Bundesministerium für Gesundheit

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Logistische Fragen

Wohin wird der Impfstoff geliefert? Wieviel wurde schon geliefert und welchen Lieferungen ist in der Zukunft zu rechnen? Alle Fragen zur Logistik finden Sie hier.

Mit welchen Kosten rechnet das Bundesministerium für Gesundheit?

Die Gesamtkosten hängen davon ab, welcher Impfstoff in welchen Mengen und zu welchem Preis geliefert wird – und natürlich davon, wie viele Menschen sich am Ende impfen lassen. Daher ist eine abschließende Kostenschätzung noch nicht möglich.

Stand: 01.07.2021

Wo finde ich Informationen zu den Lieferungen der Impfdosen?

Die Hersteller liefern den Impfstoff an zentrale Stellen in den EU-Mitgliedstaaten. Innerhalb Deutschlands werden die Impfdosen nach Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt und an 27 von den Ländern benannte Anlieferungsstellen geliefert. Von dort erfolgt die Belieferung der Impfzentren. Demgegenüber erfolgt die Belieferung der Arztpraxen über den Großhandel und die Apotheken.

Informationen zu den gelieferten Impfdosen finden Sie hier: www.impfdashboard.de.

Stand: 01.04.2021

Wo kommt die Impfstoff-Lieferung an?

Die Hersteller liefern den Impfstoff an zentrale Stellen in den EU-Mitgliedstaaten. Innerhalb Deutschlands werden die Impfdosen nach Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt und an 27 von den Ländern benannte Anlieferungsstellen geliefert. Von dort erfolgt die Belieferung der Impfzentren. Demgegenüber erfolgt die Belieferung der Arztpraxen über den Großhandel und die Apotheken.

Weitere Informationen zu den gelieferten Impfdosen finden Sie im Impfdashboard. Mehr zu Logistik hinter der Impfstoffherstellung und -lieferung lesen Sie hier

Stand: 26.08.2021

Welche Rolle spielt die Kühlung der Impfstoffe bei der Verteilung?

Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer

Der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer bedarf für eine längere Lagerung einer besonderen Kühlung (Ultratiefkühlung, bei -90 bis -60 Grad Celsius) in speziellen Gefrierschränken. Bei dieser Temperatur ist der ungeöffnete Impfstoff sechs Monate haltbar. Herstellerseitig wird er in Trockeneisboxen ausgeliefert. Sofern spezielle Gefrierschränke nicht zur Verfügung stehen, kann der Impfstoff in diesen Boxen bei -25 bis -15 Grad Celsius bis zu zwei Wochen lang unter Einhaltung bestimmter Vorgaben gelagert werden.

Der ungeöffnete Impfstoff lässt sich jedoch bedenkenlos auch für bis zu einen Monat in handelsüblichen Kühlschränken bei 2 bis 8 Grad Celsius aufbewahren. Innerhalb der 1-monatigen Haltbarkeitsdauer bei 2 bis 8 Grad Celsius können bis zu 12 Stunden für den Transport genutzt werden. Vor der Verwendung kann die ungeöffnete Durchstechflasche bis zu 2 Stunden bei Temperaturen bis 30 Grad Celsius gelagert werden. Vor der Anwendung muss der Impfstoff mit Natriumchlorid-Lösung 0,9 Prozent verdünnt werden.

Der Impfstoff von BioNTech kann verdünnt transportiert werden, sofern unter anderem folgende Hinweise beachtet werden:

  • Die Haltbarkeit des verdünnten Impfstoffs beträgt maximal 6 Stunden bei 2 bis 30 Grad Celsius.
  • Der verdünnte Impfstoff darf vorsichtig bei 2 bis 8 Grad Celsius transportiert werden. Der Impfstoff kann somit bereits im Impfzentrum verdünnt und bei Bedarf als fertige Impfdosis in der Spritze vorbereitet und an dezentrale Impfstationen transportiert werden.
  • Das Umpacken des verdünnten Impfstoffs für den Transport sollte in einer Umgebung von 2 bis 8 Grad Celsius erfolgen. Kann dies nicht gewährleistet werden, soll der Impfstoff nur so kurz wie möglich Raumtemperatur (bis 30 Grad Celsius) ausgesetzt werden.
  • Die Durchstechflaschen und/oder Spritzen müssen sicher gelagert werden. Zu starke Erschütterungen während des Transports sind unbedingt zu vermeiden, da der Impfstoff sonst unbrauchbar wird.

Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.

 

Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna

Laut Moderna ist der ungeöffnete Impfstoff 30 Tage lang bei 2 bis 8 Grad Celsius, also der Temperatur eines handelsüblichen Haushalts- oder Arzneimittelkühlschranks, haltbar. Bei -25 Grad Celsius bis -15 Grad Celsius ist der Impfstoff bis zu sieben Monate haltbar. Nach Entnahme aus der Kühlung kann der ungeöffnete Impfstoff bis zu 24 Stunden bei 8 bis 25 Grad Celsius aufbewahrt werden.

