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Corona-Schutzimpfung
13:03 · 15. Oktober 2021

Geimpft, getestet, genesen

Wer nachweislich geimpft, getestet oder genesen ist, kann bestimmte Erleichterungen von den Corona-Regeln in Anspruch nehmen. Welche Voraussetzungen für die 3G-Regel beziehungsweise 2G-Regel erfüllt werden müssen und welche Nachweise dafür notwendig sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Geimpft, genesen und getestet: Was gilt?

Wer gilt als geimpft und wer als genesen?

Je nach Impfstoff braucht es für einen vollständigen Immunschutz eine oder zwei Impfungen. Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen außerdem mindestens 14 Tage vergangen sein, damit der volle Immunschutz aufgebaut ist. Geimpfte müssen einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz vorlegen – zum Beispiel den gelben Impfpass oder den digitalen Impfnachweis (siehe Infobox weiter unten). Auch Impfzertifikate aus anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden anerkannt. Allerdings muss man dazu vollständig mit einem in Europa zugelassenen Impfstoff geimpft sein.

Genesene benötigen den Nachweis über einen positiven PCR-Test, der mindestens 28 Tage und maximal 180 Tage (circa sechs Monate) zurückliegt. Eine nicht mehr vorliegende Dokumentation können Sie sich neu ausstellen lassen. Möchten Genesene ihre Erleichterungen von den Corona-Regeln nach Ablauf der 180 Tage behalten, müssen sie sich impfen lassen, wobei eine einmalige Impfung zur Auffrischung des Immunschutzes ausreicht. 

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Warum Geimpfte und Genesene negativ Getesteten gleichgestellt werden

Das Robert Koch-Institut geht nach aktueller Studienlage davon aus, dass vollständig Geimpfte ab zwei Wochen nach ihrer letzten Impfung bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen. Für Genesene wird aufgrund der aktuellen Datenlage angenommen, dass der Schutz zumindest für sechs Monate nach überstandener Infektion besteht. Beide Personengruppen werden darum beispielsweise innerhalb der 3G-Regel mit Personen gleichgestellt, die negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet sind (Schnell- oder PCR-Test). Beachten Sie allerdings, dass das Übertragungsrisiko – wenn auch ein geringes – bei geimpften oder genesenen Menschen weiterhin bestehen kann. Eine Corona-Schutzimpfung bietet keine sterile Immunität, das heißt, keinen vollständigen Übertragungsschutz. Dennoch ist sie für die Bekämpfung der Pandemie unverzichtbar: Durch eine Impfung lassen sich schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle verhindern und Ansteckungsrisiken minimieren. Bei Symptomen sollten Sie sich unabhängig von Ihrem Impf- oder Genesenenstatus testen lassen und den Verdacht auf eine Infektion ausschließen.

Symptome können zum Beispiel Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust sein. Welche weiteren Symptome auf COVID-19 hindeuten können, lesen Sie in diesem Artikel.

Welche Erleichterungen gelten für Geimpfte und Genesene?

Für Geimpfte und Genesene gelten keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen mehr. Damit werden zum Beispiel bei privaten Zusammenkünften, die durch das Infektionsschutzgesetz auf eine bestimmte Personenzahl beschränkt sind, geimpfte und genesene Personen nicht mehr mitgezählt. 

Bei bestimmten Ausnahmen von den Corona-Schutzmaßnahmen werden Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt. So müssen sie unter bestimmten Voraussetzungen kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen.

Welche Regeln gelten auch für Geimpfte und Genesene weiter?

Nach wie vor gilt die AHA-Formel für alle Bürgerinnen und Bürger. Auch geimpfte, genesene und getestete Personen müssen weiterhin vielerorts eine Maske tragen sowie Abstands- und Hygienegebote einhalten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier

Verbindliche Testpflicht im Rahmen der 3G-Regel

Um den weiteren Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden, haben alle Länder seit dem 23. August 2021 für alle Personen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, eine Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnell- oder PCR-Tests eingeführt. Ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sowie Schülerinnen und Schüler, welche im Rahmen des verbindlichen Schulkonzepts regelmäßig getestet werden.

Tests sind Voraussetzung für: 

  • Zugang als Besucherin oder Besucher zu Krankenhäusern, Alten-und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe

  • Zugang zur Innengastronomie

  • Teilnahme an Veranstaltungen und Festen (zum Beispiel Informations-, Kultur- oder Sportveranstaltungen) in Innenräumen

  • Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen (zum Beispiel Friseur, Kosmetik, Körperpflege)

  • Sport im Innenbereich (zum Beispiel in Fitness-Studios, Schwimmbädern oder Sporthallen)

  • Beherbergung: Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts

Die Länder können  die 3G-Regel ganz oder teilweise aussetzen, falls die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt. Bundesländer können auch weitere Indikatoren in ihre Beurteilung mit einbeziehen (wie zum Beispiel die Hospitalisierung), welche ein vergleichbar niedriges Infektionsgeschehen widerspiegeln und dadurch ein Anstieg der Infektionszahlen durch die Aussetzung der Regelungen nicht zu erwarten ist. 

