Bundesministerium für Gesundheit

Krankschreibung und Rezepte

Auch in Pandemie-Zeiten sind normale Erkältungen, Grippeinfektionen oder Verletzungen natürlich möglich. Wie Sie in solchen Fällen mit Ihrem dienstleichen Ausfall umgehen und welche Schritte zu beachten sind, erfahren Sie hier.

Welche Informationen muss ich meiner Arbeitgeberin oder meinem Arbeitgeber zu meinem Gesundheitszustand geben? Was muss ich tun, wenn ich danach gefragt werde?

Ist bei Ihnen eine Erkrankung durch eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden, kann die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Auskunft hierüber verlangen, um der Fürsorge- und Schutzpflicht nachzukommen. Bitte beachten Sie jedoch die grundsätzliche Regelung: Fragen der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers nach dem Gesundheitszustand von Beschäftigten bedürfen einer besonderen Rechtfertigung. Weitere Informationen erhalten Sie hier

Einer offiziellen Meldepflicht unterliegen aktuell nur Ärztinnen und Ärzte. Diese müssen bei Diagnose einer Infektion einer ihrer Patientinnen und Patienten mit dem Coronavirus das zuständige Gesundheitsamt darüber informieren.

Stand: 10.11.2021

Welche Folgen hat es, wenn Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber Beschäftige nach Hause schicken, z. B. weil sie Husten haben?

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen arbeitsunfähig erkrankte Beschäftigte von der Arbeit fernhalten. Beschäftigte haben in dem Fall Anspruch auf Weiterzahlung des Gehalts im Krankheitsfall. Es gelten die Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes. Weitere Details finden Sie hier.

Im Falle eines Corona-Verdachtsfalls (etwa als Kontaktperson oder als Reiserückkehrerin oder –rückkehrer aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet), erhalten ungeimpfte Personen, für die eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorliegt, nach dem Infektionsschutzgesetz keine Entschädigung bei einem Tätigkeitsverbot beziehungsweise einer Quarantäneanordnung. Wer allerdings an COVID-19 erkrankt und arbeitsunfähig ist, hat unabhängig vom Impfstatus Anspruch auf Lohnfortzahlung und gegebenenfalls Krankengeld im Krankheitsfall.

Stand: 02.11.2021

Wer trägt die Ausfallkosten für die Mitarbeiter*innen, wenn diese aufgrund von Impfreaktionen/Nebenwirkungen krankheitsbedingt ausfallen?

Sollte eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer aufgrund einer Impfreaktion kurzzeitig arbeitsunfähig sein, trägt die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die entstehenden Kosten. In diesem Fall gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen einer regulären Krankschreibung.  

Stand 29.10.2021

Werden Einkommensausfälle aufgrund einer Quarantäne entschädigt?

Einkommensausfälle aufgrund einer vermeidbaren Reise in ein Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet und einer daraus folgenden Quarantäne werden nicht entschädigt. Die Region muss bereits bei Reiseantritt als ein solches Gebiet ausgewiesen sein, damit diese Regelung gilt. Eine Auflistung der Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete finden Sie beim Robert Koch-Institut. Zu beachten ist, dass ungeimpfte Personen, für die eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorliegt, als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer keine Entschädigung erhalten im Falle eines Tätigkeitsverbots beziehungsweise einer Quarantäneanordnung.

Stand: 02.11.2021

Erhalte ich mein Gehalt weiter, wenn ich an COVID-19 erkrankt bin?

An COVID-19 arbeitsunfähig Erkrankte, die somit ihrer Arbeit nicht nachgehen können, haben einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für den Zeitraum von sechs Wochen. Gesetzlich Versicherte haben nach diesem Zeitraum grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld.

Wichtig: Ungeimpfte Personen, für die eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorliegt, erhalten nach dem Infektionsschutzgesetz als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet seit dem 1. November 2021 keine Entschädigung im Falle eines Tätigkeitsverbots beziehungsweise einer Quarantäneanordnung.

Stand: 02.11.2021

Wird mein Lohn fortgezahlt, wenn ich wegen einer Warnung durch die App zu Hause bleibe?

Generell dient die Warnung der App primär als Hinweis, um gegebenenfalls Kontakt zum Gesundheitsamt aufzunehmen und weitere Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Bei einem roten Warnhinweis zeigt Ihnen die App ein "erhöhtes Risiko" für eine Infektion an. Dem Verdacht sollten Sie mit einem Coronatest nachgehen. Personen, denen die Statusanzeige "erhöhtes Risiko" in der Corona-Warn-App angezeigt wird, haben nach der Nationalen Teststrategie Anspruch auf eine Testung. Sie gelten nach der Verordnung als Kontaktpersonen mit Recht auf einen Test. Hierbei muss es sich nicht notwendigerweise um einen PCR-Test handeln. Jedoch sollten Antigen-Tests bei Kontaktpersonen nur im Ausnahmefall angewendet werden, zum Beispiel bei begrenzter PCR-Kapazität oder in dringenden Fällen zur Überbrückung der Wartezeit auf das Ergebnis einer gleichzeitig eingeleiteten PCR-Untersuchung.

Wenn Sie Symptome verspüren oder Sie den Verdacht haben, sich angesteckt zu haben, sollten Sie sich allerdings unabhängig von den Warnhinweisen der App telefonisch an Ihre behandelnde Ärztin, Ihren behandelnden Arzt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden.

Stand: 23.11.2021

Darf ich mich telefonisch krankschreiben lassen?

Ja, das ist möglich. Patientinnen und Patienten, die an einer leichten Atemwegserkrankung leiden, können sich telefonisch bis zu sieben Tage krankschreiben lassen, eine einmalige Verlängerung um weitere sieben Tage ist ebenfalls telefonisch möglich. Diese Regelung wurde bis zum 31. Dezember verlängert. Informationen dazu finden Sie hier.

Stand: 30.09.2021

Wann muss ich dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen?

Grundsätzlich gilt: Alle Beschäftigten müssen ihrer Arbeitgeberin oder ihrem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich anzeigen (zum Beispiel telefonisch oder per E-Mail). Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, so muss der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber spätestens am darauffolgenden Arbeitstag eine ärztliche Bescheinigung diesbezüglich vorgelegt werden. Nach ärztlicher Rücksprache können Patientinnen und Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege aktuell eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit bis zu sieben Tagen ausgestellt bekommen. Eine Folgebescheinigung für maximal sieben Tage ist möglich.

Stand: 25.11.2021