 

Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca

Laut AstraZeneca soll der ungeöffnete Impfstoff bei 2 bis 8 Grad Celsius kühl gelagert werden und ist dabei sechs Monate haltbar.

 

Impfstoff Janssen® von Johnson & Johnson

Laut Johnson & Johnson ist der ungeöffnete Impfstoff bis zu drei Monate bei 2 bis 8 Grad Celsius, also der Temperatur eines handelsüblichen Haushalts- oder Arzneimittelkühlschranks, haltbar. Bei -25 Grad Celsius bis -15 Grad Celsius ist der Impfstoff bis zu zwei Jahren haltbar. Nach Entnahme aus der Kühlung kann der ungeöffnete Impfstoff bis zu 6 Stunden bei 8 bis 25 Grad Celsius aufbewahrt werden.

 

Stand: 04.08.2021

Wie viele Impfstoffdosen hat die EU für ihre Mitgliedstaaten gesichert?

Die EU hat im Rahmen der Risikostreuung bisher rund zwei Milliarden Impfdosen für die 27 Mitgliedstaaten gesichert. Mit den Vorfinanzierungen von über 2 Mrd. Euro wurde nur der Produktionsanlauf vorfinanziert. Die Impfstoffe werden dann von den Mitgliedstaaten abgenommen und bezahlt. Alle 27 EU-Staaten wollten sichergehen, dass sie am Ende auf jeden Fall wirksame Impfstoffe in ausreichender Menge erhalten.

Stand: 25.03.2021

Wie kam es zu den Verträgen zwischen EU und Impfstoffherstellern wie BioNTech?

Die EU hat nur Produktionskapazitäten (mit rund 2 Milliarden Euro) vorfinanziert und damit die Produktion größerer Volumina an Impfstoffen ermöglicht – zu einem Zeitpunkt Mitte 2020, zu dem noch nicht absehbar war, welches Impfstoff-Projekt überhaupt zum Erfolg führen würde und welches zuerst. Über den Kauf selber entscheiden die Mitgliedstaaten. Sie sind auch diejenigen, die die vereinbarten Mengen abnehmen und bezahlen. Das damals für Impfstoffe noch weitgehend unbekannte Unternehmen BioNTech hat bereits Anfang Juni 2020 100 Millionen Euro über die Europäische Investitionsbank von der EU für den Aufbau von Produktionskapazitäten erhalten. Andere haben in ähnlicher Form Geld bei der Firma investiert und im Gegenzug Zusicherungen für den Fall eines Erfolges des Impfstoffes erhalten. Diese Verhandlungen fanden parallel und im Wettbewerb statt. Das ganze Konzept der Vorfinanzierungen und die Investitionsstrategie mit Geldern der EU wurde vom Europäischen Rat gebilligt, von dem die Kommission auch das Verhandlungsmandat im Namen aller 27 Mitgliedstaaten erhalten hat.

Entscheidende Faktoren in den Verhandlungen der Kommission mit einer Auswahl an Herstellern seit Frühjahr 2020 waren: die Erfolgsprognosen, der Zeitfaktor, der Preis, die nachgewiesene Fähigkeit zur sicheren Massenproduktion und Verteilung sowie die bei allen neuen Medikamenten immer sehr wichtigen und komplexen Haftungs- und Logistikfragen (zum Beispiel sicherer Vertrieb, extrem niedrige Lagertemperatur und Kühlketten, Komplexität der Verwendung). Die Strategie der EU war und ist daher, die bei der Impfstoffentwicklung stets vorhandenen Erfolgsrisiken zu streuen zwischen bewährten Herstellern mit traditionellen, aber langsameren Verfahren und solchen, die innovative und schnellere Methoden verwenden, deren Erfolgsaussichten aber über längere Zeit unklar waren. Diese Fakten – aus der Perspektive im Voraus – waren mitbestimmend für den Vertrag mit BioNTech/Pfizer über 200 + 100 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs.

Stand: 19.07.2021

Stimmt es, dass bei der Auswahl der Impfstoffe große Rücksicht auf Sanofi genommen wurde, weil es sich um einen französischen Anbieter handelt? Wurde deswegen weniger bei BioNTech bestellt, die mit dem US-amerikanischen Konzern Pfizer kooperieren?

