dual-Target-Prinzip: zum Beispiel Envelope [E] plus N2; N1 plus N2; orf1a/b plus E). Eine Interferenz mit einer durchgeführten Impfung mit SARS-CoV-2-mRNA, die für das S-Protein kodiert, kann bei Verwendung dieser PCR-Tests ausgeschlossen werden.

Stand: 25.10.2021

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Die Mutation von Viren ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei verschiedenen Viren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wenn ein Virus mutiert, heißt dies nicht automatisch, dass die genetische Veränderung die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst.

So bieten Impfstoffe gegen bestimmte Viruserkrankungen, beispielsweise Masern oder Röteln, auch noch Jahrzehnte nach ihrer Entwicklung einen wirksamen und langanhaltenden Schutz vor den Erregern. Bei anderen Erkrankungen wie der Grippe ändern sich die Virusstämme hingegen oft und in einem solchen Ausmaß, dass die Zusammensetzung der Impfstoffprodukte jährlich aktualisiert werden muss, damit er wirksam ist (jährliche Stammanpassung). Zudem bieten neue Impfstoffplattformen wie die mRNA-Impfstoffe den Vorteil, dass sie schnell an Virusvarianten angepasst werden können.

Die nationalen Arzneimittelbehörden wie das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die internationale Wissenschaftsgemeinschaft gehen auch der Frage nach, ob Virusvarianten die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen beeinflussen.

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch Alpha, der Virusvariante, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde – und genauso auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. So ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft davon auszugehen, dass die bisher beobachteten Virusvarianten Alpha, Beta (entdeckt in Südafrika), Delta/Kappa (entdeckt in Indien) und Gamma (entdeckt in Brasilien) die Wirksamkeit der bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer , Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna) vermutlich kaum beeinträchtigen. Studien zeigen, dass die Schutzwirkung vor schweren Corona-Verläufen bei einer Infektion mit der Virusvariante Delta mit der Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus, sowohl bei Vaxzevria® von AstraZeneca wie auch den mRNA-Impfstoffen nach der Zweitimpfung bei über 90 Prozent liegt. Die Wirksamkeit einer einmaligen Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson liegt hingegen bei rund 70 Prozent. Hier empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Optimierung der Grundimmunisierung durch eine zweite Dosis eines mRNA-Impfstoffs (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren).

Eine Begründung für die Annahme der trotzdem vorhandenen Schutzwirkung ist, dass nur einzelne für den Immunschutz relevante Erkennungsstellen des Oberflächen-Spikeproteins (S-Protein) von den Virusmutationen betroffen sind. Zudem wird sowohl eine komplexe Immunantwort bestehend aus Antikörpern, als auch eine zelluläre Immunantwort durch die Impfung hervorgerufen. Zu weiteren bekannten Virusvarianten, die zum Beispiel in Vietnam oder Thailand entdeckt wurden, stehen noch keine Daten zur Verfügung.

Eine Übersicht über diese und weitere SARS-CoV-2-Varianten stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung. Einen Überblick über aktuelle Sequenzen liefert u.a. die Internetseite des Konsiliarlabors an der Berliner Charité. Molekularbiologische Details zu den Varianten Alpha und Beta hat das Robert Koch-Institut (RKI) aufbereitet. Sie sind hier abrufbar.

Die Wirksamkeit der Impfstoffe und ihre Wirkung gegen Virusvarianten werden kontinuierlich überprüft. Alle Hersteller planen zudem verschiedene Anpassungen ihrer Impfstoffe, die – falls es notwendig sein sollte – besser vor den Virusvarianten schützen sollen.

Weitere Informationen können Sie unserem Artikel Wie gefährlich sind die Coronavirus-Varianten? entnehmen. 

Stand: 24.11.2021

Schützt eine Kreuzimpfung vor Virusvarianten?

Einige der Virusvarianten sind ansteckender als das ursprüngliche Coronavirus und verbreiten sich deshalb schneller. Das Einhalten der AHA+A+L-Formel und die vollständige Corona-Schutzimpfung bieten weiterhin den besten Schutz gegen das Virus und seine Varianten.

