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Corona-Wissen
07:39 · 21. Mai 2021

AHA-Formel für Kinder erklärt

Kinder müssen sich an einen Alltag mit neuen Regeln gewöhnen. Ob in der Schule oder bei Treffen mit Freundinnen und Freunden: Die AHA-Formel begleitet nicht nur Erwachsene durch die Corona-Pandemie. Wie Sie Ihren Kindern die Abstands- und Hygieneregeln kindgerecht erklären und beibringen, erfahren Sie hier.

Erklären Sie Ihren Kindern die AHA-Formel /

Für Kinder waren die vergangenen Monate keine leichte Zeit. Eingeschränkte persönliche Treffen mit Freundinnen und Freunden, kein Besuch bei Oma und Opa. Geliebte Hobbys wie Fußball, Chorsingen oder gemeinsames Basteln fielen genauso aus wie Kinobesuche und Geburtstagsfeiern. Dass die Schulen geschlossen waren, fanden Kinder vielleicht anfangs noch lustig. Doch der Heimunterricht durch die Eltern war vermutlich für die wenigsten eine angenehmere Alternative. Schülerinnen und Schüler mussten sich daraufhin an einen neuen Schulalltag mit neuen Regeln gewöhnen. Aber wie erklärt man seinem Kind oder seinen Kindern, dass die Gefahr durch die Corona-Pandemie nicht vorbei ist und warum es weiterhin wichtig ist, die Hygieneregeln zu beachten? 

Sich und andere schützen mit der AHA-Formel

Zunächst sollte man selbst wissen, welche Regeln es nach wie vor zu befolgen gilt. In der AHA‑Formel sind sie zusammengefasst. AHA steht für Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske.

  • Abstand halten: Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder beim Spaziergang im Park achten wir auf 1,5 Meter Mindestabstand zu unseren Mitmenschen. Das entspricht etwa zwei Armlängen. 
  • Hygiene beachten: Wir achten auf richtiges Niesen und Husten (in die Armbeuge oder ein Taschentuch) und gründliches Händewaschen. Tipp: Ausreichend langes Händewaschen nimmt in etwa soviel Zeit in Anspruch wie zwei Mal „Happy Birthday“ singen. 
  • Alltag mit Maske: Dringend empfohlen wird das Tragen von Masken an Orten, an denen es schwer werden kann, den Mindestabstand zu anderen einzuhalten. Darüber hinaus ist es in den Bundesländern Vorschrift, dass Kinder in Schulen, im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf medizinische Masken (zum Beispiel sogenannte OP-Masken) tragen. Diese Regelung gilt für Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren. Welche Vorschriften in Ihrem Bundesland gelten, können Sie hier erfahren. Wer eine Maske trägt, sollte dennoch darauf achten, Abstand zu anderen Menschen zu halten. 

Kindern erklären, wozu es die Corona-Regeln gibt

Kinder begegnen diesen Regeln jeden Tag. Viele Schulen haben ihre Räumlichkeiten und den Unterricht so umgestaltet, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Dazu werden Klassen geteilt, „Einbahnstraßensysteme“ auf Fluren und in Treppenhäusern installiert, es wird regelmäßig und gewissenhaft gelüftet und weitere Maßnahmen werden getroffen. Kinder, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren, müssen eine Maske tragen. Händewaschen wird mit den Lehrkräften zusammen geübt. Damit sich die Kinder an die Regeln halten – auch wenn niemand Aufsicht führt – ist es wichtig, ihnen zu erklären, weshalb diese notwendig sind. 

Nehmen Sie Fragen der Kinder ernst 

Informieren Sie sich selbst über die Corona-Pandemie und vermitteln Sie Ihren Kindern diese Informationen verständlich und altersgerecht. Nehmen Sie ihre Fragen ernst und antworten Sie offen und ehrlich – ohne zu dramatisieren. Erklären Sie, was aktuell geschieht. Je nach Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes können Sie dabei mehr oder weniger ausführlich werden. Achten Sie auf eine kindgerechte Wortwahl: Begriffe wie „tödliches Virus“, „Infizierte“ oder „Pandemie“ können in der Regel erst ältere Kinder verstehen und verarbeiten. Tipps dazu, wie man Kindern die aktuelle Situation erklären kann, finden Sie auch hier