Voraussetzung war, dass alle Hersteller mit EU-Vertrag in Europa produzieren, um für EU-Mitgliedstaaten einen sicheren Zugriff auf die weltweit begehrten Impfstoffe zu gewährleisten. Sanofi ist ein bewährter und namhafter Hersteller, der seine Impfstoffe nach traditionellem Verfahren in Europa produziert. Dieses Verfahren ist etwas langsamer, aber dafür sehr sicher. Das Sanofi Produkt ist nur bedingt mit einem Impfstoff nach dem komplett neuen Verfahren von BioNTec/Pfizerh, CureVac oder Moderna vergleichbar. Die Anzahl der vertraglich vereinbarten Dosen lässt sich auf Faktoren wie Erfolgsprognosen, Preis, die nachgewiesene Fähigkeit zur sicheren Massenproduktion und Verteilung, Haftungs- und Logistikfragen (zum Beispiel sicherer Vertrieb, extrem niedrige Lagertemperatur und Kühlketten, Komplexität der Verwendung) zurückführen und hat nichts mit der Nationalität der Hersteller zu tun. So wurden zum Beispiel auch 405 Millionen Impfdosen beim deutschen Anbieter CureVac bestellt – zusätzlich zu den 300 Millionen bei BioNTech/Pfizer.

Stand: 04.06.2021

Warum macht es Sinn, Impfstoffe nicht national zu bestellen, sondern im europäischen Verbund?

Als Verbund ist die Europäische Union besser aufgestellt als jedes Land für sich gegenüber den Pharmazieherstellern. Als Zusammenschluss kann die EU kostengünstiger, schneller und sicherer an Impfdosen gelangen, um gemeinsam aus der Krise zu kommen.

Um die Pandemie zu beenden, ist es notwendig, dass ganz Europa mit vereinten Kräften dagegen ansteuert. Die EU-Bürgerinnen und -Bürger sind nur dann sicher vor dem Virus, wenn alle EU-Bürgerinnen und -Bürger sicher vor dem Virus sind. Eine Spaltung der EU in Länder, in denen eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger geimpft ist, und solche, in denen das nicht so ist, ist nicht im Sinne Deutschlands und Europas.

Stand: 18.08.2021

Hat Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern zu wenig Impfstoffe bestellt?

Deutschland hat ausreichend Impfstoffmengen bestellt. Aktuell sind genug Impfstoffmengen vorhanden, um allen Menschen ab 12 Jahren ein Impfangebot machen zu können.

Die Herstellung von Impfstoffen ist komplex und erfolgt in mehreren Teilprozessen. Nur bei abgestimmter Erhöhung des gesamten Produktionsprozesses, inklusive der benötigten Ausgangsstoffe, Verpackungsmaterialien und so weiter kann die Verfügbarkeit eines Impfstoffes erhöht werden.

Mehr zur Logistik hinter der Impfstoffproduktion lesen Sie in diesem Artikel

Es wird stetig nach Wegen gesucht, die Produktionskapazitäten auszuweiten. Die Bundesregierung fördert diesen Ausbau finanziell und unterstützt die Vermittlung von Kooperationen zwischen pharmazeutischen Unternehmern und weiteren Lieferanten. Beispiel für eine gelungene Erweiterung der Produktion ist die Nutzung einer Herstellungsstätte in Marburg, in der die Firma BioNTech/Pfizer seit Februar weitere Mengen des Wirkstoffs für ihren Impfstoff produziert. Auch wurde eine Taskforce gebildet, die sich der Ausweitung und Verbesserung der Impfstoffproduktion annimmt.

Deutschland setzt auf eine solidarische europäische Lösung, denn eine weltweite Pandemie verlangt nach internationalen Lösungen. Alle profitieren davon, wenn Menschen länderübergreifend geimpft werden. Deutschland hat zudem auf verschiedene Impfstoff-Hersteller gesetzt. Das heißt, sobald mehr Impfstoffe zugelassen werden, können auch mehr Menschen in Deutschland geimpft werden.

Stand: 25.08.2021  

Wie hat Deutschland für ausreichend Impfstoffe gesorgt?

Die Europäische Union hat Verträge mit sechs verschiedenen Impfstoff-Herstellern geschlossen. Angaben zu voraussichtlichen Liefermengen der einzelnen Impfstoffe finden Sie hier. Weitere Zahlen und Informationen zum Fortschritt der Impfkampagne finden Sie in unserem Impfdashboard.

Stand: 28.07.2021

 

Trifft es zu, dass zu Beginn zu wenig Impfdosen bestellt worden sind?

Es wurden genügend Impfdosen bestellt. Aufgrund von Lieferengpässen hat sich die Lieferung zu Beginn der COVID-19-Impfungen allerdings teilweise verzögert. Der Transport und die Infrastruktur wurden mit den Monaten stetig verbessert. Darum kümmert sich auch die Taskforce Impfstoffproduktion. Schon seit einiger Zeit stehen genügend Impfdosen zur Verfügung. Allen impfwilligen Personen kann ein Impfangebot gemacht werden. Aktuelle Zahlen zum Impf-Fortschritt sowie über Liefermengen finden Sie auf dem Impfdashboard.

Mehr zur Logistik hinter der Impfstoffherstellung lesen Sie hier.

Stand: 07.09.2021