Nach aktuellen Laborstudien zeigen einige Impfstoffe bei den Varianten Beta und Delta eine geringfügigere Wirksamkeit als gegen das ursprüngliche Coronavirus SARS-CoV-2, denn die Antikörper, die das Immunsystem nach der Corona-Schutzimpfung gebildet hat, sind gegen das veränderte Virus weniger wirksam. Auch wenn eine Impfung möglicherweise nicht so effektiv vor einer Infektion mit den Varianten Beta und Delta schützt wie vor anderen Varianten, so zeigen erste Studien, dass die Schutzwirkung vor schweren Corona-Verläufen bei einer Infektion mit der Delta-Variante mit der Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus bei Vaxzevria® von AstraZenecaComirnaty® von BioNTech/Pfizer und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna nach einer vollständigen Impfserie bei über 90 Prozent liegt. Diese Schutzwirkung liegt beim Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson hingegen bei rund 70 Prozent.

Wichtig zu wissen: Die meisten Impfdurchbrüche – also eine COVID-19-Erkrankung trotz Corona-Schutzimpfung – treten in Deutschland bei Personen auf, die mit Janssen® von Johnson & Johnson geimpft wurden. Aus diesem Grund und hinsichtlich der geringeren Schutzwirkung gegen schwere Verläufe ist nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine einzelne Dosis des Impfstoffs Janssen® von Johnson & Johnson als Grundimmunisierung nicht ausreichend. Daher sollte zur Verbesserung der Wirksamkeit der Grundimmunisierung vier Wochen nach der Erstimpfung ein mRNA-Impfstoff (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren oder Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren) verabreicht werden. So soll der Impfschutz verbessert werden.

Für Personen, die Vaxzevria® von AstraZeneca als erste Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen mRNA-Impfstoff (Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ab 18 Jahren) als zweite Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur ersten Impstoffdosis. Nach aktuellen Studienergebnissen ist die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vektorimpfstoff/mRNA-Impfstoff) sogar deutlich besser als die Immunantwort nach homologer Vaxzevria-Impfserie (zwei Impfstoffdosen) beziehungsweise einmaliger Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson.

Stand: 23.11.2021

Können sich Frauen mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen?

Ja, auch Frauen mit Kinderwunsch können sich gegen COVID-19 impfen lassen. Die verfügbaren COVID-19-Impfstoffe wurden an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt sogar ausdrücklich Frauen mit Kinderwunsch die Impfung. Es kursieren diverse Fehlinformationen im Zusammenhang mit dem Thema Schwangerschaft und Corona-Schutzimpfung. Eine davon hält sich besonders hartnäckig: Sie besagt, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könne. Diese Aussage ist falsch. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es dafür keine Hinweise.

Die Fehlinformation beruht darauf, dass das Protein, welches von den Impfungen kodiert wird, strukturell ähnlich ist wie ein Protein, das für die Fruchtbarkeit wichtig ist. Tatsächlich beschränkt sich diese Ähnlichkeit jedoch auf wenige Abschnitte des Proteins. Solche Ähnlichkeiten treten sehr häufig auf und sind nicht spezifisch für die COVID-19-Impfung. Würde so eine Ähnlichkeit unfruchtbar machen, dann würde die Infektion mit COVID-19 auch unfruchtbar machen. Dies wurde jedoch weltweit nicht beobachtet (weitere Informationen finden Sie bei der Universität Jena).

Das Paul-Ehrlich-Institut bewertet die Sicherheit dazu so: „Mit dieser Datenlage ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.“ Frauen mit Kinderwunsch können sich also gegen COVID-19 impfen lassen (weitere Informationen zum Thema Sicherheit und Wirksamkeit finden Sie auch auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts). Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der aktualisierten COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere und Stillende vom 17. September 2021 ausdrücklich, dass sich alle noch nicht oder unvollständig Geimpften mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen sollten, damit bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft ein sehr guter Schutz vor dieser Erkrankung besteht.

Mehr Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

Stand: 18.11.2021

Was muss beim Impfen unter Antikoagulation beachtet werden?

Unter Antikoagulation versteht man die Gabe von Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung.

Die COVID-19-Impfung soll strikt intramuskulär (i.m.), also in den Muskel hinein erfolgen, und keinesfalls intradermal (in die Haut hinein), subkutan (unter die Haut) oder intravaskulär (in ein Blutgefäß hinein) verabreicht werden. Bei Patientinnen und Patienten unter Antikoagulation soll die Impfung ebenfalls i.m. mit einer sehr feinen Injektionskanüle (zum Beispiel 23 oder 25 Gauge) und einer anschließenden festen Komprimierung der Einstichstelle über mindestens zwei Minuten erfolgen.

Stand: 02.04.2021

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und der Impfung gegen COVID-19?

Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und einem der zugelassenen Impfstoffe sind nach jetzigem Kenntnisstand nicht bekannt. Setzen Sie Ihre Medikamente vor der COVID-19-Impfung nicht ab - auch Blutverdünner nicht. Die Einnahme der Antibaby-Pille ist ebenfalls kein Hinderungsgrund für den Erhalt der Corona-Schutzimpfung. Wenn Sie verunsichert sind oder Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte zuerst an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Stand: 24.11.2021

Darf ich nach der Corona-Schutzimpfung Schmerzmittel nehmen?

Nach der Corona-Schutzimpfung kann es zu Impfreaktionen wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber kommen. Mehr dazu lesen Sie hier. Laut Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung können bei diesen Symptomen schmerzlindernde/fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Eine ärztliche Beratung hierzu wird empfohlen.

Noch ist nicht wissenschaftlich belegt, ob oder inwieweit die Immunantwort auf die Corona-Schutzimpfung durch schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente vermindert werden könnte. Deshalb sollte man solche Medikamente nicht vorbeugend, sondern erst nach Auftreten von Schmerzen und/oder Fieber nach der Impfung einnehmen.

Weitere Infos finden Sie hier auf der Website des Robert Koch-Instituts. 

Stand: 12.10.2021

Hat die Einnahme von Antibiotika negative Auswirkungen auf die Impfung?

Nein, die Einnahme von Antibiotika vor, während und nach der Impfserie hat keine negativen Auswirkungen auf die Schutzwirkung oder die Impfreaktion.

Stand: 29.11.2021

Auf was müssen trockene Alkoholiker bei der Impfung aufgrund von Ethanol in bestimmten Impfstoffen achten?

Ist Ethanol also Alkohol in einem Medikament enthalten und ­beträgt der Gehalt in der maximalen Einzelgabe nach der Dosierungsanleitung mindestens 0,05 g, muss das gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Arzneimittel-Warnhinweisverordnung mit einem Warnhinweis deklariert werden.

Von den derzeit zugelassenen Impfstoffen enthalten die vektorbasierten Impfstoffe Vaxzevria® von AstraZeneca und Janssen® von Johnson & Johnson Ethanol. Beide Arzneimittel enthalten je 2 mg Alkohol (Ethanol) pro 0,5 ml Dosis. Die geringe Alkoholmenge hat keine wahrnehmbaren Auswirkungen.

In unserer FAQ "Wo finde ich die Packungsbeilagen bzw. den Beipackzettel der zugelassenen Impfstoffe?" verlinken wir die Beipackzettel aller in Europa zugelassener Impfstoffe. Stand: 31.03.2021

Warum erkranken manche Menschen trotz Corona-Schutzimpfung an COVID-19?

Die COVID-19-Impfstoffe bieten eine sehr gute Wirksamkeit und schützen die geimpfte Person vor einem schweren COVID-19-Verlauf. Es kann jedoch auch in seltenen Fällen trotz einer Corona-Schutzimpfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen, da die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet, denn: Ein genereller Schutz vor Ansteckung wurde in den zulassungsrelevanten klinischen Prüfungen nicht ermittelt. Hierzu werden unter anderem in epidemiologischen Studien während der Anwendung in der Bevölkerung Erkenntnisse gesammelt. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns trotz Impfung an die AHA-Formel halten und unsere Kontakte beschränken.

Zu einer Erkrankung kann es auch dann kommen,

  • wenn die Infektion kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde, die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt 5-6 Tage) oder
  • wenn eine Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt ist, bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet werden konnte. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel 10-14 Tage nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis ein.

Der Zeitpunkt der Infektion spielt also eine wichtige Rolle. Auch Virusvarianten (insbesondere die Delta-Variante) können Infektionen nach Impfungen begünstigen. Wenn man trotz Impfung erkrankt, spricht man von „Impfdurchbrüchen“.

Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten. Das Auftreten einer fieberhaften Erkältung aufgrund anderer Erreger stellt aber kein Versagen der COVID-19-Impfung dar. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen (siehe Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?), die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder Corona-Infektion verwechselt werden sollten.

Stand: 11.11.2021

Wie sind Erkrankungen nach COVID-19-Impfung („Impfdurchbrüche“) in Seniorenheimen zu erklären?

In letzter Zeit wurde wiederholt über Ausbrüche von SARS-CoV-2-Infektionen in Senioren- und Pflegeheimen unter bereits geimpften Bewohnern und Bewohnerinnen berichtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass die COVID-19-Impfungen nicht schützen.

