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Impfquote

Wie viele Menschen in Deutschland schon geimpft wurden, wie dies nachverfolgt wird und wieso der Gemeinschaftsschutz so wichtig ist, wird hier beantwortet.

Wie viele Menschen wurden bereits geimpft?

Die aktuellen Zahlen zu den in Deutschland durchgeführten Impfungen finden Sie in unserem Impfdashboard. Darüber hinaus veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) jeden Tag hier die aktuellen Zahlen und weitere Informationen zur Impfquote.

Stand: 22.10.2021

Warum ist für einen Gemeinschaftsschutz ("Herdenimmunität") gegen das Coronavirus eine Immunität der Bevölkerung von mindestens 85% notwendig?

Der Gemeinschaftsschutz setzt sich aus der Impfquote und der Herdenimmunität zusammen. Für die Impfquote gilt: Die Menschen werden durch die Corona-Schutzimpfung immunisiert. Bei der Herdenimmunität spielen auch die Genesenen eine Rolle. Das heißt: Je höher die Impfquote, desto ausgeprägter ist auch der Gemeinschaftsschutz. In diesem Rahmen hat das Robert Koch-Institut (RKI) eine Zielimpfquote modelliert.

Das RKI hat mathematische Modellszenarien aufgestellt, die zeigen, ab welcher Impfquote die Übertragungen von SARS-CoV-2 soweit limitiert sind, dass die Pandemie vorüber geht und ein sogenannter Gemeinschaftsschutz in der Bevölkerung entsteht. Die Modellierungen zeigen, dass  eine Zielimpfquote (Impfschutz durch vollständige Impfung) von 85 % für die 12– 59-Jährigen sowie von 90 % für Personen ab dem Alter von 60 Jahren für notwendig ist, um die 7-Tage-Inzidenzen unter 100 beziehungsweise 50 Fälle pro 100.000 Personen zu halten. Mehr Informationen zu dieser Modellierung des Robert Koch-Instituts finden Sie hier (ab Seite 5).

Steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit von SARS-CoV-2, muss damit gerechnet werden, dass auch die Notwendigkeit einer höheren Immunität in der Bevölkerung besteht. Das ist der Fall, wenn die entsprechende Virusvariante in der Übertragung erheblich über die bisherige Virusvariante dominiert, wie etwa die Delta-Variante, die sich zunehmend ausbreitet.

Stand: 14.09.2021 

Welche Faktoren beeinflussen den Gemeinschaftsschutz?

Der Begriff Gemeinschaftsschutz (synonym: Herdenschutz oder Herdenimmunität) bezeichnet im herkömmlichen Sinne den indirekten Effekt einer Impfung, der auftritt, wenn ein gewisser Anteil der Bevölkerung geimpft ist und dadurch die Übertagung ("Transmission") des Erregers so reduziert wird, dass auch Ungeimpfte ein niedrigeres Risiko haben sich zu infizieren. Der Gemeinschaftsschutz setzt jedoch nicht abrupt ab einem gewissen Schwellenwert ein, sondern steigt mit steigenden Impfquoten an.

Das Konzept des Gemeinschaftsschutzes ist komplex, da nicht nur die Basisreproduktionsrate R 0 eine wichtige Rolle spielt, sondern auch die Wirksamkeit der Impfung, die Dauer des Impfschutzes sowie die Heterogenität der Kontakte in der Bevölkerung und die Heterogenität der Durchimpfung in der Bevölkerung.

Mehr Informationen zum Gemeinschaftsschutz finden Sie ab Seite 4 des 27. Epidemiologischen Bulletins des RKI.

Stand: 29.09.21

 

Wie viel Prozent der Bevölkerung in Deutschland sollten sich impfen lassen, damit die Pandemie vorüber geht?

Grundsätzlich gilt: Je mehr Menschen sich gegen COVID-19 impfen lassen, desto eher wird die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus und den Virusvarianten verringert. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat mathematische Modellszenarien aufgestellt, die zeigen, ab welcher Impfquote die Übertragungen von SARS-CoV-2 soweit limitiert sind, dass die Pandemie vorüber geht, da ein sogenannter Gemeinschaftsschutz in der Bevölkerung besteht. Die Modellierungen zeigen, dass eine Zielimpfquote (Impfschutz durch vollständige Impfung) von 85 Prozent für die 12 bis 59-Jährigen sowie von 90 Prozent für Personen ab dem Alter von 60 Jahren für notwendig ist, um die 7-Tage-Inzidenzen unter 100 beziehungsweise 50 Fälle pro 100.000 Personen zu halten. Mehr Informationen zu dieser Modellierung des Robert Koch-Instituts finden Sie hier (ab Seite 5).