Coronaviren übertragen sich über Tröpfchen 

Erklären Sie Ihren Kindern, dass sich das Virus sehr schnell ausbreiten kann, wenn man nichts unternimmt. Deshalb ist es wichtig, sich und andere zu schützen, indem man die AHA-Formel beachtet. Am leichtesten wird das Virus übertragen, wenn man Tröpfchen abbekommt, die eine andere Person zum Beispiel beim Sprechen von sich gibt. Daher soll man 1,5 Meter Abstand einhalten. Auch kleinere Kinder können schon verstehen, dass man Tröpfchen von der Hand zum Beispiel auf eine Türklinke weitergeben und von dort aufnehmen kann und dass es daher wichtig ist, sich die Hände zu waschen. Besonders kleine Tröpfchen, auch Aerosole genannt, können sogar über einen längeren Zeitraum in der Luft stehen und zu Übertragungen der Krankheit führen. Neben den oben genannten Maßnahmen wie Abstandhalten, Händewaschen und Maske tragen ist es also auch wichtig, regelmäßig und gründlich zu lüften: So sinkt das Ansteckungsrisiko durch Aerosole und Tröpfchen in geschlossenen Räumen. Im Artikel Ansteckung mit Corona – So wird das Coronavirus übertragen finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Übertragungswege des Coronavirus.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Viren kann man weitergeben, ohne selbst krank zu sein

Wenn sich Ihr Kind unwohl damit fühlt, eine Maske zu tragen, erklären Sie ihm altersgerecht, dass der Schutz helfen kann, die Verbreitung der krankmachenden Viren einzudämmen. Zumal es sein kann, dass man selbst das Virus hat, ohne krank zu sein. Um das Virus nicht weiterzugeben, trägt man daher eine Maske. Gerade bei Kindern verläuft COVID-19 oftmals mild, sodass sich einige Kinder auch während der Krankheit nicht unbedingt krank fühlen. Informieren Sie sich im Artikel Corona erkennen und vorbeugen über die möglichen Symptome einer Coronavirus-Infektion bei Kindern und lesen Sie, wie Sie Ihr Kind bestmöglich vor einer Ansteckung schützen können.

Alltagsmasken für Kinder erklärt

Üben Sie mit einem Kuscheltier, wie die Maske getragen wird 

Praktische Tipps, wie Sie ihrem Kind den Umgang mit der Maske erklären können, beschreibt auch die Website kindergesundheit-info.de von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Da es vor allem kleineren Kindern oft schwerfällt, die Regeln nachzuvollziehen und sich daran zu halten, gibt es hier Tipps, wie Eltern Kinder darauf einstellen können. Üben Sie mit Ihrem Kind und auch mit der ganzen Familie vor einem Spiegel, wie man eine Maske anzieht, trägt und wieder auszieht. Das können Sie auch zusammen mit dem Lieblingsstofftier probieren und diesem eine Maske anziehen. 

Hygieneregeln spielerisch durchgehen 

Erklären Sie Ihrem Kind die Hygieneregeln altersgerecht. Oft kennen die Größeren schon aus der Kita viele Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung. Richtiges Husten und Niesen, Händehygiene und Abstandhalten kann man gut spielerisch vermitteln. Piktogramme auf infektionsschutz.de können Ihnen außerdem dabei helfen, zu erklären, was „richtiges Händewaschen“ bedeutet. Sie finden auf der Website sowohl Piktogramme als auch Infografiken für kleine Kinder, Schulkinder und Jugendliche.

Keine Angst vorm Testen!

Für manche Kinder ist ein Coronatest nicht unbedingt angenehm und vor allem ungewohnt. Angst braucht Ihr Kind vor einem Test nicht zu haben: Der Abstrich tut in der Regel nicht weh und geht schnell vorüber. Für kleine Kinder gibt es dafür oftmals spezielle Stäbchen, die besonders dünn und flexibel sind. Es kann helfen, wenn Sie Ihrem Kind erklären, welche Testformen es gibt (eine Übersicht finden Sie zum Beispiel hier) und es während des Tests abzulenken. Gerade bei kleinen Kindern kann es helfen, die Hand zu halten oder das Lieblingskuscheltier von zuhause mitzubringen.

Im Rahmen mehrerer Pilotprojekte finden mittlerweile auch Lolli-Tests Gebrauch in deutschen Schulen. Weitere Informationen zum Lolli-Test finden Sie hier.

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