Die Erforderlichkeit der 3G-Regel wird mindestens alle vier Wochen überprüft. 

Was ist die 2G-Regel?

Die Ausgestaltung der 3G-Regel liegt bei den Bundesländern. In einigen Bundesländern und Regionen wurde die 2G-Regel als Verschärfung zum Schutz des Gesundheitssystems und vor Infektionen eingeführt: Die Regel steht für “geimpft oder genesen”. Bei der 2G-Regel haben nur geimpfte oder genesene Personen Zutritt zu bestimmten Innenräumen. Dazu können beispielsweise Kultureinrichtungen, Restaurants, Kinos oder Fitnessstudios gehören. Als Nachweis muss entweder ein gültiges Impfzertifikat oder Genesenenzertifikat vorgelegt werden. Im Gegenzug können die Veranstalterinnen und Veranstalter auf die Durchsetzung der Maskenpflicht verzichten und mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer zulassen. Vielerorts ist diese Regel optional, in manchen Bundesländern soll allerdings vollständig und verpflichtend auf die 2G-Regel gesetzt werden.

Was gilt für Geimpfte und Genesene auf Reisen?

Auch auf Reisen entfallen für Geimpfte und Genesene bestimmte Pflichten, da Impf- und Genesenennachweise in der Regel einen negativen Testnachweis ersetzen können. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Aktuelle Informationen für Reisende. Eine Liste der derzeit ausgewiesenen Hochrisiko- und Virusvariantengebiete finden Sie hier.

Der digitale Impfnachweis

Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Impfungen zu dokumentieren. Geimpfte können damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff auch personalisiert bequem auf ihren Smartphones digital speichern. Dieses Angebot ist freiwillig. Der Nachweis der Impfung ist auch weiterhin über den Impfpass – das bekannte „gelbe Heft“ – möglich und gültig. Der digitale Impfnachweis wurde Ende Juni 2021 eingeführt und ist EU-weit gültig.

Wie funktioniert der digitale Impfnachweis?

Der digitale Impfnachweis wird nach erfolgter Impfung in der Arztpraxis, im Impfzentrum oder in einer Apotheke erstellt. Dabei wird nach Eingabe oder Übernahme und Prüfung der Impfdaten ein QR-Barcode erstellt, der die Daten des fälschungssicheren Impfzertifikats enthält und den die Geimpften direkt abscannen oder ausgedruckt mitbekommen und später bei Bedarf einscannen können. Der digitale Impfnachweis kann in der Corona-Warn-App oder in der ebenfalls kostenlosen CovPass-App lokal auf dem Smartphone gespeichert werden. Bei Bedarf – etwa im Restaurant, auf Reisen oder beim Shopping – zeigen Geimpfte den QR-Code einfach in der App, sodass Gastronomen, Fluggesellschaften und andere Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, mit einer Prüf-App das Impfzertifikat auslesen können. So müssen vollständig Geimpfte keine weiteren Impf-Dokumente mit sich führen. Allerdings müssen sie zum Abgleichen ihrer Identität einen Lichtbildausweis vorlegen.

Auch Testzertifikate und Genesenennachweise integrierbar

Mit der Corona-Warn-App oder der CovPass-App in der jeweils aktuellen Version lassen sich zudem negative Testergebnisse und Genesenenzertifikate auf dem Smartphone speichern und nachweisen.

Mehr zum digitalen Impfnachweis lesen Sie hier.

Welche Strafen stehen auf das Fälschen oder die Nutzung eines gefälschten Impfnachweises? 

Das Fälschen eines Impfpasses wie auch das Einsetzen eines gefälschten Impfpasses ist kein Kavaliersdelikt: Wer einen Impfpass fälscht oder ein solches Dokument benutzt, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe belangt werden. Das Infektionsschutzgesetz sieht für die wissentlich falsche Dokumentation einer Impfung bis zu zwei Jahre Haft vor, für die Nutzung eines entsprechenden Ausweises bis zu ein Jahr Haft.

Gemeinschaftsschutz aus Solidarität

Die Corona-Schutzimpfung ist das einzig wirksame Mittel für eine Rückkehr zu einem normalen Alltag. Eine Impfung wird daher dringend empfohlen. Wichtig hierbei ist auch der Solidaritätsgedanke: Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können – zum Beispiel Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Kinder unter 12 Jahren, weil es für sie noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Auch diese gilt es im Rahmen des Gemeinschaftsschutzes durch eine hohe Impfquote mit zu schützen.

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