Zum Hintergrund: Der Gemeinschaftsschutz setzt sich aus der Impfquote und der Herdenimmunität zusammen. Für die Impfquote gilt: Die Menschen werden durch die Corona-Schutzimpfung immunisiert. Bei der Herdenimmunität spielen auch die Genesenen eine Rolle. Es gilt: Je höher die Impfquote, desto ausgeprägter ist auch der Gemeinschaftsschutz. In diesem Rahmen hat das RKI die oben genannte Zielimpfquote modelliert.

Zwar geht das Robert Koch-Institut nach aktuellen Erkenntnissen davon aus, dass das Risiko, das Coronavirus zu übertragen, bei infizierten, aber vollständig geimpften Personen stark vermindert ist. Doch es muss damit gerechnet werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen muss dieses Risiko weiterhin zusätzlich reduziert werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher, auch nach der Corona-Schutzimpfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (AHA+L) weiterhin einzuhalten, auch wenn in Hinblick auf den Gemeinschaftsschutz das Risiko einer Virusübertragung durch die Corona-Schutzimpfung in dem Maß reduziert zu sein scheint, dass Geimpfte bei der Verbreitung von COVID-19 keine wesentliche Rolle mehr spielen.

Zudem fehlen noch detaillierte Daten dazu, wie lange der Impfschutz anhält – auch dies beeinflusst, wie viel Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen müssten, um damit die Pandemie einzudämmen.

Stand: 21.10.2021

Wie lange dauert es, bis ein Großteil der Bevölkerung gegen COVID 19 geimpft ist?

Es ist zu erwarten, dass im Laufe dieses Jahres zusätzlich zu den COVID-19-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson weitere Vakzine zugelassen werden können, die den behördlichen Vorgaben zum Nachweis einer guten, medizinisch relevanten Wirksamkeit bei einer hohen Sicherheit entsprechen. Informationen zu Impfstoffen, an denen aktuell geforscht wird, können Sie unserer FAQ An welchen Impfstoffen wird aktuell geforscht? entnehmen.

Wie schnell das Ziel, dass der Großteil der Bevölkerung gegen COVID-19 geimpft ist, erreicht wird, hängt von vielen Faktoren ab: Zum einen kommt es darauf an, wie viele Impfstoffdosen in Deutschland zur Verfügung stehen und wie die Verteilung des Impfstoffs in Deutschland organisiert wird. Aktuell verfügt Deutschland über ausreichend Impfstoffdosen um allen impfwilligen Personen zeitnah und unkompliziert ein Impfangebot machen zu können. Das Ziel, allen Bürgerinnen und Bürgern spätestens bis zum Ende des Sommer 2021 ein Impfangebot unterbreiten zu können ist somit erreicht. Aber auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, ist ein sehr wichtiger Faktor. Mit dem Wissen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre persönliche Impfentscheidung gut informiert treffen möchten, macht sich das Bundesgesundheitsministerium gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Robert Koch-Institut und dem Paul-Ehrlich-Institut seit Beginn der Impfkampagne für eine umfassende und transparente Aufklärung stark. Die Menschen sollen sich ein eigenes Bild von der Bedeutung der Corona-Schutzimpfung machen können, damit sie sich mit guten Argumenten und einem guten Gefühl für eine Corona-Schutzimpfung entscheiden. Eine Impfung, die nicht nur sie selbst sondern auch Mitmenschen, die sich nicht impfen lassen können, vor Krankheit schützt. 

Mehr zum Gemeinschaftsschutz lesen Sie in diesem Artikel

Stand: 21.09.2021

Wie wirkt sich der Stand der Schutzimpfungen in Pflegeeinrichtungen auf das Infektionsgeschehen aus?

