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Corona-Schutzimpfung
12:12 · 21. Juli 2021

Geimpft, getestet, genesen? Diese Regeln gelten

Wer nachweislich geimpft, getestet oder genesen ist, kann bestimmte Erleichterungen von den Corona-Regeln in Anspruch nehmen. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und welche Nachweise dafür notwendig sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Geimpft, genesen und getestet: Was gilt?

Um die Coronavirus-Pandemie weiter einzudämmen, müssen Infizierte möglichst früh identifiziert werden. Dabei helfen umfassende Tests. Solange die Impfkampagne noch läuft, sorgen diese für ein gewisses Maß an Sicherheit im Alltag. Im Rahmen der Nationalen Teststrategie kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger kostenlos mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen und das Ergebnis als Nachweis erhalten. Das Testergebnis hat eine Gültigkeit von 24 Stunden.

Wer gilt als geimpft und wer als genesen?

Je nach Impfstoff braucht es für einen vollständigen Immunschutz eine oder zwei Impfungen. Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen mindestens 14 Tage vergangen sein. Geimpfte müssen einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz vorlegen – zum Beispiel den gelben Impfpass oder den digitalen Impfnachweis (siehe Infobox weiter unten). Auch Impfzertifikate aus anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden anerkannt. Allerdings müssen Geimpfte vollständig mit einem in Europa zugelassenen Impfstoff geimpft sein.

Genesene benötigen den Nachweis für einen positiven PCR-Test, der mindestens 28 Tage und maximal 180 Tage (circa sechs Monate) zurückliegt. Eine nicht mehr vorliegende Dokumentation können Sie sich neu ausstellen lassen. Möchten Genesene ihre Erleichterungen von den Corona-Regeln nach Ablauf der 180 Tage behalten, müssen sie sich impfen lassen, wobei eine einmalige Impfung zur Auffrischung des Immunschutzes ausreicht.

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Achten Sie jedoch darauf, ob bei Ihnen dennoch Covid-19-typische Krankheits-Symptome vorliegen. Zu diesen Symptomen gehören zum Beispiel Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust.

Warum Geimpfte und Genesene negativ Getesteten gleichgestellt werden

Das Robert Koch-Institut geht nach aktueller Studienlage davon aus, dass vollständig Geimpfte ab zwei Wochen nach ihrer letzten Impfung bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen. Für Genesene wird aufgrund der aktuellen Datenlage angenommen, dass der Schutz zumindest für sechs Monate nach durchgemachter Infektion besteht. Beide Personengruppen werden darum mit Personen gleichgestellt, die negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet sind (Schnell- oder PCR-Test).

Welche Erleichterungen gelten für Geimpfte und Genesene?

Für Geimpfte und Genesene gelten keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen mehr. Damit werden zum Beispiel bei privaten Zusammenkünften, die durch das Infektionsschutzgesetz auf eine bestimmte Personenzahl beschränkt sind, geimpfte und genesene Personen nicht mehr mitgezählt.

Bei bestimmten Ausnahmen von den Corona-Schutzmaßnahmen werden Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt. So müssen sie unter bestimmten Voraussetzungen kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen.

Der digitale Impfnachweis

Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Impfungen zu dokumentieren. Geimpfte können damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff auch personalisiert bequem auf ihren Smartphones digital speichern. Dieses Angebot ist freiwillig. Selbstverständlich ist der Impfnachweis über den Impfpass – das bekannte „gelbe Heft“ – weiterhin möglich und gültig. Der digitale Impfnachweis wurde Ende Juni 2021 eingeführt und ist EU-weit gültig.

Wie funktioniert der digitale Impfnachweis?

Der digitale Impfnachweis wird in der Arztpraxis, im Impfzentrum oder in einer Apotheke erstellt. Dabei wird nach Eingabe oder Übernahme und Prüfung der Impfdaten ein QR-Barcode erstellt, der die Daten des fälschungssicheren Impfzertifikats enthält und den die Geimpften direkt abscannen oder ausgedruckt mitbekommen und später bei Bedarf einscannen können. Der digitale Impfnachweis kann in der Corona-Warn-App oder in der ebenfalls kostenlosen CovPass-App lokal auf dem Smartphone gespeichert werden. Bei Bedarf – etwa im Restaurant, auf Reisen oder beim Shopping – zeigen Geimpfte den QR-Code einfach in der App, sodass Gastronomen, Fluggesellschaften und andere Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, mit einer Prüfapp das Impfzertifikat auslesen können. So müssen vollständig Geimpfte keine weiteren Impf-Dokumente mit sich führen. Allerdings müssen sie zum Abgleichen ihrer Identität einen Lichtbildausweis vorlegen.

Auch Testzertifikate und Genesenennachweise integrierbar

Mit der Corona-Warn-App oder der CovPass-App in der jeweils aktuellsten Version lassen sich zudem negative Testergebnisse und Genesenenzertifikate auf dem Smartphone speichern und nachweisen.

Mehr zum digitalen Impfnachweis lesen Sie hier.

Welche Regeln gelten auch für Geimpfte und Genesene weiter?

Nach wie vor gilt die AHA-Formel für alle Bürgerinnen und Bürger. Auch geimpfte, genesene und getestete Personen müssen weiterhin eine Maske tragen sowie Abstands- und Hygienegebote einhalten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Was gilt für Geimpfte und Genesene auf Reisen?

Auch auf Reisen entfallen für Geimpfte und Genesene bestimmte Pflichten, da Impf- und Genesenennachweise einen negativen Testnachweis ersetzen können. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Informationen für Reisende. Eine Liste der derzeit ausgewiesenen Risiko- und Virusvariantengebiete finden Sie hier. Und wer sich auf Reisen impfen lassen möchte, erhält Informationen dazu im Beitrag Impfen und Reisen.

Welche Strafen stehen auf das Fälschen oder die Nutzung eines gefälschten Impfnachweises?

Das Fälschen eines Impfpasses wie auch das Einsetzen eines gefälschten Impfpasses ist kein Kavaliersdelikt: Wer einen Impfpass fälscht oder ein solches Dokument benutzt, kann bis zu zwei Jahren Haft erwarten. Das Infektionsschutzgesetz sieht für die wissentlich falsche Dokumentation einer Impfung bis zu zwei Jahren Haft vor, für die Nutzung eines entsprechenden Ausweises bis zu einem Jahr Haft.

Gemeinschaftsschutz aus Solidarität

Die Corona-Schutzimpfung ist das einzig wirksame Mittel für eine Rückkehr zu einem normalen Alltag. Eine Impfung wird daher dringend empfohlen. Wichtig hierbei ist auch der Solidaritätsgedanke: Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können – zum Beispiel Kinder, weil es für diese noch keinen Impfstoff gibt, oder Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, für die eine Corona-Schutzimpfung nicht in Frage kommt. Auch diese gilt es im Rahmen der sogenannten Herdenimmunität (Gemeinschaftsschutz) durch Corona-Schutzimpfungen zu schützen.

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