Untersuchungen von Ausbrüchen in Seniorenheimen haben gezeigt, dass in der Regel geimpfte Personen nur leichte Symptome der COVID-19-Erkrankung aufwiesen oder häufig gänzlich symptomlos blieben. Hier wiesen nur positive Labortests auf eine mögliche Infektion hin. Positive PCR-Tests können also trotz Impfung vorkommen. Sie beweisen bei fehlenden Symptomen die gute Wirksamkeit der Impfung unter Personen, die häufig besonders schwer erkranken würden.

Durch die verstärkten Testungen (insbesondere im Rahmen von Screenings) können auch symptomlose Infektionen diagnostiziert werden. Hier liegt dann keine Erkrankung vor, die Infizierten gelten jedoch - trotz der reduzierten Viruslast - weiterhin noch als ansteckungsfähig, so dass auch hier durch Isolationsmaßnahmen eine Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindert werden soll. Screenings mittels Antigen-Tests oder PCR bleiben wichtig, um auch SARS-CoV-2-Überträger unter den Geimpften zu identifizieren. Es ist übrigens nicht davon auszugehen, dass die COVID-19-Impfung selbst positive Antigentests (Schnelltests) hervorruft. Zu bedenken ist ferner auch, dass Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten werden können. Das Auftreten einer fieberhaften Erkältung aufgrund anderer Erreger stellt aber kein Versagen der COVID-19-Impfung dar; eine SARS-CoV-2-Infektion muss durch einen PCR-Test bestätigt werden. Zudem kann der Impfstoff kurz nach der Impfung leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen (siehe "Welche Nebenwirkungen und Impfreaktionen wurden nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?"), die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder COVID-19-Erkrankung verwechselt werden sollten.

Sehr alte Menschen sind am meisten gefährdet, an COVID-19 schwer zu erkranken und auch zu versterben. Das Risiko für einen schweren und auch tödlichen Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion steigt mit steigendem Alter rapide an. In der derzeitigen pandemischen Situation, in der SARS-CoV-2 weltweit noch stark zirkuliert, ist es wichtig, dass insbesondere ältere Menschen so gut wie möglich vor COVID-19 geschützt werden.

Generell sind auch Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung zu erwarten, da zunächst vor allem alte Menschen mit zum Teil schweren Vorerkrankungen geimpft werden. Ein kausaler Zusammenhang ist dies aber nicht. Es gibt bislang keine Hinweise, dass die Sicherheit der Impfstoffe bei Senioren Seniorinnen beeinträchtigt ist. Die Impfstoffe gelten auch in dieser Personengruppe als sicher und tragen nicht zu einer Erhöhung der Sterblichkeit bei. Es wird jedoch auch nach der Zulassung der Impfstoffe kontinuierlich weiter untersucht, ob Todesfälle durch die Impfung verursacht werden.

Mehr Informationen und konkrete Zahlen finden sich in den Sicherheitsberichten des PEI.

Stand: 10.11.2021

Wie häufig stecken geimpfte Personen andere Menschen mit dem Coronavirus an?

Bisherige Daten belegen - neben der Schutzwirkung der Impfstoffe -, dass selbst bei Menschen, die trotz Impfung PCR-positiv werden, die Viruslast signifikant reduziert wird (Ct Shift) und weniger lange anhält (verkürztes Shedding). Grund dafür sind die durch die Impfung hervorgerufenen neutralisierenden Antikörper und Abwehrzellen, die das Virus schneller bekämpfen. Um die Viruslast und die damit ausgehende Ansteckungsgefahr zu bestimmen, wird unter anderem der sogenannte Ct-Wert mittels einer PCR-Probe ermittelt. Der Ct-Wert gibt neben der Viruslast einer infizierten Person auch Aufschluss über das Risiko, das von dieser Person ausgeht, andere Menschen anzustecken.

Das Übertragungsrisiko ist bei geimpften Menschen nach bisherigen Daten geringer als bei ungeimpften Personen, wenn auch nicht Null. Eine Corona-Schutzimpfung bietet keine sterile Immunität, das heißt, keinen vollständigen Übertragungsschutz. Dennoch ist sie für die Bekämpfung der Pandemie unverzichtbar: Durch eine Impfung lassen sich schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle verhindern und Ansteckungsrisiken minimieren.