Durch die priorisierte Impfung der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen konnte das Infektionsgeschehen spürbar gebremst werden. Zu dem Zeitpunkt der systematischen Impfungen in Pflegeeinrichtungen blieb die Anzahl der Neuinfektionen der über 80-Jährigen in der Gesamtbevölkerung auf gleichem Niveau, während sie bei anderen Altersgruppen aufgrund des damaligen intensiven Infektionsgeschehens stark anstieg. Dies zeigt die Wirkung der Corona-Schutzimpfung und wie sie besonders vulnerable Personengruppen effektiv vor einer Erkrankung schützt.

Stand: 05.08.2021

Wie wird der Erfolg der Impfkampagne überwacht?

Die Erhebung der Daten zur Corona-Schutzimpfung erfolgt in Impfzentren, Krankenhäusern und durch die mobilen Impfteams. Auch Betriebsmedizinerinnen und Betriebsmediziner sowie Betriebsmedizinische Dienste sind hinzugekommen. Autorisiertes Personal aus den genannten Einrichtungen kann über die Webanwendung "Digitales Impfquotenmonitoring" die Daten eingeben und über eine gesicherte Internetverbindung täglich an die Bundesdruckerei übermitteln, wo im Auftrag des Robert Koch-Instituts (RKI) die Daten zwischengespeichert und vom RKI täglich abgerufen werden. Auch fließen die aggregierten Impfdaten der niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen ein, die täglich an die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) übermittelt werden und die aggregierten Daten der Privatärzte und -ärztinnen ein, die täglich an eine eigene Plattform übermittelt werden. Von beiden Portalen werden die Daten ebenfalls täglich vom RKI abgerufen. 

Darüber hinaus führt das RKI regelmäßige repräsentative Befragungen zur Impfakzeptanz durch.

Wie gut die Impfung vor einer Ansteckung schützt, wird ebenfalls durch das RKI überwacht. Dem RKI werden bei gemeldeten COVID-19-Fällen unter anderem auch Informationen zum Impfstatus übermittelt. Aus einem Vergleich des Anteils Geimpfter unter den COVID-19-Meldefällen mit dem Anteil Geimpfter in der Bevölkerung kann man dann grob die Effektivität der Impfung schätzen.

Stand: 23.09.2021

Ist die Impfquote höher als gedacht?

Auf dem Dashboard werden die Impfquoten angegeben, die dem RKI über das Meldesystem DIM berichtet werden. Sie sind als Mindestimpfquoten zu verstehen, da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann. Bei der ergänzend durch das RKI durchgeführten COVIMO-Befragung wurden von den Befragten signifikant höhere Durchimpfungsraten angegeben. Unter Berücksichtigung der ausgegebenen Impfstoffdosen an Betriebsärztinnen und Betriebsärzte und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte geht das RKI davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.

Stand: 13.10.2021

Was ist der Unterschied zwischen dem Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM) und dem COVID-19 Impfquoten-Monitoring (COVIMO)?

Das Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) des Robert Koch-Instituts ist eine Erhebung aller gemeldeten COVID-19-Impfungen, die in Krankenhäusern, Impfzentren, Arztpraxen, Betrieben oder durch mobile Impfteams durchgeführt wurden. Autorisiertes Personal kann die Daten der durchgeführten Impfungen in die Webanwendung "Digitales Impfquotenmonitoring" eintragen und an die Bundesdruckerei übermitteln. Dort werden die Daten zwischengespeichert und können vom RKI abgerufen werden. Hier können Sie sich die Tabelle der gemeldeten COVID-19-Impfungen in Deutschland herunterladen.

Das COVID-19 Impfquoten-Monitoring (COVIMO) ist eine ergänzende Studie des Robert Koch-Instituts (RKI). Das RKI führt monatlich Befragungen zur COVID-19-Impfung bei circa 1.000 Personen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 18 Jahren durch. Ziel dieser Studie ist es, die Impfbereitschaft und -akzeptanz verschiedener Bevölkerungsgruppen in Deutschland zu erfassen. Hier finden Sie mehr Informationen zur Studie und zum COVIMO-Report.

Stand: 13.10.2021

Warum braucht es ein digitales Impfquotenmonitoring zur COVID-19-Impfung am RKI?

Die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland übermitteln dem Robert Koch-Institut Abrechnungsdaten von Impfleistungen bei Gesetzlich Krankenversicherten mit Hilfe derer die Impf-Inanspruchnahme zu verschiedenen Impfungen bestimmt werden kann. Diese Abrechnungsdaten werden regelmäßig pseudonymisiert und über sichere Datenverbindungen mit einem Zeitverzug von ca. 6 Monaten an das RKI übermittelt. Da für die Corona-Schutzimpfung von den Bundesländern zentrale Impfstellen und mobile Teams eingerichtet wurden, stehen die oben genannten Abrechnungsdaten für die COVID-19-Impfsurveillance (Englisch für Impfüberwachung) nicht zur Verfügung. Für einen neuen Impfstoff ist außerdem eine zeitnahe Bewertung der Impfinanspruchnahme sowie der Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe essentiell. Daher wurde mit der Einführung und Umsetzung der COVID-19-Impfung eine digitale Impfquotenerfassung aufgebaut, mit der die Daten aus den Impfzentren täglich übermittelt werden.

Grundlage für die Datenerhebung ist das Dritte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Hier haben sich die Bundesländer auf die Erfassung folgender Daten geeinigt:

  • Datum der Impfung
  • der Name des Impfstoffes (Handelsname)
  • die Chargennummer
  • Beginn oder Abschluss der Impfserie
  • Pseudonym der geimpften Person
  • Alter und Geschlecht
  • die PLZ des Wohnortes 
  • das Vorliegen beziehungsweise Nichtvorliegen einer Impfindikation nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Stand: 15.10.2021

Wie und wo wird dokumentiert, wie viele Personen vollständig geimpft sind?

Es gibt in Deutschland kein nationales Impfregister. Über die Impfsurveillance (engl. für Überwachung) der Krankenversicherung kann durch pseudonymisierte, ambulante Abrechnungsdaten der gesetzlich Krankenversicherten die Inanspruchnahme verschiedener Impfungen bestimmt werden. Diese Daten liegen aber meist erst mit einer zeitlichen Verzögerung von circa sechs Monaten vor. Weitere Informationen zur KV-Impfsurveillance finden Sie hier.

Für die Corona-Schutzimpfung erfolgt die Erhebung der Daten in den Impfzentren und Arztpraxen über die Webanwendung „Digitales Impfquotenmonitoring“. Grundlage für die Datenerhebung ist das Dritte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite (siehe auch unsere FAQ "Warum braucht es ein digitales Impfquotenmonitoring zur COVID-19-Impfung am RKI?").

Weitere Informationen zum Impf-Fortschritt in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern finden Sie in unserem Impfdashboard

Stand: 04.10.2021

Welche Daten zu den durchgeführten COVID-19-Impfungen werden wie oft und in welcher Form veröffentlicht?

Die Erhebung der Daten zur COVID-19-Impfung erfolgt in den Impfzentren und durch die Mobilen Impfteams. Autorisiertes Personal der Impfzentren und Impfteams können über die Webanwendung "Digitales Impfquotenmonitoring" die Daten eingeben und über eine gesicherte Internetverbindung täglich an die Bundesdruckerei übermitteln, wo im Auftrag des Robert Koch-Instituts (RKI) die Daten zwischengespeichert und vom RKI täglich abgerufen werden.

Impfende Arztpraxen übermitteln die Anzahl der Impfungen täglich über das Impf-DokuPortal der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Daten beinhalten die Anzahl der Erstimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff, die Anzahl der Abschlussimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff sowie die Anzahl der über oder unter 60-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen. Es handelt sich um einen eingeschränkten Satz an Daten, den das RKI für die laufende Beobachtung des Impfgeschehens benötigt. Genaue Angaben zur Impfindikation sowie die Chargennummer werden später mit der Quartalsabrechnung erfasst und durch die Kassenärztliche Vereinigung an das RKI übermittelt.

Eine Tabelle und Abbildungen mit Informationen zu den Impfquoten und der Anzahl der durchgeführten Impfungen werden werktäglich bis mittags aktualisiert und können hier abgerufen werden. Es kann vorkommen, dass Meldungen einzelner Bundesländer vervollständigt oder korrigiert werden. In diesen Fällen wird die Tabelle nachträglich aktualisiert.

Stand: 19.05.2021