Stand: 15.11.2021

Was sind infektionsverstärkende Antikörper (ADE) und sind sie ein Problem?

Infektionsverstärkende Antikörper (Antibody Dependent Enhancement, ADE) lösen im Kontext viraler Infektionskrankheiten keine Virus-Elimination oder -Neutralisation aus, sondern verstärken die Infektion. Dies geschieht dadurch, dass neben der Zellinfektion über den vom jeweiligen Virus normalerweise genutzten Rezeptor auf der Oberfläche der Zielzellen der Infektion, bei SARS-CoV-2 der Rezeptor ACE-2, durch die infektionsverstärkenden Antikörper die Bindung eines Virus an den sogenannten Fcγ-Rezeptor und damit die Infektion anderer Zielzellen zusätzlich ermöglicht wird. Fcγ-Rezeptoren befinden sich unter anderem auf spezialisierten Immunzellen (so genannten Fresszellen). Die Infektion eines zusätzlichen Zellreservoirs kann unter anderem zu einer Erhöhung der Viruslast führen. ADE wurden beispielsweise bei Infektionen mit dem Dengue-Virus beobachtet.

Bislang wurden keine Hinweise auf eine durch ADE verursachte Infektionsstärkung beobachtet, weder im Tiermodell einer SARS-CoV-2-Infektion, noch bei COVID-19 Genesenen oder Geimpften. Auch weder im Rahmen der präklinischen Entwicklung, noch der klinischen Prüfung von COVID-19-Impfstoffen oder der Anwendung nach Zulassung hat es Hinweise auf ADE bei den in Europa zugelassenen COVID-19-Impfstoffen gegeben.

Stand: 10.11.2021

Auch nach einer COVID-19-Infektion können die Antikörperspiegel teilweise schnell abfallen. Was bringt dann eine Impfung?

Eine Impfung ist in jedem Fall sinnvoll, um sich und andere zu schützen.

Das Immunsystem umfasst viele verschiedene, hoch spezialisierte Zelltypen, die in einem komplexen Zusammenspiel miteinander interagieren.

Die Bildung von Antikörpern gehört zu einem sehr wichtigen Arm des Immunsystems, nämlich dem humoralen Immunsystem.

Einen weiteren wichtigen Arm des Immunsystems bildet die zelluläre Immunantwort. Auch dieser Teil des Immunsystems wird durch eine Impfung angeregt. Die zelluläre Immunantwort umfasst so auch Immunzellen, die infizierte Zellen erkennen und zerstören können. Somit ist es möglich, dass auch im Falle einer unzureichenden Antikörper-Erzeugung eine schützende Immunantwort durch eine Impfung erreicht werden kann. Der Einfluss der Impfung auf diese zelluläre Immunantwort wird derzeit bei der Prüfung der Impfstoffe untersucht.

Stand: 04.11.2021

Besteht das Risiko, dass die DNA aus Vektor-Impfstoffen wie dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca und Johnson & Johnson in das menschliche Genom integriert werden kann?

Der COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca  und Janssen® von Johnson & Johnson besteht aus einem bei Menschen nicht vermehrungsfähigen Virus aus der Familie der Adenoviren (Erkältungsviren) von Schimpansen (adenoviraler Vektor). Das Erbgut des Vektors wurde so modifiziert, dass es das Gen mit dem Bauplan für die Herstellung eines optimierten Oberflächenproteins des SARS-Coronavirus-2, des Spikeproteins, enthält. Mit Adenoviren – „Schnupfenviren“ – hat der menschliche Körper regelmäßig Kontakt. Auch bei natürlicher Infektion mit Adenoviren wurde bisher keine genetische Veränderung menschlicher Zellen beobachtet. Adenovirale Vektoren gelten generell als nichtintegrierende Vektoren, d.h. sie integrieren ihr Erbgut nicht ins Zellgenom. Das Genom der COVID-19-Vektor-Impfstoffe auf Basis nicht vermehrungsfähiger Adenoviren verbleibt ebenso wie das anderer Adenoviren außerhalb der menschlichen DNA (extrachromosomal) im Zellkern infizierter Zellen.

Auch vor dem Hintergrund, dass sich die adenoviralen Vektoren – anders als die natürlichen Erkältungsviren – aufgrund genetischer Veränderungen nicht im Impfling vermehren können und schnell vom Körper eliminiert werden, besteht nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft kein Risiko der Integration der Adenovirus-Vektor-DNA in das menschliche Genom.

Stand: 06.04.2021